,Äch, mein Messer,
?" ■
auf den Weg, dann auf und rief: „Ich zwischen Zeigefinger
lieben Gottes."
„Ich werde also aufhören, zu sprechen. Willst du diese Blume, sa oder nein?"
„Das ist mir gleich."
„Flora, hast du einen Magen?
dachten, und jetzt ..." „ ,... .
„Jetzt, jetzt- —" Sie zögerte. — „Ich erröte, ich weiß es, ich schäme mich vor Ihnen, aber ich n»erde es Ihnen sa^en. Ich bin eifersüchtig, eifersüchtig auf sie, die ihn mir genommen hat.
„Aber Sie wollten doch nichts mehr von ihm wissen."
„Ich hätte noch etwas von ihm wissen wollen. Ich hätte ihn vielleicht geheiratet. Ich hätte eine Mesalliance geschlossen."
„Ach, gnädige Frau, und jetzt ... nach? Aber Sie können es glücklicherweise nicht mehr. Begehen Sie Torheiten, geben Sie sich Bloßen, aber schließen Sie teilte Mesalliance. Uebrigens ist gar keine Rede von Heiraten, sondern von einem fast immer hafsenswerten oder lächerlichen ff huhriiHi **
, Was macht das, wenn man liebt? Und find Sie denn, der Sie so tugendhaft reden, in dieser Beziehung immer ohne Tadel gewesen?
.Gerade deshalb erlaube ich mir, Ihnen Ratschläge zu geben. Wenn Sie ihn wirklich lieben, wenn Sie nicht wollen, daß jede Ihrer Freuden eine Folter sei und daß Die nicht an allen Stacheln des engen und gewundenen Weges, der, wie Sie glauben, zu Ihrem Glucke fuhrt, et Stück Ihres zerrissenen Herzens lassen, dann halten Sie ein, gnädige Frau Verleugnen Sie diesen verhängnisvollen Trieb! Denken Sie daran, es ist ein namenloses L^den, ein schon vergebenes Herz teilen zu mutzen, Liebkosungen zu empfangen, die eine andere schon vor Ihnen genoßen hat, Worte zu hören, die nur der blasse Widerschein sind jener Worte, die einer anderen schon ins Ohr, auf die a.igebetete Wange gesprochen wurden. Nur der kann sich mit diesem beschämenden Gluck begnügen, »er teilen kann aber nicht töten; der, weich wie eine Schnecke, weder Gesicht, noch Geruch, noch Gefühl besitzt; der sehen kann, daß das Haar in einer nicht zu verkennenden Art verwirrt ist und es trotzdem streicheln kann, der den blassen Mut besitzt, auf einem geliebten Körper den von einer andern verbliebenen Duft zu spüren, und der seinen Mund auf UPPV' drückt, die noch von ehelichen Küssen zittern. Pfui! Was für ein Misch- mäsch!"
| (Fortsetzung folgt.)
Während sie diesen Gedanken nachhing, hörte sie plötzlich die Stimme eines älteren Mannes. Er sprach langsam, korrekt und höflich; eine junge, hochmütige, metallische und leidenschaftliche Stimme antwortete ihm. Es war die der Dame mit dem Windhunde, die im Gespräche mit einem etwa fünfzigjährigen Manne vorüberging, der zu einem weihen Leinenanzuge weiße Schuhe, schwedifche Handschuhe und einen eleganten Strohhut trug. ,
Der Windhund ging vor ihnen her mit dem diesen Tieren eigenen schwermütigen Aussehen. Er hielt seinen langen Kopf und fein weitgespaltenes Maul auf den Boden, und wenn er die Lefzen zuruckzog, sah man die Spitzen der langen Schneidezähne. Die scheinbare Ruhe, das Wiegen des großen, geschmeidigen Körpers liehen an eine Schlange oder einen Hecht denken, die, wenn sie ihre Beute erspähen, einen ruhigen und friedlichen Ausdruck haben, bis ihre Muskeln, durch den Trieb, zu töten oder zu fressen, überreizt, zu Federn aus Stahl werden und sie auf das harmlose Tier schnellen, das dazu bestimmt ist, die Beute ihrer Kriegslist zu werden.
Die junge Frau sprach sehr laut „ . ...
, Nein!" sagte sie stehenbleibend, den Kops hoch erhoben und mit dem Fuß aufstampfend. „Nein! Keine Ratschläge! Ich will, was ich will, und
was ich will, wird..." Ihr Begleiter mar ebenfalls stehengeblieben. Sein Gesicht war das eines vernünftigen, guten, wohlgenährten Mannes:
„Werden Sie stch denn niemals ändern, Amelie?
Nein! Aendert man feinen Charakter? Bis jetzt habe ich immer alles gehabt, was ich wollte, alles, verstehen Sie? Warum fall ich das nicht mehr haben? Und müßte ich sie zerbrechen wie einen Zweig ...
„Mit diesen kleinen hübschen Armen?"
„Hübsch genug, um zu gefallen, aber auch stark genug, um...
„Wie kann man tätlich werden! Ueberlassen Sie das Ihrem Kutschen Ich nehme die glückselige und lächerliche Rolle des Vertrauten an, die Sie mir auferlegen. Ich könnte Ihr Vater sein, und dal)er erlauben Sie mir, Ihnen zu sagen, daß Ihnen der gesunde Menschenverstand sehlt- Amelie, Sie sind im Begriff, eine schlechte Handlung zu begehen! Wie kommen Sie dazu, für diesen Mann Liebe zu empfmden? Bor zwei Jahren haben Sie ihn unter dem Vorwand eines ärztlichen Besuchs, den er Ihnen nicht gut verweigern konnte, in Ihr Haus S^MSem Sie mißbrauchen Ihre Stellung; Sie verführen ihn das ist das riclstige Wort. Er erwidert Ihre Leidenschaft mit Liede, Ihre Laune mit Zärtlichkeit, gibt also mehr, als Sie ihm geben. Plötzlich nach Verlauf einer Woche, einem wahren Honigmondviertel erscheint Frau Amelie wieder m der WeU, von neuem Witwe, lebhaft, geschmückt, getröstet... Haben Sie ihn verlassen? Hat er Sie verlassen? Was ist der Grund zu diesem plötzlichen Bruch?" m , (, . .
Die Gräfin antwortete ein wenig beschämt: „Ein Brief. Ich schriev in einem etwas zärtlichen Ton an jemanden. Man soll niemals eine Verbindung brechen, sondern nur auflosen. Der junge Mann nahm und las diesen säst beendeten Bries. Stellen Sie sich vor, was er mir ganz offen sagte, ich wage kaum, es zu wiederholen: .Gnädige Frau, sagte er ,eie haben die Liebe unter so verschiedenen Formen ausgeprobt, daß ich fürchte, eines Tages in die Bildergalerie zu geraten, deren lebenoen Vorbildern ich schon wiederholt begegnet bin. Ich furchte, auch das Lächeln, mit dem sie ihren Gruß begleiten werden, wenn s-e Sie an meinem Arme sehen, wird nicht sehr erfreulich für mich sein. In Ihrer Gesellschaft, gnädige Frau, wie auch in der meinigen, haben manche Männer, zu denen auch ich gehöre, die Krankheit der zu ruckblickenden Eifersucht; ich habe auch noch eine andere, von der Sie mich nicht werden heilen können. Ich bin kein Mitgiftjäger und will nur wirklich heben reell dies das Ziel aller meiner Gedanken ift. Sieben, mich und sie glücklich machen, nicht mehr und nicht weniger. Wenn s i c mich tauscht, wie Sie mich täuschen könnten, so würde ich sie, wenn ich kein Messer hätte, ohrfeigen, daß ihr die Zähne zerbrechen, und wenn ich eines hätte, so würde ich es ihr ins Herz stoßen und dabei denken, daß ich eine gute Tat vollbringe. Ich werde immer die Erinnerung an die teuren und zärtlichen Augenblicke bewahren, die ich mit Ihnen verbracht habe, aber, wenn ich Sie länger liebte, würde ich Sie zu sehr heben. Ich glaube, dies alles sagt Ihnen zur Genüge, daß es besser ist ich breche jetzt mit Ihnen als später, und daß wir uns von nun an als Freunde betrachten?
Ich war durch diese hochmütige Sprache niedergeschmettertz fand aber trotzdem den jungen Mann während feiner Rede recht schön. Wir Frauen, die wir unsere Zeit damit verbringen, über die Männer zu lachen und darunter zu leiden, wir lieben wider Willen, worüber der Durchschnitt sich lustig macht, jene Liebenden mit unbefangenen und starken Leidenschaften die für uns sterben oder im Notfälle uns töten können. Und aus diesem Grunde will ich ihn haben und werde ihn haben.„
„Ich zweifle daran. Sie sind schön, aber auch sie ist es ..." „Sollen wir uns die Augen auskratzen?"
„Was würden Sie damit tun?"
„Ich würde sie meinem Hunde geben."
Immer sanft! Ader nun noch einmal: Warum diese Laune? Es sah nicht so aus, als ob Sie während eines Jahres oder länger daran
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Rasch schritten sie auf das Wirtshaus zu, in das der Bauer ge- fiOn$äul ”“mte nachdenklich: „Ein Künstler, der auf ungewisse Zukunfts- Hoffnungen hin seinem Magen etwas zukommen läßt.
„Armer Junge", meinte Margarete. ..
„Zu gut, um es je zu etwas zu bringen , ergänzte Paul bekümmert.
16.
Paul und Margarete blieben, ohne sich zu erheben, dicht beieinander und träumten von den Begebenheiten wirklichen Ledens, die sich eben vor ihnen abgespielt hatten.
Margarete dachte, was sie hiervon ihrem Kmde, wenn es groß fein wird erzählen würde. Das Haupt immer noch auf die Schulter ihres „Mannes" gelegt, sagte sich die Träge, sie würde dem Kleinen, einem Jungen natürlich, lieber aus dem Buche der großen und kleinen Wege vorlesen als aus den Büchern, die die Druckereien heroorbringen.
Ein Junge! Welches Glück! Sie war nicht krank, und die DienstmagÜ meinte, das bedeute einen Jungen. Sie wollte, daß er Paul E<he; aber er mußte willensstark und eine Kampfnatur (ein, der mit Faust und Stock feine kleinen und großen Freunde schlug, so wie es ihr „Mann getan hatte, als er klein war. , , ,,
Zu diesem Zweck würde sie ihrem Sohn einen dünnen, aber festen Stock kaufen, und dann werden wir sehen, sagte sie sich, ob jemand wagen wird, ihn anzugreifen. Jedesmal, wenn er sich gut gerächt hatte, natürlich ohne jemals als erster Streit zu suchen, würde sie ihm ein Spielzeug oder ein kleines Geldstück geben, — wenn nicht, so wurde sie ihn in einen Schrank einsperren, nachdem sie ihn selbst vorher geschlagen hatte, ohne Paul etwas davon zu sagen. Und niemals sollte er so gut jein wie der junge Mann, der das Goldstück aufgehoben hatte; das würde sie nicht
'„Nun, bann bist du weniger glücklich als der Ochse, der vier hat und immer die Füße in seinem Futtertrog."
Schweig und komm herunter." . „
Ich gehorche, aber ich mochte doch gern mein Messer w'edersmdem Er stieg langsam den Abhang herunter und rief: ** Melier, wer kann mir sagen, wo mein Messer ift? Jffier ...
Er blieb überrascht stehen, sah einen Augenblick bückte er sich mit einem Ruck, richtete sich wieder habe es wiedergefunden!" Er nahm das Goldstuck und Daumen und sagte:
„Siehst du: hier ist das Messer, das Messer des ....
Wie dieses Goldstück? Aber das sind doch zwanzig Franken?
"Bose, du hast also nicht begriffen, daß ich diese zwanzig Franken nicht besaß? Der Zufall leiht sie mir jetzt. Ich werde sie ihm, wenn ich kann zuruckgeben, in die Hände des Polizelkommissars Weil ich sie nicht hatte, ging ich feit acht Tagen nicht mehr aus und ah gerade soviel trockenes Brot, als ich zum Leben brauchte; und seit einer Stunde schäme ich mich, zu sehen, daß du an meinem Arme Hunger und Durst leidest.
' Dh^ bei mir eilt das nicht. Es war schönes Wetter, und ich hatte mir' geschworen, zu Hause zu bleiben, um nicht ohne Messer auszugehen, aber ich habe mich durch die Sonne, die Felder und dich, rnem Liebling, doch verleiten lassen. Ich bin also ausgegangen M't leerer Tasche, die wie Blei aus meiner Heiterkeit lastete. Jetzt gleich wirst du essen und trinken und du wirst das nicht allein tun. Ich habe dir Nicht die dusteren Lieder von hängen, ertränken, erschießen gesungen die mein feiger Magen fang. Tag und Nacht, am Morgen und am Abend war es wie ein Flug von Raben um mich. Ost verschwand unter ihren dusteren Schwingen vor meinen Augen der glänzende Siern, den man Hoffnung nennt. Flora, du wirst essen und trinken und auch Wein haben, du bist schwach, blaß und müde."
„Und was ist mir dir morgen?" . . _ '
„Mit mir! Ein Tag des Glücks ist für mich so gut rote mer läge Not. Du bist gut, du bist schon, und ich liebe dich. Du wirst essen und trinken. Antworte nicht, schweig! Die Sonne scheint hell, die Vogel singen: liebe mich, ohne von einem anderen zu sprechen, oder tu wenigstens so. Ziehst du nicht ein Beefsteak einer Blume vor? Nun ja, ich auch. Komm!"
„Du bist ein guter Junge!"


