Ausgabe 
30.6.1939
 
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ßreitag, den 50. Juni

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Jahrgang 1959

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SGHICKSALSTAGE FRANKREICHS 1917 Em Bericht von p. -.Lttighoffec Lvptzright 6 y Bertelsmann Gütersloh 4. Fortsetzung.

Letzte Vorbereitungen zur Schlacht.

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Der deutsche Ruchzug in die Slegsriedstellung hat zwischen Oise lisne neue Verhältnisse geschossen. Der linke Flügel des Nivelleschen S-roßangrisss wird nun nicht mehr an der Oise liegen, sondern an der tvfsaux-Ecke. Von dieser Frontstelle nach rechts herüber bis Moronvilliers tr. der Champagne sind seit Mitte Februar fieberhafte Vorbereitungen im ß-ange. Das Trommelfeuer soll viele Tage dauern. Die Artillerie wird in mehreren Linien sinnvoll gegliedert stehen. Es kommt darauf an, die Kinenwerfer so dicht wie nur möglich an die deutschen Gräben heran- chchieben, vielleicht sogar bis in die vordersten französischen Stellungen, eilt alle diese Waffen müssen Bettungen gebaut werden. Die Munition Ixrf nicht im Freien liegen, sondern mutz in tiefen Stollen splitter- und i uersicher untergebracht werden.

Zwischen der Lafsaux-Ecke und Reims werden 5345 Geschütze auf- liteüt, das heißt, durchschnittlich auf je acht Meter ein Feuerschlund, ledem dieser Geschütze stehen ungezählte Munitionsmengen zur Ber- igung. Es braucht nicht gespart zu werden. General Nivelle hat nicht reuiger als 6'/- Millionen Feldartillerieschuß für den Angriff an- esordert.

Tag und Nacht werden die Granaten in endlosen Zügen herangefäh- im, ab geladen und durch anamitische Trägerkolonnen in die frisch- i-bauten Batteriestellungen gebracht. Dann rollen schwere Vier- und iechstonnen-Lastwagen an. Ihre Federn ächzen unter dem Gewicht der Granaten. Diese Lastwagen bringen 1 778 000 Schutz schwerer und schwer­er Kaliber. Auch diese Munitionsmengen müssen bis zum Tage des imgriffs, bis zumTag I", verschossen fein. Alsdann wird man eine Mite« gleich große Menge längst wieder bereitgestellt haben, um die Wbringenben französischen Sturmtruppen durch wirksame Feuerkraft zu i eiterstützen.

, Nicht genug! Eine Million Grabenminen stehen bereit. Ihr höllisches brachen wird den Menschen da drüben die letzte Besinnung rauben. Eine IMillion Grabenminen auf einer Frontbreite von noch nicht ganz 50 Kilo- | Metern. Welche Furchtbarkeit, welches Entsetzen! Wird ein einziger Mensch l lebend dieser Hölle entrinnen? Wird überhaupt noch eine Fliege, eine - Satte, eine Laus am Leben bleiben?

Nein, alles Leben wird erstarren und ersterben unter dem Donner r»n 1778 000 Schutz schwerer Granaten, unter dem höllischen Zischen : nd Krachen von 6% Millionen Feldartillerieschuß, unter dem Nieder- » nachten von einer Million Grabenminen. Neunmillionenzweihundertacht- andachtzigtausend Explosionen werden die 50 Kilometer dieses deutschen irontabschnittes erschüttern. Mehr als 180 Explosionen auf den laufenden Keter Frontlänge werden es fein. , n s.

Hat die Menschheit solche Schrecken schon einmal erlebt? Wird es ftB-'i-r, sein, diese Hölle noch zu steigern? Der große Plan muß gelingen. Ihb Ni re lies Kavalleriemassen werden ungehindert über ein Totenfeld tiiten und Furcht und Schrecken im Hinterland verbreiten.

Außer den angegebenen Munitionsmengen liegen noch etwa 20 Millio- n n Gvanatcn aller Kaliber als Ergänzungsmenge bereit. Es wird mog- Ich fein, täglich weitere 400 Eisenbahnwagen Munition zu liefern. Die Erstürmenden Jnfanteriemassen bergen in den Munitionskalten ihrer ' -I aschinengewehrabteilungen 170 Millionen Infanterie-Patronen.

An der Spitze der Angriffswelle sollen auserlesene Stoßtruppler schrer- Saft 7 Millionen Handgranaten werden sie mitschleppen, m Sand- l Wen quer über der Brust. Die gefürchteten Gewehrgranaten werden |-iini Vorgehen auf die Stellungen des Gegners niederprasfeln und dort | enen Regen von Tod, Feuer und 3V» Millionen Explosionen ausspeien. | » ZweimillionenfechshuNderttausend Franzosen werden mit Wucht den 7 'Sriff in die deutschen Linien tragen. Allein im engeren Rahmen der | r -rchbrachsschlacht, im Aisne-Bogen, werden 1200 000 Baionette funkeln

, als starrender Wald von stahl und Willen den erschütterten feld- ! 3 muen Gegner vor sich hertreiben. . ..... ..

I lu/*1® dann werden 5 Kavallerie-Divisionen, glänzend ausgerüstet, imr rilten dfnrdematerial, in die Bresche springen und werden reiten, reiten,

dem linken Flügel der gewaltigen Schlacht sollen 100 000 Belgier Mchen Dixmuiden und Steenstraate den Totentanz gegen die feldgraue -röfsuen, zusammen mit den 1800 000 Tomnties des Feld- Wrschall Haig.

Biermillwnenfünfhunderttausend allierte Soldaten werden zweimillio- nensiebenhuirdertdausend Feldgrauen gegenüberstehen. Es wird unmöglich fein, diesmal nicht zu siegen!

Die Zeit der letzten großen Schlacht naht. Geld oder Arbeitskraft oder sonstiger Aufwand zählen nicht. Große Umgehungsbahnstrecken find gelegt.

Auf 420 Kilometer Normalspurbahn bringen 872 Eisenbahnzüge mit zusammen mehr als 26 000 Wagen die erste Munitionsrate heran in den Bereich der Feuerzone.

Von hier aus rollen Tausende von Loren auf 50 Kilometern neu gelegter Schmalspurbahn bis in die einzelnen Munitionsdepots. Fast 100 Kilometer Straßenbau find im Aufmarschgebiet notwendig geworden.

Einerlei, spielt Überhaupt keine Rolle. Es spielt auch keine Rolle, daß Über den Aisne-Kanal und die verschiedenen mehr oder weniger breiten Wasserläufe, die von Osten nach Westen hinziehen, 4500 laufende Meter schwere Brücken, 1160 Meter Uebergänge für die Artillerie, 460 laufende Meter Brücken für die Kavallerie und 800 Meter Stege für Infanterie gelegt werden müssen.

Hunderttausend Anamiten, zweihuuderttausend weiße Schanzarbeiter und hundertachtzigtausend Mann Territorialtruppen sind unermüdlich mit dem Herrichten dieser Anmarschwege und mit sonstigen Vorbereitungen beschäftigt. Tag und Nacht rollen die Lastwagen mit Werkzeug und Ma­terial. Tag und Nacht Nacht und Tag. Unter dem Material soll Deutsch­land ersticken, unter diesem Material des Gegners.

Hat je schon einmal eine Schlacht in der Weltgeschichte größere Vor­bereitungen gesehen? Hier ist eine Materialschlacht, die selbst die wunder­voll erdachten und diszipliniert ausgeführten Angriffe auf Verdun weit in den Schatten stellen. Kein Verhältnis zwischen den damaligen deutschen Vorbereitungen und den Rüstungen zur Nioelleschen Durchbruchsschlacht! Frankreich wirft feinen letzten Poilu, seine letzte Granate, seinen letzten Frank, seine letzte Hoffnung in die Waagschale.

Und diesem Frankreich wird es nun angst vor solchem Tun. Dieses Frankreich, das sich anschickt, seine letzten Kräfte rückhaltlos einzusetzen auf Gedeih und Verderb, bekommt plötzlich. Bedenken. Das Gewissen regt sich und dies Gewissen heißt: Parlament!

Was hat das Parlament zu sagen, wenn das Schwert spricht?

Läßt sich vom grünen Tisch aus Krieg führen? Sie sollen sich in der Sicherheit ihrer Etappe verkriechen, sie sollen daheim bleiben, diese über­ängstlichen Parlamentarier!

Aber nein! In Frankreich hat der Abgeordnete das Recht, auch einem kommandierenden General auf die Finger zu schauen und zu versuchen, militärische Entschlüsse zu beeinflussen.

In diesen kritischen Tagen der Vorbereitungen zur Schlacht reifen mehrere Abgeordnete an die Front, besuchen die einzelnen Heerführer, um die Stimmung der Truppe zu erforschen. Und hierbei stoßen sie auf die Meinungsverschiedenheiten zwischen Nivelle und den ihm untergebenen Generälen. Besonders General Micheler, der Führer der eigentlichen Durchbruchsarmee, fällt von Tag zu Tag mehr in einen düsteren Pessi­mismus. Er glaubt nicht mehr an den Ersolg.

Ja, was soll die Truppe sagen, wenn solcher Defaitismus bei ihren hohen Vorgesetzten herrscht. Wie kann der kleine Leutnant ohne Zaudern in den Tod gehen, wie kann der Regimentskommandeur von seiner Truppe, angefangen beim ältesten Stabsoffizier bis herunter zum letzten Poilu, jenen rücksichtslosen und freudigen Einsatz verlangen, wenn beim Armeeführer General Micheler schon eine traurige Hoffnungslosigkeit herrscht!

Es herrscht weiterhin, das erkennen die umherreisenden Parlamen­tarier, eine scharfe Meinungsverschiedenheit zwischen General Micheler und seinen beiden Unterführern General Mangin und General Mazel. General Mangin ist mit Nivelle, dem Kameraden vom Douaumont, seelisch verwandt und steht ihm auch sonst miltärisch näher. Er glaubt an Nivelle und an den Erfolg. Er allein ist beseelt von jenem Angriffs­geist, der nötig ist, eine Schlacht siegreich zu schlagen. Die andern Gene­räle bekennen sich innerlich schon als Besiegte, ehe überhaupt noch der erste Schuß gefallen ist. .

Ganz am rechten Flügel, der bei Moronvilliers tief in die Cham­pagne-Front hineinragt, dort am Angelpunkt der großen Drehschlacht, di- Hindenburgs Stellung für immer aus den Angeln heben soll, sieht man einen dritten Pessimisten. Es ist General Petain, der sich zwar entschlossen zu der ihm gestellten Aufgabe bekennt, jedoch unverblümt zugibt, daß er Nioelles Plan für Unfug hält. Petain ist für weise und abwägende Taktik, nicht für ungestümes Borwärtsstreben.

Und die Pvilus, die Träger des Angriffs, die Namenlosen, auf deren Bajonettfpitzen der Sieg ruht, ja, wie stehen sie zur bevorstehenden Schlacht? Die Parlamentarier horchen und schnüffeln umher. Sie gehen in die Massenquartiere, die man dicht hinter der Front in Wäldern angelegt hat. Sie besuchen die Ortsunterkünfte, sie horchen auf den Puls­schlag der Armee. Und dieser Pulsschlag ist regelmäßig und gut und

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Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger