Felsspalte. Dann versuchte sie, gegen den Sturnl | anknmpfcmd, heimwärts zu gelangen,' mn Hilfe für ' ihr Kind zu holen. - I
Auf die stürmische Nacht folgte ein klarer, stiller ^ Morgen. Alle Leute aus dem Dorfe machten sich ! aus, die Witwe und ihr Kind zu suchen. Bald fanden j sie die Frau, im Schnee begraben, erfroren, und bald darauf hörte man in einiger Entfernung leises Weinen; es war das Knäblein, das, in die Kleider der Mutter gehüllt und unter dem Schutz des Felsens, sicher und wohl geblieben war.. Die aufopfernde Liebe, der Mutter hatte es gerettet.
Mehr als fünfzig Jahre sind seitdem verflossen Ein greiser Prediger hielt in der Stadt G. eine Versammlung für Leute aus dem Hochland und sprach über, die Liebe Jesu, die sich selbst für uns in den Tod gab. Als Beispiel erwähnte er jene Hochlandswitwe, die er selbst noch als Knabe gekannt hatte.
Einige Tage später wird er zu einem Sterbenden ai rufen, und ais er an dem Bette des Kranken steht, rgreist dieser ihn plötzlich bei der Hand, sieht ihn ■ nrchdringend an und sagt: „Sic erkennen mich nicht wieder? Nein, Sie können mich nicht mehr kennen. Ich bade Sie gekannt, aber seit Jahren bin ich in ^ er Welt umhergezogeu und habe oft für unser Baterland gekämpft. Vor einigen Wochen kam ich als Invalide hierher und hörte Sie in der Versammlung. Sie erzählten von der Witwe" — hier zilterte die Stimme des alten Soldaten — „i ch bin dieser Sohn. Nein, niemals habe ich die Liebe meiner Mutter vergessen, und es ist mein Wunsch, neben ihr auf dem alten Dorfkirchhof be- graben zu werden. Aber wissen Sie, worüber mein Herz zittert, weshalb ich mich tief schäme? Denken Sie, die Augen meiner Seele haben noch nie bis zu jenem Abend gesehen, welche Liebe mein Heiland für mich hatte, daß Er alles dahingab, um mich zu retten, mich, armen, verlorenen, bösen Menschen." Seine Augen standen voll Tränen, als er weiter -erzählte: „Gott selbst hat es gemacht, daß Sie an jenem Abend diese Geschickte erzählen mußten. Ihm fei Dank, daß meine Mutter nicht vergebens gestorben ist, daß ihre Gebete für mich nicht verloren waren, denn an der Liebe meiner Mutter habe ich die Liebe des Heilands verstehen gelernt. Ich sehe sie, ich glaube sie! Wie als kleines Kind, so habe ich nun als alter Mann wieder meinen Ruheplatz gefunden, in der Felsenkluft verborgen — aber es ist der Fels des Heils."
Der Kranke genas wieder und hat noch mehrere Jahre als treuer Jünger Jesu gelebt.
K
Zu den Zeiten Hloahs.
(Luk. 17, 26.)
Wie es geschah zu den Zeiten Noahs, so wird es auch geschehen in den Tagen des Menschensohnes.
Wir kennen die Geschichte der Sündflut.
Gott hatte den Menschen sündlos, in voll- kommeuer Unschuld geschaffen und ihn zum Herrn der Erde gemacht. Aber der Mensch übertrat dns götillche Gebot; er sündigte, und plötzlich war alles anders geworden.
Er wurde vertrieben aus dem Garten Eden und mußte im Schweiße seines Angesichts sein Brot essen. Die Sünde war zwischen Gott und den Menschen getreten, und jede Gemeinschaft war abgebrochen. Nun blieb der Mensch nicht stehen bei dieser einen Sünde, sondern er schritt auf dem betretenen Pfade unaufhaltsam weiter.
„Da aber der HErr sah, daß der Menschen Bosheit groß war auf Erden, und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar, da reute cs Ihn, daß Er die Menschen gemach^ harre auf Erden, und es bekümmerte Ihn in Seinem Herzen, und sprach: Ich .will die Menschen, die Mi geschaffen habe, vertilgen von der Erde, vom Mensch, n an bis auf das Vreh und bis auf das Gewürm und bis auf die Vögel unter dem Himmel; denn es reut Mich, daß Ich sie gemacht habe." (1 Mose 6, 5—7.)
Nur Noah fand Gnade vor dem HErrn.
Doch bevor Gott Sein Gericht ausführte, lick Er sie durch Noah zur Butze und Umkclpr nnf- forderu. Aber sie hörten nicht aus die Summe Noahs. Sie fuhren fort, Gott zu reizen durch ihre Bosheit und ihren Ungehorsam. Sie aßen, sie trank tf, sie heirateten, sie ließen sich heiraten, bis auf reu Tag, da Noah in die Arche ging, und kam Oie Sündflut und brachte sie alle um.
So verhärtet und böse der Mensch sich damals zeigte, genau so offenbart er sich heute noch.
Anstatt nach dem Willen Gottes zu fragen, folgt er seinen Lüsten und Begierden und tut den Willen seines bösen Herzens.
Er denkt nicht daran, daß er einst Rechenschaft geben muß von jedem unnützen Wort, das er geredet hat, von allen Gedanken und allen Werken
Und doch hat der Gott aller Gnade Gedanken der Liebe und des Friedens über diesen Menschen. Er will nicht den Tod des Sünders, sondern das; er sich bekehre und lebe. So ivie Gott cm|t einen Bergungsort für alle, die auf Sein Wort hörten und Ihm vertrauten, bereitete, so bat Er auch heute für alle, die an den Namen Seines Sohnes Jesu Christi glauben, eine vollkommene Versöhnung und Errettung vorgesehen Er hat Ihn dahingegeben; Christus kam, um für den Sünder zu sterben, um als das heilige und fleckenlose Lamm, das Gott sich vor Grundlegung der Welt auserwählt hatte. Sein Blut zu vergietzen, welches von aller Sünde reinigt. So wie es in den Tagen Noahs nur einen Ort der Sicherheit für den Menschen gab, die Arche, so gibt es auch heute für ihn nur einen Weg der Errettung, und das ist Jesus Christus. Er ist „der Weg und die


