Ausgabe 
3.9.1916
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Erscheint wöchentlich einmal.

Einzelne Exemplare bestelle man bei der Post vierteljährlich.

Uerlaader Buchhandlung der Pilgermission Kletzen.

Nr. 36.

Redakteur: Stadtmissionar Herrmann-Gießen. Mitarbeiter:

Pfarrer Sperber-Cassel, Pfarrer Strauß-Leipzig u. d. Prediger d. Pilgermission. Druck v. I. G. Oncken Rachf., G. m. b. H., Casse l.

9. Iahrg.

Sonntag, den 3. September 1916.

Schiffer Kans.

Nach amtlicher Be­rechnung wurden vor dem Kriege alljährlich im Deutschen Reiche für Branntwein, Bier und Wein weit über 2500 Millionen Mark nusgegeben, fünfmal soviel, als die Unter­haltung des deutschen Heeres und der deut- schen Flotte in Frie­denszeiten kostet. Die Zahl der Männer, die in einem Jahre im

Königreich Preußen an Säuferwahnsinn ster­be», übersteigt weit über1500;dazukommt dieAnzahlderer, welche als Irrsinnige in die Jrrenheilanstalten, als Kranke in die Kranken­häuser kommen, und die Riesenzahl der­jenigen zu Gefängnis und Zuchthaus Vcr- urteilten, bei welchen der Trunk als Ursache und Ausgangspunkt ihrer Verbrechen be­zeichnet ist. Die zu- gründe gerichteten Familien, die verwahr- losten Kinder, die un­glücklichen Frauen,

welche infolge dieses einen Lasters vielerorts leiden, bilden eine noch viel traurigere Verlustliste. Aber bir wahre Verlustliste vor» diesem Kampsgefilde wird

erst in der Ewigkeit erblickt werden: die verlorenen, un­sterblichen SeelenI Zahllose Menschen werden durch Trink­sitten und Trunk in Ketten des Lasters ge­halten, sie machen die Gnade Gottes, unwirk­sam, welche sie für die Zeit befreien und für die Einigkeit erretten wollte. Daß Gottes Gnade dies will und kann, daß Gottes Liebe nach solchen Ge­bundenen die Hände ausstreckt, will ich aus dem Leben eines alten Seemannes erweisen, der durch viele Jahr­zehnte ein Sklave des Trunkes war.

Johann H. hieß in der Nachbarschaft allgemein: Schiffer

Hans; er verbrachte nur einen Teil des Jahres am Lande und benutzte diese Zeit, um das auf See verdiente Geld zu vertrinken. Seiner magern, blassen Frau und seinen Kin­dern stand das Elend auf dem Angesicht ge- schrieben.

In seiner Nachbarschaft geschah es in jenen Tagen, daß ein junger Mann den Frieden Gottes l in Sca Wundnr Jesu fand; sein Glaube ergriff die