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Montag, den 2. Januar
Mrgang 1939
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sie gestern abend, Tochter herrichtete, gefunden. Darum X' t»_ inho
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schließlich nicht zu weit treiben. . .. .
Endlich öffnete sich die Flügeltüre zum Arbeitszimmer der Kaiserin. Der Kämmerer vom Dienst verneigte sich ehrfurchtsvoll vor dem Kaiser und dann mit betonter Höflichkeit vor dem Herzog von Bevern. Der Preuße trat ein. Mit freundlichem Gruß verließ Kaiser Franz die Antikamera. t
Später kamen die Minister und die andern dran. Hadik mußte noch - warten. Daß was im Gange war, spürte er schon lang. Dicke Luft witterte er wie ein Leutnant, der von seinem'wutschnaubenden Obristen zum Rapport befohlen ist.
Es war fast ein Uhr, als der Kämmerer sich auch vor Hadik
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verneigte. ,
Die dicke Luft stimmte schon. Das merkte er gleich. Mit ernstem Gesicht sah die Kaiserin vor ihrem Arbeitstisch. Als er eintrat, schob sie einen kleinen, rosafarbenen Brief unter ein Aktenstück. Aber das sah er Nicht mehr. Diesen mit fettigen Punkten gesprenkelten Brief hatte -■ ' ’ als sie selbst den Geburtstagstisch für ihre jüngste
unter dem Lebkuchen mit dem silbernen Zuckerherzen also hatte das Mädel die Schachteln ä tout prix hvm.nion mnffonf Ilm nnrfctM’ nnrh bftft—SRriP-ff'Hin NKL---—--
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mädel ins Unglück brachten, hätte sie ihm gar nicht zugetraut. Zu welchem Zwecke sonst machte er sich an die Brand heran? Der Rabenau konnte noch froh sein, daß sie sich nur zur Kassierung seines Urlaubs und Forcierung seiner Heirat mit der Hartenberg entschloß. Aber dem Hadik wollte sie die Meinung über die Moral seiner Offiziere schon f deren.
Als der General mit gegrätschten Beinen an der Düre stchen-blie-b und seinen Dreispitz seit«7' hielt, winkte sie ihn herrisch heran und fragte böse: „Hat er setzt endlich einen Offizier, der seine Panduren alarmiert?" „Jawohl, Jhro Majestät!"
Maria Theresia sah auf, fragte scharf: „Welchen?! — Em feder ist da nicht zu brauchen. Ist eine Sache von importance." Das hätte ihr gerade noch gefehlt, daß ein anderer als der Rabenau ritt. „Also wer ist's?"
„Der Leutnant von Rabenau wird reiten, Jhro Majestät."
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sein Frühstück. Was wohl wieder los war? Um halb zwölf zur Kaiserin? War ooch ohnehin heute nachmittag Konferenz um drei! Als Andreas von Hadik drei Stunden später die Antikamera betrat, warteten erst wenige Menschen. Es war noch Zeit. Auch berichtete der Hofsekretär an seinem Fenstertisch, daß es heute noch lange dauern werde. Ihre Majestät habe sich sogleich, nachdem sie vom Hochamt für die Erzherzogin zurückgekommen sei, an ihren Schreibtisch gesetzt und wünsche einstweilen nicht gestört zu werden.
Hadik war das gleich. Bei den Soldaten lernte man das Warten. Er sah sich nach Bekannten um. Es waren einstweilen nur wenige Leute da: zwei Obristen, die ins Feld abgingen, irgendein italienischer Monsignore mit einem großen, goldenen Kreuz auf der violetten Soutane, der preußische Generalleutnant Herzog von Braunschweig-Bevern, den die Oesterreicher kurz vor Leuthen gefangen, mit einem kaiserlichen Major, den man ihm während seiner Gefangenschaft als Ehrendienst beigegeben, ein juwelenfunkelnder ungarischer Magnat und ein französischer General des verbündeten Allerchristlichsten Königs.
Dem Franzosen hatten die Reiter des Hadik bei einer Affäre die Nase zersäbelt, weil sie ihn im Morgengrauen beklagenswerterweise für einen Preußen gehalten. Auf Wunsch der Kaiserin hatte er seine Blessuren den Winter über unter der Obhut eines berühmten Wiener Chirurgen kuriert. Diese Höflichkeit hatte wohl sein müssen. Das sah hadik ein. Aber den Hieb gönnte er dem General. Er mochte diese Pariser Alliierten nicht. Darum rief er ja seinen Burschen Wenzel Manchmal „Kaunitz".
Mit polternder Herzlichkeit begrüßte er die beiden Obristen und verneigte sich dann höflich vor dem Monsignore und dem ungarischen Magnaten. Dem Franzosen nickte er nur flüchtig zu. Die Nase war ja ohnehin wieder angewachfen, und das genügte ja wohl. Dann verbeugte
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die Garden standen. In angeregtem Gespräch plauderten der Herzog oon Bevern und der kaiserliche General.
Da ging die kleine Tapetentür gegenüber dem Fenster. Strammstehen, Sporenklingen und tiefes Verneigen. Kaiser Franz trat lächelnd ein, winkte mit der Hand den Grüßenden zu. Er wußte, daß die Kaiserin wüte, trotz des Geburtstags, übelster Laune war und die Audienz noch auf sich warten lassen werde. Er wollte den Wartenden die Zett vertreiben. Das tat er gern, in feiner wienerischen Art.
Er nickte feinen Offizieren und Ministern zu und schüttelte dem Preußen herzlich die Hasid: „Guten Morgen, lieber Herzog! Ich gratuliere Ihnen. Gestern hat die Kaiserin den von Seiner Majestät Ihrem König schon unterzeichneten Ranzionierungsvertrag unterschrieben. Darum sind Eure Hoheit zur Audienz gebeten. Sie werden reisen können, sobald es Ihnen beliebt. Ich freue mich für Sie. Aber vorher bitte ich Sie, heute abend noch einmal in kleinem Cercle unser Gast zu sein.
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In diesem verdammten Kriege werden wir dazu nicht sobald wieder die Gelegenheit haben."
Erst jetzt schien der Kaiser den französischen General zu sehen, der ' Söbritte eurücktrat, mit großer Gebärde seinen Dreispitz oanesZx ng und sich tief vor der Majestät verneigte, pictaxy mdkuß über sich ergehen, den er bei seinen und sagte aufgeräumt: „Ah, Monsieur le las« ist also wieder ganz, wie ich sehe." Er en Schultern, drehte ihn zum Fenster herum geflickt hat sie der Chirurgus. Das mutz man en Sie sich beim Hadik da bedanken, daß läse zerschlagen haben." wie ein lebendiges Fragezeichen aus.
■fers blitzte der Spott: „Ihre Rase ist nämlich war sie krumm. Jetzt ist sie grad." Lautes \ll fZ Der General biß sich wütend aus die Lippen, ie Herren Franzosen nicht. Der Kaiser nickte m Herzog von Bevern.
ffomatisch gewesen. Der Franzose war schließ- |fer Franz hatte noch immer nicht fein Loth- ■ ■ er einen Franzosen sah, über kam ihn die
’zwtrr. Aucy^ waren "Mner Meinung nach die Franzosen nicht gar so wichtig mehr. Seit Roßbach hatte man in Wien so seine eigenen Gedanken über sie. Man empfand sie nur mehr als Last am Bein. Man machte mit ihnen nun ähnliche Erfahrungen wie in dm erfien Schlesischen Kriegen der Potsdamer König.
Kaiser Franz nahm den Herzog bei der Hand, zog ihn neben sich aus das kleine, rotsamtene Sofa, das zwischen der Tapetentür und dem weihen, schimmernden Kamin stand: „Wenn's nach mir ginge, lieber Herzog, wären wir mit euch gegen die dort alliiert." Er machte eine Kopfbewegung gegen den Franzosen, der mit gesenktem Kopf -gekränkt am Fenster stand und sich ausgeregt mit dem Monsignore unterhielt. Aber diesmal hatte der Kaiser leise gesprochen. Man durfte den Affront
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Unterhaltungsbeilage zum Eichener Anzeiger
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