Gewißlich wahr.
„Denn das ist je gewißlich wahr und ein teuer wertes Wort, daß Christus Jesus gekommen ist in die Welt, die Sünder seligzumachen, unter welchen ich der vor- nehmste bin," 1 Tim, 1, 15,
Wie lange geht es doch bei manchen Menschen, bis sie unseren HErrn Jesum Christum als ihren Heiland fassen können I Und doch ist nichts gewisser im Himmel und auf Erden, als daß er der Sünder Heiland ist. Worin haben wir die Hauptschwierig, keit der Menschen zu suchen, die sie an der An- nähme der Erlösung hindert? Vielfach in der Selbst, gerechtigkeit. Es ist eben dem ungläubigen Menschen ein ganz fremder Gedanke, daß er ganz ohne Verdienst, ohne irgendein eigen Werk selig werden soll. Es klingt ihm unglaublich, daß er nur seine Sünden vor Gott zu bringen habe und daß Christus aus keinem anderen Grunde sein Heiland sein soll, als weil er ein Sünder sei. Und doch ist es gott- lob! so. Das ist der Ruhm des Heiligen Geistes, daß kein Tag vergeht, an dem Er nicht Menschen zu dem Glauben bringt: Christus Jesus macht sie selig. Dieses teuer werte Wort, daß Christus Jesus in die Welt gekommen ist, die Sünder seligzu- machen, wird da am schnellsten und willigsten an- genommen, wo es aus dem Munde eines Menschen kommt, dessen Erscheinung und Leben ein laut redendes, lebendiges Zeugnis von der Wahrheit dieses Wortes ist. Je fester und klarer die Heilsgewißheit eines Menschen ist, desto überzeugender und unwiderstehlicher kann er von Jesu Sünderliebe reden. Warum hat Pauli Predigt so mächtig gewirkt? Weil ihm jedermann ansah, daß er ein lebendiger Beweis seiner Predigt von der Gnade Gottes in Christo sei. Der Abstand zwischen dem einstigen schnaubenden Lästerer und Verfolger und dem nach- herigen von der Liebe Christi erfüllten Manne war handgreiflich. Das zieht die Sünder an, wenn der vornehmste Sünder ihnen aus seliger Erfahrung freie Gnade verkündigt, so daß das Herz zum Herzen redet, ' E, Sch,
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„Um deines Sohnes willen.“
Zur Zeit des amerikanischen Krieges trat eines Tages ein Soldat in das Zimmer des Richters Artur, Er war sehr dürftig gekleidet, und auf seinem Angesicht prägten sich unverkennbar Leiden und Entbehrungen aus. Der Richter beachtete ihn kaum, da er sehr beschäftigt war und nicht gestört werden wollte. Mit den Worten: „Ich habe einen Brief an Sie abzugeben," legte der Soldat dem Richter ein Papier auf das Pult. Als der Richter eben jagen wollte, daß er jetzt keine Zeit für der- gleichen Dinge habe, erkannte er auf dem Schreiben die Handschrift seines Sohnes, von dem er wußte,
daß er auf dem Schlachtfelde stand. Er nahm hastig den Brief und las: „Lieber Vater, der Überbringer dieses ist ein aus dem Lazarett entlassener Soldat. Er geht nach Hause, um zu sterben. Unterstütze ihn nach besten Kräften um deines Sohnes willen," Der Richter erzählte später, welche Empfindungen ihn bei deni Lesen dieser Zeilen überwältigten. „Ich schloß den Soldaten in meine Arme und drückte ihn an mein Herz um meines Sohnes willen. Ich ließ ihn in seinem Bette schlafen und verschaffte ihm alle möglichen Annehmlichkeiten — um meines Sohnes willen!" Und was wird der himmlische Vater tun mit allen armen Sündern, die im Blick auf Christi Versöhnungsopfer zu Ihm kommen und Ihn „um seines Sohnes willen" bitten, sie aufzunehmen?
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Keine M6et in der Wett der Werkorenen.
In der Welt der Verlorenen wird keine Bibel sein als ihres Fußes Leuchte und ein Licht auf ihrem Wege, als Führer zu den ewigen Wohnungen. Du verachtest vielleicht jetzt die Bibel, du spottest über ihre Lehren; aber vergiß es nicht, in der Hölle gibt es keine Bibel! Hier hast du eine Bibel. Wäre es nicht besser, du nähmest sie jetzt, du läsest sie und glaubtest, was sie sagt?
Ich bezweifle gar nicht, wenn du eine Woche vor dem Tode des reichen Mannes zu ihm gegangen wärest, daß er dir gesagt hätte, er glaubte nicht an die Bibel, er glaubte nicht an einen Ort der Qual — nein, er glaubte kein Wort davon. Aber änderte das die Tatsache auch nur im geringsten? Er er- fuhr es, als es zu spät war. Und da hatte er keine Bibel mehr, die ihm hätte helfen können. Da war niemand, der hätte hingehen und ihm predigen können. Behalte das: dort in der Welt der Verlorenen wird keiner sein, der über dich weinen, für dich beten, dir predigen und dich bitten könnte, zu Christo zu kommen.
Vielleicht liest dieses Blatt ein junger Mann, dem einmal ein Freund die Hand auf die Schulter gelegt hat mit der Bitte, er möge zu Christo kommen. Du hast dir nichts daraus gemacht, lieber Jüngling. Du hast ihn ausgelacht und ihn verspottet. Denke daran, was ich dir jetzt sage: dort wird kein Freund sein, der zu dir kommt, der die Hand auf deine Schulter legt und Worte der Liebe zu dir spricht. „Gedenke, Sohn!" Hast du Freunde, welche um die Rettung deiner Seele hier besorgt sind und dich herzlich ermahnen, sei freundlich gegen sie. In der Welt der Verlorenen wirst du sie nicht mehr bei dir haben. Lache nicht über sie — Gott selbst hat sie mit ihrer Liebesbotschaft zu dir gesandt.
Vielleicht ist unter den Lesern ein junger Mann, welcher eine gläubige, betende Mutter hat. Du eilst deinem Untergang entgegen und brichst deiner Mutier das Herz. O lieber junger Mann, erfreue


