Ausgabe 
16.7.1916
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seine Schulter legend, fragte ich ihn: »Nun, hat Gott mein Gebet noch nicht erhört?« Er erwiderte: »Es gibt keinen Gott, und ich bin noch derselbe, der ich immer war. Und wenn Sie an Ihren Gott glau- den und an Erhörung Ihrer Gebete, so tun Sie, wie ich Ihnen sagte probieren Sie Ihre Kunst an mir.« »Nun,« sagte ich, »Gottes Zeit ist eben noch nicht gekommen, aber viele ernste Christen beten für Sie, und ich glaube fest und zuversichtlich, daß Sie auch noch zur Umkehr gebracht werden.«

Vor sechs Monaten war ich in L., und dort bekam ich einen Brief von meinem Freunde, einem Rechtsgelehrten in E., worin er mir mit- teilte, daß jener Ungläubige zu Christo ge- kommen sei, und daß von dreißig Mann aus seinem Klub dreizehn seinem Beispiel gefolgt feien. Wie es sich zugetragen, daß er auf einmal seinen Sinn änderte und zur Umkehr kam, konnte er selbst nicht sagen, er wußte nur, daß eine unsicht­bare Macht ihn trieb, und daß er blind war und nun sehend sei.

Gott hatte mein Gebet beantwortet. Wie es geschehen würde, darum bekümmerte ich mich nie; daß Er es tun würde zu Seiner Zeit, auf Seine Art, das glaubte ich und Gott tat es. Alles, was wir zu tun haben, ist, im vollen Glauben und kühn vor den HErrn zu treten alles übrige be­sorgt Er."

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Das Grammophon vor Gericht.

Die Besitzerin eines Grammophongeschäfts war gerade daran, ein Gedicht in einen ihrer Apparate hineinzusprechen. Da trat der Reisende ihres Liefe- ranten in den Laden. Er hatte eine Geldsumme ein­zuziehen und forderte die Bezahlung. Die Frau bat um kurze Frist, da sie gegenwärtig fast ohne bares Geld sei, in nächster Zeit aber einige größere Rech­nungen von ihren Kunden beglichen würden.Ich

will aber das Geld sofort, in diesem Augenblick!" schrie sie der Reisende an.Jetzt ist es mir unmög- lich, aber in ein bis zwei Wochen werden Sie es unfehlbar erhalten." Der Mann wurde wütend, er überhäufte die zitternde Frau mit einer Flut der wüstesten Schimpfnamen, und schließlich verging er sich soweit, daß er sie am Halse packte und würgte.

Wegen Beschimpfung und Mißhandlung wurde der Reisende vor Gericht gestellt. Er leugnete alles rundweg ab, kein einziges der ihm zur Last gelegten Worte wollte er ausgesprochen haben, einzig Zahlung habe er verlangt, höflich, aber entschieden. Kein dritter Mensch war ja Zeuge des Auftritts gewesen, so konnte er doch wohl erwarten, sich durch hartnäckiges Leugnen aus der Patsche zu ziehen. Aber siehe, da trat ein unvermuteter, unparteiischer Zeuge gegen ihn auf. Das Grammophon war ja zur Aufnahme des Ge­dichtes eingestellt, als der Mann erschien; es hatte jcdes Wort getreulich ausgenommen. Da war kein Leugnen mehr möglich, als der Streithandel Wort für Wort genau in der Stimme des Angeklagten und der Klägerin aus dem Trichter des Apparats in den Gerichtssaal hineintrompetet wurde, die Schimpfnamen, die Drohungen, die flehentlichen Bitten und schließ­lich das Wehgeschrei der Frau. Natürlich erfolgte Verurteilung des rohen Reisenden.

Sollte Gottes Ohr nicht das Grammophon mensch­licher Erfindung weit übertreffen? Kein Wort, auch das geheimste nicht, das je auf Erden ausgesprochen wurde, ist im Winde verweht. Keine Tat bleibt im Geheimen; kein Gedanke, der je durch ein menschliches Gehirn zuckte, ist dem Allwissenden verborgen. Es kommt ein Tag, da wird alles offenbar, alles. Längst Vergessenes wird uns oorgehalten. Und wir werden verstummen vor der Richtcrstimme Gottes. Dann wird nur eins Wert haben für uns, Lebenswert für eine Ewigkeit: Vergebung der Sünden erhalten zu haben durch den Glauben an Jesum und als Seine Erlösten mit Freuden in Gottes als des versöhnten Vaters Angesicht sehen zu dürfen.

Versammlungs-Anzeigen.

Bezirk Gießen. Stadtmission Gießen, Löberstr. 14.

Jeden Sonntag 1^2 Uhr: Souutagsschule; 4 Uhr: Jungfrauenverein; 8'/s Uhr Versammlung. Jeden Mittwoch 8 l /vs Uhr: Bibelstunde. Jeden Freitag 87v Uhr Gebetsstunde.

16. Jnli, nachmittags: Altenbu'eck; abends: Wißmar; in Wieseck abends Frauenstunde. 23. Juli, nachmittags in Nordeck Frauenstunde; nachmittags: Beuern. 30. Juli, abeuds in Altenbuseck Frauenstunde; abends: Wißmar und Wieseck. 6. August, nachmittags: Nordeck und Beuern; in Kleinlinden abends Frauenstunde.

Bezirk Lriedberg. Friedberg, Kleine Köhlergasse 8.

Jeden Sonntag 12/4 Uhr Sonntagsschule: 4 Uhr: Jungfrauenverein: 8 1 /* Uhr Versammlung. Jeden Dounerstag 9 Uhr- Bibel- und Gebets­stunde Jeden Samstagabend 9 Uhr: Männer- und Jünglingsverein.

Bad Nauheim, ErholungsheimBethesda", Frankfurter Straße 37Vio- Jeden Sonntag, abends 8/a Mir Versammlung; Freitag, abends V*9 Uhr: Bibelstunde, Ernst Ludwigring-Pension Bindewald.

Dienstag, den 18. Juli, Versammlung in Vilbel, GasthofZur Stadt Cassel". l9. Juli: Versammlung in Stammheim und Schwalheim; 20. Juli: Versammlung in Dorheim

Sonntag, den 23. Juli, nachmittags 4 Uhr: Versammlung in Watzenborn und abends 9 Uhr: Versammlung in Lich; 26. Juli: Ver­sammlung in Leidhecken.

Sonntag, den 30 Juli: Missionsfest in Stammheim. 1 . August: Vilbel; 2.: Stammheim und Schwalheim; 3.: Torheim.

Bezirk Lich-Schc>tte»r.

Sonntag, den 16. Juli Konferenz in Nidda Text: Psalm 103

Versammlungen in Lich. Burkhardsfelden, Ettingshausen, Villingen, Laugs­dorf und Schotten. Sonntag, den 23. Juli: Versammlungen in Lich, Ober­bessingen, Dorfgill, Schotten, Betzenrod, Lißberg, Naustadt und Nidda. Sonntag, den 30. Juli: Versammlungen in Lich, Burkhardsfelden, Ettings­hausen, Villingen, Dorfgill. Schotten, Betzenrod, Lißberg. Ranstadt und dda Sonntag, den 6. August: Versammlungen in Lich, Ettings­hausen, Oberbessingen, Villingen. Langsdorf, Wohnbach. Dorfgill, Schotten. Betzenrod, Lißberg, Ranstadt, Nidda Abends 9 Uhr Wochenversammlungen: Montags: Gebelsstunde in Nidda Dienstags: Bibelstunde in Nidda, Gebets­stunde in Schotten. Donnerstags: Bibelstunde in Schotten Freitags: Bibelstunde in Betzenrod

Bezirk Sellnrod.

16. Juli: In Helpersheim Fest im Freien. 6. August: In Wohnfeld Fest im Freien und zugleich Einführung des neuen Predigers für den Bezirk

Schwester Anna Eigenbrod wird folgende Stunden für Frauen und Jungfrauen halten: 16. Juli, nachmittags Gambach, abends Münzen­berg. 23. Juli, nachmittags Niederweisel, abends Kirchgöns. 30. Juli, nachmittags Dorfgill, «venös Hvlzheim.