tnurfis mit dem Erlebnis der Gregorianik und der alten Polyphon!« aut lernte bei f) Zilcher in Würzburg die romantische Ha-montt und bald auch den Impressionismus eines D e b u s sy , R a v e l und s kr i a bin verstehen und setzte sich dann mit der Musik Stravinskis und Lindem i t h s auseinander ?(n der Münchener Hochschule pflegten Joseph Haas und Siegmund d. H a u s e gg e r bas junge, sich ztelbe- wutzt und ohne Hemmungen entwickelnde Talent, Rotier ge!angte^Ql3 Komponist bald zu allgemeiner Anerkennung und wirkt heute als Professor an der Frankfurter Musikhochschule,
Schon seine ersten Werke, Orgelstücke, Chorschopfungen Lieder, Kammermusiken, bei denen die Formen der Partita, Suite, Messe und Sonate eine Rolle spielen, zeigen ein ausgesprochen persönlich gefärbtes Beieinander von kühnen Kontrapunkten und sehr ausgelockerter impressionistischer Harmonik, So verschmelzen sich> auchi m bet■ TOoteite für Männerchor op. 8 („Es ist ein Schnitter, der heißt Tod ) Akkorde nad) der Art Scriabins und Debussys mit alten Kirchentonarten und Sequenzen sowie linearer Stimmführung, Es folgen konzertierende Jn- strumentalwerke mit Kammerbesetzung, darunter ein Divertimento für Flöte, Violine, Bratsche und Klavier, op. 11, in dem sich Erlebnisse eines Aufenthalts in Sizilien widerzufpiegeln scheinen^ dann wieder vokale Kirchenmusiken, Hymnen, Chöre, Orgelwerke Mit ihrer Musizierseligkeit, ihrer romantisch-innigen, über kühnsten Harmonien und Stimmführungen sich erhebenden Melodik zeigen sie alle in steigendem Maße die Eigenart des Komponisten, Ein Werk, wie die sechs geistlichen, Maria und Christus preisenden Gesänge für Sopran und Orgel, op. 17, ist von einer lyrischen Zartheit und religiösen Weihe, die wahrhaft beglückt. . ...
Mit op. 18, den Hymnen für Orchester, über gregorianische Choralmelodien wurde Höller in der deutschen Musikwelt allgemein bekannt und rückte in die vordere Reihe der jungen Komponisten. Toccata, Ricercar, Adoration und Fantasie heißen die vier Sätze dieses Werkes, das der Komponist feinem Münchner Lehrer S. v. H a u f e g g e r widmete. Das „Veni sancte Spiritus“ der Pfingstfequenz, das „Victimae paschali laudes“ der Ostersequenz, das „Ave maris stella“ und das „Salve regina“ bilden nacheinander den Cantus firmus, der die einzelnen Satze zu einer gewaltigen Sinfonie prägt. Hier klingen Ekstase und mystische Schwärmerei, Frömmigkeit und Weltfreude berauschend zusammen. Hier erleben wir das Bekenntnis eines Musikers, in dem jenes bayrische Barock mit seiner ursprünglichen Schwungkraft und seinem spielerischen Auslauf wieder erstanden zu sein scheint. ,
Das Cembalo-Konzert, das auf dieses Werk folgte, ist mit seiner Terrassenarchitektur, mit feiner Neuprägung heiterer Barockart, seiner harmonischen Würze und rhythmischen Straffheit eine Schöpfung köstlich unbeschwerten Musikantentums. Die Sinfonische Fantasie über ein Thema von Freskobaldi op.20 reiht sich den Orchesterhymnen op. 80 würdig am Die Handschrift des Komponisten ist hier noch gebrungener die sinfonische Gestattung noch straffer geworden. Wieder bewundern wir die blühende Klangphantasie und die aller Reizsamkeit der Harmonik und kühnen Verzweigung der Stimmen durchweg zu spürende Zucht des Satzes. Berauschend bunt ist diese Musik wie ein altes Kirchensenster, dessen 'heilige Figuren von der Sonne unterer Tage durchstrahlt werden. Der Komponist gibt folgende nüchterne Schilderung des formalen Verlaufs: „Während in meinem ersten Orchesterwerk, den Hymnen für Orchester^ der gregorianische Choral als Cantus firmus die einzelnen Sätze prägte, ging ich in der symphonischen Phantasie einen Schritt weiter. Ein siebentaktiges schlichtes Thema, das mich in dm Orgelwerken von Girolamo Frescobaldi (1583 —1643) irgendwie fesselte, beherrscht als Cantus firmus das ganze Werk. Es kam mir gar nicht daraus an, ob das Thema als solches ergiebig ist ober nicht — wenn es Anstoß zu erglebiaer Musik war, hätte es feine Wahl schon gerechtfertigt — es ist lebiglich Keimzelle ber Phantasie, Keimzelle und Aus- gangspuVikt eines sinfonischen Geschehens. Eine Flöte hebt mit dem Thema an wie aus weiter Ferne, andere Instrumente nehmen es auf, es weitet sich, kommt im zweiten Satz scherzoartig, im dritten wird es zu breitem Melos, im Finale (Rondo und fugierte Form) in einen erregten Rhythmus gebannt, und am Schluß dieser symphonischen Entwicklung stellt das ganze Orchester es groß, sozusagen ganz nahe, auf.“ Frescobaldi, dieser kühne musikalische Geist, scheint den Komponisten nicht loszulassen. Hat er doch soeben ein neues Orchesterwerk, eine Passacaglia und Fuae nach einem Thema des alten Meisters vollendet.
Bon den neuesten Werken Höllers seien zunächst die beiden Choral- Variationen kür Orgel, op. 22, genannt, Gebilde von zarter, schwärmerischer Romantik, die mit ihrer irisierenden Harmonik weit über das Regersche Vorbild hinausgehen. Voller Saft, und Kraft und von sprühendem Leben ist bas Ku lenkampff zugeeignete Violinkonzert op. 23. und ihm reiht sich ein nicht minder lebendiges, meisterlich geformtes Streichquartett, op. 24, an, bas am Schluß den Namen Bach in Noten beschwört und einen Scherzosatz von spukhafter Eindringlichkeit hat. Diesem Werke wird ein Cellokonzert folgen.
Bedenkt man, baß Karl Höller erst am Anfang seines Schäftens steht — von der Oper hat er sich bisher fernaebalten —, so scheint es nicht zu viel gesagt, daß uns in diesem süddeutschen Volkblutmusiker ein wirklicher Meister der Tonkunst erwächst.
Carl Orff.
Ist die Generationszugehörigkeit ein ' wichtiges Merkmal für die Wesensbestimmung eines schaffenden Musikers, so darf man sie doch nicht schematisch verstehen. Es gibt Komponisten mittleren Alters, die durchaus zur jungen Generation rechnen, und es gibt komponierende Jünglinge, in deren Musik nichts Gegenwärtiges (ebt.- Der dreiundvierzig Jahre alte Münchener Carl Orff zählt nicht zu den „Vätern", sondern zu den „Söhnen". Er ist eine musikalische Entdeckernatur, ein Künstler voller Verantwortungsbewuhtsein, in dem ber Wille zu Neuem wie eine heilige Flamme brennt.
Orff studierte an der Münchener Akademie für Tonkunst, vornehmlich bei H. Kaminski, war an süddeutschen Buhnen als Korrepetitor und Kapellmeister tätig unb leitete eine Zett lang ben aKundjener Bachverein. 1924 gründete er zusammen mit Dorothee ® u nlher die Güniherschule, deren Lehrgrundsätze und Lehrwege für die rhythmisch, musikalische Erziehung etwas Neues bedeuteten. Lebte sicht hier der Pädagoge Orff schöpferisch aus, so war ber Komponist langst mit Kantaten, Gemem- fchaftsinusiken, Tanzspielen unb Jnstrumentalwerken hervorgetreten, die er heute aber ebensowenig gelten laßt wie ferne f pater entstandenen Festmusiken für Orchester, feine kammermusikalischen Ins rm mentallchöpfunqen und weiteren Gemeinschaftsmusiken. Es ist möglich, daß sich die unerbittliche Selbstkritik des Komponisten auch gegen neuere Werke'wie die a-cappella-Chorsätze „Catulli Carmin a“, bie „Cantus- kirmus-Sätze“ nach alten Melodien unb das kleine Konzert für sieben Instrumente nach alten Lautensätzen richtet. Jedenfalls Zeigen allbiete Schöpfungen einen allem „Gemischten", Chromatischen, spalromanlich Persönlichen abholden Musiker, dessen Sinn aufs Große, Ganze: und Einfache gerichtet ist. Daher Orffs innige Verbundenheit mit Volkslied unb Volkstanz. Daher feine Zuneigung zu bem ersten Gerne der Oper, zu Monteverbi, besten Werke er in Neubearbeitungen unserer Zeit nahe gebracht hat.
den Mittelpunkt allgemeinen Meinungsaustauschs ruckte Orff burch feine „Olympischen Reigen", die er 1936 zur EroMungs- feier der Olympischen Spiele schuf. Dieser neuartigen und schonen Zweck- mufft folgte im Sommer 1937 bie gewaltige szenische Kantate Car. mina Burana", unb folgerichtig betrat Orff hiernach den Weg des Bühnenspiels nach feiner nach einem Grimmschen Märchen geschaffenen Oper Der Man b", deren Uraufführung im Februar kommenden Jabres unter Clemens Traufe’ Leitung in München ftattsinoen wirb. Vor kurzem hat ber Komponist einen neuen Auftrag bekommen, der ihm befonbers gut liegen dürfte: er soll für die städtische Schauspielbuhne in Frankfurt a. M. eine Musik zu Shakespeares „Sommernachtstraum
schreiben.
Musikerzieher, Dirigent (man denke an seine eigenartigen, auch um szenische Wirkungen bemühten Aufführungen der Lukas-Passion) und Komponist — sie drei erwachsen bei Orff einer schöpferischen Einheu. Der Musikerzieher hat die Wichtigkeit der sogenannten „rhythmischen Gymnallik" Dalcrozes (ber Name bezeichnet lange nicht alles, was bie Sache selbst bedeutet) erkannt unb bem deutschen Volke ein neues musikalisches Lehr- unb Lernwerk von unvergleichlicher Bedeutung geschenkt. Seine in der Zusammenarbeit mit gleichstrebenden Geistern gewonnenen Erfahrungen legte er nämlich in einem großen „S ch u l - werk für elementare Musikübung unb ßaienmufit nieder. Orff will die Urkräfte unb Urformen ber Musik wieder leben- biger machen. Deshalb die vielfältige Schulung im Rhythmischen, die er" forbert, deshalb bie bamit verbundene Auswertung von Volkstanz und Volkslied, die Schaffung eines neuen, bewußt „primitiven", urtümlichen Instrumentariums von Flöten, Gamben, Lauten, Gitarren, Stabsspielen, Trommeln und Pauken, deshalb endlich — unbeschadet der Verwendbarkeit des „Schutzverks" für Gymnastik, Tanz unb Berufs« musikertum — das Ziel Orffs: von den Urformen bes Rhythmisch-Melodischen unb ihrer bewequngsmäßigen Erweckung her durch bewußtes Erleben und eigenes Gestalten neue unb dauerhaftere Grundlagen einer ßaienbilbung zu schaffen, bie auch die Möglichkeiten zum Verständnis hoher Kunst in sich birgt.
Viele Besucher bes bie Olympiade eröffnenden Festspiels „Olympische Jugend" werben sich noch bes überwältigenben Eindrucks erinnern, den sie gleich zu Anfang erhielten, als mit den tausendfältig hereinströmenden Kinderscharen eine" Frühlingssinfonie von Formen und Farben, von Licht und Ton anzuheben schien. Es war Orffs Musik, die hier die treibende Kraft bildete, und dem unschuldigen Zauber dieser volksnahen Bewegung fordernden und von einem Orchester nach der Art. des „Schul- werks" getragenen Melodien konnte sich damals niemand entziehen. Das war dienende Musik. Freier konnte sich ber Musiker Orff in ber szenischen Kantate „Carmina Burana“ entsaften, obschon ihm auch hier jedwede „persönliche" Offenbarung durchaus fern tag. Wenn er zu den „bura- uischeii , b. h. Benebiktbeuernschen Gebichten griff, jener im reizvoll beschwingten Neulatein der Fahrenden gehaltenen ßieberfammlung aus dem 13. Jahrhundert, in der sich sübdeutsche, „heidnische" Weltlichkeit gegen die Kirche auflehnt, so geschah bas aus bem Empfinden eines Musikers heraus, der schon längst von den Reizsamkeiten der letzten musikalischen Vergangenheit zu den strengeren Formen des Mittelalters zurückgekehrt war. Was beim „Schulwerk" und bei Orffs „Olympischem
Reigen" so stark fesselte: die durch mannigfaches Schlagzeug gegebene Betonung des Rhythmischen, bie Bindung an Volkslied und Volkstanz, die entschlossen jede „Mischung" meidende Harmonik — all das kehrt, vom „Schulmäßigen" befreit und schöpferisch ins Monumentale erhoben, bei den „Carmina Burana“ wieder. Dabei führte bie strotzende Lebendigkeit des Textes ganz natürlich zu szenischer tänzerisch belebter Darstellung, ohne daß der Bewegungsmusiker Orff hier nach der Oper schielte. Ein Chor, der bie launische Schicksalsgöttin anruft umrahmt das Ganze. Drei in viele kleine (gefangene und getanzte) Stücke sich gliedernde Teile bandeln nacheinander vom Frühling, vom Trinken und von der Liebe. Gleich aufrüttelnd für Hörer wie Schauer, wie hier Musik unb Szene neuartig zusammenklingen, wie aus bem bie Szene beherrschenden Chore das Einzelne her au 5 tritt unb sich immer persön- sicher belebt. Kein Wunder, daß die Anteilnahme ber deutschen Bühnen für dieses richtungweisende Werk langsam aber sicher wächst.
Daß Orffs neueste Schöpfung, „Der Mond", keine landläufige Oper sein wird, ist nach dem bisherigen Entwicklungsgänge des Komponisten sicher zu erwarten. Es scheint sich hier um eine Art Mnsterienspiel zu handeln, bei dem Szene, Handlung und Musik eine Einheit bilden, die zugleich realistisch und ftiliflert, naturalistisch und phantastisch ist.
Derantw örtlich: vr. Hans Thhriot. — Druck und Berlag: Brühlsche Untversitäksdruckerei R. Lange, Gießen.
btt ' r
.War „Weil iinen Le
Radei „Ae tzt dar Martin . ,.®ä ।
Ein ikrum?
„Weil Md senk!
eie i H ne ha teuer F
Die liefen flje au Erft ,;m n-r eint Ute übi dchtstrei Stiege f teil oot
Rade !er Zch tu und Nische, fousflut Wrde i leime I le nieb , Er d «rsichii Mild; toben ! Jut ne ixigte
>Iii freit ut M d bfien f toen. 1 ">e ma>
Der Me
Näh Der
-N "Äkh
tä 68 , Rad fc? Aren iiet d° *»|Pen


