r auteii weiter, er wars ßch hm un0 her, er klagte die Strenge des Vaters an und entschuldigte sich selbst. Da trat auch der Vater herein, um sich zur Nachtruhe zu legen. Liebreich fragend blickte er t immervoll auf den geliebten Sohn herab. Dieser Blick überwand den Trotz des Knadenherzens. Er sprang auf, er umfaßte den Arm des Vaters, er drückte seinen Kopf an des Vaters Herz, er bekannte sein Unrecht, er bat mit Tränen der Reue um des Vaters Vergebung. Nun war alles gut, nun schlief er sanft ein!
Heute früh, als es noch dämmerte, da war der Vater an des Knaben Lager getreten und hatte gerufen: „Komm mit, du kannst mir helfen." Wie lange hatte der Knabe sich das schon gewünscht! Und nun heute, nachdem er gestern so getrotzt hatte, nun gerade heute ruft ihn der Vater und nimmt ihn mit sich, und er darf dem Vater helfen. Wie ist da sein Herz voll Dank und Freude! Dicht stellt er sich neben den Vater, und wenn der Sturm gerade ganz besonders mächtig einsetzt, dann blickt er freudig auf zum Vater. Er weiß: „Der Vater stellte mich auf diesen Platz und der Vater ist bei mir." Das gibt ihm Mut, Kraft »üd Freudigkeit.
Lieber Freund, erkennst du dich wieder in diesem Knaben? Trotzest du gegen den Vater und gehst eigene Wege? Willst du dich deni Willen Gottes nicht beugen? Willst du Sein Wort — die Bibel — nicht als Autorität anerkennen? Deshalb findest du keine Ruhe und keinen Frieden! Zum Vater müssen wir reuig kommen, unseren Trotz eingestehen, unseren Eigensinn Ihm abbitten — o, und dann erleben wir es, wie der Vater uns umschließt, wie Seine vergebende Liebe uns umgibt. Ja noch mehr, der Vater sagt zu uns: „Komm mit Mir, du kannst Mir helfen." Der Vater steht am Steuer; Er gibt die Richtung und das Ziel an, und du darfst mit Hand aulegenI Er sagt: „Was du getan hast einem unter den Geringsten, das hast du Mir getan." Ec gibt Gelegenheit jedem und überall. In Wort u >d Tat, in Gebet und Fürbitte, im Erdulden und Stillsein, im Schaffen und Trösten dürfen wir dem Vater Helsen, gerade auf dem Platz, auf dem wir stehen. Will die Kraft uns erlahmen, will der Mut uns sinken, dann blicken wir auf zum Vater und Er ruft uns zu: „Fürchte dich nicht. Ich bin bei dir." Lieber Leser, bleibe nicht trotzend und verzagt in der Ferne stehen; komme reuig zum Vater, Er nimmt dich liebreich an, Er ruft auch d'r zu: „Du kannst Mir helfen."
I. v. Hin den bürg..
K
Jm Sturm errettet.
„Im Jahre 1875," so erzählte ein Schiffskapitän, „hatte ich eine Ladung Petroleum von Bremerhaven nach Danzig zu bringen. Die Be-
latzung bestand außer nur noch aus vier Personen. Am 23. September liefen wir vom Hafen aus. Im Anfang ging alles gut. Als wir aber an die nörd- liche Spitze von Dänemark kamen, erhob sich ein mächtiger Sturm. Die Wogen brausten beständig über unser Schiff hinweg, und wir bemerkten abends, daß dasselbe ein Leck bekommen hatte. Obgleich wir mit allen Kräften mit allen Pumpen arbeiteten, war um Mitternacht das Wasser im Schiffsraum schon vier Fuß hoch gestiegen. Der Sturm war zum Orkan geworden. Die meisten Gegenstände wurden vom Wasser weggespült. In dieser gefähr- lichen Lage ging ich in die Kajüte und schrieb, so gut es ging, einen Abschiedsbrief an die lieben Meinigen. Den Finder der Zeilen bat ich, dieselben an die angegebene Adresse gelangen zu lassen. Da- nach rollte ich das Papier zusammen, steckte es in eine leere Flasche und korkte dieselbe zu.
Als es Tag wurde, sahen wir ein segelndes Fahrzeug in unserer Nähe Hintreiben. Wir' gaben gleich Notsignale, worauf das Fahrzeug möglichst dicht an uns heranzukommen sich bemühte. Aber alle von der Mannschaft dieses Schiffes gemachten Anstrengungen blieben erfolglos. Wir konnten leider nicht so nahe zusammenkommen, daß eine Rettung möglich gewesen wäre. Da plötzlich wurde unser Schiff von einer mächtigen Woge getroffen, dasselbe neigte sich zur Seite, und das Wasser lief natürlich auch über uns hin. Langsam sank unser Schiff auf die Seite, so daß die Raaen in die See reichten. Meine vier Männer banden sich an der Windseite des Schiffes fest, und auch ich wollte solches tun. hatte jedoch zu meinem größten Schreck das Tau zu kurz abgeschnitten. Es ivaren schreckliche Augenblicke. Das Kajütendeck war aus dem Schiff gebrochen und trieb, das Unterste zu oberst, dicht an der vom Winde abgeivandten Seite des Schiffes hin.
Noch heute ertönt das Schreien meiner Leute schauerlich in meinen Ohren. Ernste, herzergreifende Gebete Liegen zu Gott empor. Nach einiger Zeit sah ich eine mächtige Welle heranstürmen. »Haltet euch fest!« ries ich meinen Leuten noch zu. Dann befand ich mich im Wasser und trieb auf der stür- mischen Meeresfläche hin. Ich sah nun, daß die Wogen unser Schiff ganz umgestürzt hatten. Meine Gefährten, die sich an das Wrack angebunden hatten, waren mit demselben in die Tiefe gerissen worden.
Es gelang der Mannschaft des anderen Fahr- zeuges, mich auf Deck zu ziehen. Auf den Knien dankten wir alsdann Gott für diese wunderbare Rettung.
Ich fahre noch immer zur See, aber stets in dem festen Bewußtsein, daß Jesus der Steuermann meines Lebensschifsleins ist;' der mich endlich nach allen Stürmen in den ewigen Friedenshafen bringen wird. Dort wird kein Sturni mehr mein Schiff treffen, jedes Segel und Tau wird abgetan sein.


