Ausgabe 
14.5.1916
Seite
3
 
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\a viel zu arm, um alle die Herrlichkeiten zu schil­dern, die der HErr den Seinen gibt/ Jeder, der sich Ihm anvertraut und Sein Eigentum geworden ist, wird es schon bald hier und noch in Ewigkeit be­kennen müssen mit der Königin von Saba:Nicht die Hälfte hat man mir gesagt!"

O, teurer Leser, der du vielleicht noch draußen stehst und dich nicht entschließen kannst, die breite Straße zu verlassen, die Welt und ihre eiteln, sün­digen Freuden, komm; komm und siehe, welche Schätze Jesus gibt; eile, entfliehe dem kommenden Zorn und laß dir Vergebung, Frieden und ewiges Leben schenken! Komm und nimm, was Er für dich bereitet hat! Ja, komm zu Jesu!

Komm!

(Joh. t, 46 .)

In großer Freude kommt Philippus zu seinem Freunde Nathanael gelaufen; die Nachricht wird seinen Freund interessieren!Wir haben Den ge­funden, von welchem Moses im Gesetz und die Pro­pheten geschrieben haben." Endlich! Endlich die Zeit angebrochen, auf die er solange gehofft, um die er solange gebetet! Aber was ist das? Philippus setzt noch hinzu:Jesum, Josephs Sohn von Nazgxxth " Da schüttelt Nathanael traurig den Kopf. Ach, dann ist es doch der Rechte nicht! Der Verheißene, auf den wir warten, soll doch, wie Micha schreibt, aus Bethlehem kommen. Und dieser ist sogar aus Nazareth! Aus dem verachteten Nazareth! Mas kann aus Nazareth Gutes kommen?

Philippus hat gedacht, sein Freund wird seine Freude teilen, er wird begeistert sein über diese Nachricht und nun zweifelt er, ob Jesus wirk­lich der Messias ist! Und er hat sogar scheinbar recht mit seinem Zweifel. Er weiß in der Tat nicht, was er darauf sagen soll. Das mit Beth­lehem, das hat ja seine Richtigkeit. Widerlegen kann er Nathanaels Einrede nicht. Aber er denkt: Laß den 'Nathanael Jesum nur mal kennen lernen. Laß ihn nur mal ein freundliches Wort aus diesem Munde hören, ob er dann nicht ebenso gewonnen ist wie ich und wie die anderen, Johannes und Andreas und Simon!

Er läßt sich auf kein langes Disputieren mit ihm ein, er spricht zu ihm:Komm und siehe es!"

Und Nathanael geht mit Er will Klarheit haben. ^ Er sehnt sich nach Gewißheit. Und kaum hat Jesus ein Wort zu ihm gesprochen, kaum hat Er ihn mit Seinen wunderbaren Augen angesehen, da liegt Nathanael zu Seinen Füßen und ruft: Rabbi, Du bist Gottes Sohn, Du bist der König von Israel!"

^ D, wie Philippus sich freut, als er seinen Freund zu den Füßen des Meisters sieht! Es war

doch das rechte Wort, das er zu ihm gesprochen! Komm und siehe es!"

Mein Freund, darf ich dir heute diesen Philippusdienst tun? Du bist so voll von Be- denken und Vorurteilen. Du kennst Jesum gar nicht. Wenn du Ihn kenntest, du würdest nicht so verächtlich und geringschätzig von Ihm sprechen. Nicht wahr, das gilt sonst nicht gerade als ein Be­weis von Bildung, wenn man über Sachen redet, die man nicht versteht. Aber über den HErrn Jesum glaubt jeder absprechen zu können, ohne jemals Seine Bekanntschaft gemacht zu haben. Über die Bibel glaubt jeder sich ein Urteil erlauben zu dürfen, der sie niemals gelesen hat.

Nein, mein Freund, so darfst du's nicht machen. Das ist nicht gerecht.Komm und sieh!"

O, ich bin meiner Sache sehr sicher. Wenn du Ihm nur einmal in die Augen schaust, dann ist's um dich geschehen. Die Macht Seiner Liebe und Freundlichkeit ist unwiderstehlich.

Nicht wahr, es sind schon Leute vor dich hin- getreten, die haben dir gesagt, daß sie in diesem Jesus ihr Glück gesunden hätten, daß ihr Leben erst Inhalt und Wert bekommen hätte von dieser Bekanntschaft mit Jesu an. Willst du nicht der Sache mal auf den Grund gehen und sehen, was wohl Wahres daran ist? Es ist doch auffällig, daß in allen Ständen und Berufsarten solche sind, die Jesum als ihren besten Besitz und wertvollsten Schatz bezeichnen, vom gemeinen Soldaten bis zum General, vom Zuchthäusler bis zum Gerichtsrat, Ärzte und Lehrer, Kaufleute und Fabrikanten, Ar- beiter und Bergleute, reich und arin, vornehm und gering, gebildet und ungebildet. Die alle sind gekommen und haben gesehen. Ach, ich bitte dich herzlich:Komm und sieh!"

Komm und sieh," das ist der Inhalt jeder Predigt, wenn sie rechter Art ist. Dazu gehört freilich als Voraussetzung, daß der Prediger selbst zuvor kam und sah. Eine Predigt, die nicht irgend- wie diese Lockung enthält, die hat keinen Wert, denn sie hat keinen Zweck. Im Manöver schießen die Soldaten mit Platzpatronen. Das knallt wohl, aber es trifft nicht. So darf eine Predigt nicht sein Man muß es dem Prediger anmerkeu, daß es ihm darum zu tun ist, die Seelen mit Jesu bekanntzumachen.

DerApostel der Südsee," John Williams, >var in jungen Jahren ein ausgelassener Mensch, der sich um göttliche Dinge nicht im mindesten kümmerte. Eines Sonntags gegen Abend ging er vor dem Hause seines Lehrherrn auf und ab, weil er auf einige Kameraden wartete, mit denen er sich verabredet hatte, den Sonntagabend bei Spiel und Tanz züzubriugen. Die Kameraden ließen auf sich warten. Da kam die Frau seines Lehrherrn aus deni Hause, um in die Abendkirche zu gehen. Sie trat auf den Jüngling zu und. fragte ihn, ob er