Statt eines Todesurteils empfängt er eine Gnadenbotschaft an seine Mitmenschen.
An diesem Tage gab es eine völlige Veränderung in den Gedanken und im Leben dieses Mannes.
Alles Irdische, was für ihn bis dahin wertvoll gewesen war, verlor seinen Reiz. Für ihn gab es nur noch eins: Christum zu gewinnen und in Ihm erfunden zu werden.
In Damaskus wohnte ein Jünger mit Namen Ananias. Diesen forderte der HErr in einem Gesicht auf, den Saulus von Tarsus in der geraden Straße aufzusuchen, denn „er betet". Obwohl wir annehmen dürfen, daß Saulus schon viele Gebete in seinem Leben hergesagt hatte, so war doch nie vom Himmel her von ihm gesagt worden! „Er betet." Erst jetzt vermochte er in Wahrheit „zu beten". Was können heute alle Gebete nützen, die nicht aus einem Herzen dargebracht werden, das sich erkannt hat in seiner Sündhaftigkeit vor Gott, und das sich beugt und für die Gegenwart Gottes passend gemacht ist? Das erste, gottwohlgefällige Gebet eines Sünders lautet: „O Gott, sei mir Sünder gnädig I" oder: „O HErr, erbarme Dich meiner I"
Ananias erschrak zuerst über den Auftrag des HErrn. War dieser Mann nicht zu dem Zweck nach Damaskus gekommen, um die Jünger zu töten? Doch der HErr tat dem Ananias kund, was Er für Gedanken über diesen Saulus hatte; er solle Seinen Namen verkündigen sowohl vor Nationen als Königen und Söhnen Israels. Jetzt weigerte Ananias sich nicht länger. Er machte sich gleich auf den Weg, gewiß, daß der HErr ihn gesandt. Er legte Saulus die Hände auf, und diesem fiel es wie Schuppen von den Augen. Aus dem Lästerer und Schmäher und Verfolger wurde ein treuer Zeuge Jesu, der von nun an in seinem ganzen Leben nichts anderes zu rühmen wußte als die Gnade Gottes, die sich in der Dahingabe des HErrn Jesu als das Opferlamm für die Sünden der Welt kundgetan hat
Kennst auch du, teurer Leser, diese Gnade?
O. D.
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Aas erste Gebet.
Gott stellt an die gottentfremdeten Sünder keine unerfüllbaren Ansprüche in betreff des Glaubens. Wenn nur ein Mensch, der Gott nicht kennt, die Absicht kundgibt, Gott zu finden, so kommt Gott ihm gnadenreich entgegen. Viele haben in ihrer Not gerufen: „Gott, wenn Du da bist, so offenbare Dich mir!" Welch schwacher Glaube! Und doch gibt es zahlreiche Personen, welchen dies
erste schwache Beten die Eingangspforte wurde, um Gott und ihren Heiland Jesum zu erkennen.
Eine frühere jüdische Lehrerin, Holländerin von Geburt, gebildet und klug, erklärre vor etwa acht Jahren: „Ich glaube an nichts! Ich glaube an keinen Gott, aber wenn es einen Gott gäbe, wünsche ich Ihn zu erkennen " Sie nahm den Rat an, täglich zu flehen: „HErr, wenn Du da bist, so offenbare dich mir!" Ehe ein Jahr vergangen war, war sie zu Jesu bekehrt; sie lebt heute als ein glückliches und treues Kind Gottes. Wo irgend der Mensch sich in Demut vor dem gegenwärtigen Gott beugt und sein Herz den Strahlen des Lichtes und der Liebe Gottes öffnen will, weckt Gott in seiner Seele das Gebet auf. Dies ist der einfache und einzige Weg, auf welchem der Mensch Gott nahen kann. Dazu bedarf der Mensch weder irgendeine besondere Bildung noch Erkenntnis; er naht Gott mit seiner Schuld oder mit seiner Not, mit dem, worin er sich selbst nicht helfen kann und worin Menschen ihm nicht helfen können; er erfährt nun: Gott ist ein Belohner denen, die Ihn suchen, Gott antwortet, Gott hilft, Gott rettet.
Ein alter Christ sagte: „Die erste Erinnerung eines Gebets fällt in meine früheste Kinderzeit. Meine Mutter war krank, und ich bat Gott, sie ge- sund zu machen: am nächsten Morgen war sie gesund." Solche Erlebnisse verwischen sich wohl für eine Zeit durch die Menge der wechselnden Eindrücke in der Kinder- und Jugendzeit, jedoch Gott trägt Sorge, daß ein Mensch, welcher angefangen hat, Gott zu glauben, auf seinem Lebenswege durch Schuld oder Not, durch Leid oder durch Sorge in Lagen kommt, in welchen er gezwungen wird, seine Zuflucht zu Gott zu nehmen und der erlebten Erhörungen zu gedenken. Es ist für alle Kinder Gottes nützlich und lieblich, rückwärts zu blicken in ihr Leben, mit der Frage: „Wann habe ich zum ersten Male Gott augerusen, Seine Antwort und Hilfe erfahren?" Man findet dann, daß das Wirken Gottes an der eigenen Seele bereits lange vor der Bekehrung begann; viele Gläubige können schon in ihrer frühesten Kinderzeit die wunderbaren Züge der Gnade erkennen und manche deutlich erlebte Antwort Gottes auf ihr kindliches Gebet. Dazu aber, daß Jesus Erretter und Alleingebieter werde, bedarf es noch etwas anderes, als in Not und Schwierigkeit die Hilfe Gottes zu erleben. Dazu bedarf es jenes Aufwachens des Gewissens, welches den Sünder überführt von seinem verlorenen Zustande und von dem Gebirge seiner Schuld. Dann erkennt der Sünder den heiligen Gott, der in Christo erschienen, um die Last seiner Schuld und den Fluch seiner Sünde wegzunehmen. Er versteht das große Zeugnis:
Siehe, das Lamm Gottes, welches die Sünde der ! Welt wegnimmt." (Joh. 1, 29) Er ruft Jesuin


