Ausgabe 
16.4.1916
Seite
3
 
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Die Liebe bindet Ihn fest, die wunderbare, heiße Liebe zu uns, die Liebe zu Rebellen gegen die göttlichen Gesetze. Das war die Macht, die einzige Macht, weil sonst kein Teufel und kein Kaiphas dazu imstande gewesen wäre. Und wie die Baude Ihm ins Fleisch dringen, so dringt diese Liebe Seinem Volk ins Herz, und es spricht bewegte

Ich bete an die Macht der Liebe,

Die sich in Jesu offenbart!

Ich geb' mich hin dem freien Triebe,

Wodurch ich Wurm geliebet ward,

Ich will, anstatt an mich zu denken,

Ins Meer der Liebe mich versenken!"

S.

ZL

Kapitän D.

Kapitän D. hatte sich im Lichte Gottes als emcn verurteilten Sünder erkannt, der auf dem Wege ins Verderben war. Aus der Tiefe seiner Seele war der Ruf gekommen:Was muß ich tun, daß ich er­rettet werde?" Soweit war das Werk Gottes in seiner Seele gediehen. Aber noch hatte er nicht er­kannt und verstanden, daß das am Kreuze vollbrachte Werk des HErrn Jesu den gerechten Anforderungen Gottes der Sünde gegenüber aufs völligste ent- fprochen hat. Er sah nur seine Sünden und die ernsten Forderungen eines heiligen und gerechten Gottes. Seine innere Not steigerte sich fast zur Verzweiflung; er schrie in seiner Seele:Wohin ,oll ich fliehen vor Deinem Angesicht? Zu groß ist meine Missetat, um vergeben zu werden!" Doch Gott blickte in Erbarmen aus ihn nieder; Gott wartet ja nur ans die Buße und Umkehr des ! Sünders, um ihm Vergebung und ewiges Leben schenken zu können. In dieser Verfassung begab sich Kapitän D. mit seiner Frau eines Abends in eine I Versammlung, wo das Evangelium verkündigt werden sollte. Herr M. verkündigte an der Hand des Wortes ! G°"es, den zahlreichen Zuhörern Gottes große Gnade ! gegen schuldige Sünder. Er suchte den Seelen ein- sack, und klar zu zeigen, wie alle Menschen auf Grund ihres Tuns und Seins vor Gott verloren und schuldig sind, wie aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, nicht den Tod und das ewige Ver­derben des Sünders will, sondern daß er gerettet werde, umkehre und ewiges Leben ererbe. Unser Kapitan lauschte aufmerksam. Daß er schuldig und verloren war und nur Zorn und Gericht von seiten Gottes verdient hatte, das erkannte er schon seit einiger Zeit von Herzen an. Aber es schien, als könne er die Liebe und Gnade Gottes nicht fassen; er sah^ in Gott nur den gerechten Richter, aber nicht denHeiland-Gott", welcher will, daß alle Men chen errettet werden. Nach Schluß der Versammlung ging Herr M. auf den Kapitän zu und fragte ihn einfach und gerade:Lieber Herr Kapitän, sind Sie

errettet?"Nein," lautete die Antwort,und ich fürchte, daß es für mich keine Rettung gibt."

Würden Sie denn nicht froh sein, wenn der HErr Jesus heute abend Ihre Sünden auf Sich nähme und dieselben vor Gottes heiligen Augen sühnte und beseitigte?"

,,O, wenn das geschähe, dann wäre ich der glücklichste Mann in P., denn meine Sünden sind mir eine Last geworden, die ich fast nicht mehr tragen kann!"

Ja, aber da muß ich Ihnen sagen, Herr Kapitän, Christus kann Ihre Sünden nicht mehr auf Sich nehmen, heute abend nicht, auch morgen abend nicht, auch nächstes Jahr nicht." Als der Kapitän diese Worte vernahm, wandte er sich zu seiner Frau: Komm, Elisabeth, wir wollen gehen; man sagt uns, daß Christus unsere Sünden niemals tragen und hinwegtun könne."

Halt, Herr Kapitän," fiel ihm Herr M. ins Wort,was ich Ihnen sagen wollte, ist erst zur Hälfte ausgesprochen. Lesen Sie doch mit mir diese Stelle in Gottes Wort." Damit schlug Herr M. die Stelle 1 Petri 2, 24 auf und las langsam und deutlich:Welcher selbst unsere Sünden an Seinem Leibe auf dem Holz getragen hat" Nimmt Christus unsere Sünden auf Sich, wenn wir gläubig werden?"

Natürlich kann Er sie dann erst auf Sich nehmen," meinte der Kapitän.

Aber hören Sie doch, lieber Freund was Gottes Wort hier sagt: -Welcher selbst unsere

Sünden an Seinen, Leibe getragen hat«; wann ift denn der HErr Jesus am Kreuz gewesen?"

Vor fast neunzehnhundert Jahren," antwortete der Kapitän.

denn, Aerr Kapitän, der Tie ^eute adend in Ihrer Seelenuot zu Jesu kommen, hören Sie bitte, wenn der HErr Jesus dort am Kreuze vor fast ueuuzehnhnndert Jahren Ihre Sünden auf Sich genommen, getragen und gesühnt hat, kann Er sie dann heute nochmals auf Sich nehmen?"

Nun wurde es mit einemmal licht in des Mannes Seele, und er rief aus:O, jetzt sehe ich es: Er hat meine Sünden getragen, es ist ge­schehen dort am Kreuze!" Tränen der Freude strömten über des Mannes Wangen; er hatte nun Frieden, Frieden mit Gott durch unseren HErrn Jesum Christum.

Vielleicht geht es einer einzelnen Seele unter unseren Lesern ähnlich wie jenem Kapitän. Gott hat dir deine Schuld und Sünden in Seinem Lichte gezeigt, und du rufst aus tiefster Seele um Gnade und Errettung. Aber vielleicht meinst du, wie so manche, der HErr Jesus müsse noch deine Sünden auf Sich nehmen, und darauf wartest du. Oder aber du glaubst, selbst deine Sünden auf Ihn legen zu müsien und fürchtest immer, diese und jene -