Der Spruch an der Wand.
Ein kernhaster, christlicher Bauersmann in den Rheinlanden kam auf einer kleinen Reise in einem Dorfe des Siegerlandes in ein Wirtshaus, wo er sein Mittagsmahl halten wollte. Da sah er an der Wand groß und schön unter Glas und Rahmen den Spruch': „Ich und mein Haus, wir wollen dem HErrn dienen." Aus dem anstoßenden Zimmer aber drang nicht nur wüster Lärm, sondern auch das Fluchen und Schelten halbbetrunkener Trinkgesellen zu ihm hinüber. Ganz in Gedanken vertieft und traurig betrachtete der Bauersmann den Spruch so lange, bis die Wirtin ihn endlich fragte: „Lands- mann, Ihr könnt wohl den schönen Spruch nicht lesen?"
„O," erwiderte der Bauer, „ich lese ihn ganz leicht. Aber der schöne Spruch und das wüste Geschrei dort passen nicht zusammen. Entweder muß der Spruch von der Wand oder der Lärm aus dem Hause; das eine oder das andere!" Das hörte die Frau verwundert an. In dem Seitenkämmerlein aber lag die Tochter der Wirtin schon lange krank im Bette. Das Mädchen, dessen Herz durch die Krankheit mürbe geworden war, hatte das Wort des Mannes begierig aufgefaßt und konnte nicht mehr davon loskommen. „Mutter," sagte sie, als der Bauer sich entfernt hatte, „der Mann hat recht, entweder der schöne Spruch oder das gottlose Wesen muß weg." Und das Wort des Gastes, das aus dem Munde der kranken Tochter immer wieder an das Ohr der Mutter klang, drang endlich auch an ihr Herz, und sie entschloß sich, mit Ernst der Gott- seligkeit nachzutrachten.
Lieber Leser! Sprüche an der Wand, gemalte, gebrannte, geschnitzte sind jetzt „Mode" geivorden. O, daß sie überall auch nur auf Leute herabschauten, die nach ihnen lebten! Sonst wäre es wahrlich besser, sie hinauszutun, oder aber — sie werden eure Richter sein! Und das verhüte Gotk!
Eine gute Antwort.
Ein Holländer, der sich am Kap angesieöe hatte, sah einmal einen armen Hottentotten in der Bibel lesen und sagte verächtlich zu ihm: „Leg das Buch fort, das ist nicht für deinesgleichenl"
Ruhig erwiderte der Schwarze: „Es ist doch für mich, Herr!"
„Wie willst du das denn wissen?"
„Run," lautete dieselbe ruhige Antwort, „weil mein Name darin vorkommt."
„Dein Name?" fragte der Holländer erstaunt. „Wo denn?"
„Hier, Herr," sagte der Mann, indem er auf die eben aufgeschlagene Seite zeigte und den Finger auf den Spruch legte: „Das Wort ist gewiß und aller Annahme wert, daß Christus Jesus in die Welt gekommen ist, Sünder zu erretten." (1 Tim. 1, 1b.) Und dann fügte er hinzu: „Sünder! j Das ist mein Name, und deswegen ist dies Buch ! auch für mich!"
Lieber Leser! Auch dein Name kommt in dem Buche Gottes vor. Ob du vor der Welt einen hohen oder einen niedrigen Namen trägst — vor Gott gibt's keinen anderen Namen für dich als den einen: Sünder! Und darum ist jenes Buch auch für dich! So mache nur recht fleißigen Gebrauch von diesem deinem Eigentumsrecht, und trage ernste Sorge, daß auch einmal in dem Buch des Lebens dein Name vorkomme I
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Was ein Kyrist wissen muß.
Ein Missionar sagte: „Ich pflegte oft darüber nachzudenkcn, wieviel göttliche Wahrheit ein Mensch wissen muß, ehe er ein Christ wird. Aber das wurde mir ganz klar, daß ein Mensch wissen muß, daß er ein Sünder und daß Jesus sein Retter ist, und das ist auch alles, ivas ganz unentbehrlich ist."
Versammlungs-Anzeigen.
Bezirk Gießen. Stadtmission Gietzen. «öberstr. 14
«^eben Sonntag l l/ 2 Ut)t: Sonntagsschule; 4 Uhr: Jungsrauenverein; 8'/-Uhr Versammlung. Jeden Mittwoch 8»/« Uhr: Bibelstunde Jeden Freitag 87s Uhr G^betsstunde.
Sonntag, den 13. August, abends: Altenbuseck, Frauenstunde; in Wißmar und Wieseck: Versammlung. Sonntag, den 20. August, nach, mittags - Nordeck und Beuern. Sonntag, den 27. August, nachmittags: Altenbuseck; abends: Wieseck; in Wißmar abends Frauenstunde. Sonntag, den 3 September, nachmittags: Nordeck und Beuern: ,n Klemlmden abends Frauenstunde.
Bezirk Friedberg. Friedberg, Kleine Köhlergasse 8.
Jeden Sonntag 1-/, Uhr Somitags'chule: 4 Mir: Jungsrauenverein; 8>/j U6r: Versammlung. Jeden Donnerstag 9 Uhr- Bibel- und Gebets- stunde. Jeden Samstagabend 9 Uhr: Männer, und Jünglmgsverem.
Sonntag, den IS August- Missionsfest in Leidhcchen. Sonntag, den 29. August: Versammlung in Stammheiw, Dorheim und Assenheim. Sonntag, den 27. August : Versammlung in Stammheim. Dorheim, Schwal-
Anzeigen für die Nummern 37—40
heim, Erbstadl, Watzenborn und Lich Sonntag, oen * September: Missionsfest in Bilbel, Versammlung in Stammheim und Assenheim ; de» 10. Septembers Misstonsfest in Schwalheim ; den 17. September: meinfchaftskonferenz in Dorheim Text: Offb. 2. 1—7
Bezirk ktch-Schotten.
Sonntag, den 1». August, nachmittag» >/»3 Uhr. MSnner» and MnglingsKonferen, in Lich, abends: Versammlungen in Lich. Nidda und Schotten
Sonntag, den 20. August, nachmittags 3 Uhr: Gemeinschaft»« konferen, in Nidda Versammlungen in Lich, Ellingshausen, Oberbesstngeo, «illingen, LangSdors, Dorfgill, Schotten und «'dda
Sonntag, den 27 August. Versammlungen in Lich, Burkhardssewe», Dorsgill, Schotten, Betzenrod. Lißberg, Ranstadt und Nidda Wochenversammlungen wie gewöhnlich
bis zum 27. August ds. Is. erbeten


