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nie kältesteifen Hände herab, sv daß'sie von dem WaM äbsteßM. 1 Wen stieg, dunkler wurde es, und die Wolke hüllte die Berge I Vihm ein. Des Flüchtlings Blick jedoch ruhte auf dem Boden, der E eine dünne Schicht Schnee trug. Die war wie eine Botin, die ihm die ^uat grüßend entgegengesandt hatte, und neue Kraft schien aus der Sn Erde in seinen Körper Su. fließen, frischen Mutes griff er aus »« Wind kam, hob den feinen Schnee, träufelte und drehte ihn und IE ihn wieder sinken, wie ein Kind plötzlich vom Spiel ablaßt. Und I» Wolke stand nun gerade über dem Knaben und ließ sich leise nieder.
Da huschte es blinkend daher, fetzte sich auf fein Haupt und zerfloß M kam wieder aus der grauen Lust, erst einzeln und ernst, dann in lEL Rudeln, in wimmelnden Heeren, die Feld und Wiese weiß 6,-hten und die Wegspur zu verwischen suchten. Da freute sich der Ki> und er dachte an die Freude des biblischen Balkes, als das Manna Cr Himmel fiel. Und ihm war der finkende Schnee lieber als das närenfce Brot, wonach der Hunger in feinem Leib wie ein böser Hund fc.-rte. Er nahm den Schnee, der sich noch nicht ballen ließ, in die laö warf ihn hoch über sich, daß es stäubend über Hut und Haar Er er freute sich über feine Fuhtapsen, die er kreuz und quer über Weg gehen ließ. Er bezeichnete mit einem Stecken, den er von Er kahlen Staude gebrochen, Buchstaben und Gestalten über die große fcreibtafel, die ihm der Winter hingelegt hatte; er streckte sich nut weit- Eeiteten Armen und gespreizten Beinen in den tiefen Wiesenschnee, tig dann auf und bewunderte den Abdruck, der wie em hohler, ■6er Schatten vor den Füßen lag.
Der spielende Wind wuchs, und als der verwehte Weg über die Heide ffo-te wo der Sturm ankonnte, da fausten die Flocken waagrecht und Wrf auf den Buben los, füllten ihm Kleider und Taschen, füllten fein tränendes Ohr mit Schnee und- nähten ihm die Wange und den Hals, 8,1 der aufgestülpte Rockkragen nur wenig bedeckte. Die Linke, die Mlich des Freundes Karte hielt, erstarrte ihm fast. Der Sturm zerrte Et die Luft vom Mund weg, so daß er sich oft wenden mutzte, um illiim zu finden. Kämpfend errang er sich den Weg, oft stürzte er in Seitengraben, oft irrte er weit vom Pfad ab. Endlich kam er an den M des Berges. Da schwieg der Sturm, er hatte sich in dem Kronen- z echt des schützenden Waldes verfangen, längs dem der Fuhpsad an- Mi. Run war das Dorf nimmer weit.
i Da' kam dem Buben erst das Bewuhtfein seiner Tat und er er- llbiat vor dem, was er kommen sah: den Hohn der Nachbarsleute und Htt Schmerz der Mutter, des Vaters rauhes Wort, den Schlag feiner lWichigen Hand. . v ...
t Aber wie schauerlich schön mag es jetzt daheim seml Wie mag jetzt
Wind im Rauchfang klagen! Die Mägde sitzen um den Tisch und ish-ißen Federn, und die Großmutter dreht die Lampe hoher und '■tetert: „Loset, wie die armen Seelen meinenI" Und im Wald da stehen - iii Fichten mit weißen Hauben und weißen Mänteln. Und das Vogel- Ksel im Pfarrholz drin, wie wird es dem gehen? Ein geschnitztes und »mattes Muttergotteslein hatte er hineingestellt und dann die Vogel- ’Ä fcqe im dicksten Wald hoch oben im Gupf einer Tanne aufgehangt, war fein Geheimnis und sein Wallfahrtsort. Run mag die Mutter °Ui," 6rtes auch ganz verschneit fein!
d||l,il* , Aber der Vater der Vater wird fchön bos werden! Wenn nur das oon M -
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. | Run kam die Bergblöße. Schneelicht hellte die Nacht. Da standen
6e? V Irselne Bäume in Gruppen und steckten rote flüsternde Verschwörer - dunklen Häupter zusammen. Hier und da ragte eine Kranwittstaude
imoeit des Weges und schien mitzuroandeln. Dem Buben wurde bang, ml froh war er, wenn er den unheimlichen Gesellen weil hinter sich hatte. Timer steiler ging es, die Beine wurden ihm zu kurz in dem tiefen 5t nee. Wälle gab es zu erklimmen, Schanzen zu ersteigen, Burgen zu mgchen. Sein erschöpfter Leib bedeckte sich mit Schweih. Heimat, du »i:|t schwer erkauft! r ™ ,
Da stieg hoch und einsam ein Holz vor ihm auf, ein Wahrzeichen A Schnee, der „Herrgott in der Wiesen". Die Grenze der Dorfgemar- iüig war erreicht, hier schloß sich der Wald wieder, und die Lust war teig. Feierlich und schwer sanken die großen Flocken, die oben vom Sturm wild umhergewirbelt worden waren, zu Fußen des Kreuzes, in* der gütige Winter hatte das dorngekrönte Haupt des Erlösers mit liier weichen Schneekrone Überdeckt. „Dem wird auch leichter sein! Der Stxnee meint es halt gut", dachte der Bub und bekreuzigte sich.
Noch einige Schritte stolperte er weiter, dann wurde er aus einmal Wißt müde, er mußte sich setzen. Auch seine Gedanken gingen so langsam, ili hatten sie sich ebenfalls die Deine mübgelaufen . _.
„Was wird der Vater reden, wenn ich zur Tür hereinkomme. Die M wird er erheb en: „Du Schandfleck, warum bist du davongerannt? - Was werde ich darauf sagen? „Ich weiß nicht, warum ich davon- je-annt bin. Ich hab' müssen." . „
. Seufzend sank fein Kopf in den Schnee. „Einmal, da hol d er Vater '«ten Hund verkauft — und der Ist auch davongelaufen , ift heimge Icmmen — in der Nacht — hat Daxel im Hof geheult — und gewinselt, h ist der Vater auf — und hat ihn hereingelafsen — hat ihn nicht geben — hat ihn gestreichelt — er wird auch mich nicht hauen — er ®i"b mich streicheln — wie den Daxel." __,
Die Augen des Kindes lächelten und schloffen sich. ®angnahe unö kumhaft klangen wohlbekannte selige Glocken. Die Hand fpielenb in Schnee der Heimat getaucht, lag es da.
Durch den Schnee jagte ein Dackel daher. Verwundert beschnüffelte ff das fast verschneite Kind und Hub plötzlich °>n tolles, stürmisches Dibell an, rannte wie besessen den Weg zurück und kam wieden !i tzer, hagerer Mann tauchte aus dem Gestöber und folgte de
. Mit einem Schmerzensschrei brach er bei dem selstasendenKind in ^ii Snie. Es regte sich, öffnete schwach die Augen und staunte. „ ,
wgel!" .
„Du lebst! Du lebst!" schrie der Mann außer sich vor Freude und t fein Kind in heißer Liebe an seine Brust.
Neue Ansichten über die „Neuen Sterne*.
Von Dr. Erwin Kossinna.
Von Jett zu Zeit ereignet es sich, daß am Himmel plötzlich, wie aus dem Nichts entstanden, ein „neuer Stern" aufleuchtet. Wo am Abend zuvor in der betreffenden Himmelsgegend noch keine Spur einer Veränderung zu sehen war, da strahlt jetzt ein heller Stern, eine „N o v a“, wie die Astronomen sagen. Ein neuer Stern gibt dem Sternbild, in dem er erscheint, ein ganz anderes Aussehen und bringt Leben in das scheinbar' so starre Antlitz des Fixsternhimmels. Aber nur wenige Tage hält er sich auf der Höhe seiner Leuchtkraft. Unter Schwankungen nimmt die Helligkeit zuerst ziemlich rasch, dann langsamer ab, so daß der Stern nach einigen Wochen dem bloßen Auge entschwindet und schließlich nur noch in großen Fernrohren wahrgenommen werden kann.
Ist wirklich ein „neuer" Stern entstanden? Sind vielleicht zwei dunkle Weltkörper bei ihrem Laus durch das All zusammengeprallt und haben sich in einer gewaltigen Katastrophe zu einer neuen, hell strahlenden Sonne vereinigt? Bis zum Auftreten der glänzenden Nova im Perseus 1901 war man in der Tat dieser Meinung.
Der schwedische Astronom Knut Lundmar k^hat die in alten Chroniken vorhandenen Auszeichnungen von Neuen Sternen unkerfucht und gesunden, daß in der Zeit vom Jahr 134 bis 1578 etwa 48 Neue Sterne beobachtet worden sind, also durchschnittlich alle dreißig Jahre eine Nova. Aber dieses Bild ändert sich mit einem Schlage, wenn wir die Zeit nach der Erfindung des Fernrohrs (um 1600) betrachten. Seit der berühmten, von TychoBrahe beobachteten Nova in der Kassiopeia 1572 zählte man bis 1936 240 Neue Sterne, davon feit 1890 allein 223, Erst in der neusten Zeit find wir durch die ständige photographische Ueberwachung des Himmels über die Häufigkeit der Neuen Stern« einigermaßen unterrichtet. Danach müssen wir in unserem Milchstraßen- fnftem jährlich mit mindestens 30 Neuen Sternen rechnen. Lundmark schätzte ihre Zahl auf hundert im Jahre. Annähernd ebensoviel treten aber auch im Andromedanebel auf, der bekanntlich ein benachbartes Sternfnftem von der Größe der Milchstraße darstellt. Zahlreiche Neue Sterne sind ferner in anderen Spiralnebeln auf photographischem Wege entdeckt worden. ., . r ,, . .
Neue Sterne sind daher durchaus nicht ein so seltenes Ereignis, wie man früher annahm; nur die dem freien Auge sichtbaren auffälligem Erscheinungen find verhättnismäßig selten. Der Grund dafür liegt vor allem in der enormen Entfernung, sie meist mehr als 1000 Licht; ah re beträgt. Für die Nova im Herkules 1934 ergaben ine Messungen beispielsweise einen Abstand von 1500 Lichtjahren oder 14 000 Billionen Kilometer. . _ ., _ S,A
Die glänzendsten Nova-Erscheinungen der neueren Zeit roaren dir Nova im Perseus 1901; im Adler 1918, welche ast Smushelligke't er- reichte- im Schwan 1920, in der Malerstaffelei (am Sudhimmel) 1925; im Herkules 1934 und in der Eidechse 1936. Mit wenigen Ausnahmen treten die Neuen Sterne fast alle in der Milchstraße auf; sie zeigen eine starke Konzentration nach dieser Symmetrieebene unseres Fixstern- ^^Als Ursache des Aufflammens einer Nova kann ein Zusammenstoß nicht in Betracht kommen. Es gibt im Weltall keine Karambolagen rote aus der engen Fläche des Billards. Dazu find die Entfernungen der Fixsterne untereinander viel zu groß. Von der ungeheuren Vereinsamung der Sterne im Weltenraum machen wir uns erst einen richtigen Begrifft wenn wir sie auf einen anschaulichen Maßstab verkleinern. Denken wir uns die Fixsterne als Kugeln von Kirschengröhe, fo würde deren gegen» feitiaer Abstand immer noch über 1000 Kilometer betragen, entsprechend der Entfernung Berlin-Rom. Auf ganz Europa käme k°um ein Dutzend solcher kirschgroßen Modelle von Fixsternen. Bei dieser Weiträumigkeit ergibt die Wahrscheinlichkeitsrechnung, daß viele Millionen Jahre vergehen, ehe zwei Sterne sich aus Jupiter-Entfernung nahe kommen, von einem Zusammenstoß gar nicht zu reden.
Reue Sterne entstehen nicht erst bann, wenn wir sie Aufleuchten sehen. Auf photographischen Aufnahmen, die kurz vor dem Erscheinen einer Nova, von der betreffenden Himmelsgegend ausgenommen wurden läßt sich in den meisten Fällen genau an dem Ort der Nova em schwaches Sternchen Nachweisen, das oft schon eine gerotffe Veränderlichkeit ferner H^Typisä? für die Neuen Sterne ist das jähe Aufflammen zur größten Helligkeit. Innerhalb von zwei bis vier Tagen wachst die Helligkeit auf das zehntaufend fache bismillionenfache an Merkwürdigerweife ändert sich dabei die Sttahlungstemperatur nur wenig Dagegen verraten die starken Verschiebungen der Spektrallimen nach Violett "eine äußerst rasche Annäherung der leuchtenden Massen, die^plötzlich mit rafenber Geschwindigkeit auf uns zu kommen Der Stern bläht sich explosionsartig auf. Sein Durchmesser vergrößert sich in Zwei Tagen aus bas 100- bis 300fache. Bet der Nova im Herkules 1934 betrug die mittlere Ausdehnungsgeschwindigkeit 400 Kilometer, bei bet Nova in der Eidechse 1936 1500 Kilometer in der Sekunde. Das ist tausendmal so schnell wie das Geschoß des Ferngeschützes, nut dem während des Weltkrieges Paris auf 130 Kilometer Entfernung beschossen mUfffiir haben es also mit einem unvorstellbar gewaltigen Naturvorgang zu tun. Es ist so, als ob unsere Sonne sich plötzlich über die Erdbahn hinaus bis zur Marsbahn ausdehnen und ihre an sich schon unbegreiflich große Licht- und Wärmestrahlung verhunderttausendfachen wurde. Wenn wir berücksichtigen, welche ungeheuren Energiemengen ein Wohnlicher Fixstern in jeder Sekunde in den Raum ausstrahlt, so bekommen wir ttnen ungefähren Begriff von dem Ausmaß der Katastrophe, um die es fich bei einem Novaausbruch handelt!
Es ist klar daß unsere Sonne niemals einen Novaausbruch gehabt haben kann solange Leben auf der Erbe herrscht, bas heißt feit minde- ftens 1000' Millionen Jahren. Die heranflutenden glühenden Gase würden alles Leden vernichtet und geradezu steril,fierend gewirkt haben. | Anderseits sprechen gewichtige Gründe, insbesondere die g»ohe Haufig-
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