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Hüllt, ich lag' im See und du auch!"
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timmt von der gestohlenen Wurst.
Gina eine lange Zeit, da kamen wir nach Lugano, wo wiederum ein »oßes, blaues Gewässer war, viel Echisflein und Hotels, ein Wec^er ßrt. für arme Kunden. Und daselbst bekam ich Streit mit meinen Karne- rüden, oder einer davon hatte mir sieben Franken geleimt unb lchrre. „Du bleibst bei mir, bis ich mein Geld wieder hab. Ich wollte in dm elenden Lande nicht weiter machen, sondern in Gottes Namen urn- k'hren, da mußte ich ihm meine guten Stiefel geben und die kaputten iilber anziehen, und mein Sackmesser aus Bern mußte ich ihm auch hergeben, weil er zu zweit war.
Auf den Vorstufen des Weimarer Idealismus.
I M L Wein einschenkten. Als ich viel getrunken hatte, sagte Ich zu allen W ei(ftÜ Indien sie seien Nachteulen und ich hätte meine Gesch.chten alle selber 'anaedacht und keine einzige wahrhaste darunter. Da bekam ich mehr 'Leiche als mir lieb war. Das nächste Mal fängt einer wieder an: I ftas, eine Geschichte!" Ich aber stumm wie ein Aas, bis sie alle ntelt." 1115^ zuhören wollten, sei es wahr oder nicht. Und sie glaubten mi alles, namentlich wenn ich von Totschlägen und Hochzeiten erzählte, ber kiiit, « kam mir alles zu gut, was ich beim Oheim gelesen hatte, auch fielen m immer neue Geschichten ein, jeden Tag, wenn nur einer danach srige, aber alle verlogen. Auch mußte ich immerzu singen und ausspielen.
In denselben Zeu mm »»» '/v.;
lua die großen Berge und das viele Wasser sah, verlor ich ganz die Aigen in die Feme und mir y"'c_ nnA ffl" m,t p nrf
ordnung und Zügellosigkeit. Und doch hat derselbe Pufendorf neben Thomasius und dem alle überragenden Leioniz die neuen zu- kunstmächtigen Bauten des Rechts, der Philosophie, des vernünftigen ' Daseins errichtet! Wie arm war Deutschland und wie gebeugt von seinen unbarmherzigen Schicksalen: trotzdem führt« auch feine Baukunst zu dein prunkvollen Barock! Niemals waren seine Kirchen und Schlösser reicher, großartiger, weiter und heiterer!
Im 17 Jahrhundert kämpfte Deutschland mit wachsendem Haß bis zur Erschöpfung um feine Religion. Wie konnte unter solchen Widerwärtigkeiten eine große und gefaßte Dichtung sich, bilden? Es stand ja nicht einmal eine Sprache dafür zur Verfügung. So sehr war di« Sprache Luthers durch den langen Krieg verwildert. Wohlmeinend« sahen keinen anderen Ausweg, als von den Franzosen die rechte Lebensart und von den Römern die richtige Ausdrucksweise zu erlernen. Welche Wirkung dieser Erziehun^vorgang auslöste, zeigen die grimmigen Berta des schlesischen Dichters Friedrich v
,/Diener tragen insgemein ihrer Herren Liverei.
Soll's denn |ein, daß Frankreich Herr, Deutschland aber Diener sei?
Freies Deutschland, schäm' dich doch dieser schnöden Samplerei!"
Hier kündet sich schon die Gegenwirkung an: Sehnsucht, tiefe Selbst- besinuung, unermüdliches Arbeiten, stärkste Verinnerlichung! Zwei Ströme deutschen Geistesleben bilden sich, die scheinbar neben einander hergehen und deshalb allzu oft eine gesonderte Betrachtung finden. Tatsächlich aber haben sie ihre gemeinsame Wurzeln in Luthers Reformation. Sie ringen sich im 17. Jahrhundert in der Gestatt des Pietismus und der Aufklärung nur zur Cigengeltung durch. Es darf nicht übersehen werden, daß die 1694 gegründete Universität Halle sowohl den frommen August Hermann Franck« wie den Aufklärer Thomasius zu ihren geisttge» Vätern rechnet. Allerdings haben sich beide nur in schweren Kämpfen durchgesetzt, in Kämpfen gegen Unsicherheit, Künstelei, Schulmeistertum, Verwilderung, Servilität und Streberei. Dabei steht in Anknüvsung an die vorhergehende Zeit das religiöse Moment zunächst im Vordergrund. Bald jedoch gesellt sich dazu das nationale. Beide vereint ergeben dann den Unterbau des Weimarer Idealismus.
Bemerkenswert ist hierbei, daß zwei deutsche Grenzlande, das Elsaß und Schlesien, eine führende Rolle spielen. Dem deutschen Kerngediet blieb es vorbehalten, die Mängel der deutschen Sprache nach Möglichkeit zu beheben. Hierbei haben sich die sogenannten „S p r ach g e s« l l« chatten" bleibende Verdienste um die Reinigung der deutschen Sprache von fremden Beimischungen, um sprachliche Selbstbesinnung und um die wissenschaftliche wie geschichtliche Erforschung erworben. Ihr Wirken führt« allerdings auch dazu, daß die Volkstümlichkeit der Sprache Luthers etwas verblaßte. Dem Zuge der politischen Entwicklung zum Absolutismus hin solgend, ging das Trachten dahin, sich im Glanz« der Majestät zu sonnen. Die Kunst wurde aristokratisch, akademisch, höfisch. Unter italienisch-spanischem Einfluß huldigte man einer wyustch. manierierten Literatur, unter englischem einer tragisch naturalistischen Strömung. Es war ja die Zeit derGegensätze: eine u-'dd,eselbeDichtung übrte oft hin und her zwischen Uebersrnnlichkeit und Ueberstosflichkeit. In dem einen steckte soviel „Schwulst" wie in dem andern. Dennoch lag irTgorm und Stoff eine starke Anregung der Phantasie. Die Dichter lernten jetzt selbst suchen und finden. Sie wurden unabhängig von der Ucberlieferung. Ihre Geschmacklosigkeit entsprang °"s der Jagd nach dem Originellen, und diese war der erste Schritt zur edlen Freiheit, wie sie von dem Idealismus erstrebt wird. Die Phantasie mußte in dem weiten Gebiete des Unwahrscheinlichen schmelzen, um überhaupt wieder fruchtbar zu werden. Sie mußte die stärksten Mittel rücksichtslos anwenden, um für die feineren ihre Kraft »u I-Hulen. Das war es: in äftbetildi unreifen Zeiten machen die Schriftsteller möglichst viel "arm, um ihre ßefcr zu betäuben, während sie in reifen, klassischen Alten - > n« feierliche Stille und Klarheit um uns ausgießen, in der wir die kleinst«
Somit9 ist^r^Weg' von den Vorstufen zum Endgültigen nach der gedanklichen Seite aufzezeigt. Hinsichtlich der stosslichen schien zunächst für Roman, Drama und Gedicht die große Welt zu eng. Die Dichter verrauschten daher in alle Welten und Zeiten. Bis das vaterländische Element in bie deutsche Literatur eindrang, um sie nicht wieder zu verlassen Schon Hutten hatte mit einer Gestaltung des Arminius» stoffes ein Vorbild gegeben. Im 17. Jahrhundert strömte bas ganze germanische Altertum in breiter Front em. Nur Zwei Vertreter dies« nationalen Dichtungen können hier genannt werden. Bon ihnen geht aber nachweislich eine starke Wirkung aus, die sich noch bis zu Klop- «lick und dem Weimarer Kreis hin bemerkbar macht
Am umfassendsten behandelt die altdeutschen Stosse schon 1640 der Elsässer Moscherosch in dem Roman „Gesichte Philanders von Sitte» watt" Er führt in der Form einer Satire Sittewalt dem Anovist, Arnim Wittekind und anderen germanischen Helden vor, die >hm in scharfen Strafreben Verwischung und Verweichlichung vorwersen Wirü hier von dem Bürgerlichen noch eine gewisse volkstümliche Redeweife nomnhrt in ist aani Vertreter seiner Zeit und seines Standes der Schl« «Ä'tal LaspervonLoh enst ein (1635 bis 1683), den man auch bas Haupt der zweiten Schlesischen Dichterschule nennt mie Romane haben ihm weit über sein nur kurzes Leden hinaus großen Ruhm gebracht Besonders aber sein erst 1689 nach seinem Tode ve^ össentlichter Arminiusroman, dessen Titel gleich fein Wesen deutlich kennzeichnet. Er lautet: „Großmütiger Feldherr Arminius ober Hermann als ein tapferer Beschirmer der deutschen Freiheit nebst seiner durch- (nurhtialten Thusnelda in einer sinnreichen Staats-, Liebes- und Helden- Keickiicbte dem Vaterland zu Liede, dem deutschen Adel aber zu Ehren mrd^ähnliche? Nachfolge in zwei Teilen vorgestellt und nut tauberen RUttnHÄte - neben der Liebesgeschichte - nicht nur eine all- nemeine Geschichte unseres Volkes in seinem Roman geben, sondern auch den Nachweis führen, daß alles Große in der Welt von Deutschen aus-
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schien, daß überall nod, ein gut Stück
Seit "für" mich "übrig sei. Ich hörte sagen, ein deutscher Satüergesell » M« ul «ubet in jedem Land oder Weltteil leichtlich sein Brot, und beschloß, host du u mir Unb mehr den Berliner zu packen. Mu der Agathe gab es eine m&e Not, und wir weinten alle zwei beide wie die kleinen Kinderlein. Aich mußte ich ihr fast alles Geld geben. Da hörte ich, daß in Mailand tlil Arbeit sei und zwei Bekannte von mir wollten hinmachen. Davon leinte einer mir sieben Franken und auch der Meister gab mir em bares Lschenk, zwar war es wenig. Wir fuhren über den langen See bis an kin Ende, wo immer mehr Berge nach Art von allmächtigen Mauern tonen, daß mir Angst wurde. Wenigstens hatten wir gutes Wetter. Und -lwohl ich des Tags acht Stunden vermag, waren dl« Sttaßlein in dm Gebirge elend hart und fielen mir so sauer, daß ich lebe Nacht wie Hie Leiche dalag. Das erbarmte die andern, und wir fuhren manchmal ein gutes Stück mit Fuhrleuten für wenig Geld. Da habe ich viel Ge- Een erzählt, denn ich wußte gut, daß die Fuhrleute auf ihrer langen Fahrt eine gute Gesellschaft fo gut brauchen können als Vier und t. Sie schenkten mir außer dem Mitfahren ost «men halben Schop- " "Uni ober eine von ihren Zigarren, die innen Stroh haben und un- r-nschlich lange Stengel sind, davon mir zweimal bitter übel wurde, tif eine solche Art zwangen wir den St. Gotthardt, und bald daraus fhg ein Welschen an, daß mir Hören und Sehen vergehen wollte. Sonst euren zwar die Leute geizig, aber vergnügt und gut; nur durften wir nichts von ihnen haben wollen. Da gab es manche Not, und unser Reingelb ging nah beieinander. Auch fiel mir nun st^'llch ein, wa ter der gelb« Friedel seinerzeit gesagt hatte, nämlich.daß dies es 3talen für uns Kunden das allerschlechteste Land auf der Welt sei. Wie sollte Ins werden? Denn wir waren noch immer in der Schwerz, und das Lend mit den Jtalienerleuten fing schon an. Wenn nicht die Poststellen mit den vielen Reisenden gewesen wären, hätte uns bald der leidige (junger geplagt. Lieber Gott, da stahl ich denn einmal drunten im Wein- Itnb eine lange Italienerwurst, die hart und salzig sind, und man kann fn ein Jahr lang haben. Fängt einer von den Kameraden zu räsonieren am, sagte, er fresse nichts Gestohlenes, und ich möge an meiner langen Surft ersticken, wenn ich sie nicht wieder zurückbringe. Das ging aber acht, und fo versöhnten wir uns wieder miteinander; er fraß aber nchts davon. Und mich wollte nachher der Durst schier umbringen; denn ins Zeug war heillos gesalzen, daß ich immer wieder aus dem großen tilten Bache trinken mußte, und ein furchtbares Bauchgrimmen bekam. 8s tarn von dem kalten Wasser her, aber der andere sagte immer, das
Von Dr. Hermann Dreyhaus.
Wenn Schiller am Ende des 18.Jahrhunderts Ei dem l7. be. fcuptete, daß während dieser Zeit in dem ,,sturzbedrohten deutschen lause ein sterbendes Geschlecht wohnte", so hätte er feine faeü ft lir seine Ansicht finden können als den Astronomen Ke p l e , , it dem Vorwort zu dem Werke „Harmonie der Welt das » Iförieb: „Hier werfe ich die Würfel und schreibe ein Buch, zu lesen der Nitwett oder der Nachwelt, gleichviel; es wirb seines Lesers Jahrtausende Wen, wenn Gott selbst sechs Jahrtausende lang den «marm bat, De Hn Werk beschaute." Er hatte jene Wettwmte des putschen Geistes ge vonnen, die sein Jahrhundert zu einer Vorstufe der Geistigkeit machte, ita nachher als Weimarer Idealismus die weite Welt erob s
Eine Weltweite allerdings, die aus Gegensätzen geboren war. W e ieinlid; und niederdrückend war im 17. Jahrhundert ö ™ r-euischlandl Allbekannt ist das scharse Urteil des poften ^-cht^ehrers Pufendorf über die Mitgestalt des Reiches und di- herrschende Un
__So war ich die längste Zelt in Luzern gewesen. Das Frauen- immer hieß namens Agathe, aber man rief sie bloß immer Ageli, aber U konnte ja doch nicht heiraten und geriet in eine Traurigkeit. Da ich Mts mehr gut machen konnte, mochte ich sie gar nimmer tahen und flichtete vor ihr. Sie stand aber jeden Abend nahe bei der Werkstatt, In» einmal ging ich mit ihr spazieren und wir standen beide unter e|em schrägen Nußbaum an dem Waldstätter See. Hinter dem mach- fc-n Wasser stieg der große Rigi-Berg heraus und alles war herrlich «I sehen, mancher zahlt gern Geld dafür, auch Boot« im Wasser und «che Kähne, ble dreißig Schuh lang und wohl mehr. Dennoch war es in. traurig, denn di« Ageli meinte schier ohne Unterlaß und sagte: „3d)


