Ausgabe 
9.1.1916
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i Aufwärts! 1

kemrinsevaftsblatt für kessen. *

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Verlag Oer kuctzbanaiung aer Pilgermission Kietzen.

Redakteur: Stadtmissionar Herrmann-Kießen. Mitarbeiter:

Pfarrer Srerber-Caske!, Psari er LlraiiL-Leipjig u. d. Prediger d. Pilgermiision. Druck v. I. (st. Dncken stlachs., G- m. b. H., Cassel.

Nr. 2.

Sonntag, den 9. Januar 1916.

9. Jahrg.

An Wolfsgefahr.

Ein Wanderer auf den winterlichen Schnee­gefilden Rußlands ging mit rüstigem Schritt dem wärmenden heimatlichen Herde zu. Schon hörte sein Sinn von fern die jubelnden Grüße der Seinen, die sehnend seiner Wie- derkehr yurrten. Da trägt derschneidende Ost Töne an sein Ohr, die ihn ernst erschrecken. Schär­fer lauscht er hin.

Sind es nur die klagenden Stimmen des Sturmes, der sich irgendwo an hohem First oder stämmigem Wald gehemmt sah, die nun ängsten mögen ein einsam Gemüt?

Rein, er vernimmt es deutlich: es ist das ferne Geheul eines beutegierigen Wolfsrudels, das, von Windesfittichen getragen, schon

näher scheinen möchte, als es wirklich ist. Dennoch erbebt er vom unheimlichen Graus, da er weiß, in welch ungestümem Lauf diese wilden Räuber der menschlichen Fährte folgen, wenn bei Schnee und Frost nagender Hunger sie grimmiger macht denn sonst. Und wo soll in menschenleerer, unwirter Gegend der einsame Wanderer Schutz und Wehr finden vor reißenden, unersättlichen Wolfszähnen? So packte ihn mächtig die Furcht, und je weiter er schreitet, um so angstvoller schaut sein Blick nach

Zuflucht und Rettung aus. Näher und naher kommen die Wölfe, nichts kann ihn darin täuschen. Schier verzagt er an seinem Leben, da gewahrt sein Auge ein Kreuz am Wege. Dahin nimmt er seine Zuflucht, und dort oben auf dem Kreuzholz findet

Vi .

er Bergung vor den blutdürstigen Bestien, die schon in Sichtweite erschienen. Wohl umringen sie das Kreuz mit schrecklichem Geheul, doch sie vermögen ihm nicht zu schaden und ziehen endlich zähne­knirschend weiter, um anderwärts Beute zu suchen.

Das Kreuz war die Rettung dieses Mannes. Doch >vir wollen dabei an ein anderes Kreuz denken, welches der barmherzige und gnädige Gott jedem Menschen an seinen Lebensweg gestellt hat. Es ist das Kreuz von Golgatha, das Kreuz, woran Jestrs,