Ausgabe 
6.2.1916
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jemand zu hindern vermochte, schwang er sich über das Brückengeländer und verschwand in der Tiefe. Im Augenblick, als er wieder anftauchte, ergriffen ihn aber die Fäuste einiger Fischer und zogen ihn in einen Kahn. Der Mann war sehr ungehalten darüber, daß er sein Vorhaben nicht hatte ausführen können; er ging aber, als man ihn ans Ufer gebracht hatte, nach Hausen

Nach einigen Wochen war die Frau wieder einmal mit ihrem Töchterchen allein zu Hause. Ob­schon die Turmuhren bereits die Mitternachtsstunde angekündigt hatten, kam doch kein Schlaf in die Augen der jungen Frau. Als die Uhr drei schlug, da ging es wieder wie an jenem traurigen Abend. Es erfüllte sie Todesangst über ihren Mann, und betend warf sie sich wieder am Bettchen ihres Kindes auf die Knie.

Zu derselben Stunde stand ihr Mann wieder auf der Brücke des Stromes; und zum zweitenmal schwang er sich über das Geländer und verschwand in der Tiefe. Alles war totenstill. Kein Mensch hatte den Lebensmüden versinken sehen. Ach, armes, beten­des Weib, wird dein Gebet auch jetzt Erhörung finden können? Der Körper kam hoch und sank wieder unter; bereits war das Bewußtsein ge­schwunden. Da glitt ein Kahn über die Wellen; es waren Landleute, die mit ihren Produkten in die Stadt fuhren. Plötzlich bemerkten diese den mensch­lichen Körper, und alsbald hatten sie ihn in den Kahn gezogen. Sie brachten den Bewußtlosen in ein Krankenhaus, und nach einigen Belebungsversuchen schlug er die Augen auf. Er war zum zweitenmal gerettet.

Was mochte es nur' sein, das diesem Manne die Lust zum Leben raubte? Es war kein unglück­liches Eheleben; die Gatten verband die innigste Liebe mit einander. Es war auch nicht Armut, denn der Mann hatte als Postbeamter ein gutes Aus­kommen. Was war es? Der Alkohol raubte dem Manne die Freude am Leben. Mehr und mehr war er ans Trinken gekommen, und er sah, wie seine Gesundheit, sein Dienst, seine Familie entsetzlich darunter litt; und es war ihm klar, daß er dem völligen Ruin entgegenging. Er glaubte nur noch einen Ausweg zu haben, den Selbstmord.

Aber Gott fei Dank! er hat einen an­deren, den rechten Ausweg gefunden. Gott hat Leute in sein Haus gesandt, die ihm von Jesu erzählt haben, der die Macht und die Gewalt der Sünde gebrochen hat. Wenn ich mir heute einen glücklichen Mann und eine glückliche Familie vorstellen will, dann denke ich an den, der zweimal in der Absicht des Selbstmordes in den Strom sprang und dann bei Jesu Rettung fand.

N

Rechtzeitig gerettet.

In den Bergen, die die Stadt A. einschließen, wohnte ein gläubiger Bauer, der um seines Glau­bens willen viel Spott zu tragen hatte. Ein junger Mann, der in einem noch höher gelegenen Dorfe wohnte, stieg eines Tages herunter und traf auf dein Wege mehrere seiner Freunde und unter ihnen den Christen, den er kannte. Seit einiger Zeit be­schäftigte er sich mit seiner Seele und seinem Zu­stand vor Gott. So bat er den Bauer, auf ihn zu warten und mit ihm nach Hause zu gehen. Glück­lich über die ihm gebotene Gelegenheit, von seinem HErrn Zeugnis abzulegen, willigte er gern ein. Als sie sich auf den Weg machten, sprachen sie von den Fragen über die Ewigkeit. Der Zeuge Gottes sprach von dem Heil, das Christus am Kreuz auf Golgatha vollbracht hatte, und das jedem gehört, der da glaubt. Er sprach auch von der Liebe Christi, die sich selbst dahingegeben hat, um die Sünden der Welt zu sühnen. Als sie einen Augenblick still gewesen waren, sagte der junge Mann plötzlich zu seinem Begleiter: Wenn es so ist, so bin ich gerettet!"

Sehen Sie sich vor," sagte der Bauer,daß Sie Ihr Vertrauen nicht auf Ihre Gefühle, Ihre Rüh­rung oder Religion setzen, sondern stützen Sie sich auf Christum allein. Er allein hat das Werk zu Ihrer Errettung vollbracht. Durch Seinen Tod am Kreuz hat Er die Sünden der Welt auf sich genommen und den Weg zum Himmel frei gemacht. Wenn Sie an Ihn allein glauben und sich auf Ihn allein stützen, so sind Sie wirklich gerettet, denn Gott hat in Seinem Wort gesagt: »Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben.«" (Joh. 3, 36.)

Wenn es so ist," sagte der junge Mann,so versichere ich Sie, ich bin gerettet, denn ich glaube an den Sohn Gottes und glaube, daß Er für mich gestorben ist."

Jetzt trennten sie sich, und der junge Mann ging auf den Weg, der ihn nach Hause führen sollte. Doch er kam dort nicht an, denn nach zehn Minuten fiel er ohne Bewußtsein hin. Am nächsten Morgen fanden ihn einige vorübergehende Leute und machten Wiederbelebungsversuche. Er lebte noch, starb aber denselben Vormittag, und seine Seele erhob sich, um ewig bei dem HErrn zu sein.

Gott hatte in Seiner unendlichen Liebe diese Seele gerade zur rechten Zeit geweckt, um geredet zu werden.

Mein Freund, der du diese Zeilen liest, du kannst genau so schnell wie der junge Mann in unserer Geschichte vom Tode überrascht werden; bist du bereit, Gott zu begegnen?

Dieses kleine Blättchen kommt von Ihm, um dir zu sagen: Laß dich versöhnen mit Gott!Jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils." (2 Kor. 6, 2l sHeute, so ihr Seine «Stimme