Ausgabe 
9.1.1916
Seite
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O, was für eine Liebe hat sich darin geoffen- bart, daß Gott Seinen eingeborenen Sohn gab! Also hat Gott die Welt geliebt."

Nicht Sein Sohn ist Ihm zu teuer,

Nein, Er gibt Ihn für uns hin,

Daß Er uns vom ew-gen Feuer Durch Sein heilig Blut gewinn'."

Wenn man von der Erlösung redet, dann denkt man gewöhnlich nur an das Opfer, das Jesus für uns gebracht hat. Aber was für ein Opfer hat der Väter im Himmel für uns gebracht, als Er Seinen Sohn gab! Er wußte ja, was die Menschen mit Ihm tun würden. Er wußte, daß sie Ihn martern und kreuzigen würden. Und obwohl Er das wußte, hat Er das Opfer doch gebracht.

Was mag das für ein Schmerz gewesen sein für das Herz des Vaters, als die Hammerschläge von Golgatha tönten, die Seinen Sohn ans Kreuz hefteten! Wie haben da die Engel ihr Angesicht verhüllt, als sie hörten und sahen, wie der Heiland litt! Und als dann aus der tiefsten Seelennot der Schrei gen Himmel tönte:Mein Gott, Mein Gott, warum hast Du Mich verlassen?" Dieses erduldete der Sohn Gottes für dich und für mich. E. M.

L

Aie Macht der Sünde.

Zs. war einst als kräftiger Jüngling aus seinem Elternhause in die Fremde gezogen. Bald verdiente er ein schönes Stück Geld auf einem Gut am Rhein, von wo er täglich einigemal Milch zur Stadt zu fahren hatte. Aber die Wirtshäuser an der Straße und in der Stadt lockten ihn, und die Sonntage mit ihren Vergnügungen umstrickten ihn. Nach eini­gen Jahren kehrte er heim, mit Schimpf und Schande entlassen, da er sich an der Kasse vergriffen hatte. Ein Opfer der Welt- und Fleischeslust! Freiwillig trat er bald bei der Truppe ein. Dort hielt er sich gut, so daß er nach einem Jahre zum Gefreiten befördert wurde, dann jedoch verfiel er in sein altes Sündenleben. Strafe folgte auf Strafe. Die Ge­freitenknöpfe wurden ihm genommen. Als er zur Reserve entlassen wurde, hatte rr allen Halt ver­loren. Seiner Mutter, sie war eine Witwe, machte er durch Unzucht und Trunksucht nur Kummer, statt ihr beizustehen. Ein Stück Land nach dem anderen mußte verkauft werden, der Hof ging mehr und mehr herunter. Alle Bitten und Mahnungen der Mutter prallten wirkungslos an ihm ab. Mehrere Jahre trieb er es so. Durch sein wüstes Leben zog er sich ein Rückenmarksleiden zu, das ihn ans Lager fesselte. Einer der ehemaligen Spielgenosfen dieses armen Trinkers kam damals in das Heimatsdorf, rr erzählt: So traf ich den einst blühenden Nach- ^arssohn, ein Bild des Elends, als ich meine Eltem a-iochte. Er ließ mich rufen. Ich ginq *11 chm.

Als ich an sein Bett trat und ihm die Hand reichte, ging eine Bewegung wie Reue durch fein Herz. Ich habe dich rufen lassen," sagte er,du bist nun in D., ich war in der Nähe dort. O sage allen jungen Leuten, was du an mir siehst: einst wollte ich fluchen, jetzt muß ich es. Einst wollte ich trinken, jetzt muß ich saufen. Du bist zu den Frommen gegangen, ich bin zum Saufen übergegangen. O warne alle vor dem ersten Schritt!" Diese Worte sagte er mit knirschenden Zähnen, unter entsetzlichem Fluchen, wenn seine Schmerzen groß wurden. Die Branntweinflasche lag neben ihm im Bette, seine Mutter stand weinend dabei. Ich ermahnte ihn, bat, alles nützte nichts. Er war verstockt. Ein Opfer des Branntweins! Nach einigen Wochen erhielt ich die Nachricht, daß er ohne Buße gestorben sei.

Die gleichen Tatsachen spielen sich fast in jedem Dorfe immer wieder ab, in den Städten dutzend­weise. Unter das Leben vieler einst blühender Men- schen, unter das zerbrochene Glück vieler Ehen kann man die Unterschrift setzen: Der Besieger war der Alkohol.

Was bezeugen diese ruinierten Familien, diese zerbrochenen Menschenleben, diese geknickten Hofs- nungen? Daß wir in einer Welt des Todes und der Sünde leben, wo Satan Fürst ist. Als Jesus, der Sohn Gottes, Sich selbst und die Geschichte des Menschengeschlechtes im Gleichnis vom barm­herzigen Samariter darstellte, da zeichnete Er den verlorenen Sünder im Bilde des Mannes, der unter die Räuber gefallen war und hoffnungslos verwun­det, beraubt, halbtot an der Straße liegenblieb. Der Mörder von Anfang" streckt den Sünder nieder, welcher auf der Lebensreise dem himmlischen Jeru­salem den Rücken gewandt hat und hinabgeht, der Stadt des Fluches entgegen hinab, hinab, hinab! Hört: ein Retter ist erschienen, um aus aller Gewalt Satans, der Welt und der Sünde die verlorenen Sünder zu erretten und zu befreien: Jesus!

Er kam bis an die Stätte, wo der zu Tode verwundete Mann lag, und ward innerlich bewegt. Er kam auch bis zu dir, Ihn jammert deines Sündenelends. Du, der noch bewahrt blieb vor den Ketten des Lasters, und du, der du dich gebun­den siehst mit schier unzerreißbaren Stricken, liefere dich Seinen Retterhänden aus, laß dich von Seinem Erbarmen ergreifen! Es ist in keinem anderen Heil, und kein anderer Name ist dem Menschen gegeben, um errettet zu werden, als der Name dieses großen Samariters Jesus. Wer diesen Namen anrufen wird, der soll errettet werden. Gott sagt es! Da kommt jeder, der sich Jesu anvertraut, wie schwach er auch sein mag, in völlige Sicherheit. Jesus heilt die Wunden, welche die Sünde schlug, und führt den Erretteten in eine Herberge, in die Gemeinschäft wahrer Christen, wo er gepflegt und gestärkt werden soll.