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Oas deutsche Danzig.
Von Ernst o. Niebelschütz.
Die Weihe der Nacht.
Von Friedrich Hebbel.
Nächtliche Stillei Heilige Fülle, Wie von göttlichem Segen schwer, Säuselt aus ewiger Ferne daher.
Was da lebte, Was aus engem Kreise Aus ins Weite strebte, Sanft und leise Sank es in sich selbst zurück Und quillt auf in unbewußtem Glück.
Und von allen Sternen nieder Strömt ein wunderbarer Segen, Daß die müden Kräste wieder Sich in neuer Frische regen. Und aus seinen Finsternissen Tritt der Herr so weit er kann, Und die Fäden, die zerrissen, Knüpft er alle wieder an.
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Lin Glück, daß der eilfertige Zerstörungsübermut des vorigen Jahrhunderts der dem Götzen Verkehr so viel Unwiederbringliches geopfert hat wenigstens diesen acht Mottlau-Toren scheu ausgewichen ist! Anders als' Hohes Tor und Stockturm am westlichen Ende der Langgasse, die nach der Beseitigung der Wälle sinnberaubte Schaustücke sind, stehen sie unter sich im Zusammenhang, sind also für das Auge noch wirkliche Sperren und welchen Wert sie für das Stadtbild haben, wird leder ermeßen' können, der einmal die Gaffen, deren Abschluß sie bilden, von der Marienkirche zur Mottlau hinabgeschritten ist.
Nirgends kann man das Danziger Haus, seine Eigenart und vor allem seine Voraussetzungen besser studieren als vom Marrenturm aus. Die schmalen und tiefen Grundstücke bedingten seine einseitige Hohen- entwickluna und damit die Engbrüstigkeit der Fronten, die oft nicht für mehr als nur drei Fensterächsen Raum lieh. Die Regel ist das Giebelhaus Wendung der Traufenseite nach der Straße kommt kaum vor. Das hüpfende Auf und Ab der langgestreckten Satteldächer und der Ein? senkunaen zwischen ihnen ist, mindestens für die Rechtstadt, noch heute z charakteristisch für diese aus das dichtgereihte Giebelhaus emgeschworene Seestadt die bei dem ununterbrochenen Zuzug immer neuer Kolonisten aus dem übrigen Deutschland den Wohnraum mit der Elle bemessen, das heißt in di« Höhe bauen muhte.
Einen gewissen Ersatz für das fehlend« Gartenland boten die „Bei» schIäa e", in den Straßenraum vorgerückte Steinterrassen, die den Bewohnern den Aufenthalt im Freien ermöglichten wie den Kleinbürgern der Vorstädte die balkonartigen Lauben der „Kanzelhauser . Grohtew- teils um des leidigen Verkehrs willen und ost ganz unnötigerweise beseitigt haben sich die Beischläge leider nur noch in einigen verträumten Gassm in stattlicher Folge erhalten, auch sie eme zener Erkennungsmarken, die dem Danziger Straßenbilde das Gepräge geben.
Im übrigen gilt für die Bürgerhäuser das schon von den Kirchen Gesagte: ihre eigentümliche Schönheit ist das In-Reih-und-Glied-stchen, f0 wenig es an einzelnen Prachtstücken fehlt. Der Hauptreiz, den ein Gang durch die Straßen gewährt, ist eben doch die Bereitwilligkeit eines jeden, auch des reicher mit Schmuck bedachten Hauses, sich Widerspruchs- los einer g>egel>ene>n Ordnung einzufügen.
Seine bestimmte Physiognomie haben Danzi-g erst RenaiUance und Barock gegeben, wenn auch der Grundriß der Stadt und der meisten Bauten mittelalterlich ist. Bon den Pfarrkirchen abgesehen, di« in der Spätgotik als der Deutsche Ritterorden über Danzig gebot, ent» Mn den sind^hat die Stadt ihr sestliches Kleid m der Zeit ihrer wirtschaft Uchen Blüte, im 16. und 17. Jahrhundert angelegt. Auch die Mehr- rabl der öffentlichen Bauten wie Rathaus, Artushof und di« ost sehr aufwändigen Tore find damals erneuert uudimZeitgeschmackver- ändert worden, wobei weniger die übrigen Ostseestadte, auch Lübeck nicht sondern di« Niederland« di« Zierformen hergelrehen haben Handelsbeziehungen also wiesen den Weg nach Ueberse«.
Wenn von polnischer Seit« heut« aus durchsichtigen Gründen auf dm angeblich polnischen Charakter der Stadt hingewiefen wird, so ist das eine durch nichts zu beweisende Behauptung, der man hastens zu- oute recknen könnte daß die Architektur vieler heute polnischer Stadt« stlbst ausgesprochen deutsch ist. Di« jahrhundertelange Personalunion mit Polen hat an dem rein deutschen Gesicht Danzigs auch nicht e t nen onn verändert Kulturell« Zusammenhänge zwischen Danzig und dem Äen PolenMm nachweisen zu wollen, hat sich, so ost es versucht wurde ff5 als vergeblich herausgestellt; sie bestehen nur zu dem, was in Polen nichtpolnischen Ursprungs ist.
giebeln gekrönt, steigen di« glatten, durch riesige Fenster geöffneten Mauern am End« schmaler Gaffen senkrecht empor, als wollten sie ihr« Undurchdringlichkeit geflissentlich zur Schau stellen.
Dabei sind diese Kirchen mit dem Straßennetz aufs engste verflochten, vor allem die dicht umbaute Marienkirche, deren Zusahrtsstrahen großenteils so angeordnet sind, daß die Schiffe wie Verlängerungen der Gassen wirken. So muh es sein, wo es noch eine Rangordnung der Werte gibt; das Höhe zieht das Niedere an sich heran, ohne daß damit die innere und äußere Distanz zu wirken aufhörte. Es ist das schwer ablernbare Geheimnis jeder alten Stadtbaukunst, diese Ordnungsbeziehungen zwischen dem Kirchengebäude und dem profanen Leben, das es umspült, Kto ar und fühlbar zu machen, nicht aber, wie es beispielsweise in Köln
ch di« unselige Freilegung des Domes geschehen ist, den übergeorü- neten Bau mit einer Isolierschicht zu umgeben und ihn so vom Alltag abzusondern.
Die Plattform des Pfarrturms gewährt eine weite Rundsicht über Stadt und Land. Wer diesen Blick, der das Pommerellische Hügelland un& das fruchtbare Weichseldelta bis hin zur silbern schwimmernden See umfaßt, verfäumt, kennt Danzig nur halb. Wie aus einem topographischen Plan eingezeichnet, hat man die Stadt zu seinen Füßen. Oder viel- mehr: die einzelnen Stabte, die den Gesarntbegriss „Danzig bilden: rings um die gewaltige Jiegelrnasse der Kirche — sie soll 15 000 Sitz- plätze haben! — die ziemlich regelmäßig gebaute Rechtstadt, dicht anschließend die Neustadt, dann, weiter nach Norden zu, die von der Radaune durchschnitten« Altstadt,, die im späten Mittelalter einen eigenen Verwaltungsbezirk mit eigenem Rathaus bildete.
Gegen Süden die Vorstadt mit der Petri- und Trinitatiskirche, jenseits der Mottlau die Insel mit den langgestreckten, für Danzig so charakteristischen Speichern, noch weiter gegen vstey di« Niederstadt, deren Hauptstraßen die Fortsetzung der Langgasse der Rechtstadt ist und am Langgartener Tor ins Freie tritt. In der stürzenden liefe unter uns eilen die kleinen Gassen, die zu durchwandern immer neues Vergnügen bereitet, in strengem Parallelismus zur Mottlau hin, wo jede einzelne — eine Besonderheit Danzigs — mittels eines Tores das Ufer erreicht, keine so originell wie die Breitgasse, an deren Ende das mit Recht berühmte Krantor. eines der Wahrzeichen der alten Handelsstadt,
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\ tBie jede alte deutsche Stadt, die im Zuge der neuzeitlichen Entwickln über ihren natürlichen, durch den Verlauf ihres ehemaligen Mauer- kuges bezeichneten Kern hinausgewachsen ist und damit ihr« sied- brsfläche ms Uferlose vergrößert hat, erschließt uns auch Danzig feine E Schönheit nur mit Hilfe einer Befuchsordnung die das Neue und H liche übersieht, um uns das Alte und Wesentliche unverfälscht sehen z lassen. Der erste Eindruck vom Bahnhof aus ist enttäuschend, I« n ar chmetternd. Man sollte sich nach der Ankunft in em g« chlossenes 8u(3 werfen und, ohne Umschau zu halten, aus den Bischossberg im litten der Stadt fahren lassen, wo man einen ersten Generaluberblick Minnen kann. Sind auch die Wälle und Mauern, die einst dem Stabt» bi - den Rahmen gaben, längst gefallen so hat man hier doch noch Inner die beglückende Vorstellung einer baulichen Ganzheit in welcher Ü b d-Teile, al- solche durch die ragenden Pfarrkirchen deutlich erkennbar, icre gjtiji ititiir ordnenden Hand gehorchen.
ebruor 4 Alsdann bewerkstellige man seinen „Einzug" so, daß man die Stadl 6.8*1 buch das Langgasser Tor betritt. Man ist dann schon miltm in der llyM Hü ten Siedlung deutscher Kolonisten, die bis in das 13. Jahrhundert
Nückgeht, und rann sich nun get rost' der Führung der Straßen über- Mm, die ein Sich-Derlaufen unmöglich macht. Die Hauptverkehrsader kt alten Danzig, die Langgaffe, nimmt uns auf; am Rathaus, das mit
.m Riesenturm als wohlberechneter Eckpfeiler wirkt, erweitert ste f ch p Langemarkt, an dessen Ostende das Grüne Tor den Blick auf die >p-icherinsel öffnet und den Weg über die Mottlau in die J i leist. Allein so weit läßt man sich nicht verlocken, ahnt man doch, daß ii gewaltige Turmklotz der Marienkirche, der wenige ^iUe Zeitlich fc? großartigen „Via triumphalis" feine warmrote Backsteinmasse i'ürreckt" die beste Orientierungsmöglichkeit bietet. Wir fühlen, hier higt das Herz dieser Stadt.
Als die Pfarrkirche der Rechtstadt, dieser Keimzelle des aus ftins nichiedeuen Bezirken langsam, aber ganz organisch ru^mmengewach- 7 n und schließlich von einem zusammenhängenden 8/stu"S-r'ng ach rommenen Siedlungsgebiet ist St. M a r i e n die ehrwurd ge
spM" tilir Danziger Kirchen, das Haupt einer Familie, deren Glieder wohl .igtoi# I kfümmte unterscheidungsmerkmale aufweistn, ihre Abstamm g
Wp. wenig verleugnen können, daß, wenn man sich einmal iw> 3ug« ö
■ V iastau eingeprägt hat, man auch die Kinder und Kindesk nder als
ilüt von ihrem Blut erkennt. Hier offenbart sich NUN gleich em« SIfensart Danzigs, die diese auf dem Wege der Ko^iMon en ftandene hi-stadt von den deutschen Binnenstadten so merklich unterscheidet. Ms ! ifxlen jener Formenmannigfaltigkeit, die uns etwa in Ro h. g iiikelsbühl fo freundlich umfängt.
Ammer spürt man in Danzig das Walten einer gemeinsamen Or^ ung, di« es nickt v/' daß sich das Einzelne allzu eigenwMig vom «hpus entfernt Sd’ - am meisten verwendet« Baumaterial, der d.ckstein auch w. . miT oft in Verbindung mit Hausteinglied«- h gen vorkömmt, war e.ner individualisierenden Bau weise u 'll usg s bis gilt für Danüa noch mehr als für andere Ziegelstadte der y| I
W e und zeugt von dem Gemeinsinn der 'M Rat vereimgten Ween.
Patriziergeschlechter. Es ist gar nicht so leicht, die 5"$elfLmmen3 ®Is ^'chen, von denen die meisten noch aus gotischer Zeit st -
I styltektoNische Persönlichkeiten zu bestimmen Ihre Sippenahiilulste t , K »ill größer als es die Abweichungen von ihr sind. Fast d ch Li I'S Hallenkirchen mit gleichhohen Schiffen auf Bundpfeilern I k ' Udo, di« in ihrem ganzen Habitus dem Vorbild der 'M 15. öagr ''adert zur Halle umgebauten Marienkirche folgen.
I i Nirgends im Küstengebiet zeigt sich der SBad'fteinbau, «ni 0 . f
iC” Zierliche und Liebenswürdige nicht fremd lfst von o j
schroffen Seit« wi« in Danzig. Nicht selten suhl man sich verjuchü j *'n Kirchenburgen zu sprechen, so machtvoll und fast u 8 g Nf'iegentlich, wie etwa bei St. Trinitatis M der Vorstadt, von Sch


