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Verantwortlich: Dr. Sans Thhriot. — Druck und Verlag: Vrühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, Gieß en.
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die Auslese der Darsteller, die nicht nur „Sänger" sein dürfen, foniwn nach des Meisters Sinne auch imstande sein müssen, den hohen fdjHu. spielerischen Anforderungen zu genügen, die er an sie stellt. Dazu bebuf es eingehender Probenarbeit, und deshalb versammeln sich alle Mitnir- kenden schon sieben Wochen vor Beginn der Aufführungen aus btni grünen Hügel,
In einem schlichten Holzbau, der nach dem unvergeßlichen Chormeiie, Hugo Rüdel (f 1934) den Namen „Rödelheim führt, werden Sie Chöre geschult. Aus dem großen Saal der Festspiel-Gaststätte klingt m Heben des Orchesters. In allen Probezimmern des Bühnenhauses arbeite# die Solisten mit ihren Korrepetitoren. Auf der Bühne werden Dekoraii» nen auf- und abgetaut und Beleuchtungsmöglichkeiten immer wiü« neu erprobt. Endlich vereinen sich dann alle Einzelgruppen Mitwirkens!, zum gemeinsamen Schassen in den Hauptproben. So ein sorgfältig«: Probieren ist natürlich nur möglich, wenn keine andere Borstellung ch j Arbeit unterbricht, wie das im gewöhnlichen Theaterbetrieb unuermi.lt ■
„Lohengrin", „Der Fliegende Holländer" wurden so nach und nach ii Musteraufführungen mit besonderer Herausarbeitung der dramatisch^ Wirkungen gebracht. Als Frau Cosima sich aus gesundheitlichen Grunkiif
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lief) ist. Wenn der allabendlich wechselnde Spielplan einen am „Wolm' oder „Siegfried" arbeitenden Sänger nötigt, zwischendurch in irgenbehci neueren italienischen Oper eine ganz anders geartete Rolle zu übtr< nehmen, wird er natürlich aus feinem Studium herausgerissen und braucht viel mehr Zeit und Kraft, um bei solchen immerwährenden Unlir« i brechungen mit der Wagner-Partie fertig zu werden. Wenn dagegen eilt Sänger und Musiker sieben Wochen lang einzig und allein mit tat Einübung eines großen Werkes beschäftigt sind, wie z. B. beim „R i iz des Nibelungen" oder dem „P a r f i f a l", so muß damit * wendig die bestmögliche Wiedergabe des Ganzen erreicht werden, die m sein Schöpfer nur wünschen kann.
Nach solchen Richtlinien verfuhr Richard Wagner 1876 und l$ild In gleicher werktreuer Weise leitete von 1884 bis 1906 seine Frau ffo'j [ima, die Tochter Franz Liszts, die Einstudierung auch derjenix« Wauf b Werke, die ursprünglich nicht nur für Bayreuth geschrieben roara, öslenru „Tristan und Isolde", „Die Meistersinger von Nürnberg", „Tannhäuser', 3? bas
Die dann eingeführte elektrische Beleuchtung hatte, wie alles Technisch srit dauernd Verbesserungen erfahren. 1933 wurde dann eine oollkonum W g4m; andere Bühnenbeleuchtungsanlage geschaffen, die jede Farbschattien!'! und alle Helligkeitsgrade in feinster Abstufung ermöglicht, die mit. einem großartigen Projektionsapparat alle nur erdenklichen Sonderaufgata
von dieser aufreibenden Arbeit der Festspielleitung zurückziehen mufjti, RMtn ji fand sie in ihrem Sohne Siegfried den berufenen Nachfolger, filli «i>ber ui auch Siegfried fein Amt verlassen mußte und 1930, im gleichen IM ««. F wie feine Mutter, durch den Tod mitten aus der Arbeit gerissen routit «ins m trat feine Frau, Winifred Wagner, das Erbe an. Die Jahre feil mitieti 3
Oie Musikstadt Bayreuth.
Von Dr. Hans Sebebe.
Bayreuth, heute für alle Welt untrennbar verbunden mit dem Namen Richard Wagners, war auch fchon hundert Jahre vor der Geburt des Meisters eine Pflegstätte der Oper. Der Thüringer Johann Friedrich Fasch, dessen Sohn Cembalist und Opernkapellmeister Friedrichs des Großen, später Gründer der Singakademie in Berlin wurde, ließ dort 1714 die Oper „Margenis" aufführen. Der nachmalige Goihaische Hos- kapellmeister Gottfried Heinrich Stolzes schrieb für Bayreuth 1717 seinen „Diomedes. Friedrichs des Großen Schwester Wilhelmine, Markgräfin von Bayreuth, schilderte 1744 das noch heute um seines Parkes und der Wasserkünste willen vielbesuchte Schloß Eremitage und das darin errichtete „Theater, dessen Pfeiler alle freistehen, so daß man eine Oper unter freiem Himmel aufführen kann". Sie veranlaßte ihren Gemahl, den Markgrafen Friedrich, zur Schaffung des 1748 vollendeten Markgräflichen Opernhauses, eines mächtigen Barockbaues,.dessen Jnnenraum der berühmteste Theaterbaumeister seiner Zeit gestaltete: Giuseppe Galli Bibiena. Noch heute bestaunen wir die Pracht der Ausstattung dieses von Logen und Rängen umschlossenen Zuschauerraumes und die große Bühne, die auch für Prunkwagen und Reitertrupps Platz genug bot. Aber von dem Tage ihrer Einweihung mit einer großen Fe stund Prunkoper zur Feier der Hochzeit von Wilhelminens Tochter Friederike mit dem württembergischen Herzog Karl Eugen, dem Landesherrn Schillers, gehen unsere Gedanken zu jenem 22. Mai 1872, an dem in eben diesem Hause Richard Wagner die Neunte Symphonie Beethovens dirigierte: „Das Orchester war zusammengestellt aus den hervorragendsten deutschen Orchestern —■ Wien, München, Berlin, Dresden, der Chor gebildet aus dem Riedel-Verein, Leipzig, und dem Sternschen Gesangverein, Berlin; die vier Solisten waren Marie Lehmann, Johanna Jachmann-Wagner (des Meisters Nichte), Albert Niemann und Franz Beetz" — und bei den zweiten Geigen spielte ein Einundzwanzigjähriger mit, der später bekannte: „Was ich in den vier Proben, die Wagner mit uns abhielt, lernte, ist für meinen ganzen künstlerischen Werdegang von ungeheurem Einfluß gewesen. Ich kann sagen, daß Wagners ,®roica‘ in Wien und dann die .Neunte' in Bayreuth für meine ganze Beethoven-Auffassung, ja, für meine Orchester- interpretation überhaupt entscheidend geworden ist." Dieser begeisterte Schilderer jener Aufführung war der große Dirigent Artur Niki sch.
Anlaß zu dieser Darbietung von Beethovens gewaltigem Werk war die Feier der Grundsteinlegung des Festspielhauses, das Richard Wagner sich vor der Stadt erbaute. Wohl hakte er anfänglich geglaubt, das alte Opernhaus für feine Zwecke benutzen zu können, aber nun fand er zu viel des Ablenkenden in diesem repräsentativen Raume, der eben mehr die Stätte höfischer Glanzentfaltung war. Was er wollte, war ein Theater, das aus dem verdunkelten Zuschauerraum die Blicke und Gedanken der Versammelten einzig und allein auf die Szene zog; ein Theater, in dem auch weder Lichtschein noch Gesten des Dirigenten und Köpfe der Spielenden aus dem Orchester heraus störend zwischen Darstellende und Aufnehmende treten durften, jenen idealen „provisorischen" Bau also, den er nach Gottfried Sempers Plänen erstehen lief), unb der noch heute in jedem Festspieljahr Tausende und aber Tausende in seinen Bann zwingt. Wie darin gearbeitet werden sollte, das zeigte beispielhaft schon jene Aufführung der Neunten Symphonie: nicht ein Orchester, nicht ein Chor wird als geschlossenes Ganzes irgendwoher geholt, sondern aus allen Tellen Deutschlands, von allen großen Bühnen und Konzertvereinigungen werden nur die besten Kräfte ausgewählt, wird so ein idealer Klangkörper geschaffen, wie er in solck>er Vollendung an einer Stelle eben nicht zu finden ist. Aehniiche Grundsätze bestimmen
löst und ziehende Wolken, wabernde Lohe, glitzerndes Wasser, alles o» schlingende Wogen in das Bühnenbild zaubert. Dieses Bühnenbild JeM seit 1933 von Emil Preetorius von Grund aus neugestaltet, sch«! die vom Meister selber nur geahnten, aber zu seiner Zeit noch nicht aw führbaren szenischen Möglichkeiten, die für rechte Wirkung des „©ejanii kunstwerks" nicht minder bedeutsam sind als Darstellung und Musik. M in Richard Wagners Enkel Wieland W a g i bilbner verheißungsvoll heranwächst, erwies ,_____ _________„
Dekorationen zu „Parsifal" (bis 1933 war immer noch ber ©ralstemjL der Uraufführung 1882 benutzt worden). Unb endlich ist 1933 in fleh I.ietjen, dem Generalintendanten der Berliner Staatsoper, der bHi • Regisseur für Bayreuth gewonnen worden, den es für Wagners SchG fungen heute gibt. Daß er sich feiner Kapellmeifterausbildung zufolge auf in immer stärkerem Maße als Dirigent neben die anderen Orchesterleil« stellt, daß die von ihm einheitlich auf ber Bühne unb im Orchester ei» studierten Werke zu höchster dramatischer Ausdruckssteigerung gebrod werden, daß jeder einzelne Sänger aus l.... "
auch zum besten Darsteller gebildet wird, haben
1936/37/38 besonders deutlich erwiesen. . g
Und noch eins: Wie die Mitwirkenden, so sind in Bayreuth auch ö* Aufnehmenden, die Zuschauer und Zuhörer, unter ganz besonders günstig Bedingungen gestellt. Standen und stehen die Werke des Meisters twl’ fach noch heute in dem Ruf, besonders „schwer" zu sein und durch d ungewöhnliche Länge ihrer Aufführungen zu ermüden, so schwinden folrV Vorurteile naturgemäß an einer Stätte, die nach des Schöpfers Wun!ß die Besucher ebenfalls ganz aus dem gewohnten und anstrengenden 21UM herauslöst und sie frei macht für die unbeschwerte Aufnahme des ibn>o gebotenen Kunstwerks. In schönster Sommerzeit ist für sie jede Auffäl rung mit einem erfrischenden Ausfluge verbunden; nicht abgefpanirt sondern ausgeruht sammeln sie sich am Nachmittag auf dem Festste Hügel. Herbeigeströmt von fern und nah sitzen sie „mit frischen, leid anzuregenden Kräften" im amphitheatralisch aufsteigenden Zuschauer' raum, in den Fanfaren sie gerufen haben. Und nun erlischt das Lickl nun folgt eine Minute letzter Besinnung und Sammlung, ehe „der eri't mystische Klang des unsichtbaren Orchesters zu der Andacht stimmt, oiir< die kein wirklicher Kunsteindruck möglich ist". Nach jedem Aufzug aM treten sie hinaus in die Landschaft, die sich bis unmittelbar an das Fd' spielhaus heranzieht. Sie blicken vom Vorplatz auf das trauliche Stäb!' chen mit den Türmen feiner gotischen Kirche zwischen anheimelnd«" Giebel- unb Dächergewirr. Sie finden — wie Wagners Hans Sachs bah es „friedfam treuer Sitten, getrost in Tat und Werk, so recht i« Deutschlands Mitten" liegt, und sie verstehen ein Wort, das 1934 Rich^ P^D^ tschl^d^ "^*er ouf ®>cm -heiligen Hügel' über Bayreuth — b*':T
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Flagge, .sine deutsche Flotte, deutsche Kolonien hat er schon gefordert! Sein besonderes Interesse galt dem europäischen Südosten. Nach Ungarn und den Donaufürstentümern suchte er einen neuen Strom deutscher Auswanderer zu lenken.
Was hätte ein Friedrich List für das deutsche Volk leisten können, wäre Deutschland nicht in 39 souveräne, in gegenseitiger Eifersucht stch erschöpfende Territorialstaaten zerrissen gewesen! So aber steht vor allein, was dieser unermüdlich tätige Mann in seinem bewegten Leben geleistet hat, heute nur noch seine wissenschaftliche Arbeit als fein Werk unmittelbar vor uns. Dabei bekennt er selbst, er würde das „Nationale Sy st em der politischen Oekonomie" niemals geschrieben haben, wenn er „nur irgend eine nützliche Beschäftigung gehabt" hätte.
Jedes Volk hat seine artgemäße Wirtschaftslehre. Der ewige Schaffensdrang des deutschen Menschen findet seinen klassischen Ausdruck in dem Werke Friedrich L i st s. Für ihn als Deutschen ist die Grundfrage alles Wirtschaftens, welche Leistungen wir vollbringen, welche Güter wir schaffen können. Dos englische und jüdische Wirtschaftsdenken hat seinen klassischen Ausdruck in den Werken des Adam Smith und des David Ricardo gefunden. Für sie war die Grundfrage der Wirtschaft nicht das Schaffen, sondern der Besitz der Güter. Die englische und jüdische Nationalökonomie richtet deshalb ihr Interesse allein auf die Güter selbst und auf ihren materiellen Wert, Friedrich List dagegen stellt in den Mittelpunkt seines Werkes die Lehre von den produktiven Kräften, er wendet also seinen Blick von den Tauschwerten zu den Leistungen, unb von den toten Dingen zu den lebendigen Menschen. So kann es auch für Friedrich List nur ein nationales System der politischen Oekonomie geben, während Engländer und Juden einen die ganze Welt beherrschenden Materialismus als selbstverständliche Gelegenheit annehmen. Mögen tausend Einzelheiten in dem Werke Friedrich Lists zeitbedingt und zeitgebunden sein, in feinen Grundanschauungen ist er ber Klassiker des deutschen Wirtschaftsdenkens. Und es ist wohl so bei uns deutschen Menschen, daß nur die das Tiefste denken und sagen können, die auch im Wirken und Kämpfen das Tiefste erlebt unb erlitten haben.
her haben erwiesen, daß sie es nicht nur zu halten, sondern auch nogjw feben herrlicher auszubauen vermochte. Die schon von Siegfried begönnert: 's, mh technischen Neuerungen wurden fortgeführt.
Die Riefenbühne, deren Hauptteil 23,7 Meter tief, 28,7 Meter bctil
unb 29,5 Meter hoch ist, war bis 1888 noch mit Gas beleuchtet wocda N itu
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