Ausgabe 
23.7.1916
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wie seit vielen Jahrhunderten nicht mehr. Auf dem alten Tempelplatze Israels finden kriegerische Ver- fammlungen von Türken, Tscherkeffen, Kurden, Arabern statt. Dazwischen bewegen sich die strammen, kraftvollen Gestalten der deutschen Offiziere, die nach dem Balkankriege der türkischen Negierung zur Re- organisation ihres Heeres überlassen worden sind. Nach dem großen Zusammenbruch des türkischen Heeres im Balkaukriege ist man erstaunt über das Maß von Regsamkeit und zielbeivnßter Tatkraft, die dabei in Erscheinung tritt.

Auch in der Gegend von Golgatha und am Ölberge dröhnt der Schritt marschierender und ererzierender türkischer Krieger. Die vielen Truppen- abteilnngeu auf der Jaffastraße, auf dem Wege nach Bethlehem bieten einen sehr ungewohnten Anblick. Besonders anfangs wurde die bisher noch nie ge­sehene feldgrüne Uniform angestaunt, die in dem orientalischen Farbengewirre doppelt auffallend wirkte. Biele bisher unbekannte Dinge werden von groß und klein angestaunt: Flieger in den Lüften, Kriegs­automobile auf den staubigen Straßen, Kanonen neuester Konstruktion, Maschinengewehre, Scheren­fernrohre, von Büffeln gezogene Munitionskarren, zweirädrige Einspänner, Planwagen, mächtige Kamels- karawanen, unabsehbar Züge von Pferden und Maul­tieren, schlanke, schnellfüßige Eildromedare und vieles andere.

Auch Nazareth hat durch den Krieg ein ganz verändertes Aussehen bekommen. Wer sonst das stille, freundliche Städtchen gekannt hat, wie es droben im Hochtal der galiläischcn Berge sich an den Hängen hinaufzieht, würde es jetzt unter den bewegten krie­gerischen Bildern kaum wiedererkennen. In all n Straßen sieht man Militär Tausende sind in den in Kasernen umgewandelten Klöstern und christlichen Anstalten untergebracht. Bis jetzt haben sich die Truppen gut gehalten. Die türkischen Offiziere mit den deutsch klingenden Namen wissen vortreffliche Manneszucht zu üben

Durch die Namen Jerusalem, Golgatha, Ölberg, Bethlehem, Nazareth wird mancher Leser schon an andere Ereignisse erinnert worden sein, die sich dort zugetragev haben Wir wollen nur die eine Begebenheit, die aus dem Hügel Golgatha geschehen ich noch einmal an unserem Geiste vorüberziehen lassen

Jesus Christus, der ewige Sohn Gottes, kam ,n uns herab aus unsere ffuchwürdige Erde

Er gab Sein Blut und Sein Leben für unser, Missetaten

Nur durch Sein Opfer am Kreuz aus Go! gatha tonnte Gottes heilige Gerechtigkeit gegen die Sünde mit der vergebenden Gnade ßür den Sünder in Einklang gebracht werden Und als Jesus Christus für uns Sein Leben auf diesem Hügel ließ und sich selbst opferte, da zerriß der Vorhang, und der Weg zu Gott ward frei!

Durch Ihn gibt es nun einen freiem offenen Z u g a n g z >, Gott; aber nur durch Jyn Er ist der Weg",die Tür"

Diese eine Tür ist frei und offen für jeden und jedermann. Wir hören Jesum rufen:Kommt her zu Mir alle!" Matth. 11, 28) und:Wer zu Mir kommt, den werde Ich nicht Hinausstoßen!" (Joh. 6, 37.) Auch wird allen, die zu Ihm kommen der gleiche Empfang und Segen zuteil.

Nur das Werk Jesu, geschehen am Kreuze auf dem Hügel Golgatha, ist die Tür und de. Weg zu Gott für dich und für mich.

Was sich in unseren Tagen in Jerusalem unt seiner Umgebung zutrügt, ist gewiß von großer Bedeutung, aber was dort vor neunzehnhundert Jahren geschehen ist, das ist das größte Werk der Welt geschichte.

Sollte das uns nicht bewegen Ihm zu Füßen uns zu legen.

Preis und Ehre Ihm zu bringer Und Ihm ewig zu lobsingen? >

Ja. o Jesus, unser König.

Dil sei Preis und ewig Dank!

Dir mit Freuden unieriänig Möckt' ick lein mein Leben lang '

O T

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Warum und wozu §

Warum und wozu all dies Kriegselend? Warum und wozu dies blutige, mörderische Ringen? Warum und wozu dies Seufzen, Stöhnen, Jammern, Schreien? Wozu die wilde Unruhe des Kriegslärms? Ach, nur eine Antwort gibt es, die groß und wahr genug ist! Sie lautet: Damit das Menschenherz einmal den wirren Weltlärm, der jetzt zum wüsten, wehen Kriegslärw geworden ist. in seiner ganzer Trostlosigkeit und fluchbeladenen, friedlosen Unruh­erkennen und vom tiefsten Grund, aus friede bedürftig werden soll

Wer von diesem innersten Friedebedürfnis er l faßt worden ist, dem wird das Kommen des äußerer - Friedens als Beendigung des äußeren Kriegsgeschehens nicht mehr genügen, der schaut aus nach einem Heren unt bleibenderen Frieden, nach dem Frieder mit Gott, de, all, Vernunft unt allen je zweifel hastenVölkersrieden" himmelhoch übersteigt Nichts anderes soll de> Krieg sein als öei eisern,

I Wecke, des Bedürfnisses nach Frieden mit Gott Und nichts anderes liegt dem Menschen sc fern 'wir das Bedürfnis nach diesem Frieden Gerade in den togenannten Friedenszeiten hält sich der Mensch das Bedürfnis nach Frieden mit Gott so weil vom Leibe als es um irgend geht Ta muh erst die No! de, Krankheits- oder Sorgentage, die Schwere von Enttäuschungen und Verlusten kommen, ehe er sich herbeiläßt, nach Gott zu fragen Und es muß erst das wilde Wechselspiel von Trotz, und Verzagtheit seines Herzens und der wehe Ei».