Ausgabe 
16.7.1916
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wenn Er uns die Friedensbedingungen Seines Vaters überreichen will! Nur, daß wir dann bereit sind, Christi Joch und Last auf uns zu nehmen! Denn das ist alles, was Er von uns erwartet, aber nicht fordert. Er zwingt niemals und niemand Sein Joch und Seine Last auf, sondern bittet:Nehmt auf euch ... I" Und was ist Sein Joch,- und was ist Seine Last? Nichts anderes als die Zucht und Wucht Seines eigenen Geistes, die An- und Aufnahme Seiner eigenen Gesinnung! Das bedingt aber einen gewaltigen Gesinnungs- Wechsel, eine grundstürzende Sinnesände­rung vor Ihm und ein unbedingte-s Ver- trauen zu Ihm. Beides nennt Er Buße und Glau­ben.Tut Buße und glaubt an das Evangelium!" (Mark. 1, 15.) Was will das sagen? Das will sagen: Gib vor dem erschienenen Friedensfürsten Jesus Christus, dem Abbilde der Gottheit und dem Ur- bilde wahrer Menschheit, dein kriegerisches, selbst­verliebtes, eigenwilliges, adamitisches Wesen preis! Andere in Selbsterkenntnis, Selbstbeschämung und Selbstverwerfung deinen dir angeborenen, verkehrten, gottfeindlichen Sinn! Richte dich selbst vor Dem, der dir nicht als Richter, sondern als Retter begeg­net ist I Verlerne es, deinen unzulänglichen Gedanken, deinen unbeständigen Gefühlen und deinen ganz un­zureichenden Taten zu glauben, und lerne glauben an Jesum Christum, an Seine Weisheit, an Seine Liebe, an Seine Wohltat!Denn Christus ist uns von Gott gemacht zur Weisheit, Gerechtigkeit, aber auch zur Heiligung und Erlösung." (1 Kor. 1, 30)

F. B.

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. Und gkauöerr Mild."

Der Leiter eines Gesangchors erzählt: Wir besuchten kürzlich ein Lazarett, um einen Liederabend zu veranstalten. Nachdem wir verschiedene Volkslieder vorgetragen hatten, stimmten wir zum Schlüsse das Lied an:So nimm denn meine Hände" und ver­ließen dann den Saal, in dem auffallend viele Sol­daten Binden vor den Augen trugen. Einige Tage darauf wurde mir durch einen befreundeten ^lnter- arzt folgendes mitgeteilt:In unserem Lazarett liegen viele Soldaten, deren Augenlicht gefährdet ist. Unter ihnen befindet sich ein junger Freiwilliger, Mediziner von Beruf. Als man ihn einlieferte, stand es für die Ärzte fest, daß er das Augenlicht für immer verlieren werde. Er war jedoch so lebensfroh und freute sich derart auf seine Heilung, daß ihm nie­mand unter uns das Furchtbare mitzuteilen wagte. Immer, wenn er fragte: »Wann nehmen "Sie die Binde weg?« vertrösteten wir ihn auf später und sahen mit Schrecken dem Tage entgegen, an dem >vir dem lebens- und kampfesfrohen Manne Mit­teilung von seiner Erblindung machen mußten. All­

mählich schien er jedoch zu ahnen, daß wir ihn über seinen Zustand einstweilen zu täuschen suchten, und seine Ungeduld wuchs von Tag zu Tag. Da kamen die Sänger, sagte der Unterarzt, und brachten uns und den Kranken wieder etwas Unterhaltung. Ich saß an des jungen Mannes Bett, und als der Vier- gesang ertönte:

»Laß ruh'n zu deinen Füßen Dein armes Kind;

Es will die Augen schließen Und glauben blind«,

da stürzten mir die Tränen aus den Augen. Ich ergriff tiefbewegt seine Hand, drückte einen Kuß auf sie und sah dann, wie er vor innerer Erregung bebte; er schien die Bedeutung meiner Tränen und meines Kusses zu verstehen. Nach wenigen Minuten wurde er ganz still, tastete wieder nach meiner Hand und sagte: »Ich will die Augen schließen und glauben . . .« Weiter konnte er nicht sprechen. Von dieser Stunde an war er ganz in sein Schicksal ergeben. Der Tag, an dem ihm die Binde von den Augen genommen wurde, kam, aber für diesen Armen blieb es Nacht. Nun wird er bald von uns gehen, um sich auf einen neuen Beruf vorzubereiten. Als ich gestern an seinem Zimmer vorbeikam, hörte ich jemand mit leiser Stimme singen:

»So nimm denn meine Hände

Und führe mich «"Beth-El."

- Keöet und Krhörung.

Er soll die Starken zum Raube haben." (Jes. 53, 12.) Ein bekannter Evangelist erzählte folgende Geschichte, welche so recht klar darstellt, wie das gläubige Gebet oft auch den Allerungläubigsten über­wältigen kann. Er sagt:

Es ist kein Herz so hart, daß Gott cs nicht rühren und erweichen könnte. Als ich in E. war, wurde mir eines Tages ein Mann gezeigt, und mein Freund sagte: »Dieser Mann ist Vorsitzender des ungläubigen Klubs.« Ich ging zu ihm hin, setzte mich neben ihn und sagte in freundlichem Tone: »Lieber Freund, ich bin sehr froh. Sie hier in dieser Versammlung zu sehen. Sind Sie nicht bekümmert um ihb einstiges Wohl?« Er antwortete mir, er glaube an kein anderes Leben noch an eine Ewig­keit. Ich sagte: »Nun, so knien Sie mit mir nieder und lassen Sie mich für Sie beten.« Er sagte, er glaube durchaus nicht ans Gebet. Ich probierte längere Zeit, den Mann auf seine Knie zu bringen, doch um- sonst. Zuletzt kniete ich selbst neben ihn und betete herzlich für ihn zu Gott. Er hatte seinen Spaß daran. Ich traf ihn danach noch öfters, sprach aber nicht mehr über das Evangelium mit ihm.

Vor einem Jahre, während ich im Norden war, sah ich den Mann wieder. Meine Hand sanft auf