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Nn großer, ftchM'mmer MnvfftmS ITef rott eTn rvtttcher Dtttz vor '^Die Dam^jah Paul und Margarete lächelnd an; auch Paul lächelt«.
Als sie sich entfernt hatte, ließ Margarete den Arm ihres Mannes los und ging zehn Schritte vor ihm her. Er holte sie ein und hielt sie an.
„Was hast du?" fragte er.
„Nichts!"
„Warum bist du verstimmt?'
„Ich bin nicht verstimmt."
„Bist du krank?"
„Nein!"
„Also was hast du?"
Gr'nahm sie in seine Arme, aber sie blieb verdrossen und seufzte. Ne^kätzte ch"n"liichüg'und schnell und hatte Tränen in den Augen.
Bin ich etwa daran fchuld, dah du weinst? .
Da richtete sie sich ärgerlich auf und sagte: -Mußt du denn immer alle Frauen anfehen, die vorbeikommen? Warum hast du Selacht-
„Sie lächelte, weil sie uns glücklich sah, und »ch lächelte, weil ich sah, daß sie uns verstand. Bist du eifersüchtig?"
„Das brauche ich dir wohl nicht erst $u fagen. . ,
Don diesem Tag an war sie weniger zutraulich und ein wenig traurig.
7.
Ganz unwillkürlich kam Paul dazu, den Charakter der Menschen zu erforschen, verführt durch die dem Gelehrten so natürliche Neigung, bis in den Grund des Herzens einzudringen. Es geschieht ^"bmgs nicht immer mit dem Erfolg, wirklich klar zu sehen. Anspruchsvoll bis zur Härte, wie wirklich verliebte Männer, gab er jo tnel, ^6 «r slaubte, dafür das Ziel feiner Dehnfucht erreichen zu können. Diese Schwache, die wir alle mehr oder weniger besitzen, entspringt einer mangelhaften Erziehung, die uns einseitig nur Götter, Halbgötter, Helden, Engel und ^""Margarete dagegen, deren junge Seele nicht an so trüber QueUe geschöpft hatte, verlangte vom Leben nichts als das Leben, von der Liebe nur Glück, und ihre Jugend forderte nur das Recht, sich zu geben wie
fest entschlossen: , ..
„Ich will, daß du meine Stiefel zuknopfft!
„Deine Stiefel find ja zugeknöpft."
„Nein, sieh doch her!"
„Warum hast du sie wieder aufgeknöpft?
Wollte'" sie ihn einer Probe unterwerfen? War das eine Laune, i Kinderei oder Eulenspiegelei? Spielte sie mtt.ihm? Dazu paßte der Ausdruck ihres Gesichts nicht. Er sah ihren hübschen Fuß und war nahe daran, sich zu bücken, zögerte aber und sagte schließlich: „Nein!
„Warum nein?" fragte Margarete heimtückisch.
„Warum ja?"
„Ich weiß nicht, aber ich will...
„Ich will nicht..."
„Dl), doch, ich bitte dich...
„Ich will nicht!"
„Was macht es dir denn aus?"
„Nichts, aber ich will nicht!"
„Zieh meinen Ueberrourf an!'
„Nein!"
„Ich will nur sehen, wie er dir steht.
„Ich will ihn nicht anziehen.'
„Bist du nicht böse auf mich?"
„Nein, Margarete."
„Also, dann zieh meinen Ueberrourf an!
„Nein!"
„Dann gehe ich nicht aus."
„Also bleib!"
„Du willst ohne mich ausgehen?
(/3a!"
„Ich will nicht, daß du ohne mich ausgehst."
„Aber ich will."
„Du bist häßlich heute."
Sie tat, als ob sie meinen wollte. f
„Liebes Kind", sagte Paul, „nun genug mtt dem Scherz. Knops- deine Stiesel zu und erlaube mir, deinen Ueberrourf nicht anzuziehen.
„Wenn die Dame mit dem Windhund dich darum bäte, wurdest es für sie tun, nicht wahr?"
Paul" schritt im Zimmer auf und ab. Margarete stampfte mit dett Fuß auf, zog ihren Ueberrourf an, knöpfte ihre Stiefel zu und tat en rüstet. Eine Minute Schweigen. Plötzlich smg sie an zu lachen, siel Po um den Hals und sagte: „Wenn du mir gehorcht hattest, hatte ich nie mehr angesehen."
„Das wußte ich", sagte er.
(Fortsetzung folgt.)
""^SchUeßüch blieb°ihm nichts übrig als «ufzustehen und zu spiettm ^ mußte spielen; der glückliche Unglückliche wünschte sich nichts Besseres. Sie rangen miteinander: reizende Kämpfe. Alle Stucke der Schalen, die Margarete nicht erwischen konnte, wurden aus dem Fenster geworfen, das war vereinbart. Blieb noch etwas auf dem Fußboden liegen, so siel sie hin; auch er fiel in der gemeinsamen Hast der erste zu sein, um die Stücke zu bekommen. Sie hatte eine reizende Art, sie mit ihrem bloßen Fuße durch eine Zehenbewegung unter die Sohle zu Wieben
Er gab sich mit der guten Laune eines heiteren Kindes zu allem her. Nach und nach jedoch wanderten alle Stücke auf den Rasen. Dann suchten sie die heruntergefallenen Kerne, was neue Lackausbruche hervorrief.
Wie er sich mit dem Blick in sich einfog, diese golöene Sugenb, Die ganz Liebe und noch in der Ehe so schamhaft war. Dann kam ihm em wehmütiger Gedanke: Gebe Gott, dah ich sie nie verliere! Und (eine Augen irrten in einen Abgrund. Plötzlich erhielt er au die Nase ober neben bas Auge ein gut geworfenes Stück Apfelsinenschale, das rote eine Ohrfeige knallte. Sie lief lachend hinzu und küßte ihn; bann ging sie wieder ins Bett, um sich von der großen Anstrengung zu erholen.
5.
Sie wußte nicht, was alles sie erfinden sollte, um das Recht zu haben, ihn zu stören; sie brachte ihm Obst, alles was sie sand, stellte S rauhe ins Wasser, entweder in eine Tasse ober in stin Trinkglas neben fernem Schreibzeuge; manchmal schleppte sie auch Stuhle, Sabel und Flinten aus seinen Schreibtisch. _
Und bann fiel sie ihm um ben Hals, küßte ihn, um sein „Sapperment!" zu hören. Das war Pauls Lieblingsfluch, wenn er ungeduldig ""darauf sagte bas reizende Kind stets, im Kampf mit der Pflicht, ihn „arbeiten" zu lassen, und der Liebe, die sie für ihn empfand: „Ja, ich muh jetzt fortgetjen. Ich gehe aber nicht, wenn du mich nicht vor die Türe setzest. Wirf mich hinaus, .Sapperment!'"
Er hätte es gerne getan, aber er befaß nicht die Kraft dazu.
Manchmal aber ging sie dennoch; es geschah dann, wenn sie sich geschworen hatte, recht artig zu fein. Immer sah Paul inmitten feiner anstrengenden Arbeit ihre blaffen Wangen, ihre lebendigen braunen Augen, sie war der Sonnenstrahl in seinem Arbeitszimmer.
6.
Eines Tages gingen sie zwischen zwei Reihen von Pappeln auf einer neu angelegten, noch nicht gepflasterten Straße einen schmalen, schlammigen Bach entlang. In einem in voller Blüte stehenden Obstgarten neben Kühe schwerfällig ihre Mäuler an den Bäumen. .
Aus einem benachbarten Schlosse kam eine junge Dame und ging nahe bei ihnen vorüber, eine schlanke, elegante Brünette in hewraun und schwarzem Kleide. Ihr Gesicht war schön und ziemlich voll, aber die großen Augen mit langen Wimpern und spärlichen, kaum geschweiften Brauen die etwas lange Nase mit zu dünnen und zu weit geöffneten Nüstern', der zu schmale Mund, das bei aller Kleinheit zu ausgeprägte Kinn die zu langen und schmalen Hände und Füße verliehen ihr dos harte und überlegene Aussehen einer schlauen, tatkräftigen, leidenschaftlichen Frau, die vorn Leben an Leid und Freude nichts mehr zu lernen
Ihre Art van Schönheit bot einen eigenartigen Gegensatz zu der Margaretens.
einziges Mal Tn fernem Leben, Sn einem Grabe, geweln! hatte? Ernst und gesammelt dachte er an das gegenwärtige Gluck, das die Er- innerunq an eine reinere, ihm fast teurere Liebe zuruckrief. Margarete ragte sich weinend, roenii sie ihn traurig ah, was ihren Freund fo betrüben könne. Dann erinnerte sie sich mit einem Male, nahm ferne Hand und sagte, sie betrachtend: „Ich liebe sie so sehr!
Daul war glücklich, diese aufrichtige, etwas schwermütige Stimme zu hören, die dem nächtlichen Gesang einer Nachtigall in ben -
einer Zypresse glich, und er lieh sich wieder zum Leben zu-rucksuhren, zu seinem Glück, über dem immer der mehr als alles geliebte Schatten schwebte. , ,
Sie gaben viel Geld aus. Paul hatte einiges Vermögen, aber feine Einkünfte floffen hauptsächlich aus feiner Arbeit, die jetzt stark beein« ttächtigt wurde, weil fein Herz und sein Kops anderwärts weilten Er dachte an die Kunst, die Wissenschaft und die Philosophie, die er kalt, abgeschmackt und verknöchert sand gegenüber Lesern reizenden, leb hasten Wesen, dem er so gern den zarten lateinischen tarnen gab, bet „Perle" bedeutete. War sie nicht Margarete, die unvergleichliche Perle in dem glänzenden Schrein seiner Freuden? . . „
Ihr Schlafzimmer lag neben Pauls Arbeitszimmer, der dort fehr ernft fo tat, als ob er die anstrengendsten Studien triebe. Hier fehlte kein Folterwerkzeug: weder Papier, Federn, Tinte noch dicke Bucher.
Margarete fchlummerte oft bis tief in den lag tjinein.
aut gearbeitet" hatte, erhob er sich, näherte sich ihr mit übertriebener Würde und sprach sie an. Sie erwachte, blieb aber, kokett, mte jebe Srau beim Erwachen zu fein pflegt, still liegen, unbeweglich, mit halb ge- fchlossenen, großen, feuchten Augen; und mit ihren beiden Händen ergriff sie seine Hand und drückte einen ganz kurzen warmen und feuchten Kuß darauf. Welch zarte Augenblicke verbrachten sie mit diesen Zärtlichkeiten.
4.
War sie erst einmal aufgeftanben, so machte es ihr Vergnügen, Paul zu necken, ihn am „Arbeiten" zu hindern. Wenn die zu d-esir Jahreszett seltenen Apfelsinen auf den Tifch tarnen, jagte sie oft. „Esten wir eine zusammen!" „Es ist mir recht", sagt« er, ohne sich von feinem Stuhle zu erheben, und stellte sich brummig. ,
Da" sagte sie und trennte mit einem Gnss ihres Fingernagels eine der goldenen Früchte in zwei Teile, und es machte ihr Vergnügen, wie ""Äenn^ die Apfttsine°verzehrt war, blieben Schalenstücke zurück, die sie in kleinere Stücke schnitt und ihm ins Gesicht warf, bis er sich abwendete
Wenn sie hinaus aufs Land ging, trug sie bei nassem Wetter mit Vorliebe einen hübschen, kragenlosen Ueberrourf m bra^im und schroarz, mit einem Einschuß von warmem Goldton, der sie entzückend kleidete.
Eines Tages glaubte sie, sie müsse ihren Kopf durchsetzen und schlechter Laune sein. Als sie schon fertig angezogen war, sah sie, wie Paul immer noch in Hemdärmeln im Zimmer umhergmg und mehr nach ihr hlchay, als nach dem Kleiderhaken, von dem er das lange und unbequeme Klei- L bunasftütf, von den Schneidern „Spring-ins-Boot genannt, hatte ab- nehmen sollen. Endlich war er fertig und öffnete die Tur Margarete ,lg ge trug Winterstiefel aus schwarzem Ziegenleder mtt glanzenden Metall I t knöpfen. Plötzlich setzte sie sich und knöpfte ihre Stiefel auf- Paul zog M Ql feine Handschuhe an und sah zu. Sie blickte ihm ins Gesicht und jagte i


