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Sterne, die Sterne, leuchten schöner nicht!
Sonne, die Sonne, geht so bald zur Ruh; Himmel, der Himmel
Macht seine Stuben zu.
So dunkel, so dunkel Ist es geworden schnell;
Laterne, Laterne!
Ei, du machst aller hell!
Laterne, Laterne, Du lachst mir ins Gesicht; Ihr Sterne, ihr Sterne, Ihr leuchtet schöner nicht!
Laternenliedchen.
Von Georg Schwarz. Laterne,-Laterne, Du lachst mir ins Gesicht;
tapferen Wort des Hessen stürmischen Beifall. Seine Haltung flößte auch den anderen Achtung ein, und nicht zuletzt waren alle darin einig, daß dies ein« gute Gelegenheit sei, die Franzosen ein bißchen zu verulken. Also faßte die ganze Horde Tritt und marschierte im Takt der Franzosenfuße mit bis zum Tor, wovei mehr als ein Hoch auf den wackeren Hessen aus- qebracht wurde. Als der Schwarm am Tor zurückblieb, rief August Hopp noch hinter sich- „Also aus Wiedersehen, ihr beschorenen Mainzer, im Frühjahr, wenn wir eure Stadt genommen haben!"
Die Mainzer aber hörten gar nicht mehr die Grobheit heraus, sondern schrien allesamt aus vollen Hälsen: „Auf Wiedersehen, Gardegrenadier Landgraf von Hessen!" ~ „ .
Es wurde dann allerdings noch Juli, bis die Franzosen in Mainz sich ergaben. Aber als dann die Hessen vom Rheintor her über die Große Bleiche in die Stadt einrückten, stand mancher Mainzer da, der den langen Flügelmann der ersten Kompanie wie einen lieben alten Bekannten begrüßte.
Verantwortlich: Dr. Hans Thyrivt. - Druck und Verlag: Drühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, Gießen.
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Masken.
Bon Hans Sturm.
Die Zeiten des Faschings stehen unter der Macht der Maske. Wir entfliehen unferm Ich, um hinter dem anderen ^Gesicht" ein anderer Mensch zu sein, um auf Stunden unerkannt und namenlos unterzütauchen in einer allem Bürgerlichen entrückten, jeglichem Alltagszwang entzogenen lustbeschwingten „Frohgemeinschaft" (Hans Sachs). Was sind uns Masken? Seidene Larven, lustig bemalte „Gesichter" aus Pappe, Holz oder Ton, vor denen sich bei Tanz und Lachen die Wirrnisse des Schicksals verbergen, verflüchtigen. Diese Anschauung erinnert an den ursprünglichen Sinn der jahrtausendealten Maskerade.
Die Menschen erschrecken, sie fürchten machen, das ist seit jeher der Hauptgedanke der Maskenmacher und der Maskenträger gewesen; in der Frühgeschichte der Menschheit war der Glaube an die abwehrende und somit schützende Kraft der Maske so stark, daß man sie zur Abwehr, gefährlicher Mächte benutzte. Die ältesten uns bekannten Gesichtsverhüllungen, die ägyptischen Totenmasken, dienten dazu, den Gestorbenen den Weg ins Jenseits, an dessen Ende böse Geister hockten, zu sichern; die berühmten „goldenen Masken" von Mykene dienten ähnlichen Zwecken, desgleichen die Larven, welche die alten Mexikaner den Abgeschiedenen mitgaben auf den schlangengesäumten Weg durch acht Wüsten und über acht hohe Berge.
Unsere altgermanischen Vorfahren stülpten sich Tierfelle über den Kopf, um die Feinde zu schrecken; aus dem Kopf des wilden Tieres entwickelte sich dann die Tiermaske, die später sich in den Maskenhelm verwandelte. Die Freude an den „Schreckmasken" hat sich noch lange im Volke und bis heute in ländlichen Gegenden in den Spielen der Kinder erhalten. Mchard Wagner berichtet aus seiner Kindheit, welch gruseliges Vergnügen er und seine Schwester Cäcilie darin fanden, mit einer selbst- gefertigten Kürbismaske, deren Augenhöhlen eine hineingestellte Kerze unheimlich flackern ließ, die Leute fürchten zu machen, bis sie sich dann selbst davor fürchteten und sie mit Entsetzensschreien den Hügelhang hinabrollen ließen. So endete die „große Maskje", mit der er ihr später in Briefen scherzend drohte und sie warnte: „Eile, Eile, in Deinem Bett ist eine große Maskje!"
Von den alten Schreckmasken stammen auch die in vorgeschichtlichen Gräbern gefundenen Maskenkrüge, die sich in verschiedenen Formen von den spitznasigen Gefäßen des trojanischen Ruinenfeldes bis zu den breitbauchigen Kölner Bartmannskrügen des 16. Jahrhunderts erhielten. Der Abwehr böser Geister dienten auch die alten Steininasken an den Häusern und die Pferdeköpfe an den niedersächsischen Gehöftgiebeln; selbst die Masken unter den sogenannten Mesericordien (Sitzbretter der mittelalterlichen Chorstllhle) erinnern daran. In einer vergilbten Münsterchronik liest man, daß die Wasserspeier in ihrem oft geradezu dämonischen Aeußeren „die um die Türme kreisenden Teufel zurückhalten" können. Aus den ebenerwähnten Maskenhelmen entwickelten sich später die Prunk- belme, von denen man manch kostbares Stück auf deutschem Boden bei Ausgrabungen gefunden hat; sie scheinen jedoch wie auch die wundersam
geformten griechischen Helme nicht im Kampf, sondern nur bei Festen getragen worden zu sein. Bet den Römern trugen die Kämpfer in den Amphitheatern. Maskenvisiere, die lange in den italienischen Masken, spielen fortlebten. Die Renaissance kannte noch den Maskenhelm, wenn auch nur als Zierstück. .
Besondere Bedeutung hatte die Maske auf der altgriechischen Buhn«. In ihr sah man den guten oder den bösen, zumeist den bösen Dämon; der Anblick der Maske wühlte das Denken der Zuschauer auf, die tragisch« Maske sollte den Bösewicht nicht nur schrecken, sondern beschwören, sich selbst der strafenden Gerechtigkeit zu stellen, in den Komödien berauschte man sich an der ausdrucksstarken bacchantischen Ornamentik der Mimenköpfe, die von eindrucksvollen Gesten und treffenden Versen begleitet wurden. Griechische Maskenbilder sind uns derbkomisch auf Vasen, anmutig, scherzend in Tanagrafiguren, feierlich-schön auf Sarkophagen erhalten geblieben. .....
Im alten Rom gab es — nach griechischem Vorbild — Maskenschnitzer, die meistens eine größere Werkstatt unterhielten; diese Schnitzerschulen erhielten sich in Italien bis in die Renaissance hinein, und viele bedeutende Maler sind aus ihnen hervorgegangen, z. B. Guido M a z z o n i, der Meister der „Beweinung Christi".
Neben den Griechen und Römern sind die Japaner die begabtesten und vielseitigsten Maskenmacher gewesen. Seit je ist ihnen die Maske heilig, sie sehen in ihr die Spiegelung lebendiger Dämonie und besitzen gemäß der Eigenart ihres Kultes ein ganzes Maskensystem. Zur Zeit Mazzonis gingen aus der Werkstatt eines tüchtigen japanischen Meisters drei neue Maskenschnitzerschulen hervor, deren Kunstfertigkeit sich durch viele Generationen sorterbte. Für ihre mittelalterlichen Opern, die sog. Ro-Spiele, schufen sie mehr als hundert verfchiedene Masken, zum Teil allgemeiner Natur, zum Teil für bestimmte Götter, Geister, Dämonen und Helden gedacht.
Die Naturvölker hielten und halten ihre mehr oder weniger kunstvoll gefertigen Masken für die Geister selbst. Im Schmuck der Tanzmaske fühlen sich die Indianer als gute Dämonen, denn nach ihrer Anschauung legt man unter der Maske alles Häßliche ab; ähnlich mögen die asrita- nischen Stämme denken, die ihren Masken soviel Groteskes geben, daß sie nicht mehr menschlich wirken. In Neupommern steht die Maske im Dienste des Totenkults und hat meistens die Form des Nashornvogels, der nach dem Glauben der Eingeborenen die Gestorbenen ins Jenseits geleitet. Bei den Eskimos im nördlichen Alaska hat die Tanzmaske magische Wirkung; Sie soll die von den Jägern zu erlegenden Tiere anlocken. Vielfach benutzen ne Eskimojäger Doppelmasken, das sind solche, die im geöffneten Rachen eines Walrosses ein Menschengesicht zeigen.
Die verschiedensten Stoffe dienen zur Herstellung der Masken, ange< sangen vom Golde, dem man im Altertum eine besondere Wirkung gegen Unheil und Zauberei zuschrieb, bis zum einfachen Stroh, aus dem sich korjakische Priesterinnen langwallende Gesichtsverhüllungen flechten, um nach harten, mageren Zeiten endlich wieder ein Walfest zu feiern. Marmor, Schildpatt, Porphyr und Türkise verwendet der Maskenbildner ebenso wie Glasperlen, Muscheln, Leder, Federn, Ton, Baumrinde oder seidene und andere Tuche; jeglicher Stoff muß helfen, die Menschen zu verwandeln, sie in die Gestalten guter oder böser Geister schlüpfen zu lassen. Auch wir stehen unter der uralten Macht der Maske, aber nur, um auf Stunden unerkannt und namenlos zu flüchten in die heiteren Bezirke einer von tollender Lebensfreude übersprudelnden Welt.
„Narrenfreiheit" nennen wir diesen Zustand, die allgemeine Amnestie, die Prinz Karneval für die kurze Zeit seiner Herrschaft seinen Untertanen gewährt. Dabei wird freilich stillschweigend vorausgefetzt, daß jedermann einen sinnvollen Gebrauch von ihr mache und den Rahmen der Schicklichkeit nicht überschreite. Die natürlichen Grenzen zu erkennen ist Sache des persönlichen Takts, den auch die Anonymität der Maske nicht außer Kraft fetzen kann.
Wie einer sich in der Trunkenheit aufführt: ob er stillvergnügt in sich hineinlächelt oder ausfallend und gemein wird — dies, sagt man, sei der beste Prüfstein für den guten oder den bösartigen Charakter. Mir scheint, die Fafchings-Trunkenheit, ob mit, ob ohne Alkohol, gibt einen ähnlichen Wertmesser ab. Wobei nur die Einschränkung zu machen wäre, daß der Satz: „Kinder und Narren reden die Wahrheit , wenn überhaupt, dann hier seine Berechtigung hat. Denn eben dies gehört ja mit zum Reiz einer karnevalistischen Verwandlung, daß sie „lachend die Wahrheit zu sagen" verstattet. In der Maske und durch sie hindurch, und nun nicht mehr ausschließlich „durch die Blume".
Wieviele sparen ihr rachedurstiges Herz auf, um es zu dieser lang' ersehnten Stunde, Auge in Auge mit dem ahnungslosen Gegenüber, zu erleichtern! Es wäre paradox, hier noch von „Maske" zu sprechen, die sich einer vors Gesicht nimmt — oder die korrekte Haltung bis zu diesem Augenblick war dann die Maske, um die wahre Gesinnung dahinter zu verbergen.
Was ist die Maske, was ist wahres Gesicht? Die Begriffe vertauschen sich — öfter als wir vermuten, manchmal zu unserem Glück. Ein fraglicher Sinn und nur eine halbe Wahrheit liegt demnach der Aufforderung zugrunde: „Masken ab!" Bei vielen, die dieser Ruf zu mitternächtlicher Ball- stunde trifft, geschieht ja nichts weiter, als daß sie ein unsichtbares Visier herunterklappen: ihr Alltagsgesicht. Nur, daß dies eigentliche Maske ist, die ihnen „wie angegossen" sitzt.
Glücklich und wahrhaft In ihrem Element sind allein die Kinder, die in holder Unbefangenheit ihre Masken tragen. Sie besitzen noch Phantasie genug, um ihr kleines, unentwickeltes Ich fpurlos zu tilgen und Indianer, Harlekin, Rotkäppchen — oder was immer sie darftellen — nicht nur zu spielen, sondern auch wirklich zu fein. Die bunten Farben, in die sie sich kleiden: das Rot, das Weiß, das Gelb und das Grün — sind sie nicht wie das Leben selbst und schmücken die Kleinen mit Symbolen, die nur ihnen zukommen? Wir Aelteren, wir müssen uns mit dem Abglanz begnügen, an dem wir, nach einem Dichterwort, das Leben haben.
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