wär, hielt er in dem kalten Master und das mutz ihn ge,rywücht ynor-, denn er trieb mit dem Strom ab, verlor den Boden und mutzte jdjroim» men. Sein Reiter glitt aus dem Sattel, hielt sich am Hals des Pferdes fest und erst eine gute Strecke unterhalb der Furt gewannen beide das andere Ufer.
Der Reiter trug damals unter dem weiten Dragonermantel einen Unterziehpelz aus Lammfell. Selbst dieser hat das Wasser nicht abgehalten und der Mann hatte keinen trockenen Faden am Leib, zugleich war er so schwer, daß er kaum gehen konnte, denn das Winterzeug hatte sich wie ein Schwamm voll Wasser gesogen. Auf der Sohle der Reiterstiefel schwappte es und wenn man die Beine hochhielt, sickerte es nur tropfenweise heraus. Aber der Feind störte d^n Uebergang, die Schützen sahen zum Gefecht zu Fuß ab, sie muhten sich Schritt für Schritt Raum erkämpfen für einen Brückenkopf. Den ganzen Tag hindurch währte das Gefecht bis in die Nacht hinein, man sprang auf, lief rasch über das Feld, warf sich nieder, schoh und sprang wieder aus. Abschnittsweise wurden kleine Befestigungen angelegt, es war ein heißer Kampf und in diesem Kampf wurde der Reiter trocken, ohne dah er wußte wie.
Das Pferd aber Überstand das kalte Bad nicht. Als der Vormarsch am nächsten Morgen weiterging, hatte es den Verschlag, wie man die Blutstockung im Hufbein nennt. Sie macht das Pferd steif. Mit trüben, milchigen Augen blickte Fiskus vor sich hin, kaum konnte er die Beine voreinander setzen. Man mußte ihn im Schritt nachführen. Wieder einmal war sein Reiter ohne Pferd. Beim eiligen Frühstück am Morgen sagte der Schwadronsführer zu seinen beiden Offizieren: „Einer von euch muß dem Vizewachtmeister ein Pferd abgeben." Er sagte das leichthin, als ob sich das von selbst verstünde, und so wurde seine Anregung auch ausgenommen.
Die beiden Offiziere waren junge, hilfsbereite, freundliche Leute. Der eine, Carl Hans L., war als Fahnenjunker mit dem Kriegsfreiwilligen zusammen in das Regiment eingetreten und hatte Freud und Leid »er Reiterjahre mit ihm geteilt. Der andere war jünger und um vieles später ins Feld gekommen. Als Offizier hatte jeder von ihnen fein Chargenpferd, obendrein noch ein eigenes Pferd, ihre Burschen ritten gute Schwadronspferde, außerdem gab es Packpferde und andere Vorwände. Und obgleich beide gern geholfen hätten, konnten sie dem Freiwilligen kein Pferd abgeben. Bei Pferden hört die Freundschaft auf. Das Beispiel des Fiskus zeigte, wie leicht jeden Augenblick ein Pferd aus- fallen könnte. Auch waren die Pferdeburschen eifersüchtiger auf ehren Stall bedacht als ihre Herren. Der heimlichen Mittel sind viele, um ein- zugreisen, wenn ein Pferd abgegeben werden soll. Man braucht nur ein dünnes Pferdehaar um die Fessel zu spannen und das Pferd lahmt, wenn es lahmen soll. Dann kann man es nicht abgeben. Es ging also nicht nein, beim besten Willen ging es nicht und der Vizewachtmeister blieb ohne Pferd, wenn er nicht einem Dragoner «ins wegnehmen wollte. Die Macht hatte er jetzt dazu und mancher wird fragen, warum dann der ganze Umstand? Aber man mag den Mann auslachen, es kam ihm schwer an, seine Macht auszuüben, denn er hatte es zu ost am eigenen Leibe erfahren, was es hieß, wenn einem Dragoner fein Pferd abgenommen wurde auf höheren Befehl. Als es dann doch geschah und der Vizewachtmeister auf der Rosa des Dragoners H. faß den er zu den Troßwagen schickte, da vermied er cs geflissentlich, daß er dem Abgesessenen zu Gesicht kam. Es war ja sein, des Dragoners Pferd,
hatte in eine Pechsträhne gegriffen in diesen Tagen. An einem regnerischen Morgen zogen die Reiter in die Stadt Buzau ein. Die liegt am nordöstlichen Rande der Walachei, von hier ab breitet sich die Moldauebene nach Norden und Osten aus bis ans Schwarze Meer hin, der Sereth und seine Sümpfe an der Mündung sind nicht weit. Den
Deutschen standen jetzt Russen gegenüber. Buzau hatten sie in der Nacht
geräumt Die Stadt brannte an allen Ecken, bei dem Regen aber konnte das Feuer nicht um sich greifen, es schwelte unter einem dichten Rauch, der sich mit dem Morgennebel mischte. Wie Schimmel lag er auf den
Dächern und Mauern. . . . _.
Die Dragoner waren di« ersten deutschen Truppen in der Stadt. Sie hatten sie vom Feinde frei gefunden und nun ruckt« das Regiment ein und hielt eine Weile, während Patrouillen über die Stadt hinaus dem Feinde nachspürten. Weit weg konnte er nicht fein, man rechnete damit, daß es bald zu einem Zusammenstoß tarne
Doch die Rosa ging lahm an diesem Morgen. Vielleicht hatte sich auf her kiesigen, aufgeweichten Sttahe ein Stein in den Huf gezwängt und dem Bferd weh getan. Wer als man den Schaden besah, konnte man nichts an dem Huf finden. Vielleicht war auch ein Pferdehaar im Spiel, jedenfalls lahmte das Pferd auf dem rechten Vorderfuß.
Da sah der Vizewachtmeister, wie ein Dragoner sich in eine »eiten* qaife schlug. Schon an der Art, wie er wegschlich war zu merken, daß er au etwas aus war, und er hielt nicht hinter dein Berg damit. Hi«r. sollte ein Gestüt sein, vielleicht konnte man da ein Pferd erwischen.
Datz in Buzau ein rumänischer Würdenträger ein Schloß und ein Gestüt hatte, das war schon an höherer Stelle vorgemerkt worden. Beim Korvsstab der gut hundert Kilometer zurück in einem anderen schlosse saß, war man beim Abstecken der Tagesziele darauf gekommen daß Buzau fallen werde, und darum hatte man im Kraftwagen einen Herrn vom Stabe vorgeschickt, damit er sehe, was dort für den Stab zu brauchen fei. Auf ihn, einen Oberleutnant der Artillerie, stieß der Vize- wacbtmeister als er sich durchgefragt hatte und mit [einer Rosa vor dem Dor des Schlosses hielt. Hinter dem Schloß lag ein Park, an den Park ’^Mlk^im Sd)Iofferunnbnim Gestüt sei für den General Morgen be- Icklaanahmt so verwehrte der Oberleutnant dem Retter den Zutritt. Er hatte9 nur ein Achselzucken auf dessen bewegliche Bitte, daß er ein!Pferö brauche weil die Truppe gleich weiter vorgehe. Der Vizewachtmelst«r wie, auf sein Pferd hin und vielleicht bewog das traurige Bild, das
Rosa machte den Herrn zur Nachsicht. Er ließ den Vizewachtmeister ein und sagte, es habe freilich keinen Zweck, denn di« Russen hatten m der Nacht alles mitgenommen, was nicht met- und nagelfest sei, an
Wahlspruch.
Von Maurice Reinhold von Stern.
Tapfer und treu. Ohne Furcht, ohne Reu'I Was das Herz fpricht, Ist Gesetz und Gericht. Die Tat ist Gebet.
Gottlos, was sich selbst verrät.
Reitererlebnis in Rumänien.
Don Eduard Lachmann.
Im Frankfurter Societäts-Verlag erscheint soeben unter dem Titel „Ser Schimmel d e s Kriegsfreiwilligen und andere P f e rde g e f ch i ch t e n", das heiter- besinnliche Erinnerungsbuch eines Darmstädter Leibdragoners, das mit fast treuherziger Sachlichkeit und einer besonderen Art köstlichen Humors die wechselvollen Schicksale eines Freiwilligen und seiner Pferde im großen Kriege vom Ausritt nach Flandern dis zum Wiedereinzug neuen frisch-fröhlichen Reiterlebens in die alte Garnisonstadt schildert. Der Verlag stellt uns folgenden Abschnitt zum Vorabdruck zur Verfügung.
Der Fiskus war ein großer kräftiger Brauner von reinem Blut. Dm nennt feinen Schlag irische Hunter, es sind gute Spring- und Mjdpferd«. Wer das Pferd nicht gesehen hat, den mag der Name Fiskus iii Steuerbehörden und staatliche Abgaben erinnern. Aber mit Geld Me Fiskus nur insofern zu tun, als er feinen Herrn eine schöne Stange ß-son gekostet haben mag. Wer das stolze, königliche Tier kannte, dem vrg der Name wie Priskus oder sonst ein fürstlicher Name. Zum ttlenmal in seinem Leben sollte der Freiwillige auf einem edlen Pferd fen. Als Pferd eines Offiziers trug es einen leichten Sattel mit Men Pauschen, an die sich das Knie wie von selbst anlegte. Da hemmte M Vorgebirge von Packtaschen und auch hinten war der Sattel frei vm Wall des aufgeschnallten Mantels und Futtersacks. Leicht glitt nm in den Sattel und gewann eine wohlig lässige Haltung von selbst. Mus war ausgeruht und gut gelaunt, er hatte Lust auf einen Spa- jirjang und er bedurfte keines Antriebs, er trachtete von selber vor- mits. Unter der Zügelfaust spielten die starken Muskeln des aufge- hlten Halses, das Pferd spitzte lebhaft die Ohren und blickte mit den R" in Augen aufmerksam um sich her, als es neben dem anderen Pferd die Dorfstraße von Conti dahinschritt. Unter den geräumigen litten federte das Gebäude des Tiers, es ging wie ein Tänzer zum litj, eine Leichtigkeit und Freiheit ohnegleichen. Beim Traben ver- 6Melke sich alle Kraft unter dem Sattel, die Hinterhand fetzte sich unter
ii gewölbten Rücken, als ob es nichts anderes gäbe. Der Schwung teile sich dem Reiter mit, es war ein glückliches Schweden, wahrend das Wird zurückfank, die Welt vorüberfloß. Und «s verblieb bet diesem Mtneben auch im Galopp über die Wiesen, so gewaltig der Sprung tasjriff. Fiskus hielt mit jedem Pferd mit, wenn es darauf ankam. Wer Lust bog er den Kopf tief zur Erde und hob ihn aufschnaubend Wider hoch. Es war eine majestätische und zugleich schmiegsame Art, nie er auf dem weichen Grund dahingaloppierte, ein leichter Druck der Whenkel genügte zur Verständigung und schon bei diesem ersten Ri.t Hit« sich der Reiter mit dem Pferd eins.
Auf dem Fiskus ritt der Vizewachtmeister im dritten Kriegsiahr, Herbst sechzehn bis zum Herbst siebzehn, das letzt« Jahr, das er bei bir Reiterwaffe diente, das letzte Jahr, da er drei Fuß hoher über dem Wen als andere Menschen in die Welt sah
I Ein Reitersmann hätte manches gegen die Verbindung des Fret- IIlligen mit dem Fiskus einwenden können. Sem erster Reiter mar ein Her und schwerer Mann gewesen und man hatte eigens für ihn das lliierb ausgesucht. Der Vizewachtmeister, ein Bi«rundzwanzigiahn ger l|«n mittlerer Größe, dem das karge Feldleben schmal hielt, brachte zu t>mig Gewicht für das mächtige Tier mit. Hans Eberhard hatte leicht Mn können, daß der neue Reiter auf dem Pferd sitze wie Sper- litc auf einem (Elefanten, und es wäre em Korn Wahrheit darin ge- Nn. Aber wählerisch durfte der Dizewachtmeister nicht fern und das flwe Tier fragte auch nicht danach. Es wölbte von selbst den schonen feen, ohne daß Kreuz und Schenkel feines Retters ihni ers hatten dazu
i Mngen müssen, es ging wie vom Hengst geritten und wußte, wa äs tun hatte, damit es nicht müde werde. Frei und hoch trug es den Sopf, den Zügel achtete es nicht mehr als em seidenes Banü.
I 'las Jahr sechzehn schien für die Reiter im Schützengraben am Dft- ' We von österreichisch Polen zu Ende zu geben. An «’nem oonntag 'n November hatte das Regiment hinter der Stellung ein kleines Fes
an diesem Abend traf die Kunde ein, daß der atte Kaiser Franz hs-ph gestorben sei. Ein dem Regiment ^geteilter österreichischer Ritt- Wr sprach ein paar herzbewegte Worte, bevor man ausemandergmg, Ad in feiner Red« leuchtete das Abendrot eines großen Untergangs. I^tr wenige Tage darauf kam der Befehl: Rad) !Ruman , ,
lasch stießen sie im Anfang vor, die nebelverhangten Berge h,na f M hinunter, bis sie die walachische Ebene erreichten. Auch dort bot der !^°ner wenig Widerstand, tagaus, tagein zogen die Reiter durch i aas M>, in dem einsame Bauerngehöfte und Brunnen mithohen 3^ -"gen den Weg anzeigten. So hielten fie an einem Morgen m DeZ b-r vor der Prahooa, einem größeren Fluh. Au seinen leyrngr Kuren schwamm das Erdöl, das aus den zerstörten ®^ranl“3en l irge stammte, velkringel in Regenbogenfarben wurden von Hellen ausgedehnt und zerrissen und bildeten sich neu. sraaffer
„ Fiskus stellte sich nicht wie andere Pferde an, die, vor dem W itzer Heuten, er ging tapfer durch die Furt und trug fern yber cr
?d-r« Ufer Die Flut spülte ihm über Den Rucken hinweg Werter Nä*e noch einmal in die Mitte des Flusses zurück wieder flott ^e.chinengewehrfahrzeuge stecken blieb. Bis der W g


