Ausgabe 
14.5.1916
Seite
2
 
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Jesus von Hlazaretst.

In Joh. 1 wird uns berichtet, wie Johannes der Täufer von Jesu gezeugt und Ihn als den Sohn Gottes, als das Lamm Gottes, welches der Welt Sünden trägt, verkündigt. Als er eines Tages wieder Jefum wandern sieht, spricht er mit b.sonderen: Nachdruck:Siehe, das ist

Gottes Lamm!" Zwei seiner Jünger hörten ihn reden und folgten Jesu nach. Einer von den beiden war Andreas, der Bruder des Simon Petrus; der­selbe findet am ersten seinen Bruder Simon und spricht zu ihm:Wir haben den Messias gefundenI" Und führte ihn zu Jesu.

Der HErr Jesus ruft des folgenden Tages den Philippus in Seine Nachfolge, und Philippus findet Nathanael und bezeugt ihm:Wir haben Den ge- funden, von welchem Moses im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesum, Josephs Sohn von Nazareth."

Was kann von Nazareth Gutes kommen?" so antwortet Nathanael auf das Wort des Philippus. Nathanael spricht nicht so, als wollte er auf seiner Meinung bestehen, sondern es lag bei ihm ein Hindernis für den Glauben vor, indem er dachte: Sollte wohl von Nazareth etwas Gutes kommen können? Er suchte nicht ein Vor­urteil, damit er sich von Christo fernhalten könnte.

Philippus sagt ihm:Komm und siehe es" und führt ihn so den kürzesten Weg, auf dem er selbst und seine Freunde zur Erkenntnis und Über­zeugung gelangt waren, und dem Nathanael war es um die Wahrheit und nicht um die Aufrechterhaltung seiner Meinung zu tun.

Er weiß, was er der Überzeugung seines Freundes und dem Gott, welcher die größten Wunder tut, schuldig ist; er geht mit und er sieht.

Jesus sah Nathanael mit Philippus zu Sich kommen, und Er kannte ihn, sowohl nach dem Angesicht und Namen, als auch nach seinem inneren Herzenszustand und spricht:Siehe, ein rechter,

wahrhaftiger, aufrichtiger Israelit, in welchem kein Falsch, keine Heuchelei und Verstellung, auch keine halsstarrige Unwissenheit ist, sondern er nimmt die Wahrheit an!"

Jesus, der Herzenskündiger, weiß die innere Gesinnung des Menschen. Aufrichtigkeit ist Ihm angenehm. Jesus sagt nicht:in welchem keine Sünde ist," sondern:in welchem kein Falsch ist", er ist kein Heuchler, er fürchtet Gott, er ist ein ehrlicher, offener, gerader Mann, er ist willig, die Wahrheit anzunehmen und den Weg der Wahrheit zu gehen.

Wohl dem Menschen, dem die Übertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedecket ist! Wohl dem Menschen, dem Gott, die Missetat nicht zu­rechnet, in des Geist kein Falsch ist! (Ps. 92, 1. 2 .}

Wir sehen, der Nathanael war kein gleich­gültiger Mensch, welcher die Sündenlust dieser Welt liebte, sondern er war ein Mann, dem es darum zu tun war, die Wahrheit zu erkennen. Er hatte ein Schuldbewußtsein und begehrte nach einer Be­freiung von seiner Schuld, und so war die Bot­schaft, die ihm Philippus brachte, dasjenige, was sein Herz suchte. Aber doch wollte er seiner Sache ganz gewiß sein und spricht deshalb zuerst seine Bedenken aus. Dann war er auch willig, sich weiter unterweisen, belehren und überzeugen zu lassen, und wir sehen, wie er bei der ersten Unter­redung seinen Meister ehrt, indem er ein Bekenntnis ablegt mit den Worten:Rabbi, Du bist Gottes Sohn, Du bist der König Israels." (V. 49.)

Jedem aufrichtig nach Wahrheit suchen­den Menschen läßt es der HErr gelingen, die Wahrheit zu finden, Jesum zu erkennen als den von Gott gesandten Heiland und Erlöser. O. D.

L

Komm und stehe!

Philippus, den Jesus in Seine Nachfolge be­ruft, sucht alsbald seinen Freund Nathanael auf, um ihm die frohe Botschaft zu verkünden:Wir

haben Den gefunden, von welchem Moses im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesum, Josephs Sohn von Naza­reth." (V. 45.)

Nathanael hatte sich jedenfalls viel mit dem kommenden Messias beschäftigt: Er kannte die Ver­heißungen des Propheten über Ihn:Und du,

Bethlehem Ephrata." Dieses Wort des Propheten Micha lag ihm jedenfalls im Sinn, als er un­gläubig ausrief:Was kann aus Nazareth Gutes kommen?" Philippus läßt sich gar nickt auf weitere Erörterungen ein, sondern antwortet einfach:Komm und siehe!" Wir wissen, daß Nathanael alsbald von Jesu überwunden wurde, da dieser ihm Seine Allwissenheit offenbarte. Denn Nathanael hatte sich wohl unter den tiefherabhängenden Zweigen eines Feigenbaumes vor menschlichen Blicken verborgen gewußt, als er vermutlich mit Gott redete oder über Seine Worte und Verheißungen an Israel nachdachte; ja, die Worte, die über seine Lippen strömten, als er den HErrn erkannte:Rabbi, Du bist der Sohn Gottes, Du bist der König Israels" (V. 49), scheinen uns anzudeuten, daß er sich eben noch mit dem zweiten Psalm beschäftigt hatte. (Ps. 2, 6. 12.)

Komm und siehe!" Das :)t noch;etzt öte beste Antwort an alle, die da zweifelnd fernstehen. Komm und siehe!" Laß alle deine Zweifel und Bedenken zurück, wirf dich rückhaltlos dem Heiland in die Arme. Es bringt dir nur Gewinn, es ist dein ewiges Heil. Menschenworte sind