Ausgabe 
23.4.1916
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Den staunenden, erschreckten Jüngern verkünden dann die Lichtgestalten aus der oberen Welt-Er ist nicht hier, Er ist auferstanden!" Welch ein Glück, welch ein Gefühl der Seligkeit erweckt diese Botschaft in den liebedurchglühteu Herzen I Und nun tun sich den Glücklichen die herrlichsten Aussichten auf.

Das Sterben ist ein großer Schmerz. Da wird der Mensch gewaltsam auseinandergerissen, eine schmerz­volle Trennung findet statt. In der Auferstehung wird dieser unnatürliche, durch die Sünde verursachte Riß geheilt; was getrennt war worden unter Schmerz und Weh, wird zur ewigen Freude und Herrlichkeit wieder vereinigt. Geist und Seele bekommen einen Herrlichkeitsleib zu ihrer Betätigung.

Die Jünger hatten den HErrn wirklich wieder. Sie konnten Ihn sehen. Ihn betasten; sie konnten mit Ihm von Angesicht zu Angesicht reden, Er wan­delte, ja gemeinschaftlich mit ihnen.

So wurden sie überzeugt und von jedem Zweifel überführt: Der Meister ist Todesüberwinder, ist Lebensfürst, ist selbst die Auferstehung und das Leben. Ta hat hohe Ostersreude und Wonne sie er­griffen. Und diese Freude war nicht von kurzer Dauer, nicht flüchtig. Vierzig Tage lang durften sie die leibliche Gegenwart des auferstandenen Gott- menschen genießen. Wie tief mußte Er ihnen da ins Herz hineinwachsen! Vom Reiche Gottes redete Jesus in dieser Zeit besonders mit ihnen. Da konnten sie in die Wuuderwege Gottes hineinblicken, da wurde ihnen der HErr aufs neue groß, und viele Seiner Reden verstanden sie nun erst recht. Das ganze Ge­heimnis der Erlösung wurde ihnen erschlossen. Weg war aller Zweffel Spur. Thomas selbst ist mehr als überzeugt von der Wahrhaftigkeit der Auferstehung seines Heilandes. Mit dem Huldigungsruf:Mein HErr und mein Gott!" sank er dem Todesüberwinder anbetend zu Füßen Die Auferstehungstatsache er- füllle die Jünger fortan mit großer Siegesfreude und Ewigkeitshoffnung. Die Auferstehung ihres Hei­landes machte die Apostel sodann zu lebendigen Zeugen dieser Tatsache an die Welt Wer einen lebendigen Heiland hat, wer in der Auferstehungs- frcude steht, der muß reden von dem, was sein Herz erfüllt, und seine Worte sind kein leerer Schall.

Rh. Tr."

Auferstanden.

Dazu ist Christus gestorben und auferstanden und wieder lebendig geworden, daß Er über Tote und Lebendige HErr sei." Röm. 14, 9.

Er ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auf­erstanden! So grüßten sich einst die Christen am Osterfest. Einer rief's dem anderen zu, und Freude leuchtete aus allen Mienen.

Christ ist erstanden Von der Marter alle,

Des sollen wir alle froh sein.

Christ will unser Trost sein!"

So soll's auch heute klingen und tönen durch die Welt. Er ist auferstanden! 'Er ist wahrhaftig auferstauden!

Ob auch ein Stein auf Seine Gruft gewälzt war, ob auch ein Siegel das Grab verschloß, ob auch Soldaten bestellt waren, Wache zu halten doch konnten Stein und Wachen den HErrn nicht halten, als Er die Riegel des Todes sprengte, als Er die Pforten der Unterwelt auftat, um glorreich und herrlich als der Lebendige aufzustehen aus dem Tode.

Nur kurze Zeit hat der Tod Ihn in seiner Gewalt gehabt, den Fürsten des Lebens. Dann mußte er Ihn ziehen lassen.

Das war ein wunderlicher Krieg,

Da Tod und Leben rungen!

Das Leben, das behielt den Sieg lind hat den Tod bezwungen!"

Ein lebendiger Heiland! So geschlagen und verwundet der Leib des HErrn auch war, den man ins Grab Josephs von Arimathia legte Er ist auferstauden und wieder lebendig geworden. Gott hat Ihn nicht in der Unterwelt gelassen und nicht zugegeben, daß Sein Heiliger die Verwesung sah! Halleluja!

Eiu lebendiger Heiland! Nun trocknet die Tränen, ihr Traurigen! Nun kommt zu Ihm, ihr Sorgenvollen! Nun wendet euch an Ihn, ihr Müh­seligen und Beladenen! Er hat dem Tode die Macht genommen und Leben und unvergängliches Wesen aus Licht gebracht! Die Fülle Seines Lebens ist für uns da:.Ich lebe, und ihr sollt auch leben!"

Ein lebendiger Heiland! Nun brauchen wir nicht traurig und gedrückt unsere Straße zu ziehen wie die Jünger, die nach Emmaus pilgerten. Nun dürfen wir Ihn als unseren Begleiter und Führer mitnehmen auf unserer Reise durchs Leben. Nun brauchen wir nicht mehr allein zu sein.Nein, nie­mals allein!" Der lebendige, der auferstandene Heiland geht mit!"

Ja, was auch kommen mag im Leben, wenn's auch durch Tiefen und Dunkelheiten geht: Er lebt! Er ist auferstauden und wieder lebendig geworden! Halleluja! E. M.

Das leere Grab.

Fürchtet euch nicht; ich weiß, daß ihr Jesum, den Gekreuzigten, sucht " Matth. 28, ,5.

Es muß für die Engel, die gesandt waren, am Grabe des Erlösers zu dienen, ein freudiger Auf­trag gewesen sein, den Stein hinwegzuwälzen, an der leeren Gruft Wache zu halten und den Jüngern,