damals Thessalonich hieß. Es war der Apostel Paulus, der unermüdliche Gottesstreiter mit geistlichen Waffe», der das göttliche Licht des Evangeliums, die Botschaft vom Heil in dem gekreuzigten Christus auch in diese Stadt und das umliegende Land brachte und damit eine herrliche Hilfe all denen, die in Finsternis und Schatten des Todes saßen.
Noch heute leuchtet das Licht, das er dort angezündet hat, durch die beiden köstlichen Briese an die Thesfalonicher, die uns aufbewahrt blieben aus jener Zeit. Kennst du ihren Inhalt, und ward er dir schon einmal zum Prüfstein deines Christentums, ob dasselbe übereinstimmt mit dem, was dort geschrieben steht? Nimm dir doch oft einmal Zeit zu einer stillen Stunde und lies diese beiden Briefe betend mit dem Verlangen, auch solch ein Thessa- lvuicher zu werden, der „das Wort des HErrn auf- nimmt mit Freuden im heiligen Geist auch unter vielen Trübsalen," wie die Jetztzeit solche ja in reichem Maße mit sich bringt; der sich „bekehrt hat zu Gott von all seinen Abgöttern, zu dienen dem lebendigen und wahren Gott und zu warten Seines Sohnes vom Himmel, welchen Er auferweckt hat von den Toten, Jesum, der uns von dem zukünftigen Zorn erlöst." (1. Thess. 1)
Wären wir alle, die den Christennameu tragen, solche Menschen, dann wäre der schreckliche Krieg genüßlich nicht gekommen. So aber trägt ein jedes i nter uns ein Körnlein Schuld mit daran, um derer nullen wir uns in Buße zu beugen haben vor dem l.ett gen Gott. G. H.
K
Der Wuf der Gnade.
Hörst du nicht den Ruf der Gnade,
Der durch alle Welt ertönt,
Seelen lockt vom Sündenpfade Hin zu Dem, der^uns versöhnt?
Eile, rette deine Seele,
Schnell enteilt die Gnadenfrist!
Komm, o komni doch, komm noch heute, Komm zum Heiland, wie du bist!
Wer mag bleiben, wer mag sterben In der Sünde Schuld und Macht? Wer mag sinken ins Verderben,
In des Todes ew'ge Nacht?
Sieh, die Tür znm Paradiese Hält noch offen Jesns Christi Komm, o komm doch, komm noch heute, Komm zum Heiland, wie du bist!
Wo die Sünde rot wie Blut ist,
Soll sie werden weiß wie Schnee;
Wo der Hölle Qual und Glut ist,
Soll verschwinden Angst und Weh. Halleluja! Gottes Gnade Größer als die Sünde ist.
Komm, o komm doch, komm noch heute, Komni zum Heiland, wie dn bist!
Gnaoe,. Gnade, nichts als Gnade Bietet Gott vem Menschen an,
Der sich kehrt vom breiten Pfade,
Glaubend seinem Gott zu nah'».
Wen des Lammes Blut gewaschen,
Ein Geliebter Gottes ist.
Komni, o komm doch, komm noch heilte,
Komni zum Heiland, wie dn bist!
Laß dich lieben, laß dich rette»
Aus dem Totenreich der Welt;
Wirf zu Boden deine Ketten,
Flieh, was dich gefangenhält!
Laß dich länger nicht betören Von des Feindes Lug und List!
Komm, o komm doch, komm noch heute,
Komm zum Heiland, wie du bist!
O, welch Glück ist's, Jhni zu leben,
Der sich gab für uns dahin!
Willst dn nicht dein Herz Ihm gebe»,
Dir zum Lebeil und Gewinn?
Seine Lieb' ist unaussprechlich,
Seine Huld kein Mensch ermißt.
Komm, o komm doch, komm noch heute,
Komm zum Heiland, wie du bist!
Folge doch dem Ruf der Gnade,
Der durch alle Welt ertönt!
Wende dich vom Sündenpfade Hin zu Gott, der dich versöhnt!
Eile, rette deine Seele,
Schnell enteilt die Gnadenfrist!
Komm, o komni doch, komm noch heute,
Komm zum Heiland, wie dn bist. B. K.
Gott erhört Gebet.
Vor nicht langer Zeit trieb ein kleines zerbrechliches Boot mit acht dem Sterben nahen Men- sehen auf dem wilden, tosenden Meere. Es war ein Schifsskapitän mit sieben seiner Matrosen. Das Schiff, auf dem sie sich befunden hatten, war irgend- wo gestrandet, und nur mit knapper Not halten s>e sich, indem sie das Rettungsboot schnell vom Schisse lösten und in daselbe hineingesprungen waren, retten können. Seit acht Tage» waren sie bereits so umhergetrieben, sie waren dem Verhungern nahe und dazu elend von Kälte und Nässe; schon hatten sie die Sprache verloren und konnten sich nur noch gegenseitig durch Zeichen verständlich machen. Am achten Tage sahen sie endlich in iveiter Ferne ein Schiss, und mit der Anstrengung aller ihrer letzten Kräfte zogen sie ein Ruder, an ivelchem sie eine Jacke befestigt hatten, in die Höbe als Zeichen, daß hier sich Menschen in Not und Gefahr befänden.
Allein das Zeichen schien von niemand gesehen worden zu sei», denn alsbald verschwand jenes Schiff ihren Blicken. Gegen Abend, als die See hoch ging und die Sonne im Begriff war unterzugeheu, sahen sie abermals ein Schiff in der Ferne, und von neuem stellten sie ihr Zeichen. Nun galt es im Ernst, sich


