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Verantwortlich: l)r. Fr. W. Lange. — Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei, R. Lange, Gießet
glauben, daß gute Geister die Hände des armen Sünders geführt hätten, und der Rat begnadigte ihn.
In einer anderen Kirche Danzigs steht ein Stein, der einstmals Brat gewesen sein soll. Ein Schuh knecht ging in der Ordenszeit einmal von Oliva nach Danzig. Die Mönche des Klosters von Oliva hatten ihm einen Laib Brot als Almosen geschenkt, das er unter dem Rocke trug. Eine arme Frau mit zwei Kindern begegnete dem Burschen und bat ihn um ein Stück Brot für ihre hungernden Kinder. „Ich habe keines!" sagte der« Geselle. Die Frau zeigte stumm auf das Brot, das aus seinem Rock hervorsah. „Es ist nur ein Stein, damit ich die Hunde scheuchen kann!" rief der Bursche. ,Zch schwöre es dir, es ist nur ein Stein". Als der Geselle aber nach Danzig kam und sein Brot verzehren wollte, war es plötzlich wirklich ein großer Stein geworden ...
zieht und in bösen Jahren Hunderte von Tieren einbüßt.
Fleiß und Geduld.'.. Denn bis die Dattelpalme Ertrag gibt, li vier bis fünf Jahre nötig, und wo die Oasen klein sind und eine gem*- Landschaft, wie im „Sous", in Süd-Algier, nur gegen 300 000 Palm trägt (statt einer Million und mehr, wie in begünstigten Landstrst Dscherid, Oued Rirh) oder wo nur eine tiefere unterirdische wassertest Schicht die Palmenkultur — die bis in diese Schicht herabreicht — kleinen Gruppen gestattet, da macht der unbarmherzig anrückende Sa der Wüste langsam aber sicher dem menschlichen Fleiß den Garaus, steht man denn an den weniger begünstigten Stellen nur noch cinjel halb erstickte Palmen mit der Krone aus dem Sande aufragen einen Garten, der nur mit immer neu erhöhter Lehmmauer und tred nen Palmblättern als Palisaden darauf um fein Leben kämpft. Ist Kamps zu Ende, so ragen diese Palisaden als ein dunkler Strich noch dem Rücken hoher Sanddünen hervor — Denkmäler einer Schlacht, & vorn Menschen verloren wurde. Dieser Kamps hat aber auch die Mensch der Wüste wach und regsam gemacht — von der Trägheit mancher P' mitioeren Bevölkerung in glücklicheren Ländern merkt man im Wüste gebiet wenig, außer wo sie klimatisch nicht nur bedingt, sondern gerabti
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Mutterschafe.
Von Hedwig For st reute r.
Dunkelrankende Zweige senken die Eichen zur Erde, Seltsam bog sie und wild brausenden Sturmes Gewalt. Langsam über das Gras trottet die weidende Herde, Hoch in den strahlenden Himmel düftert des Schäfers Gestalt. Winterlich knistern die Blätter, welk, in des Weges Geleise, Doch aus der Wiese hell steht schon ein Blumengesicht, Rings in den Bäumen sitzen die Krähen im Kreise, Und aus des Stromes Ferne sprüht es wie silbernes Licht. Lächelnd leuchtet die Sonne, streichelt die zottigen Felle, Webt um den Hutrand des Schäfers heimlichen bebenden Glanz, Zittert zum Boden hernieder, wiegt sich in goldener Welle, Flimmert bann über den Schafen wieder in kosendem Tanz, liefet neigen die Bäume suchende Aeste zur Erde, Fast, als wollten sie segnend über den Müttern stehn. Die geduldig tragen den Segen der Herde Und ihrem Erntetag stille entgegengehn.
Der Europäer begreift erst dort den ihm so selbstverständlichen Reichte den er am Wasser besitzt. Er versteht auch dann die reduzierten SBafo sitten solcher Völker und Landstriche (ganz abgesehen davon, daß uni« der brennenden Sonne „Fettwäsche", d. h. Oele usw. wirklich meist }i» träglicher sind, als Wasser oder Seife) aus dem dort eingewurzelt« Gefühl für bie Kostbarkeit des Wassers.
Aus dem Gesagten geht hervor, daß nicht eigentlich eine natürliche Ueppigkeit diese Oasen schuf — außer dem unterirdischen oder auch gi oberirdischen Wasserreichtum und dem kultursähigen Boden —, sondcn unendlicher menschlicher Fleiß, Mühe und Scharfsinn. Auch die Staffelns des Pflanzenwuchses in mehreren Stockwerken ist hier nicht eine üppiel Naturlaube, sondern ein Gebot der Not: ausnutzen, bis aufs letzte dlPI kostbare Erde ausnutzen — dreifach, vierfach —, in der Senkrechten to die waagerechte Ausdehnung begrenzt ist —, ganz abgesehen davon, toji eben dadurch der dichte, lebenswichtige Schatten der Oase entsteht. Demi
sorgfältiger Bearbeitung durch die Besitzer (Eingeborene und europäifdn l Handelsgesellschaften), fast immer etwas unordentlich aus — aufgerissn^ l^r Boden, Pfützen und Lehmbrei zwischen den Kulturen. Ader köstlich, Schattenfrische und smaragdenes Grün ringsum! ’ M
Wasser stehlen, aus dem Anteil des Nachbarn, oft mit schlauen & 111 bohrungen der Lehmwände der Bassins und heimlicher Ableitung au If I den eigenen Boden, war daher ein beliebtes Geschäft, aber ein scher¥1 Vergehen. Deshalb hat man auch die Lehmwände solcher „Verteilung bassins" — kleine Vierecke mit niedrigen Lehmmauern, „gaddus“ genannt jetzt besser aus Zement errichtet; schon die Römer errichteten sie am Stein. In Europa hat sich in der geregelten Wasserwirtschaft und bei „Wassergerichten" im Gebiet der spanischen Stadt Valencia noch eit Nachklang dieser vorwiegend arabischen Regelung erhalten. In den hochberühmten Oasen des Dscherid, des Landrückens zwischen dem ihm benannten großen Salz-Schott, dem Schott Rharsa und Wüte» gebiet, war es schon im 13. Jahrhundert ein weiser Scheich, der bkji strenggeregelte Wasserverteilung erdachte und durchführte. Sein Nm wird noch heute geehrt. Auch der Verkauf solcher Wasseranteile ist fii die ärmere Bevölkerung, die ihren Besitz nicht voll ausnutzen kann »da will, eine regelrechte Einnahmequelle. Hier gilt wirklich das Wort bei griechischen Weisen „to ariston men hydor“ (bas Beste und Wichtige i) das Wasser) in voller praktischer Bedeutung.
Versagen die Quellen aus Naturgründen ober durch menschliche MW lässigkeit, die die Wasserzufuhr der Oasen verkommen läßt, so ist ta j Todesurteil der Pflanzenparadiese in solcher Wüstengegend gefprodjet
Der Kampf mit der Wüste.
Von Dt. Lenore Kühn.
Wir sprechen bildlich von einer „Oase in der Wüste", obwohl sich die Wenigsten natürlich eine klare Vorstellung davon machen können — so etwa: „ein Fleckchen mit Palmen in einem Sandmeer". Aber diese Oasen in Algier und Tunis, von denen hier nur die Rede sein soll, sind vor allem nicht nur eine „Nicht-Wüste"; sie sind darüber hinaus von einer so geradezu hemmungslosen Ueppigkeit, daß auch der, der die romantisch-üppig blühenden Gefilde der Rivieraküsten Europas kennt, zunächst nur Überrascht und verblüfft ist über diesen drängenden, unerhört wuchernden Reichtum mitten in der Wüste, im toten Sande, sozusagen vier- bis fünffache Vegetation, in der Vertikale gezählt, an einem Ort. Es ist, als ob das starre Wüstenland an solchen bevorzugten Stellen alles wiedergutmachen wollte, was es sonst den Menschen an Erfreuendem und Nützendem, ja an Lebenswichtigem vorenthält! So in der wunderschönen Oase von nördlicheren El Santara und der berühmten von Biskra, so aber auch inmitten der Sanddünen der Sahara, in Truggourt und in den tunesischen Oasen des Wüstenrückens El Dscherid.
Da sind, zuoberst in solchem grünen, schattenspendenden Pflanzengebäude einer Oase, die himmelhohen Dattelpalmen Afrikas, mindestens drei bis sechsmal so hoch, als was man an behäbigeren Dattelpalmen als Zierpflanze der Parks und Plätze Südeuropas zu sehen bekommt (dort natürlich ohne genießbare Früchte, bis auf den einzigen Fleck in Spanien, Alicante-Elche). Das Abernten dieser Riesenbäume, mit ihren nackten, relativ dünnen Stämmen und den ästelosen Kronen ist daher eine wirkliche Kunst. Man sieht die slinken braunen oder «schwarzen Gestalten der Eingeborenen, Araber und Neger, oft in kühnem Winkel gegen die Stämme angeftemmt, wie richtige Kletteräffchen auf den abgestorbenen BlattstümpfeN- diese Palmstämme hinaufklimmen. Nur bisweilen hängt ein langes «eil zur Erleichterung der Kletterarbeit von der Krone bis auf die Erde nieder. Und oben, in dem Nest von langen Palmblättern, deren Stiele so dick und verholzt sind, daß sie als Balken-Ersatz dienen im holzlosen Lande, sitzen und klettern, singend und in bester Laune, diese fleißigen Ernter der berühmten Datteln Nordafrikas, der besten der Welt. Wie ein Gesang unsichtbarer Geister des Himmels ertönt ihr Erntelied durch die dichtbelaubten anderen „Stockwerke" der Oasengärten herab. Da sind nämlich, als „zweiter Stock von oben", bisweilen ein wirres Weinrebengehänge ober die kräftig belaubten Aprikosen- unb Pfirsichbäume, die zu unwahrscheinlich imposanter Größe dort gedeihen; sie geben ben bichtesten Schatten für bie andere Lebewelt ba unter ihnen. Denn nicht Sonne, sondern Schutz vor ihr — außer für die sonndurch- gloften Dattelpalmen — ist hier die Losung für Pflanze wie Mensch.
Das „dritte Stockwerk" solcher grün-schattigen Oasenwildnis bilden bann etwa Feigen-, Quitten- und Zitronenbäume, auch Drangen, unb hohe Granatapfelbüsche, deren leuchtend rote fleischige Blüten die beliebte Zierde der dunkelhäutigen Schönen, aber auch der Männer sind, keck zwischen die Zähne gesteckt. Als letztes, unterstes Stockwerk bedecken dann saftiges Gras, Blumen, üppig Hohe Gerste und allerhand Gemüsearten den Boden, falls man bie lehmige Erbe nicht in großen kreisförmigen Gruben offenhalten muß, rings um die kostbaren Dattelpalmen, um sie mit Wasser zu überschwemmen ober ben Bodgn zu lockern. Gruben, tiefe Gräben, flache Rinnen, kunstvolle Bassins mit Lehmwällen, oft mit zementenen Einfassungsmauern, aus benen zu verschiedenen Tageszeiten die verschiedenen Oasengärten aus dem kostbaren Ouellreichtum versorgt werden, sind überall dort im Gelände zu sehen. Eine Oasenwanderung Ist daher oft eine recht feuchte Angelegenheit, unb man täte schon am besten, wie die Eingeborenen, mit nackten Füßen in dieser grün-braunen Wirrnis einherzuwandern. So sehen denn auch diese Oasengärten, trotz
geboten ist.
Meist aber sind diese Oasen in Algier unb Tunis ganz große Seid' striche, die von fern als riesige schwarz-grüne Streifen in der blenbw Hellen Wüste auftauchen. 150 000 Palmen, ja 170 000 bis 200 000 Palm« bas ist oft der Besitz nur eines Stadtgebietes mit seinen Gärten, W J sich Kilometer um Kilometer hinziehen mit schmalen, feuchten Weist ' dazwischen ein Labyrinth zwischen Lehmmauern. So sorgfältig der Bck ’ “ gehandhabt wird, so freigiebig macht doch dieser Reichtum: es ist W verständlich, daß der Vorübergehende sich Früchte oder Blumen : i1 *' kann, und der Besucher wird gern beschenkt. Denn auch der eins«* Neger ist stolz auf feinen Besitz und fühlt sich als Herr, auch roenm.” in zerlumpten Fetzen, unter Mithilfe der Kinder, fein ganzes Leben ’|! mühen muß. Man bekommt dort Achtung vor solcher Zähigkeit im Komi mit der Wüste. Leider sind durch Ungunst der Natur ober Armut, w» solcher eifrigen Eigentümer zu Lohnarbeitern im Dienst irgenbeines $:> lungsträftigeren Unternehmers herabgesunken, womit viel liebe»» Sorgfalt erlosch, so daß dadurch manche Gegenden in ihren Kullm« zurückgingen. Und es ist, int Wüstengebiet, gefährlich, wenn bie' Wist« an Macht gewinnt —. Schon Nietzsche sprach bas tiefsinnige M« „Die Wüste wächst — weh bem, der Wüsten birgt." Wenn wir er|* ren — aus alten Zeugnissen menschlichen Geistes wie burch soni '■'? Untersuchungen, baß diese Wüstengebiete einst wasserreich, fruchtbar ns. von Tieren unb Pflanzen belebt waren und — vor allem zwar bu™ bas Versiegen einstiger großer Flüsse — allmählich erst so „Ver®111^ ten" — aber auch burch Menschenhanb verwüstet würben, daß in Oie-; afrita z. B. weitausgedehnte Baumkulturen zerstört wurden, wie dest bers im 7. unb 11. Jahrhundert durch einbrechende Nomadenstänune,.^ ist dies eine Mahnung, den Kampf des Menschen gegen die Wüste ig allen Mitteln zu stützen. Dort rächt die Natur unbarmherzig jedes Iw lassen des Kampfes, wie sie, in den erstaunlich grünenden unb blühen« f Dafengärten, jede treue Mühe reichlich lohnt.
jeder will dort ja seinen Anteil an diesem Reichtum haben, dem einzig j]w, sofern man als Seßhafter und nicht als Nomade leben will, bei« 'A '< Trupps mit ben riesigen Schafherben ober stattlichen Kamelherben raffln die Wüsten unb Steppen nach Flecken selbst kargen Weibetandes doch


