Unterhaltungsbeilage zum Giehener Anzeiger
Nummer 59
Zreitag, den 4. August
ahrgang 1939
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Und dann bricht der Sturm los — und die Russen werden im deutschen Maschinengewehrfeuer zusammengeschossen. Nur Trümmer der stolzen angreifenden Regimenter kehren zurück, ohne ihr Ziel erreicht zu haben. In der Seele der geschlagenen Muschiks keimt der Haß gegen jene, die sie erneut fruchtlos gegen die Deutschen jagten. Und nun leihen sie den höhnenden Sprechern und Anhängern der Sowjets ein willfähriges Ohr.
Dieser Einsatz der Russen am Brimont soll in den nächsten Wochen für Frankreich verhängnisvoll werden.
Deutscher Heeresbericht.
Großes Hauptquartier, 19. April 1917
Eine Armee meutert
SCHICKSALSTAGE FRANKREICHS 1917
Lin Bericht von p. 8. Lttighoffer
Divisionen, die als Hilfskorps gedacht waren, sind vom Gift der Zersetzung und der Unbotmäßigkeit, das ihre Heimat töten soll, noch nicht erfaßt. Sind sie's wirklich noch nicht? Scheinbar ist noch alles ruhig, aber es sind in letzter Zeit Briefe aus Rußland an die Hilfsdivisionen gelangt. Es gärt langsam, vorerst noch unmerklich, aber es gärt. Jetzt, da die Truppe eingesetzt werden soll, macht sich eine böse Unruhe bemerkbar. Es arbeitet in diesen Männern, die nicht einsehen wollen und einsehen können, daß jetzt, da Rußland mit Deutschland Waffenruhe vereinbart hat, zum -V R"Kland ist groß und weit. Und was sollen die
'M* Boden verteidigen? Ihr weites, entferntes " terchen Rußland? Ach, lächerlich, das wird
mutigen opfern fehl. Bei La Bille-aux-Bois, dessen Waldstellungen für uns ungeeignet geworden waren, richteten wir uns in einer hinteren Befestigungslinie ein.
Am Brimont jagte der Gegner die in Frankreich liegenden Russen zu vergeblichem verlustreichem Angriff ins Feuer...
Wie verhält sich nun Nivelle? Wie nimmt er diese verhängnisvollen Nachrichten auf? Seine Tagesberichte find bescheiden und klingen ganz anders als die großen Versprechungen, die er vorher in die Welt hinausgeschickt hat.
Die rücksichtslose Fortsetzung der Angriffskämpfe ist ja befohlen. Bisher waren nur etwa die Hälfte aller Divisionen im Feuer. Mit noch fast dreißig unversehrten Divisionen hofft Nivelle noch einen bedeutenden Erfolg zu erringen. Vielleicht wird ihm ganz plötzlich, ganz unverhofft der Durchbruch gelingen. Den Briten gegenüber aber muß er sich irgendwie rechtfertigen. Marschall Haig hat bisher viel größere Erfolge erzielt. Sein Geländegewinn zählt nach Kilometern, wo Nivelle nur mit Hun-
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ire Pflicht tun, wenn es den 2>eutja?en e< fragen. Was find zwei Divisionen? Nichts, eine Bagatelle, nichts, eine Heinigteit. Zwei Divisionen können innerhalb von zehn Minuten über- innnt werden. Aber auch für das deutsche Heer ift’s eine große Tragik, laß es diesen günstigen Augenblick nicht erkannte und nicht nutzen konnte.
Frankreichs Heer ist müde. Und den Keim zu dieser Müdigkeit hat iner gelegt, der es gut mit seiner Nation meinte und nur für sie lebte, - Nivelle, der Oberbefehlshaber. —
„Truppen aller deutschen Stärnrne."
Im Eifer und im Angriffswillen, der sich ganz auf die Armee Anthoine bschränkt, hat Nivelle den nennenswerten Teilerfolg der Armee Mangin »versehen. Die VI. Armee konnte, in machtvollem Nachdrücken, den feld- ürauen Hauptgürtel nach Norden abdrängen und das scharfe Aisne-Knie »usbllgeln. Ueberhaupt, General Mangin wird feine Kampfesfreudigkeit auch weiterhin zeigen und Schritt für Schritt, hundert Meter um hundert Sieter, die deutsche Verteidigungslinie vor seinem Abschnitt zum Ausdeichen zwingen. Aber man wird erst später aus diesem stückweisen, langsamen, mühseligen Borrücken einen großartigen Sieg basteln und rn als Erfolg der französischen Waffen sondergleichen preisen. Diese Frontverkürzung kommt aber, streng genommen, der deutschen Heeres- litung nicht ungelegen, denn nunmehr sind die Höhen des Damenweges rreicht.
Am Affenberg mit der berüchtigten Klaraschlucht an der Laffaux-Ecke, drnn nördlich am Fort Conde vorbei auf der Spur der einstigen Straße, be man Chenrin des Dames nennt, wird der Feldgraue erklären: „Bis nirhe weitert'1 Uni) er wird keinen .Sduili-mnhi: meirfieai
Kunden sollte das Gelände genommen wert,».., —------------
chehr als ein halbes Jahr soll es dauern bis zur Wegnahme dieser kurzen Erecke, Und jeder Schritt Bodengewinn soll mit dem Blut stürmender ivilus getränkt sein.
. Es ist geradezu seltsam, wie wenig Aufmerksamkeit General Nivelle "r Augenblick den Fortschritten der Armee Mangin schenkt. Es geht ihm "chl schnell genug. Das Vorrücken Meter um Meter, wie es dort geschieht, 9mügt dem Hitzkopf nicht. Er wird also noch einmal die Armee Anthoine z.m Durchbruch vorschicken.
, Am 18. April wird Wiederholung der Kämpfe befohlen. Schon beim uchen Morgengrauen gurgelt das Trommelfeuer und brodelt auf der 8 nzen Front. Diesmal soll der Brimont, dieser starke Eckpfeiler in der ,^l!chen Verteidigungslinie, zu Fall gebracht werden. Und den Russen 1 4 °ie Ehre zufallen, den Brimont genommen zu haben.
». Väterchen Zar ist längst abgesetzt. Die russische Revolution ist gewesen. 6Dec die im Winter 1916/17 von Odessa in Marseille gelandeten russischen
ünreden können. Was versteht der russische Waffenbrüderschaft! Der Zar ist abgesetzt: geschworen. Nun ist niemand mehr da, für ) gehen könnte oder müßte, kein Zar, keine Ms. Der Muschik weiß nicht, was er tun soll. Heimat Wiedersehen möchte. Und er weiß dufte geben wird da vorne in der Schlacht, n will. Er kennt die Deutschen, der kleine deutsche Soldat zäh und hartnäckig ist. Als n allen Regimentern des Zaren, dieser Hartum also noch einmal gegen ihn marschieren? dte Kameraden auf. Es bilden sich Soldalen- rtunitionsfarren und halten scharfe Änklage- sowjetrussischem Muster abgestimmt. Sollen —* , < befolgt werden? Sollen die russischen Regi
menter zum Angriff marschieren oder nicht? Die Offiziere beschwören ihre Soldaten, erklären ihnen die Notwendigkeit des Marschierens und Kämpfens, erinnern sie an die Pflicht. „Der Zar wird wiederkommen", sagen sie, „er wird ganz bestimmt wiederkommen und Rußland regieren, unser armes Rußland, das augenblicklich nur eine Krankheit durchmacht. Und dann wird Väterchen Zar von euch Rechenschaft fordern."
Die Regimentskommandeure erscheinen, heben die alten, ruhmreichen, verblichenen Regimentsfahnen und Standarten hoch, zeigen sie den Muschiks und erinnern sie an den Fahneneid. Und da erleiden die Sowjets eine Abfuhr. Die Truppe bekennt sich zur alten Zarentreue. Popen kommen und segnen die knienden Kompanien. Die Offiziere küssen das Kreuz nach alter Sitte. Mit dem Zarenlied auf den Lippen, Fahnen und Standarten entfaltet, marschieren die russischen Hilfsdivisionen in ihre Sturmstellungen.
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