Ausgabe 
20.1.1939
 
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SiehenerZaiinIienblätter

Unterhaltungsbeilage zum Giehener Anzeiger

Zreitag, den 20. Januar

Hummer 6

heiraten will, dann steckt gewiß eine

zu seinem Freunde Wimmer, um ihn zu fragen, was die List denn

Copgrisht by 3. G. Äotta'sche Buchhandlung Nachfolger, Nuttgact

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miben f^-r. Plötzlich parierte er. Um Park und Schloß blitzten Waffen. Er ityle hinüber. Von einem Waldstück verdeckt, ritten sie näher. Als ! stst schon die Talsohle erreicht hatten, saß vor dem Parktor eben

nicht einmal mit-

Laß das Heiraten nicht so einfach wie ein Roßhandel war, hakte

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»Weil ich überhaupt nicht heiraten will/

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Zum ersten Male seit zwanzig Iahten verzichtete Aloisius Brand auf seinen Mittagsschlaf. Denn wenn ein Mädel sagt, daß es nicht ! Liebesgeschichte dahinter. Er rannte

ein Fuchs:Eine Liebschaft grad sah zum Domturm hinauf. Reden übrig. Und es war vielleicht auch mit dem Nußdorfer Weinhändler

Der Regenschori sah drein wie nicht, Brand." Er trat ans Fenster, mußte er. Es blieb nichts anderes gescheiter. Sonst ging die Geschichte

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s 8 er Keyelmacher von Sankt Stephan

eln helterec Liebesroman von Alfons 0. LMulka

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Vorgang 1959

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auch noch schief. Und mit der großen Liebe roars bei der Lisl ja doch vorbei. Die große Liebe kommt nur einmal im Leben. Da roars immer noch gescheiter, die Elisabeth Brand heiratete den Franzl vom Kirndorser, als daß sie eine alte Jungfer wurde oder eines Tags aus Verzweif­lung irgendeinen Speckbauch von Kleinbürger nahm. Er drehte sich herum, setzte sich halb aufs Fensterbrett und sagte:Eine Liebschaft grad nicht ... Hör zu, Brand!"

In den Augen des Wachsziehers flammte ein drohender Schein. Sein sonst so gütiges Gesicht wurde hart und kantig. Wenn er in Zorn geriet, glich es seltsam jenem Bilde seines welschen Ahnen, der einst als Söldnerführer des Herzogs von Ferrara gefochten. Aber gefährlich war das wohl nicht mehr. Wimmer lachte:Brauchst keine solche Augen machen, Kerzelmacher. Es ist nicht schlimm." Er begann vom Leutnant von Rabenau zu erzählen.

Brand fuhr auf:Und das nennst du nicht schlimm?!"

Aber geh, was ist denn schon dabei? Js halt verliebt a'wesen, die Lisl. Mußt ihr halt Zeit lassen. Den Kirndorser krieg' ma schon rum."

Verliebt! Ein schlechtes Frauenzimmer is!"

Versündig dich-' nicht, Brandl Sei froh, daß du so eine honette Tochter hast!"

Honette Tochter! Und laßt sich in eine Liebschaft ein!"

16. Fortsetzung.

Sie ritten abseits der Straße. Das war ein Uinweg, aber sicherer, hatte berichtet, daß er gestern, als er über Land fuhr, einer Schwadron begegnet fei. Rabenau trug die Ordre für die

Ich hab dir doch schon g'fagt, daß die zwei noch einander gsprochen haben."

As er dann noch am gleichen Abend mit ihr sprach, bekam er zur itort: ,Tich hab dem Herrn Vatter doch g'fagt, daß er mir Zeit srn muß."

freilich, List. Aber wenn der Kirndorser halt nimmer warten will." Tann fall er's bleiben lassen." Allen weiteren Ueberredungskünsten iie sie ein hartnäckiges Schweigen entgegen.

In nächsten Tage, nach dem Mittagessen, versuchte er es noch ein« ..... ~' ...... ' ' «ich so

Brand stampfte mit dem Fuß:Lüg mich doch nicht an! Sag's lieber gleich, wies mit ihr steht. Ich halt schon was aus."

Der Regenschori lachte:Bon Fensterpromenaden hat noch keine ein Kind kriegt."

Vor lauter Zorn hörte Brand gar nicht hin. Er schrie:Heut noch jag ich sie aus dem Haus! Nicht unter die Augen kommen darfs mir mehr! Nichts hören und sehen will ich mehr vor ihr! ... Und von dir auch nicht. Wimmer." Er trat dicht an den Regenschori heran. Sein Ge­sicht war rot vor Wut. Er fragte lauernd:Warum haft denn du mir nichts g'fagt?"

Matthias Wimmer rutschte vom Fensterbrett herunter, ging durch das Zimmer, kam wieder zurück. Da hatte der Kerzelmacher eigentlich recht. Sagen hätte er es ihm müssen. Aber diese dumme Verliebtheit der Lisl war ja gar nicht die Ursache von Brands maßlosem Zorn. Er kannte ihn doch. Er antwortete ruhig:Js schon besser worden, weil ich gred't hab? Wie ein Narr führst dich aus. Aus lauter Zorn, weil

du so schnell ja g'fagt hast und dich der Kirndorser jetzt beim Wort

nimmt!"

Aloisius Brand sah ihn wütend an und griff nach seinem Hut:Die

Lisl geht noch heut aus dem Haus. Und mit uns zwei is aus, Wimmerl"

Er rannte aus dem Zimmer und schmiß die Ture hinter sich zu.

Der Regenschori nahm das nicht ernst. Der Zorn des Kerzelmachers pflegte nicht lange zu dauern. Es fiel ihm vielmehr ein, daß heute beim Brand Hausmusik war. Er hatte zu fragen vergessen, um wieviel Uhr. Er lief ins Stiegenhaus, beugte sich über das Geländer. Eben fegte der Wachszieher durch die Kehre des zweiten Stockwerks. Wimmer rief:Du, Brand, um wieviel Uhr fang' ma heut an?"

Hol dich der Fuchs! Um acht!" hallte es aus der Tiefe herauf.

Matthias Wimmer war beruhigt. Wenn man feine Tochter am Nach­mittage aus dem Haus werfen will, fetzt man für den Abend keine Hausmusik an. Aber am Abend erschrak er doch. Als er kurz vor acht in der Wohnung des Kerzelmachers erschien, war Brand allein. Ec stand mit verdüstertem Gesicht am Fenster und trommelte an die Schei­ben. Wimmers Gruß überhörte er. Das Zimmer war fast dunkel. Nur eine einsame Kerze brannte.

Erst stutzte der Regenschori. Doch auf dem Elavicembalo lagen wie immer die Noten, und auch die drei Pulte standen auf ihrem Platz: für die Viola, die Flöte und das Violoncell. Wimmer war erleichtert. Die Hausmusik sand also statt. Er fetzt« sich ans Elavicembalo und wartete. Plötzlich wandte Brand den Kopf, sagte kurz, fast befehlend: Das Cembalo spielt heut der Hausmann. Du spielst die Viola."

Matchias Wimmer sah auf. Die Viola spielte doch sonst die Lisl. Seit ein paar Wochen hatte sie erstaunliche Fortschritt« gemacht. Das ließ sich nicht leugnen. Es war der einzige Lichtblick in diesen trüben

&«[ Hoffnung hatte er nicht. Er sah doch, in welcher Gemütsver- jiny die Lisl seit Wochen war. Wenn er auch keinen Grund dafür ... - - - - " Aber er

in Kirndorser inzwischen gemerkt. Aber er drängt« doch. Es ge- e ihm nicht, daß die Lisl vom Kerzelmacher zum Ansinnen ihres . Attis, den Franzl zu heiraten, nicht nein gesagt hatte. Er wollte ein EV . «Er hatte sich ohnehin nur grollend dareingefunden, daß es mit der "m 1 $u Ostern nichts war. Aber er wollte wenigstens wissen, wann fl/iixn Verlobung feiern könne. Alle paar Tage kam er jetzt angefahren, vertröstete ihn immer von neuem. Doch das half nicht lang.

6 nes Nachmittags stellte ihn der Nußdorfer Weinkönig vor die . ,ilf»eidung. Er müsse jetzt endlich wissen, wie er daran sei. Er schlug ie5' j len Tisch:Nachlaufen tu ich deiner Tochter nit, Brand. Aber eine itnort muß ich jetzt haben. Bin eh schon das Gspött von die Leut. :s! haben's alle Spatzen von den Dächern pfiffen, daß mein Franzl - tstern deine Lisl heirat', weil das alte Luder, die Vielgratterin, sich i H chnen Schnabel hat halten können. Jetzt is bald Mai. Ostern is

: ihg eorbei, und ich kann den Leuten nicht einmal sagen, wann Ver-

n yr0'- <ii>ing ist. Also, entweder ober, Brand!" Es klang so ungefähr, wie 1 er auf dem Pferdemarkt einen hartnäckig feilschenden Händler in P-mßnge trieb:Wannst nit magst, dann b'halt halt dein Roß!"

and fühlte sich in eine ähnliche Zwangslage versetzt. Nicht, daß all11 (! fye feiner Tochter für ihn ein Handel war. Es wäre ihm lieber n H11' 1 seien, wenn der Weinprotz erst gar nicht vom Selbe geredet hätte.

|»r er hielt es für seine Pflicht, dafür zu sorgen, daß die Lisl nicht tauf«11' |iS tiaune oder Gott weiß welchem Grund dies« Gelegenheit ver- ide" Ein solcher Glücksfall kam in ihrem Leben nicht wieder. Darum utle er ja auch damals imSilbernen Schneck" so rasch ja gesagt.

Iiti habet wollte er bleiben. Auf einen Prinzen konnte sie schließlich i tfjt eoarten. Obwohl ihn das Auftrumpfen des Kirndorser ärgerte, ant- DTtee er friedfertig, er wolle mit feiner Tochter noch einmal reden.

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ö|il iinb fragte:Schau, Lisl, warum überlegst du dir's eigentlich so

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in M'ilsi und es für Saunen hielt. Versuchen wollte er es.

iter.ssm-lsulf lte, ob es was nützte.

' urdyifdjen Schwadron begegnet fei. Rabenau trug die Ordre für die ßinte flegmenter des Hadik in der Tasche. Er mußte dafür sorgen, daß er ti den mbhelligt nach Jaunitz kam. Als sie den ersten Hügel hinaufritten, nach toten sie In der Ferne noch die Postkutsche zwischen den Pappeln Hafen- ftr strafte sehen.

ternbt |u Mittag erfuhren sie in einem Dorf, daß die Preußen auf der n Mischen Chaussee eben die Post angehalten hätten. Doch hätten sie in einzigen Passagier, ein junges Frauenzimmer, nicht weiter be-

Ibuchh lillist, sondern ihm nur zwei Briefe abgenommen. Daß diese Briefe schon'N Preußen in die Nase stachen, weil sie Siegel und Unterschrift der io bit M!Tln trugen, konnte Rabenau nicht wissen. Das Mädel tat ihm leid. n ür mürbe es trösten. Aber wenigstens hatten sie seinen Packkorb nicht n aus sNfrist'

([l ; Gegen Abend tauchte tief unten in einem Talgrund aus Mauern

..mb Park der Schloßturm von Jaunitz vor ihnen auf. Rabenau ritt

m sreußischer Stab ab. Generalsschabracken leuchteten. Von dem Hang« 4. 11 1 nitts des Schlosses marschierten Kolonnen ins Tal hinunter: aleidr Ebenau wartete bis zur Dunkelheit, zählte Geschütz« und Bataillone. .",.4, Ian. wendete die Stafette und galoppierte auf einem Feldweg gegen St zurück, erfagen 1b, btt

habe. Er kenne sich nicht mehr aus. Seit bald drei Monaten sei fl wie umgewandelt. Er könne es sich nicht anders erklären, als daß fl eine Liebschaft habe.