SietzenerZamilienblätter
Unterhaltungsbeilage zum Giehener Anzeiger
Jahrgang 1939
Montag, -en 3. Juli
Nummer 50
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mten zu Nivelle nicht mehr? Daun aller- t der Republik den angebotenen Rücktritt kin Zwischending gibt es nicht mehr ange- veits zu sprechen begonnen haben."
weicht augenblicklich. Poincare und Palm bitten Nivelle, den Oberbesehl zu behalten, st und trotzig und lehnt energisch ab. Und obener Stimme:
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Eme Armee meutert
SCHIGKSALSTAGE FRANKREICHS 1917 Lin Bericht von p. S. Ettighosfee Lopgright b y Bertelsmann Gütersloh
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nden uns im Krieg und müssen daher i als sonst. Es geht nicht um uns, es gcht nt der Französischen Republik könnte ich sch Ihrem Posten zu verbleiben, aber ich ' den, denn ich weih, daß dieser Appell an ygre vaterianMsche WWmmg nicht ungehört verhallt."
Der Kriegsminister und die anderen Herren und anwesenden Zivilisten umringen Nivelle. Sie beschwören ihn, auf seinem Posten zu verbleiben.
Er weist auf die Quertreibereien hin, entlarvt schonungslos die Eifersüchteleien seiner untergebenen Generäle. Er redet sich allen Zorn der letzten Wochen von der Seele, und das beruhigt ihn. Und Petain erklärt:
„Generali Was soll Frankreich von Ihnen denken, wenn Sie jetzt, im entscheidenden Augenblick, zurücktreten? Das Heer steht bereit, der letzte Poilu erwartet von Ihnen, daß Die ihn zum Siege führen, wie Sie es versprochen haben. Und nun wollen Sie nicht mehr?"
Da braust Nivelle noch ein letztes Mal auf:
„Wer will nicht? Ich will nicht? Jawohl, ich will! Aber man möchte mich im Stich lassen, man möchte mich dieser Ausgabe nicht gewachsen sehen. Aber ich bin dieser Aufgabe gewachsen, meine Herren, ich bin es! Gut, so werde ich denn bleiben. Frankreich soll mich nicht fahnenflüchtig sehen. Gut, meine Herren, ich bleibe!"
Stumm reicht der Präsident der Republik dem Oberbefehlshaber die Hand, drückte sie lange. Das Vertrauen ist wiederhergestellt.
„Endlich ein Mann, ein voller Mann, an der Spitze der franwliicftet» .ar-....." s.—l -------------- ...i - r h
Tagen bedeutend gesteigert. Besonders von Angres bis zum Südufer der Scarpe lag gestern in Zeitwellen starkes Feuer aller Kaliber aus unseren Stellungen. Mehrfach vorstoßende englische Erkundungsabteilungen wurden von unsrer Grabenbelatzung zurückgeschlagen.
Auch an der Aisne-Front kam es int Anschluß an unser gestern gemeldetes, in dem beabsichtigten Umfange voll geglücktes Unternehmen bei Sapigneul, nördlich von Reims, zu lebhaftem Feuerkamps. Wir haben dort 15 Osfiziere, 827 Mann gefangen, 4 Maschinengewehre und 10 Minenwerfer mit viel Munition erbeutet ...
Oberleutnant Freiherr von Richthofen hat seinen 35. und 36. Gegner abgeschossen ...
Der Erste Generalquartiermeister: Ludeudorsf.
Ein geglücktes Unternehmen bei Sapignsul? Dazu noch im Abschnitt der kommenden, großen Ereignisse! Was ift's um diesen deutschen Vorstoß?
Nur ein kleines Teilunternehmen, weiter nichts, kaunt erwähnenswert angesichts der Dinge und Ereignisse, die gleich das Gesicht des großen Schlachtfeldes verändern werden. Die 10. Reserve-Division unter Generalleutnant Dallmer hat südlich von Berry-au-Aac aus dem linken
■ -was tmro Nivelle nun sagen? Nivelle erhebt sich. Er blickt langsam rundum, blickt in lauter verschlossene Gesichter, in lauter Feindseligkeit und eisige Abwehr.
„Herr Präsident! Es hat keinen Zweck mehr, meine Ausführungen #u wiederholen. Ich sehe es ein. Man will mich nicht verstehen, man ®rtl mich nicht anerkennen. So bleibt mir denn nichts übrig, als Ihnen, *ent Präsidenten der Französischen Republik, mein Amt als Oberbesehls- »aber zur Verfügung zu stellen."
_ Nivelle setzt sich. Schweigen lastet bleischwer. Draußen über dem Salonwagen peitscht der Frühjahrssturm dünne Schneeslocken durch das wch tote Gehölz. Manchmal weht es von fern daher ganz laut und ’T r?" -?*e Front brüllt. Im Artois, am linken Flügel, eröffnet Mar- "lall Haig mit feiner Artillerie in diesem Augenblick das Vorbereitungs- Mvell^ Sewaltigen Durchbruchsschlacht nach dem Plan des Generals
Hier, im engen Raum des Salonzuges, mitten im düstern Wald von ^omptegne, hören es die Menschen und empfinden, daß es jetzt kein mehr geben darf. Nein, zuviel der Worte. Jetzt muß die Tat precheu. Warum noch zögern, warum nicht auch einmal alles, aber 'W ades, den letzten Mann, das letzte Pferd und die letzte Patrone, n die Schlacht werfen?!
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ganzen Kräfte der Nation sollen eingesetzt werden." Können" wir dies verantworten, frage ich Sie? Wir können es nur, wenn das erreichte Ziel den Einsatz, der ohne Zweifel sehr blutig sein wird, rechtfertigt. Wir müssen verhindern, daß unser Heer sich hi_____
So spricht der Kriegsminister Painleoe und will sich in langen Darlegungen ergehen, doch Nivelle unterbricht ihn fast barsch und erklärt:
„Alles, was gesagt werden muß, ist bereits wiederholt gesagt worden und in der Konferenz zu Chantilly festgelegt. Außerdem bin ich allein
verantwortlich für die gesamte Durchführung dieses Unternehmens, dessen Plan von mir stammt. Ich werde diese Verantwortung zu tragen wissen. Ich habe diesen Worten nichts mehr hinzuzufllgen."
Nivelle blickte kampsesmutig um sich. Jedem einzelnen Anwesenden Ichaut er scharf in die Augen. Und siehe, alle werden unruhig. Sie ver- fieren die Nerven. Poincare bittet nunmehr Franchet d'Especey um feine Meinung. Und dieser General berichtet von ungeheuren Schwierig- teiten in feinem Frontabschnitt, hervorgerufen durch den planmäßigen Rückzug der deutschen Truppen anläßlich des „Unternehmens Alberich". Tranchet d'Efperey hält es für ratsam, in seinem Befehlsbereich den Angriffsplan zu ändern.
Nun soll Micheler seine Ansicht kundtun. Er verwickelt sich in scharfe und wird mehrfach von Nivelle zu Verbesserungen ge-
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General de Eastelnau erhebt sich und weist mit der Hand gegen Nordwesten, wo Arras liegt und das Kampffeld um Birny, aus dem um diese Minute der britische Feuerorkan entfesselt brüllt und tobt. „Meine Herren", sagt er, „hören Sie das Lied der Schlacht da draußen! Während wir hier sitzen und unfruchtbar überlegen und reden und reden, nimmt das Schicksal seinen unerbittlichen Laus, lieber unsere Sorgen und Erwägungen hinweg geht der Krieg einfach zur Tagesordnung über. Es gibt in dieser ernsten Stunde nur zwei Erwägungen: _«^»rung Vertrauen zu Nivelle? Wenn sie dies pi^äW ' jede Handlungsfreiheit gewähren. v t fein, sich in die Pläne des Generals zu


