Ausgabe 
4.6.1916
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Aufwärts!

Gemeinscbaftsblatt für Hessen. r

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Erscheint wöchentlich einmal.

Einzelne Exemplare bestelle man bei der Post vierteljährlich.

Verlag der BucbhancUung der ?ilgerm1;;lsn Siegen.

Redakteur: Stadtmisstcnar Herrmann-Gießen. Mitarbeiter: Pfarrer Sperber-Cassel, Pfarrer Strauß-Leivzig u. d. Prediger d. Pilgermitsicn. Truck v. I. G. Oncken Nachs., G. m. b. H., Cassel.

Nr. 23. Sonntag, den 4. Jnni 1916.

Lols Weit'.

< Sie war das Weib eines gerechten Mannes. Sie hatte lange Jahre zngebracht in der Nähe Abrahams, des Freundes Gottes; sie hatte ihn predigen hören von dem Namen des HErrn. Sie wußte von Jehovah. Er schickt ihr Seine Engel ins Haus, um sie heraus­zuretten aus dem Ver­derben; sie wird freundlich aufgefordert und gebeten, den Ort zu verlassen; sie wird, da sie sich nicht ent­schließen kann, von dem Engel am Arm ergriffen und mit Gewalt ans

Sodom fortgeführt.-

Konnte Gott mehr für sie tun? Nein, Gott hat alles getan, Er hat Sich wahrlich Mühe um sie gegeben, aber alle Be­mühungen Gottes waren umsonst. Beinahe ge­rettet, und doch ver­loren!

Wie steht's mit dir, liebe Seele? Hat Gott nicht auch an dir alles getan, was Er konnte? Fürwahr, du hast Ihm Arbeit gemacht mit deinen Sünden und Blühe mit deinen Missetaten. Er hat dich eingeladen in so mancher Predigt, Er hat dich gelockt auf so manche Weise. Bald ist Er mit Freuden, bald mit Leiden zu dir gekommen. Was hat's genutzt?

Das Herz von Lots Weib hängt an ihrem irdischen Besitz, an ihrem Hab und Gut, von dem sie sich nicht losreißen kann. Sie glaubt nicht, daß das Gericht so nahe ist. Sie wendet sich um, zurückzukehren oder wenigstens, um noch einen Blick auf ihre verlassene Heimat zu werfen. Und da ereilt sie das Gericht!

9. Jahrg.

So nah liegt Zvar, nur ein halbes Stündchen noch, dann ist der Bergnngsort erreicht. Und im Angesicht des Städtchens ereilt sie der Tod! Sie ward zur Salzsäule. Und bis auf diesen Tag ist an den Ufern des Toten Meeres die Erinnerung lebendig an Lots Weib; und noch heute ragt eine

Salzsäule dort empor, welche im Volksmunde die Tochter Lots" ge­nannt wird.

Beinahe gerettet, und doch verloren!

Es war am 27. Sep- tcmber 1870 vor Straß­burg. Dieweiße Fahnewar ausgezogen; die Festung wollte kapitulieren. Da fiel noch ein Schuß aus der Festung. Es war der letzte. Und dieser letzte Schuß streckte einen unserer Soldaten zu Boden. Wie traurig! Die Belagerung war vor­bei. alle Strapazen über­standen, nun konnten die Sieger einziehen in die Festung und der letzte Schuß raubt ihm das Leben!

Liebes Herz, ich möchte dich fragen: Bist du gerettet, nicht nur beinahe, sondern ganz gerettet? Nicht wahr, wenn einer beinahe vom Ertrinken errettet wäre, dann ist er ertrunken; wenn einer beinahe aus dem brennenden Hause herausgekommen wäre, dann ist er verbrannt. Wer nur beinahe ge­rettet ist, der ist ganz verloren! O, der HErr be­wahre dich vor dem Lose, das Lots Weib hatte! Gedenke an Lots Weib und eile und errette deine Seele und siehe nicht hinter dich!

E. M

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