Ausgabe 
9.1.1916
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der ewige Gottessohn, für die Sünder gestorben ist. Da offenbart sich die Liebe Gottes.

Diese Liebe Gottes ist nicht ein bloßer Gedanke, sondern sie ist eine Tat, die Gott vor aller Welt getan hat. Er hat Seinen Sohn gegeben.

Seit Christus Mensch geworden und für unsere Sünden gestorben ist, geht kein Mensch, der die Predigt von Gottes Sünderliebe in Christo gehört hat, um seiner Sünden willen verloren, sondern um feines Unglaubens willen. Alle, die an den Sohn glauben, sollen nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. An den Sohn glauben heißt: Ihn als die Gabe Gottes annehmen. Du mußt glauben, der Heiland ist für mich da. Sein heiliges Opfer am Kreuz, für die Sünden der Welt gebracht, ist für mich geschehen. Der Auferstandene lebt für mich. Dir verherrlichte Menschensohn ist mein Hoher- priester. Er ist das ewige Leben für alle, die an Ihn glauben. Er teilt sich ihnen mit, so daß sie es wirklich und wahrhaftig erfahren dürfen: Gott liebt mich. Ja, der gekreuzigte Christus ist unsere Er- rettung. Wahrlich, hier ist Grund zur Beugung vor Gott und zu dankbarer Anbetung. O. D.

K

Wir find verloren.

Die erste Wahrheit, welche uns Gott in der Bibel bezeugen läßt, lautet: Wir sind verloren. Das ist noch keine frohe Botschaft. Das ist eine furchtbare Kunde, aber wir werden nie das Wort vom Kreuz als eine frohe Botschaft annehmen und glauben, wenn wir nicht erst dieser Wahrheit zu­gestimmt haben: Wir sind verloren.

Wo steht das geschrieben? Das sagt Gott in alten Zeiten zu Noab.Das Dichten des mensch­lichen Herzens ist böse von Jugend auf," so heißt es 1 Mose 8, 21.

Und Jesus Christus, der Herzenskündiger, der da wußte, was im Menschen war, sagt von dem mensch­lichen Herzen:Aus dem Herzen kommen arge Ge- danken: Morde, Ehebrüche, Hurereien, Diebereien, falsche Zeugnisse, Lästereien." (Matth. 15, 19.) Der HErr will damit sagen, daß nicht nur diese mit Worten aufgezählten Sünden im Harzen ihren Ur­sprung haben: Mord, Ehebruch usw, sondern alles, was mit ihnen zusammenhängt, alles, was ihnen vorhergeht, alles was dazu führt und verführt.

Und der Apostel Paulus sagt, indem er an alt- testamentliche Schriftworte erinnert:Da ist nicht, der gerecht sei, auch nicht einer; da ist nicht, der verständig sei; da ist nicht, der nach Gott frage; sie sind alle abgewichen und allesamt untüchtig geworden; da ist nicht, der Gutes tue, auch nicht einer." (Röm. 3, 1012.) Und wenn er seinen Blick gleiten läßt über die ganze Welt, über Juden und Heiden, dann sagt er:Es ist hier kein Unter­

schied; sie sind allzumal Sünder und mangeln de- Ruhms, den sie an Gott haben sollten." (Röm. 3, 23.)

Damit hat er uns allen das Urteil gesprochen. Da kann niemand sagen: Das trifft mich nicht, das gilt mir nicht. Zweimal sagt er, um das völlig auszuschließen:Auch nicht einer."

Und so ist die Heilige Schrift voll von Urteilen über uns. Ist das nicht geradezu ein Todesurteil für uns, wenn Paulus an die Galater schreibt: Verflucht sei jedermann, der nicht bleibt in alle- dem, das geschrieben steht in dem Buch des Gesetzes, daß er's tue"? (Gal. 3, 10.) Wenn wir ehrlich sind, dann müssen wir doch eingestehen, daß wir nicht geblieben sind in alledem, was geschrieben steht in dem Buche des Gesetzes. Und wenn wir nicht in allem geblieben sind, wenn wir nicht alles erfüllt und gehalten haben, was sind wir dann? Dann sind wir verflucht I Wer sagt das? Das sagt Gott durch Seinen Heiligen Geist. Und was wartet auf dieVerfluchten"? Das ewige Feuer! (Matth. 25, 41)

Ob du das nun glauben willst oder nicht, das ist die Wahrheit. Die findest du auf jedem Blatt der Bibel. Das ist die Ansicht, die Gott von uns hat: Verloren, verflucht!Böse von Jugend auf."

Wir sind Kinder Adams unserer irdischen Ab­stammung nach. Und Adam hat sich von Gott los­gesagt durch seinen Ungehorsam. Er hat sich auf­gelehnt gegen den guten, heilsamen Willen Gottes. Er hat dem Teufel den Willen getan. Und so ist er der Stammvater einer Menschheit geworden, die 'abgefallen, die abtrünnig ist von Gott. Es ist eine gefallene Menschheit, zu der wir gehören.

Und da helfen alle eigenen Bemühungen und Bestrebungen nichts. Daran ändert alle Frömmig- feit und Religiosität nichts wir sind verloren. Wir haben die Sünde geerbt, und wir haben sie auch getan in Worten und Gedanken und Werken, in Begehung und in Unterlassung, aus Schwachheit und auch mutwillig, in Übereilung und mit Vorsatz. Wir haben gesündigt.

Weißt du das? O, das sind drei schwere Worte, bis ein Mensch die sprechen lernt, hat Gott un- sagbar viel Mühe, die drei Worte heißen: Ich habe gesündigt! Hast du diese drei Worte schon sprechen gelernt? Hat dich Gott schon davon überführen können?

Das ist eine furchtbare Stunde, wo man zu dieser Erkenntnis kommt, wo man es Gott glaubt und Seinem Worte recht gibt: Ich bin verloren!

Wer das erkannt hat im Lichte des Wortes Gottes:Ich bin verloren", für den gibt es eine frohe Botschaft". Und die lautet: Für eine ver- lorene Welt hat Gott in Christo Jesu eine wunder- bare Erlösung vollbracht.Gott war in Christo und versöhnte die Welt mit Ihm selber." (2 Kor. 5, 19.)