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Freundschaft und Liebe heißt!
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Sie mir nicht glauben, daß es sinnlos ist, in diesem dreißig Meter tiefen, weichen Schnee auf Schneeteller zu vertrauen. Weil Sie einmal im Gebirge gewesen waren, lachten Sie mich aus, als ich den großen Relsekorb zerschnitt und Ihnen Deckel und Boden unter die Sohlen binden wollte. Ms wir noch im Hause waren, behaupteten Sie, das alles viel besser zu verstehen als ich, aber nun haben wir es! Wo sind Ihr Stolz und Eigensinn hin? Nun kämpfen Sie wie eine Verzweifelte mit diesen Tellerchen an den Füßen, verbrauchen Ihre Kräfte und stecken doch immer bis zu
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den Hüsten im Tod." „
„Ich hatte Ihnen doch nachgegeben', sogt Liane leise. ,Sch hatte doch die Korbdeckel angeschnallt."
„3ft das wahr?" fragt George streng und späht nach Lianens Augen.
Sie senkt den Kopf und nickt. t ,
„Nun gut", sagt er. „Mit den großen Korbflächen haben Sie es leichter." Er macht eine Pause, dann meint er: ,Mber das ist dumm. Denn — offen gestanden — ich hatte es mir so gedacht, daß Sie in die Gefahr des Versinkens —"
Geschick.
Von Georg Schwarz.
Keine Stirne kann es zwingen, Keines Sehers Blick, Still, in rätselhastem Ringen Wächst es, dein Geschick.
Eine Deutung gibt kein Spiegel, Auch der Sterne Bild Bleibt Geheimnis unterm Siegel, Läßt dich ungestillt.
Aber suche nur zu lauschen, Ahnung singt dein Blut.
Dunkel hörst bu's drunten rauschen. Wo dein Wesen ruht.
Was du warst, du bist es immer.
Wage es zu sein!
Was du hattest, läßt dich nimmer. Nimm und sage: mein.
Was du liebtest, blüht, wie Bäume Blühend stehn im Land, Frucht verklärter Kinderträume Reist dir in die Hand ...
Manchen siehst du früh ermatten, Der sich selbst nicht glaubt. Und vor Abend fällt ein Schatten Auf sein Haupt.
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Liane unterbricht Ihn. Sie wirft einen hurttgen Blick auf ihn, unterdrückt ein Schmunzeln und sagt bescheiden: „Ich kann das leider nicht ändern. Ich hatte Ihnen nachgegeben unb bie Korbbeckel angeschnallt. Nach kurzer Zeit jeboch würbe ich trotzbem ganz schwach und kraftlos."
„Na — und?" fragt George mißtrauisch.
„In meiner Angst wollte ich Sie bitten, auf mich zu warten, denn Sie waren schon ziemlich weit von mir entfernt. Sie kamen überhaupt äußerst rüstig vom Fleck. In dem Augenblick, als'ich zu rufen begann, tanden Sie gerade ruhig, hatten eine große Schnapsslasche hervorgezogen und nahmen einen tiefen Schluck."
„Hm", brummt George und versucht vergebens, Lianens Gesichtsausdruck zu ergründen. Sie hat sich etwas von ihm abgewandt unb jagt leise: „Sie hörten mich nicht. Auch konnte ich nicht sehr laut rufen, bie Kehle war mir wie zugeschnürt, unb ich versank — trotz ber Korbflächen. Ach, es war schrecklich!" Unb mit einem Ruck roenbet sie ihm plötzlich ihr ganz verzerrtes unb entsetztes Gesichtchen zu.
„Aber, das ist ja Unsinn, liebes Kind", sagt George kühl. Er legt den Kopf zurück und blickt Liane prüfend aus halbgeschlossenen Augen an. „Die Sache war ganz anders. Erinnern Sie sich, bitte, daß ich aus dem Atelier des Architekten die großen Zeichentische mitgenommen hatte. Sie hatten die Nase gerümpft, weil ich alle zwei mitnahm, ober nun erwies sich, wie nützlich das gewesen war. Denn auf dem einen umgedrehten Tische stehend unb gegen bas Versinken gefeit, birigierte ich den anderen dorthin, wo ich ihn haben wollte."
„Wo wollten Sie ihn denn haben?" fragt Liane.
„Neben Ihnen", antwortete George. „Und darum kam ich keineswegs .rüstig vom Fleck' und war .schon hübsch weit' von Ihnen entfernt." Er macht eine Pause und blickt Liane mit furchtbar gerunzelter Stirn an.
Sie errötet und gesteht: „Ich habe geschwindelt, George."
„Schließlich hörte es zu schneien auf", setzt er die Erzählung fort. „Es wurde Nacht unb kalt; wir froren sehr, aber bie größte Gefahr tag im Schlafe. Während ich noch Überlegte, was man dagegen unternehmen könne, waren Sie schon halb eingeschlafen. Und Sie waren so reizend m Ihrer verschlafenen Kindlichkeit, daß ich ttotz unserer Not als großes Glück genoß. Sie bei mir zu haben unb mich um Sie kümmern zu burfen. Der Schnee hatte sich gesetzt unb gefror, und unsere Tische bekamen dadurch größeren Halt. Ich hatte sie Kante auf Kante zusammengestellt und Sie, Liane, auf diese kleine Plattform herübergeholt; sie trug uns beide. Aber ich mußte Sie vor der Kälte schützen und kam zuletzt auf eine gute Idee. Ich knöpfte meinen großen Ulster auf, öffnete hinten den Gurt, packte Sie in den Mantel hinein, wie ein Dieb ein gestohlenes Gut an sich uerblrgt, unb schloß die Knöpfe über mir und Ihnen wieder. So setzte ich mich. Sie auf dem Schoße haltend, mitten in unserer Insel nieder unb wartete. Sie waren nicht zu schlecht untergebracht; benn ich überzeugte mich, daß Ihre eiskalten Häubchen nach und nach wärmer wurden. Die Rächt verging ich rauchte meine letzten Zigarren unb feinbete ben Himmel mit seinen tausend Sternen an. Schließlich fror ich gar nicht mehr; Sie waren fo warm geworden wie ein kleines Oefdjen und gaben mir ordentlich $öa™d) "habe noch nie so herrlich geschlafen wie in jener Rächt", sagt Liane und blickt George strahlend an, als habe sie bie Nacht soeben
sagt er, „bas freut mich. Aber hören Sie nun bas Ende: Am Morgen hatte sich das Wetter geändert. Südwind weht. Der Föhn ist herbeigekommen, um uns zu retten. Er kommt brausend daher und duftet nach Hoffnung und Liebe. Die Schmelze beginnt. Eine Sonne steigt herauf, aber was ist das für eine Sonne! Wie wärmt ste uns, wie erweckt sie uns zum Leben!" George lacht. „Dort", sagt er und deutet mit dem aus- gestreckten Arm weit hinaus, „senkt sich das Schneemeer. Dorthin bläst der Wind Der verharschte Schnee, den jetzt der Föhn striegelt, bildet eme schimmernde, krustige Fläche. Dorthin müßte man fliehen! Wollen wir es versuchen? Ach, nun geht uns alles leicht von der Hand; bie Hoffnung führt uns. Nichts taugt bester zum Schlitten als ein Zeichentisch! Die Schiffer sind noch nicht dahinter gekommen, wie vorzüglich sich s mit einem Ulster segelt! So sahren wir vor dem Winde dahin. Hinter uns liegt die Not, Liane; waren das schlimme Zeiten? Einerlei, wir vergessen sie; vergesten wir nicht auch die guten? Nach Stunden der Fahrt Der» wandeln wir unseren Schlitten in ein Floß; denn nun gelangen wir an einen Strom, so breit wie ber Mississippi. Ihm-vertrauen wir uns an. Weiter geht die Fahrt. Wie lau hier bas Wasser ist! Niemand vermochte zu glauben, daß es vor einem Tage als erstarrte Flocke zur Erde fiel und uns bedrohte. Jetzt umschmeichelt es uns; feine Farbe ist blau, und jenseits des Stromes erblicken wir einen sonnigen Strand mit schlanken Palmen. Wohin sind wir nur geraten? Ist diese Fahrt nicht schön, Liane?"
Liane nickt unb hält ©sorgens Hand fest, unb George, ber die letzter» Sätze sehr schnell gesprochen hat, fährt nun fast leise, aber noch schneller fort: .Hier jedoch muh ich aussteigen. Hier muß es Zigarren geben. Dort drüben sehe ich einen Neger, aus dessen Munde blaue Wolken dringen. Zu ihm will ich hin; er muß mir Tabak verkaufen. Leben Sie wohl, Liane, jetzt laste ich Sie allein. Blicken Sie auf, dort kommt ein riesenhaftes Floß den Strom herabgefchwommen. Eine Hütte steht daraus; aus ihr tritt ein Mann und späht zu uns herunter. Erkennen Sie ihn, Liane, es ist Ihr Verehrer Peter, der auch auf eine wunderbare Weise hierher geraten ist. und den Sie trotz feines dicken Bauches heiraten werden, weil er soviel Geld besitzt. Sehen Sie nur, nun hat er sie erkannt, er winkt. Da taucht auch eine Ihrer Tanten auf, lieber Gott, welche Menge von Freunden befinden sich auf diesem Floß! Da kann ich Sie beruhigt allem lasten; leben Sie wohl, Liane, leben Sie wohl, ich gebe Sie den Ihren zurück!" George löst feine Hand vorsichtig aus der Lianens, macht ein kleines artiges Kompliment und schickt sich zum Weggehen an. „Adieu, Liane!" wiederholt er leise. „ , .
Liane blickt ihn vollkommen erstarrt an. „Was bedeutet das? fragt sie tonlos.
„Es ist bas Ende der Erzählung", sagt George.
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""„Aber wir haben keine Zeit, um zu beobachten, wie viele verschwinden und" nicht mehr auftauchen, wir kämpfen selber um das nackte Leben. Jetzt zeigt sich am erhabenen Beispiele, was F.^.---------
tafi 9 Sie, Liane, haben eine Torheit begangen. Eigensinnig, wie immer, wollten ~__ix. rinntna ift in hiel»m hreihia Meter tiefen.
Gchneetroum.
Eine Geschichte von Rudolf Schneider-Schelde.
Liane steht an ber Glastür, bie in den Garten führt, und blickt hinaus. Sie ist jung unb schlank und hat schwarze Haare; George, der mit ihr sprechen wollte, aber wegen anderer Gäste nicht dazugekommen ist, zögert, als er sie sieht. Er saugt nervös an feiner Zigarre unb tritt schweigend näher.
Wie es schneit!" sagt nach einer Weile Liane.
„3a", antwortet George, „ich gehe jetzt." Liane dreht sich nicht um, beide blicken in ben Garten hinaus.
„Wie es schneit!" wieberholt Liane nach einer Pause.
George gibt sich einen kleinen Ruck, er lächelt matt unb sagt: „Morgen wirb ber Schnee bis an Ihr Fenster reichen, Liane."
„3a, bas ist wahr", meint Liane unb wirst ihm einen Blick zu. „Wir müssen es Papa sagen, damit er sich nach einer anderen Wohnung umtut."
„Umsonst!" sagt George. Lianens Blick scheint belebend auf ihn gewirkt zu haben, er lächelt plötzlich genießerisch und streicht mit einer Hand- bewegung über bie ganze Gegend, die vor dem Fenster liegt: „Nach vier Tagen wird ber Schnee bie Höhe ber Dächer erreicht haben, unb in einer Woche gibt es all bas nicht mehr. Die Bäume werben verschwunben fein, enes große Museum — fort! Keine Straße mehr, kein Park, keine Stabt! Was sagen Sie bazu?" — Liane sagt nichts, aber sie lacht und wendet sich George halb zu.
„Lachen Sie nur", droht er. „Sie werden schon sehen! Wir müssen rechtzeitig im 3nnern des Hauses nach oben auswandern, um nicht von ber Kälte erbrütft zu werben. Aber bann kommt ber Tag, wo alles bebend unter dem Dache sitzt, von dem wir Männer in wechselseitigem Turnus den Schnee auf die Straße herabgeworfen haben, damit er das Haus nicht zerquetscht, und dann meldet einer: Jetzt können mir keinen Schnee mehr in bie Straße hlnunterschaufeln, bie Straße ist voll, sie ist in gleicher Ebene mit unseren Dächern. 3etzt erst brechen wir enbgültig auf unb vertrauen uns ber weihen Wüste an. Wir heben ein Bein, aber wir kommen nicht vom Fleck, wir sinken nur ein. Hat der Himmel kein Erbarmen? Nein, er hat keins. Dort versinkt jemand langsam, ihn trägt die Decke nicht. Er fährt geräuschlos wie in einem List nach unten. Lachen Sie noch, Liane?
„Hören Sie auf", sagt Liane und starrt George ängstlich und neu-


