ihr Lehrer, zu dem sie mit großer Spannung und brennendem Herzen aufschauten. Er erinnerte sie daran, daß doch Christus solches leiden und zu Seiner Herrlichkeit eingehen mußte. Dann fing er an von Moses und allen Propheten und legte ihnen alle Schriften aus, die von Christo zeugten.
Als sie dann in Emmaus waren, offenbarte sich dieser Fremdling als der auferstandene HErr und Heiland. Und weiter wird uns in demselben Kapitel berichtet, daß diese beiden Jünger wieder nach Jerusalem zurückkehrten und dort den Elfen berichteten, was ihnen auf dem Wege geschehen war und wie sie Ihn, den HErrn der Herrlichkeit, erkannt hätten.
Als sie noch redeten, da trat Jesus selbst ein und sprach zu ihnen: „Friede sei mit euch!"
Welch ein herrlicher Gruß war dass Friede! Das ist ja die Verkündigung des glorreichen Sieges, den Er davongetragen hat in jenem blutigen, schweren Kampfe gegen Sünde und Teufel; Friede ist das köstliche Geschenk, welches Er den Seinen bringt. Darum ging Er in die tiefe, dunkle Leidensnacht. Darum hing Er als Verfluchter am Kreuz. Darum ward Er verwundet und geschlagen und gestraft, „auf daß wir Frieden hätten". Und nun ist der heiße Kampf vorüber, und Er selbst, der Auferstandene, kommt zu den Seinen, bricht durch alle Riegel der Furcht und Schwachheit hindurch und bringt den herrlichen Friedensgruß.
Schon bei der Geburt des Friedefürsten hieß es: „Friede auf Erden" In Seinen Abschiedsreden spricht der HErr wiederholt von dem Frieden, den die Welt nicht kennt, den Er den Jüngern gibt. Aber jetzt erst ist der Augenblick da, wo der selige Gottesfriede in die Herzen dringen kann, weil der Friedefürst ihn mit Seinem Blute und Seiner Auferstehung als Beute davontrug. „Durch Seine Wunden sind - wir geheilt," jubelt der begnadigte Sünder. Jesus hat der Schlange den Kopf zertreten und uns den Zugang zum versöhnten Vater eröffnet und das Recht erwirkt, uns Kinder Gottes zu nennen. Denn durch das Kreuz auf Golgatha ist „die Schuld getilgt".
Wer diesen Frieden findet, wer über ihn jauchzen darf voll seliger Lust, der dankt hocherfreut für den Sieg unseres Friedefürsten.
„Halleluja > Auferstanden Ist der HErr, der starke Held!
Er entstieg des Grabes Banden,
Hat des Feindes Macht gefällt- Auferstanden ist mein Jesus,
Preiset Ihn in aller WeltI
Halleluja I Auferstanden
Ist der HErr, der unser Haupt!
Und nun sendet Er den Tröster Jeglichem, der an Ihn glaubt.
Auferstanden ist mein Jesus,
Niemand ist. der Ihn mir raubt!
Halleluja! Auferstanden
Ist der HErr, Heil Seiner Macht!
Mit Sich führt Er nun die Seinen Auch aus Tc>d und Grabesnacht. Auferstand'ner HErr und König,
Dir sei ewig Lob gebracht!"
v. D. >
Mermorgen.
Am Ostermorgen seht drei Frauen gehn,
Sie eilen zu des toten Heilands Grabe,
Sie weinen, können es. noch nicht verstehn,
Und traurig bringen Salben sie als Gabe.
Der schwere Stein auch macht ihr Herze schwer Sie können ihn nicht selber fortbewcgen,
Sie eilen hin — o Gott, das Grab ist leer.
Der Stein ist fort, der vor der Tür gelegen
Doch still, ein Engel spricht mit mildem Wort: „Ihr sucht den Heiland? Er ist auferstandcn.
Er weilt nicht mehr an diesem buttern Ort,
Er lebet, Er ist frei von Todesbanden!"
Voll stillen Glücks seht ihr die Frauen gehn,
Sie eilen, es den Jüngern zu verkünden:
„Ihr werdet unfern Meister wiederseh'n,
In Galiläa werdet ihr Ihn finden!"
O Seele, sag, ist auch dein Heiland tot?
Hast du im Kampf des Lebens Ihn verloren? Bist traurig du in tiefer Sündennot?
O hör, Er lebt, ist auch für dich geboren!
Laß diese Botschaft in dein Herze ein:
Er lebt, du stehst im Kampfe nicht verlassen,
Von Sünden macht noch heut' dein Herz Er rein. Ja, heut' kannst du im Glauben Ihn erfassen!
K. M P
Iroye Hsteröolschclst.
„Er ist nicht hier, sondern Er ist auferstanden
Luk 24, f>.
Welch ein Wort froher Botschaft tönt den trauernden Jüngern aus dem offenen Grabe ihres geliebten HErrn entgegen I Himmelsboten in strahlenden Gewändern bezeugen den betrübten und ver- lassenen Jüngern die wunderbare Tatsache: Jesus ist auferstanden. Er, der Heißgeliebte, soll nicht tot sein, obgleich sie gesehen haben, wie Er Sein Haupt sterbend neigte und verschied. Er soll leben, trotzdem des Todes sichere Merkmale, Blut und Wasser, sich aus der empfangenen Speerwunde ergossen haben. Er war gewiß tot. Das finstere Grab nahm ihn auf; ein großer, mächtiger Stein deckte das Grabgewölbe, und mit dem römischen Staatssiegel hat Pilatus die Totengrust fest verschlossen. So war's den Sabbat über, und nun ist das Siegel gesprengt, der Stein weggeivülzt, das Grab geöffnet, von der hellen Morgensonne beleuchtet und leer seines Inhalts.


