Ausgabe 
28.5.1916
Seite
4
 
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ihr Herz noch heute dadurch, daß du ihr mitteilst, du hättest ihren Heiland als deinen Heiland ange­nommen, sage ihr, daß du nicht hinabfahren willst in Tod und Verderben, sondern mit ihr sein willst in der Herrlichkeit. O möchte Gott deiner Seele begegnen, und möchte dein Auge und dein Ohr auf­getan werden, um die Wahrheit aufzunehmen!

Du kennst das Lied:Jesus von Nazareth geht vorbei." Aber wisse, daß du das Lied in der Welt der Verlorenen nicht mehr hören wirst. In dieser Stunde geht Er vorbei! Ich bitte dich lieber Leser, nimm es' nicht leicht mit Jesu und Seinem Gnaden- angebot. Er kommt, um dich von der furchtbaren Hölle zu erretten. Er will dich erlösen, Er will dich seligmachen für Zeit und Ewigkeit. Aber laß dich ernstlich warnen, und laß dir die festgelegte Gnaden­zeit nicht unbenutzt vorübergehen! Moody.

Eine Witwe aus K.

erzählt von den Erlebnissen bei der Verwundung und dem Sterben ihres Sohnes, auf den sie in ihrem Alter angewiesen war, folgendes:

Bei Ipern bekam mein Sohn einen Rückenschuß, und es stellte sich Blutvergiftung ein. Er schrieb gleich eine Karte:Liebe Mutter, ich habe gestern einen Rückenschuß bekommen, aber beunruhige Dich nicht, Gott hat es gnädig geführt. Ich komme ins Lazarett nach Deutschland, und Du kannst mich be­suchen. Jetzt zieht durch mein Herz meine Jugend- zeit; wie war es da so schön, und wie konnten wir so glücklich leben! Auf frohes Wiedersehen Gott be­fohlen. Dein treuer Sohn Georg."

Als ich diese Nachricht bekam, ging ich in mein Kämmerlein, um mein Herz stillmachen zu lassen im Gebet. Dann schrieb ich einen Brief mit Ein­lage von zwei Mark für Blumen ins Krankenzimmer, daß ich bereit sei, sofort zu kommen. Eine Depesche kam zurück:Zustand besorgniserregend, bitte kommen."

Ich machte mich sofort reisefertig und kam nachts um 12 Uhr in Köln an. Die Kleinbahn brachte mich noch eine halbe Stunde hinter Köln. Eine lange, bange Fahrt. Werde ich meinen Sohn noch lebend antreffen?

Doch schon auf der Treppe hörte ich seine liebe Stimme laut rufen:Mutter, Mutter, komm doch!" Aber noch durfte ich nicht ans Schmerzenslager meines geliebten Kindes. Ich mußte warten, bis es Morgen war und der Arzt es erlaubte. Wieder bange, lange Stunden vergingen. Da lernt man beten und rufen. Ich sollte mich ins Bett legen und sollte schlafen; aber wie kann ein Mutterherz ruhen, wenn es bangt um den sterbenden Sohn! Gesegnete Stunden verlebte ich mit der Schwester zusammen, eine Seele, die den Heiland suchte. Ich durfte sie in meinem Schmerz trösten.

Endlich brach der Morgen an; es war. 5 Uhr. Ich durfte herein ins Krankenzimmer. Mein Sohn lebte noch, aber es war höchste Zeit. Da lag er, und wie verändert! Aber ein freudiges Erkennen: Mutter, meine liebe Mutter!" Ein Umarmen und Küssen dann sprach er:Mutter, sei still, Gott hat cs wohl mit mir gemacht; Er wird es auch wohl mit dir machen und wird dich nicht verlassen!" Zum Pfarrer und Arzt sich wendend, sagte er:Ich wollte ja nicht die Heimat Wiedersehen, bloß meine liebe Mutter, die doch so treu für mich betete!"

Der Arzt lobte den Patienten, er aber schüttelte den Kopf und sprach:Mutter, bete!" Da erhebt er sich noch einmal und zeigt mit der Hand nach oben. Unter Gebet ist dann der Sterbende heim- gegangen, und ich durfte ihm die Angen zudrücken. Der Heiland hat ihn durch das Todestal ins helle Sonnenlicht gebracht, dafür will ich Ihm danken. Ach, ich habe' es erfahren und alle im Lazarett sahen es, daß Er trösten und stark machen kann mitten ini tiefsten Leid.

(Aus dem Leselkreise einzesandt.)

Versanrnrlungs-Anzeigen.

Bezirk Gietzen. Stadtmisfion Gießen, Löberstr. 14.

Jeden Sonntag 1 Va Uhr: Sonntagsschule; 4 Uhr: Jungfrauen­verein; 8'/« Uhr: Versammlung, i'k Uhr: Christlicher Verein junger Männer. Jeden Mittwoch 8% Uhr: Bibelstunde. Jeden Freilag 8'/« Uhr: Gebetsstunde.

2t. Mai, nachmittags: Altenbuseck; abends: Beuern, Franenstunde; 28, Mai, nachmittags: Nordeck, Frauenstunde; abends: Wißmar, Frauen­stunde: 28. Mai, abends: Wieseck, Bersammlung; 80. Mai, abends: Klein- tinden; 1. Juni (Himmelfahrt), nachmittags: Beuern; 4. Juni, abends: Mtenbuseck, Wißmar und Wieseck; 12. Juni (2. Psingsttag), nachmittags: Nordeck, abends: Kleinlinden, Frauenstunde; 12. Juni, abends: Beuern. Bezirk Bellnhausen.

Jeden Sonntag 2 Uhr: Versammlung im Vereinshau» Bellnhausen.

Bezirk Lich.

Lich, Vereinshaus: Jeden Sonntag 12% Uhr: Sonntagsschule; 4 Uhr: Jungsrauenverein; 8/t Uhr: Versammlung.

21. Mai: Watzenborn, Jahresfest 4. Juni: Holzheim, Jahressest. 25. Juni' Burkhardsfelden, Jahressest. 28. Mai und 13 Juni' Dorfgill. 25 : Mai und 15. Juni: Langsdorf. 30. Mai: Ettingshausen. 81. Mai: Ober: begingen. 8. Juni: Billingen. 7. Juni: Wohnbach. 8. Juni: Watzenborn.

Bezirk Niederweisel.

12. Juni (2. Pfingsttag) in Fauerbach: Gemeinschastssest; 18. Juni in Kirchgöns: Gemeinschastsfest. Zu diesen Festen ist jedermann freundlich eingeladen.

Bezirk Sellnrod.

1. Juni (Himmelsahrt): Gemeinschastssest in Großeichen. 11. Juni (1. Pfingsttag): Gemeinschastssest in Nnterseibertenrod. Zu diesen Gemeinschastsfesten ist jedermann freundlich eingeladen.

Bezirk Schotten.

Schotten, Hauptstr. SS. Jeden Sonntag 12 Uhr: Sonntagsschule; » Uhr: Ve-!ammlung. Jeden Dienstag g Uhr: Gebetsstunde. Jeden Donnersrag S Uhr: Bibelstunde. Nidda, Burghos. Jeden Sonntag 8>/» Uhr: Versammlung. Jeden Montag 9 Uhr: Gebetsstunde. Jeden Dienstag 9 Uhr: Bibelstunde. Betzenrod. Jeden Sonntag 8 Uhr: Versammlung. Jeden Freitag 9 Uhr: Bibelstunde. R an st a dt. Jeden Mittwoch 9 Uhr: Versammlung. Lißberg. Jeden Sonntag 8 Uhr: Ver­sammlung. Sonntag, den 21. Mai, nachmittags 8 Uhr: Gemeinschafts- Konferenz in Nidda. Am Himmelfahrtstage: Freie Versammlung Forsthaus Finkenloch.

Anzeigen für die Nummern 2528 bis zum 4. Juni ds. Js. erbeten.