Ausgabe 
20.2.1916
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Kriegszeit das Bibelbuch in dielen Häusern wieder zu Ehren gekommen, wo es zuvor verstaubt und ver­gessen lag. Die Sorge um die Geliebten draußen oder der Schmerz um die schon Gefallenen ließ die Hand sich danach ausstrecken. Ach, wie bedauerte man dann oft, nicht besser Bescheid zu wissen! Wie blätterte man dann oft lange vergeblich, bis sich ein Trostspruch fand! Und wenn dann dieser für den Augenblick das Herz beruhigte, so erhob doch bald Sorge und Schmerz wieder ihr Haupt. Wie kam's, daß das angsterfüllte Herz sich nicht das Wort an­eignen konnte:Alle eure Sorge werft auf Ihn, denn Er sorgt für euch" (1 Petri 5, 7), daß die betrübte Seele es nicht fassen konnte, warum der Gott, der sich die Liebe nennt, ihr das Licht ihrer Augen, ihre einzige Stütze nahm? Ach, sie hatten das Wort noch nicht verstanden:Alle Gottesverheißungen sind Ja in Ihm und sind Amen in Ihm, Gott zu Lobe durch uns." (2 Kor. 1, 20.) Sie waren noch nicht in Wahrheit dem Rufe unseres Heilandes gefolgt: Kommt her zu Mir alle, die ihr mühselig und be- laden seid, Ich will euch erquicken." (Matth. 11, 28.) Nur wer mit seiner Sündenlast zum Kreuze des Heilandes gekommen ist, der kann auch seine Sorgen­last dort niederlegen. Nur wer vom Heiligen Geist das Zeugnis der Gotteskindschaft hat (Rom. 8, 16), der wird sich durch denselben Geist auch all die herrlichen Verheißungen und Trostsprüche zueignen können, von denen die Heilige Schrift erfüllt ist.

Darum, liebe bekümmerte Seele, die du in der Wüste dieses Lebens nach Trost und Erquickung dürstest, komm zu der Lebensquelle, die den Durst auf ewig stillt! Gib dich deinem Heiland zu eigen, der sich dir in Seinem Worte offenbart, dann wirst du durch Ihn den Vater der Barmherzigkeit und den Gott alles Trostes kennen lernen, der uns tröstet in aller unserer Trübsal (2 Kor. 1, 3. 4), ja, du wirst dann auch andere trösten können, die in Trübsal sind, indem du sie zur Lebensquelle führst, denn unser Heiland spricht:Wen da dürstet, der komme zu Mir und trinke! Wer an Mich glaubt, wie die Schrift sagt, von des Leibe werden Ströme leben­digen Wassers fließen." (Joh. 7, 37. 38.)

S. B.

Lebenswasser.

Wie plätschert aus frischer, kristallklarer Flut Den Feldgrauen hier ein Erquicken,

Wie gibt solch ein Quell wieder Frohsinn und Mut, Wie wohl es den wegmüden Gliedern doch tut,

Die gern in Strapazen sich schicken!

Lebendiges Wasser vom himmlischen Thron Hat Gott uns aus Gnaden gegeben,

Er sah, unsre Seelen verschmachteten schon,

Da sandte er liebreich den einzigen Sohn Und nnt Ihm das ewige Leben.

Das Blut Jesu Christi macht frei und macht rein Von Unglauben, Sünde, Verderben,

Es tauch' in die Fluten ein jeder sich ein,

Aus Gott wird von neuem geboren er sein,

Das Himmelreich einstens zu erben.)

Das Wasser des Lebens, auch dir bis zur Stund'

In Jesu Erlösung erschlossen,

Wie macht es von Zweifel und Schwachheit gesund, Wie heilt es, was müde im Herzen und wund!

O sag, hast auch du's schon genossen? Eh. F.

K

Saulus van Tarsus.

Als Saulus feilte schrecklichen Verfolgungen der Jünger Jesu in Juda ausgeübt hatte, da ging er zu dem Hohenpriester und bat ihn um Vollmachten, auch in Damaskus sein Werk ausführen zu dürfen.

Wir lesen in Apg. 9, 1 von ihm:Er schnaubte mit Drohen und Morden wider die Jünger des HErrn." Aber vor Damaskus trat ein besonderes Ereignis ein.

Es war Mittag, aber plötzlich umstrahlte ihn ein Licht aus dem Himmel, heller denn der Sonne Glanz, ein Licht, so blendend, daß er zu Boden stürzte. Und wie er daliegt, hört er die Worte: Saul, Saul, was verfolgst du Mich?" Zitternd fragt er:HErr, wer bist Du?" Er erkundigt sich nicht nach der Bedeutung der Erscheinung, sondern er fragt:Wer bist Du?" Er war sofort über- zeugt, er mußte sich beugen. Es war jemand, vor dem sein Platz am Boden war. Und es war so, denn Der, welcher mit ihm redete, war Jesus, der verherrlichte Gottes- und Menschensohn.Ich bin Jesus, den du verfolgst", Jesus, der von den Menschen verworfene, aber in Herrlichkeit zur Rechten Gottes thronende Sohn Gottes.

Die äußere Wirkung der himmlischen Erscheinung auf Saulus war die, daß er für einige Zeit blind war. Er bezeugt später in seiner Verantwortung zu Jerusalem:Ich konnte vor der Herrlichkeit jenes Lichtes nicht sehen."

Drei Tage lang und trank er nicht. Welche bedeutungsvollen Tage waren das für Saulus! Das Licht der Herrlichkeit Jesu war ihm erschienen und hatte ihn sich selbst, sein vergangenes Leben, seine Feindschaft gegen Gott und seine Auflehnung wider die Jünger und somit wider Jesum selbst erkennen lassen. Ach, er hatte den Messias Israels, den Sohn Gottes, ja, Gott selbst in seinem törichten Eifer verfolgt. Und was wurde ihm dafür? Empfing er die gerechte Strafe für seine Taten? Nein. Anstatt ihn zu verdammen, macht Jesus sich ihm persönlich auf eine nie geschehene Weise offenbar.