Wieviel können wir aus dem, was Gott uns jetzt vor Augen stellt, lernen I Er hat uns ganz gewiß durch bte große Zeit etwas zu sagen, etwas, was uns zu hören bitter nottut.
Wir haben jetzt die beste Gelegenheit, unsere Stellung zu unserem himmlischen König, zu dem Herzog unserer Seligkeit an dem, was sich auf der irdischen Linie so handgreiflich vor unseren Augen abspielt, einmal nachzuprüfen.
Unser himmlischer König ruft uns mit heiligem Ruf in Seine Gefolgschaft. Bei Ihm gibt es keinen Zwang, keine Verpflichtungen. Er wirbt um die Seele, und wer Ihm ja sagt, tut es aus freiem Ent- schluß, überwunden von Seiner Liebe. Seine hoheits. volle Heilandsgestalt mit dem Auge voll brennender Liebe, den durchgrabenen Händen, Worte voll ewigen Lebens auf den Lippen, steht vor dem kleinen, sün- digen Menschlein, das sich mit seiner Sündenbürde schon solange herumträgt.
Der Kriegsfreiwillige legt dem König sein Ge- lübde der Treue ab. Das bedeutet Hingabe des ganzen Menschen, so lange, bis der Heerführer den Sieg errungen hat. Der Soldat hat das Bestimmungs. recht über sich verloren. Er muß sich von dem lösen, was ihm das Liebste auf Erden ist. Und der HErr Jesus sagt: „Wer nicht absagt allem, was er hat kann nicht Mein Jünger sein." Bedeutet es vielleicht kein äußeres Scheiden, so bedeutet es jedenfalls ein inneres Lösen bis zu der Linie hin, die Gottes Wort unseren irdischen Verhältnissen gezogen hat nnd die ist erst dann erreicht, wenn Gott in allen Stücken den Vorrang hat, wenn man Ihn mehr fürchtet, liebt und vertraut als dem geliebtesten Menschen. Levi, der Zöllner, stand auf, verließ alles und folgte Jesu nach. Hast du, teurer Leser, den Ruf Jesu vernommen? El. H.
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Ich fit« öereit.
Als im August 1914 unser Kaiser und König nach vergeblichen Bemühungen, dem Vaterland den Frieden zu erhalten, den Mobilmachungsbefehl aus- gehen ließ, tat er es in dem Bewußtsein, daß Heer und Flotte bereit, schlagfertig seien, um sofort dem Feinde entgegenzurücken. Reservisten, Landwehrleute, Freiwillige in großer Zahl folgten dem Rufe des Königs, die Tränen der Angehörigen, bürgerliche Verpflichtungen durften die Tapfern nicht aufhalten; Leib und Leben, Gut und Blut gaben sie willig hin fürs inniggeliebte Vaterland. Und draußen, bei den schweren und gefährlichen Aufgaben auf den Schlachtfeldern, wiederholte es sich immer von neuem: Hier l Ich bin bereit I Bereit zu allem I
Es ist etw's Großes, Herrliches um solche Bereitschaft. Bereit sein ist alles I Die deutschen Frauen * !n " Jungfrauen standen den Männern und Jüng
lingen nicht nach; zu Tausenden kamen sie, um dem Vaterland zu dienen an den Opfern, um Wunden verbinden und heilen zu helfen. Und die Mütter und Frauen daheim wurden bereit, ein schweres Lot der Vereinsamung aufzunehmen, als das Furchtbare geschehen war, von dem die zurückkommenden Liebeszeichen der Verwundeten, Vermißten und Gefallenen erschütternde Kunde brachten.
Und als der Krieg sich in die Länge zog, als Opfer um Opfer gefordert, als an die wirtschaftliche Kraft des Volkes große Anforderungen gestellt wur- den, um den bösen Rat der Feinde zunichte zu machen, da fand sich unsere Nation von neuem schlagfertig, bereit zum Aushalten und Durchhalten.
Als der Apostel Paulus das Wort: „Ich bin bereit!" (Apg. 21, 13) aussprach, handelte es sich nicht um ein irdisches Vaterland, da galt es, Leiden und Verfolgungen zu ertragen. Paulus war ein Erlöster und ein Knecht Jesu Christi, dessen Reich und Herrschaft in den Herzen auszurichten er berufen war. Er schämte sich des Evangeliums von Christo nicht, der Kraft Gottes, die da selig macht alle, die daran glauben. Ob wir auch alle bereit wären, um Jesu willen zu leiden und Opfer zu bringen fürs himmlische wie fürs irdische Vaterland? Und doch ist es der Heiland allein, der Sohn Gottes, der uns den Zugang zu dem unvergänglichen Reiche des HErrn geöffnet hat Ohne Ihn ist das Leben hoffnungslos, ohne Trost, ohne Kraft und Licht; ohne Ihn müßten wir ewig verderben durch die Sünde, die uns von Gott trennt. Jesus hat die Scheidewand abgebrochen. Er verließ die Herrlich, keit beim Vater, bereit, zu leiden und zu sterben für verlorene Sünder. Durch Seine Wunden sind wir errettet.
Hast du das erkannt, lieber Leser, daß uns Gott um Jesu willen Gnade und Vergebung schenkt, dazu das ewige Reich des Friedens, ein unvergängliches, unverwelkliches Erbe im Himmel? Bist du bereit, nachdem du die Gewißheit und das Glück eines Begnadigten und Erlösten erlangt hast, um des Namens Jesu willen Spott und Hohn, Verluste und Leiden aufzunehmen? Hast du wirklich erlebt, daß Jesus dein Retter vom ewigen Verderben ist, so wird Sein Geist in dir auch solche Bereitschaft wirken.
Im Zerfall der Weltreiche bereitet sich das wunderbare Friedensreich Jesu Christi vor, in die Erscheinung zu treten mit der Wiederkunft des HErrn. Die Seinen werden Ihm dienen und Sein Angesicht sehen; Sein Name wird an ihren Stirnen sein. Der sie liebt und gewaschen von den Sünden mit Seinem Blut, hat sie zu Königen und Priestern gemacht! Bist du bereit, um solcher Seligkeit willen alles für Schaden zu achten, um Jesum zu gewinnen und teil haben zu können am Königreich des Sohnes Gottes? Bist du bereit, Ihm entgegenzugehen? Wirft du nicht zuschanden werden bei Seiner Wiederkunft?


