Ausgabe 
12.3.1916
Seite
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Wenn aber solches geschehen würde, weißt du, was das für unser Lolk und für dich im besonderen zu bedeuten hätte? Es wäre dies für uns eine neue und vielleicht letzte Aufforderung Gottes zur An- nähme des Heils in Christo, dem Gekreuzigten und Auferstandenen, Es wäre der Eintritt in die letzten Gnadentage vor der Wiederkunft des Sohnes Gottes, und wer da dem Rufe: ,,Schicke dich und begegne deinem Gottl" nicht Folge leistete, wer nicht gan- zen Ernst machte mit seiner Bekehrung, der würde jämmerlich zuschanden werden am Tage Seines Kommens,

. Denn wenn Er kommt, dann wehe dieser Welt,

Die Ihn verworfen und sich nicht bereitet >

Vergeblich dann mit ihren Waffen streitet Sie'wider Ihn; denn Todesschrecken fällt Auf Seine Feinde, und Sein göttlich Richten Wird alle sie verdammen und vernichten,

Ihr aber, die ihr längst geharret schon Des Tages, an dem solches all geschehe,

Hebt jauchzend eure Häupter in die Hohe, Denn die Erlösung naht und euer Lobn.

O sel'ger Tag, du sollst mit allen Frommen Mich wartend stnden auf des Heilands Kommen!

G, H.

Hlnd Israel hatte Arieden.

(Nach t Sam, 2,7.)

Diesem Frieden ging ein langer Krieg voraus, Israel hatte sich wieder einmal, wie so oft, von seinem Gott abgewandt. Die Hauptschuld trugen die gottlosen Priester, die Söhne Elis, Sie gaben dem Volke durch ihr habgieriges und sittenloses Betragen ein verderbliches Beispiel. Die Leute lästerten das Opfer des HErrn, Obwohl Eli wiederholt vom HErrn gewarnt wurde, trat er dem Unfug seiner Söhne doch nicht ernstlich entgegen. Der HErr mußte die Philister schicken, diese alten Erzfeinde Israels, Wir haben jetzt auch Krieg, Warum? Weil England ihn gewollt hatl ruft uns die Menge zu. Wir wollen die Ungerechtigkeiten unserer Feinde zu­geben, Aber die Ursachen des Krieges liegen viel tiefer. Ist nicht auch das Heiligtum des HErrn in der Bergangenheit von dem Volke in schnödester Weise entweiht worden?

Die Männer Israels zogen in den Krieg gegen die Philister und wurden vollständig geschlagen. Nun wurde beschlossen, die Bundeslade zu holen. Sie sollte zum Siege verhelfen, Aber auch diese Hoffnung schlug fehl. Die Bundeslade wurde von den Feinden genommen, und die Söhne Elis sielen in der Schlacht,

Wir haben in unserem jetzigen Kriege schon viel Erfolge gehabt, V>ele Anschläge der Feinde wurden vereitelt, manche Schlacht wurde schon ge­wonnen, Viel Gnade hat uns der HErr zuteil wer- den lassen. Aber vielleicht hätte unser Gott schon mehr tun können, wenn unser Volk eine andere

Stellung zu Ihm einnehmen würde. Wenn auch Seelen ihren Heiland gefunden haben, so hat doch bei der großen Masse unseres Volkes der Krieg noch nicht viel ausrichten können. Wirkliche, tiefgehende Sinnesänderung fehlt zuviel.

Die Philister hatten allerdings nur Unglück durch die Bundeslade und sandten sie deshalb wieder zurück. Aber einen entscheidenden Sieg hatte Israel nicht; es hatte noch zwanzig Jahre unter der Be> drückung seiner Feinde zu leiden. Jetzt erst fühlte es sein ganzes Elend;Israel weinte vor dem Herrn." Es wird ja in unserem Volke in dieser Zeit auch viel geweint. Es sind Tränen des Schmerzes über äußere Verluste, Man ist betrübt, daß irdisches Glück zerstört ist, daß materielle Werte verloren gehen, Jeremia würde uns zurufen:Was beklagt sich der Mensch? Es hätte sich wahrlich jeder über seine Sünde zu beklagen!" (Klagl, 3, 39.) Ja, Tränen der Buße und Beugung, wie sind sie doch noch so selten trotz allen Jammerns und Wehklagens!

Das Volk Israel kam zu Samuel, Was tat nun dieser treue Zeuge beim erschütternden Anblick seines weinenden Volkes? Hielt er eine Strafrede über die Philister? Oder bemitleidete und tröstete er das scheinbar so unschuldig leidende Volk? Er­hielt eine Evangelisationsansprache, Sein Thema war: Bekehrt euch! Tut von euch die fremden Götter, Dient dem HErrn allein. So wird Er euch erretten," Die Rede war gewaltig; die Wirkung blieb nicht aus. Jeder ging still heim und räumte gründlich mit den Götzen auf. Aber noch einmal rief Samnel das Volk zusammen. Es wurde Wasser ansgegossen als Symbol der Reinigung der sündigen Vergangen­heit; es wurde auch um Sieg gebetet. Der HErr gab ihn. Die Philister und alle Feinde wurden gründlich geschlagen und Israel halte Frieden, Ach, daß wir doch auch eine solche Heilszmt erleben möchten in unserem lieben Vaterlande! W H,

Zur Ewigkeit.

Alle Menschen find zwar auf der Reise zur

Ewigkeit; aber, ob wir auch alle auf der Reise zur

seligen Ewigkeit sind, das ist eine andere Frage,

eine Frage, wobei ich und ein jeder wohl bedächtlich stillstehen mag, um sich zu prüfen vor dem hell- leuchtenden Angesicht, in dem untrüglichen Lichte eines heiligen Gottes, Sind wir auf der Reise zur seligen Ewigkeit? Oder sind wir auf der Reise

zur unseligen Ewigkeit? Wie ist es möglich, daß ein Mensch, der da weiß, daß ein jeglicher Tag, eine jegliche Stunde, ein jeglicher Augenblick auch ein Schritt näher sei zu der großen Ewigkeit, einen Schritt weiter wagen darf, che er sich ernst­lich geprüft habe vor dem Angesicht Gottes, ob er auch aus der Reise zur seligen Ewigkeit sei!

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