Ausgabe 
13.8.1916
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Mittel, um den Prozeß zu führen, so werde er sein kostbares Erbteil verlieren. Er habe niemand, der sich seiner in dieser schwierigen Lage annehme.

Der Angeredete erwiderte mit freundlichem Ge­sicht :O, ich verstehe Ihren Schmerz sehr gut, denn ich befand mich vor einigen Jahren genau in Ihrer Lage. Ich hatte ein herrliches Hans ererbt, es liegt in einer unbeschreiblich schönen Stadt, an einem klaren, mächtigen Strome. Aber ein listiger Feind hinderte mich, es in Besitz zu nehmen. Er machte beim höch- sten Gerichtshöfe einen Prozeß gegen mich anhängig. Er wies nach, daß ich meiner Geburt nach der Erbe nicht sei, und er bewies dies aus meinem Leben. Aber ich fand einen mächtigen Freund, der sich meines Elends annahm. Dieser bewies vor dem Richter, daß ich durch ein vollgültiges Testament zum Erben eingesetzt bin und daß ich nach dem Willen des Erblassers mein Erbteil mit allen Rechten sogleich in Besitz nehmen und mich daran erfreuen sollte."

Der bedrückte Mann mit dem hoffnungslosen Prozeß horchte auf und erbat sich nähere Mitteilung.

..Das herrliche Haus," erwiderte der Alte,das unschätzbare Erbteil ist im Himmel; der große Feind, welcher mich um mein Erbteil bringen wollte, ist der Satan. Er verklagte mich vor Gott, daß ich in Sünden geboren, als ein Feind Gottes unfähig sei, ein Erbteil im Himmel zu ererben; mein ganzes Leben mit seinen ungezählten Sünden, bösen Hand- lungen und Unterlassungen liefere den Beweis, daß mir ein Anteil am Erbe der Kinder Gottes nicht zustehe. Aber Jesus nahm meinen Prozeß in Seine Hand; Er verschaffte mir eine ewig gültige Beschei­nigung darüber, daß ich wirklich, trotz meiner un­scheinbaren Gestalt, meiner vielen Mängel und meines geringen Standes zur Familie Gottes ge­höre. Er bescheinigte mit Seinem Blut vor Gott, daß Er am Kreuz von Golgatha den Fluch meiner Sünde für ewig auf Sich genommen habe, daß ich durch den Glauben an Ihn wiedergeboren sei, aus Gott geboren, ein Kind und Erbe Gottes. Er entkräftete alle Anklagen über mein vergangenes Leben, und Er gewann meinen Prozeß. Er wusch mich von allen Flecken und kleidete mich in Kleider des Heils, so daß ich nun vor Gott zu wandeln vermag, würdig des großen Erbteils, zu welchem ich berufen bin. Ich bin glücklich, ich besitze mein ewiges Erbteil."

Da ging dem bedrückten und unglücklichen Manne ein Licht davon auf, daß ein höheres und wert­volleres Erbteil für ihn bereitliege als jenes Land­gut, daß auch für ihn Jesus, der mächtige Freund und. Retter, gekommen sei, um für ihn diesen ewigen Besitz einzulösen.

Freund, ist dir dies Licht auch schon auf­gegangen? Vielleicht ist dein irdisches Erbteil sehr gering, vielleicht sind deine gesunden Glieder und dein ehrlicher Name das wertvollste, was auf Erden

dein Erbteil ist. Vielen Menschen sind auch diese Erbgüter nicht zuteil geworden. Aber höre! Ein himmlisches Erbteil, ein unendlich kost­bares, liegt für dich bereit, unermeßliche Schätze Gottes!

Übergib Jesu mit vollem Glaubens- vertrauen deinen Prozeß! Er wird alles in Ordnung bringen. Er lvird deine Schulden bezahlen, deine Flecken waschen, dein Erbteil zur Anerkennung bringen. Er selbst wird dich hintragen in die Stadt der goldenen Gassen. Gelobt sei Gott, daß der Prozeß der verlorenen Sünder auf ewig gewonnen ist für alle, die ihr Heil und ihre Errettung in Jesu treue Hände gelegt haben durch Glauben! v. V.

Keldentum.

Zahllose feldgraue Helden haben großen Mut vor dem Feinde bewiesen und sind damit als große Helden Ritter des Eisernen Kreuzes geworden. Aber zur Erweisung des größten Heldentums, nämlich zur Nachfolge Christi als Ritter des Kreuzes von Gol­gatha, hat es den meisten noch nicht gelangt; denn vor dem Kreuz Christi sind viele dieser feldgrauen Helden bisher feige geflohen. Ja, vor dem Kreuz Christi wird den allermeisten Menschen bange. Leute, die sich, wie sie sagen, vor nichts fürchten und sich rühmen, nichts sei ihnen unmöglich, erklären, wenn es sich um das Kommen zu Jesu und den Eintritt in Seine Nachfolge handelt:Es geht nicht!" Feige, elende, erbärmliche Furcht vor dem Urteil der Men­schen, bange Sorge um den Verlust menschlicher Ehre oder irdischen Gutes, knechtende Liebe zur Sünde, Versklavtsein an verderbenbringende böse Leidenschaften, Aufgeblähtsein im Dünkel mensch­licher Standes- oder Weisheitsgröße, das sind die gewöhnlichen Hindernisse, die von dem Eintritt ins größte Heldentum, nämlich von der Nachfolge Jesu, abhalten.

Ja, an dies größte Heldentum denkt der Mensch, besonders der Mann, zu allerletzt.

Ein Feldgrauer berichtete:Als ich in den Krieg zog, verlangte mich nach nichts mehr als nach dem Eisernen Kreuz. Als ich es erlangt hatte, aber später auf dem Schlachtfelde lag, verlangte ich nach nichts mehr als nach der Hilfe des Roten Kreuzes. Als ich dem Tode nah im Lazarett lag und an mein sündiges Leben und mein Erscheinen- müssen vor dem heiligen Gott dachte, lebte in mir nur noch ein Verlangen nach der Hilfe des Kreuzes von Golgatha, nämlich nach der Gewißheit der Vergebung meiner Sünden durch das stellvertretende Blutvergießen meines Retters und Erlösers Jesus Christus."