Ausgabe 
16.7.1916
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Doch noch nicht genug des Unglücks I Im selben Monat brach eine Sturmflut über bie Ostküste Nordhollands herein, wie sie Geschlechter nicht erlebt hatten.

Unübersehbar war die Verheerung des Lan- des, groß die Zahl der Opfer. Am härtesten aber wurde die Insel Marken betroffen, die ihre Fischerflottille einbüßte, den ganzen Reichtum ihrer Bewohner.

Daß anfangs Februar das stolze kanadische Parkamentsgebäude in Ottawa, ein gotischer Pracht­bau im Werte von Millionen, dem Feuer erlag und im Brooklyner Hasen über dreißig Schisse . einem Brande zum Opfer fielen, würde wohl in Friedens- reiten teilnahmsvoll beachtet worden sein. Der Krieg ließ selbst den Lawinensturz in den Salzburger Alpen am Hochkönig im Februar 1916, der die Re.ihe der Katastrophen während dieses Krieges beschließt hun­dert Menschen wurden dabei verschüttet, unbedeutend erscheinen.

Was wollen auch selbst die schweren Heim­suchungen in Holland und Norwegen bedeuten an- qesichts der Heimsuchungen dieses Krieges was die Zahl der dort heimatlos Gewordenen gegenüber der Zahl derer, die Frankreich seit Monaten hermatlos macht durch Beschießung der eigenen Landsleute hinter der Front I

Noch lassen sich die Opfer dieses Krieges nicht übersehen, aber sie lassen sich ahnen. Nur ein Bei­spiel : Am Tage, da die Blätter den Brand von Bergen meldeten, am 16. Januar dieses wahres, enthielten sie auch die Nachricht, daß die Nüssen bei ihrem Durchbruchsversuch gegen die Armee Pflanzer- Baltin seit Weihnachten, also in etwa zwanzig Tagen, siebzigtausend Mann verloren hätten. Auf einem kleinen Teil der Front in zwanzig Tagen siebzrg- lauseud Mann!

Angesichts solcher Zahlen versteht man wohl, daß alle Naturkatastrophen der Erde nicht heran­reichen an die Furchtbarkeit des Völkerringens, ,n dem wir stehen.

Von den Kriegern in den Fronten wissen wir, daß sie am meisten in der Gefahr stehen und im nächsten Augenblick von einer feindlichen Kugel hin­gestreckt sein können.

Aber auf der ganzen Erde gibt es kein Plätzchen, wo man sicher ist, noch vierundzwanzig Stunden zu leben. Unglücke, die der Mensch vorher nicht steht und nicht ahnt, können ihn überall ereilen, oder ein Herzschlag kann dem Leben ein plötzliches Ende be­reiten.

Nun, teurer Leser,wo wirst du die Ewigkeit zubringen", wenn du so plötzlich vor dem gerechten und heiligen Gott erscheinen mußt?

Bist du mit Gott versöhnt durch unseren HErrn Jesum Christum?

Hast du dich als verlorenen Sünder erkannt und deine Zuflucht zu dem einzigen Retter und Erlöser genommen und durch Ihn Frieden mit Gott erlangt? ®-

ZK

Ariedensöedingungen.

Warum bekämpfen jetzt die Völker einander? Sie wollen sich gegenseitig ihre Macht fühlen lassen, »m ihren Willen zur Herrschaft zu bringen. Sie wollen sich gegenseitig demütigen, und dann soll der gedemütigte Teil die Kriegskosten bezahlen. Kann der Gegner nicht völlig nieder- geworfen werden, so läßt man sich schließlich ge- nügen an einem Frieden ohne Erwerbungen. Welch ein Hin und Her mag es noch geben, und wieviel Blut muß indes noch fließen, bis die europäischen Diplomaten eine für alle Teile annehmbare Friedens- bedingung zurechtgebracht haben? Wie werden die Jnteressenkämpfe noch toben, che eine Einigung statt- finden kann?

Wieviel leichter macht es der Gott der Gnade und des Friedens! Er geht nicht darauf aus, den Menschen zum Verderben nicderzuringeu. Er will nicht demütigen, um dem Gedemütigten den Fuß auf den Nacken zu setzen und ihn die überlegene Macht hart und habgierig fühlen zu lassen. O nein, Gott will nicht verderben, sondern retten. Er will nicht zugrunde richten, sondern nur durchrichteu, läutern und dann aufrichten. Darum kommt Er den Menschen nicht mit den Waffen Seiner göttlichen Allgewalt entgegen, um sie zu Boden zu strecken und ihnen dann Seine' Ariedensbedingungen mit Donnerstimme zu verkünden. O nein, Er kommt uns nicht entgegen als Feind, selbst nicht, wenn Er im Kriegswetter zu uns redet und das Blitzen der Schüsse, der Donner der Kanonen und das Erbeben der Erde und der Herzen vor Ihm hergehe». Er kommt dennoch nur zu uns als der Gott der Gnade und des Friedens, der uns Sein Friedensangebot und Seine Friedens- bedingungen nicht auf der Schwertspitze überreicht, sondern durch die durchbohrte Hand Jesu, den wir, die Gottesfeinde, töteten. Er, der Friedensbote und Friedensfürst, ist es, durch den wir die Friedensbedingungen Gottes erfahren, in-, dem Seine Liebe lockt:Kommt her zu Mir alle die ihr mühselig und beladen seid, Ich will euch erquicken. Nehmt auf euch Mein Joch und lernt von Mir; denn Ich bin sanftmütig und von Herzen demütig/ so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn Mein Joch ist sanft und Meine Last ist leicht. (Matth. 11, 28. 30.)

Nur, daß wir zu Jesu kommen, wenn Gott durch Ihn zu uns kommt! Nur, daß wir den Frie­densboten Gottes nicht übersehen noch überhören,