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Gemeinscbaftsblalt für Hessen.
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Verlag Oer Bncbbanctluna «ler PilgermUsion «letze».
Nr. 35.
Redakteur: Stadtmissionar Herrmann-Gießen. Mitarbeiter:
Pfarrer Sperber-Cassel, Pfarrer Strauß-Leipzig u. d. Prediger d. Pilgermission. Druck v. I. G. Oncken Nachf., G. m. b. H., Caflel.
Sonntag, den 27. August 1916.
9. Ia^g.
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Der Weltkrieg hat nicht nur auf vielen Gebieten große Neuerungen hervorgebracht, sondern auch alte, zum Teil vergessene Geiverbe und Industrien wieder aufleben lassen, von denen man nie angenommen hat, daß sie je wieder zur Blüte kommen würden, weil sie von anderen Erzeugnissen überflügelt worden waren. So hat auf dem Gebiele der Textilindustrie die Baumwollpflanze seit Jahren eine alles beherrschende Stellung eingenommen. Die in ungeheuren Mengen aus den warmen Ländern, besonders aus Mittel- und Südamerika, eingeführte Baumwolle hat allmählich unsere einheimischen Gespinstpflanzen immer mehr zurückgedrängt und es dahin gebracht, daß bei uns die Kultur des Flachses, Hanfes und anderer Faserpflanzen immer mehr zurückgegangen ist.
Das ist durch den Krieg mit einem Schlage anders gewordeu. Mit allen Mitteln haben die Engländer die Einfuhr der Baumwolle in unser Land zu verhindern gesucht und sic schließlich als Bann- wäre erklärt, so daß selbst die neutralen Schiffe nicht mehr in der Lage sind, diesen wichtigen Stoff zu uns zu bringen. Die Baumwolle ist aber gerade im Kriege ein überaus wertvolles und unbedingt nötiges Material, da aus ihr durch Behandlin; mit Salpetersäure die Schießbaumwolle hergestellt wird, die Grundsubstanz der rauchlosen Pulver, die noch niemals in solchen Mengen gebraucht wurden wie jetzt. Es ist daher einerseits sehr leicht das heiße Bestreben der Engländer, uns diesen Stoff voll- ständig vorzueuthalten, erklärlich, wie andererseits die Maßnahme der deutschen Regierung, alle Baum- wollbestände zu beschlagnahmen und die H rstellung von Baumwollgeweben zu verbieten. Unsere Textilindustrie mußte sich daher, wenn ihre Betriebe nicht stilliegen sollten, nach Ersatzstoffen umseben, und sie griff naturgemäß auf oie Kultur und Bearbeitung unserer alten Gespinstpflanzen wieder zurück.
In erster Linie siebt da der Flachs, dessen Kultur unter dem Einfluß der Baumivolle in Deutschland so zurückgegangen ist, daß in den letzten Jahren nur noch ungefähr 50000 Hektar mit Flachs bebaut wurden gegen 150000 Hektar vor vierzig Jahren. Ähnlich verhält es sich mit dem Hanf, denn von den 500 Millionen Kilo gramm, die in Europa gewonnen werden, bringt Deutschland nur 70 Millionen hervor. Das soll nun unter Beihilfe der Regierung, die den dies- bezüglichen Bestrebungen ihre weiteste Unterstützung angedeihen läßt, anders werden,' und die Kultur dieser beiden Pflanzen soll nach Möglichkeit wieder den früheren Umfang erreichen. Auf vielen anderen Gebieten hat der Krieg uns auch wieder auf alte Bahnen gebracht. *
Gott sei gepriesen, Er hat auch viele Menschen dahin geführt, daß sie zu der alten vergessenen Bibel gegriffen haben.
Bist du, teurer Leser, einer von denen? Wenn nicht, dann hole doch heute das Wort Gottes herbei, und wenn du heilsverlangend darin forschest, dann wirst du erkennen, daß du vor Gott ein Sünder bist, daß du Gottes gerechtes Gericht und ewigen Zorn verdienst, daß du verloren bist; wenn du entfliehen willst dem kommenden Zorn, der ewigen Verdamm- nis, o, so ruse Ihn an aus deiner Seelennot, rufe zu Ihm mit wahrem Verlangen: „O Gott, sei mir, dem Sünder, gnädig!" — Und Gott wird dir gnädig sein; Er wird deinen Blick hinlenken auf das, was Er in Seiner Gnade bereits für dich, den verlorenen Sünder, getan hat, hin aufs Kreuz von Golgatha, wo Er Seinen eingeborenen und vielgeliebten Sohn für dich hat sterben lassen; denn der Tod ist der Sünde Sold und Lohn. Was aber siehst du dort am Kreuz, wenn dein Herz in Wirklichkeit Ver- gebung sucht, Rettung sucht? — „Die Strafe lag auf Ihm — auf Jesu Christo, dem Sohne Gottes —, aus daß wir Frieden hätten, und durch Seine Wunden sind wir geheilt." (Jes. 53, 5 ) Ja, hier
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