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König Kasper.
Von Hans Watzlik.
Deutschland, wie liegst du tief verschneit! Es starrt der Wald, die Krähe schreit.
Ein schnöder Stall, im Tann verlor'n, drin ist das selig Kind gebor'n, bei einem Rössel fromm und grau, gebor'n von einer armen Frau.
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Und da sie ihm zu trinken beut, kommen gereist die Dreiköntgsleut.
In einem stolzen Sternenschein Balthauser in den Stall tritt ein, die feurig' Kron' im gelben Haar, reicht einen güldnen Apfel dar.
Der König Melcher von Oesterreich kniet vor dem Kinde alsogleich, gelind den greisen Hals geneigt, aus seiner Schale Weihrauch steigt.
Der dritte zaudert vor dem Haus. Ach, König Kasper ist ruhig und kraus!
Er fürcht', das Kindlein wonniglich könnt allzu hart verschrecken sich, wenn es den fremden Mohren schaut mit seiner wilden, schwarzen Haut.
Der gläubig König Kasperlein greift hurtig in den Schnee hinein, besinnt sich seiner Einsalt nicht und wäscht andächtig sein Gesicht.
Als er dann trat in Gottes Näh', da war er lichter als der Schnee.
Oie Hasengeschichte.
Von Friedrich Bischoff*.
Die Geschichte, die hier erzählt wird, hat nur den Anschein des ix» sundenseins für sich; sie ist so wahr wie das Leben selbst, das uns manchmal mit absonderlichen Sprüngen narrt, auch wenn es sich dazu, wie in unserem Falle, eines armseligen Hasen bedient.
Im Schlesischen, wo sich die Sache ereignete, lacht man noch heute darüber, und in einigen Dörfern läuft eine Art Sprichwort um: „Wenn de und du hoast woas Unrechtes getoan, bind bei Geld ei'm Hoasen oan!" — Ja, so ist es, und so hat es sich auch zugetragen. Die runde liche Bauersfrau, die da, ihr Wägelchen hinter sich herziehend, vom Wochenmarkt der ländlichen Kleinstadt zurückkam, wird ihr Lebelang daran denken, obgleich sie in jener Stunde, da sie selbstzufrieden die Landstraße dahinstapfte, nichts anderes im Sinne trug, als den gewich- ngen Markterlös durchzurechnen, den sie übersorglich, um ihn auch ganz nahe bei sich zu spüren, jns Umschlagetuch eingebunden trug. Es war kalt; der Januarwind lieh einzelne Flocken zwischen den Bäumen tanzen. Not und frisch strahlte das Gesicht mit den winzigen Mäuseaugen, die ihren Vorteil zu erfassen verstanden, was es auch immer zu beobachten galt. Sie schien ein wenig sonderlich in diesem Betracht zu fein; wenn inan im Dorfe herumhörte, erfuhr man darüber erstaunliche Dinge. Dah ihr Mann unterm Pantoffel stand, nun, das war ja eher alltäglich zu nennen, und es fjatte auch fein Gutes; daß sie ihn aus der Wirtsstube holte, wenn er sich schon einmal nach Feierabend zu einem Glase Bier hinzuschleichen traute, fand ebenfalls die Lacher auf ihrer Seite, aber haß sie dem Mann und den Kindern hin unb wieder den Magengürtel enger schnallte, nur aus reiner Rasfsucht, um die Pfennige in der Lade zu behalten, obendrein ehrbare Wandersleute mit Hunden hetzte ober sie arbeiten ließ und dann ohne Entlohnung, weil sie gestohlen hätten, tom Hofe jagte — das klang nicht mehr gut für eine wohlhabende Bauersfrau unb wurde verständlicherweise von den Nachbarn nicht gerade freundlich oorgebracht. Wer's erfährt, den fchert's! Sie scherte sich richt darum und führte weiter mit Maß und Unmaß das Regiment im bause, und so kam es auch, daß jetzt sie und nicht der Bauer vom Markte heimkam, der inzwischen zu Hause angestellt war, die Wäsche zu mangeln.
Noch besser wäre es freilich gewesen, ihn heute als Treiber dem klutsherrn verdingt zu haben, überlegte sie, als ein blaffendes Ge- kiall von Schrotschüssen hinter der Hügellände vernehmlich wurde, und bald darauf die Kette der Treiber mit Hallo! und Ho! auftauchte und k-chlsab von der Straße sich wieder zwischen den schneekrustigen, hart- gi-frorenen Feldern verlor. Sie schqute ein wenig hinüber unb lieh sich's Wohlsein bei allerlei nahrhaften Gedanken, wie man am zweckmäßigsten.
* Die Geschichte entnehmen wir mit Erlaubnis des Propyläen-Ver-
l<ges dem neuen Buch .Himmel unb Hölle" von Friedrich Bischoff.
ohne zu bezahlen natürlich unb ebenso ohne unrecht zu tun, für de« Dreikönigstag zu einem Wildbraten gelangen könne. Dann ließ sie das Wägelchen wieder anrollen und erwog im Wandern weiter, wie es angeftellt werden müßte, und bedachte es fo lange, daß ihr plötzlich ganz warm wurde und darüber wieder hungrig. So ließ sie sich am Slraßenrande auf dem Karren nieder, um einen Happen zu sich ju nehmen Was aus der Markttasche hervorkam, kannte ihr guter Mann sicher nur vom Hörensagen: Speckgetüpfelter Preßkopf und rosiges Rauchfleisch, auch Schweinsfülzernes verschwand zwischen den gesunden Zähnen, und, o Wunder, ein heller, wärmender Getreidekorn, den sie ihrem Manne aus der Hand geschlagen hätte, lief, wohlig aus der Zunge glucksend, hinterdrein, den Schlund hinab.
Es hatte gut getan Sie war zufrieden mit sich unb der Welt. Zur Plage des Tages gehört auch ein nahrhafter Trost. Die Weihnacht zwar halte ihr diesen Spruch nicht beschert; da hatte es, ihrer Meinung nach, genug der Plagerei mit Mann und Kindern gegeben, tpeil sie lungern wollten und bas Faulbett hüten, anstatt bas Christkind mit tüchtiger Mannesarbeit zu erfreuen
Piff paff! machte es wieder vor ihr, ziemlich nahe, und sie blinzelte hinüber. Piff-paff! Und da war auch drüben wieder die Kette dec Treiber, unb nun sah sie auch die Jäger und dazwischen die todesängft» Uchen Hasen in rasendem, im Schüsse sich überpurzelndem Laust Da — einer sprang durch die Kette, husch ins Gebüsch und den Hügel hinaus. Als gelte es, lebend in den Himmel zu kommen, so sprang er, sinnlos vor Angst, auf der Hügelhöhung in das dünne, flirrende Winterblau hinein. Aber fo sah es nur einen Augenblick aus, bann war er, mit einem Haken zu ihr hin, schon fort, unb die Frau wollte gerade die Rocke glatt streichen unb belustigt aufstehen, um weiterzuziehen, als plötzlich, so daß ihr die Sinne im ersten Schreck beinahe zu schwinden drohten, ein kugeliges, warmes Etwas gegen sie sprang und zuckend in ihren Schoß sich kuschte unb liegenblieb.
Als die Frau, die kaum sich zu rühren wagie, enblieh bas, was sich da in den Falten des Rockes verkrochen hatte, in Augenschein nahm, halte sie längst erfaßt, was ihr da wie blr Leibhaftige aufgehüpft war. Nur zu glauben vermochte sie es noch nicht, zu schwer schlug die Gier ihr ins Herz wie ein unvorstellbares Glück. Für den armen Campe konnte das nicht gut ausgehen, der sich da unversehens einen Mutter- schoß zur Zuflucht erkoren und mit blutendem Lössel darin verharrte, als sei er ein Kmdlein, welches das Märchen verzaubert hatte.
Ein Märchen war es für beide —- für die Fran im besonderen, aber für sie ein nüchternes, gleichsam entzaubertes Märchen, denn sie gedachte natürlich nicht, das Hafenkind zu bergen vor Not und Tod. Der arme Lampe, der in den Himmel gesprungen war, fiel jetzt lebendig, man kann es nicht anders sagen, in die Dreikönigsbratpfanne hinein. Da halfen ihm vor der Frau weder die dunklen anklagenden Augen noch der zitternde Schnurrbart, der auf und nieder stieg. Wer sieht im übrigen so etwas schon, wenn sich das Schlaraffenland mir nichts dir nichts am Wochentag austut, und dazu noch einer Frau, die vom Feiertagsbraten geträumt hat.
Eh sich's der Hase versah, hatten ihn die harten Fäuste schon bei den wunden Löffeln gepackt. Zuckend suchte er sich zu entwinden, jedoch die Frau war schneller. Sie wickelte ihm, weil sie es gerade zur Hand hatte, das Umschlagetuch um den Hals und fesselte ihn dergestalt an bas Geflecht des Wägelchens. Dann deckte sie eine Plan« über den Koch- topfgefangenen, der sich anscheinend schon im Jenseits wähnte, denn er rührte sich nicht mehr.
Die Frau schaute zurück. Die Treibjagd war längst von dannen gezogen; niemand hatte den Vorfall bemerkt, und obendrein war ihr ja der Hase auf jenem, wie sie meinte, rechtmäßigen Wege aus dem UÜberfluß zugekommen, nach dem sie so sehr vorhin gesucht hatte. Nun galt nur noch eines, nach Hause zu kommen, so schnell es ging, und die Beute in Sicherheit zu bringen. Das Wägelchen begann über die Eisschrunden der Landstraße zu rattern, daß es nur so eine Art hatte, und die Frau selbst keuchte an dem Tragbande, als gelte es, der Hölle zu entfliehen, womit sie, wenn sie daran gedacht, recht gehabt hätte.
Vor dem Dorf angelangt, wollte sie noch einmal das Labsal ihres Magens lebendig unter der Plane betrachten; es mußte fein, es war ihr ins Gesicht geschrieben Sie schmunzelte, lüpfte einen Zipfel zuerst und sah das weiße Hasenschwänzchen. Das Wasser lief ihr im Munde zusammen. Nun wollte sie sich natürlich auch an dem übrigen erlaben, an dem weichen Fell (bas auch fein Teil erbrachte), an den Läusen unb — sie sah >hn schon im Geiste gespickt — dem besonders erfreulichen Hafenrücken.
Sie zog die Plane zurück, da sah sie den Hasen hocken, die Löffel abwärts, die Augen zu ihr hinaus, das tarierte Umschlagtuch, als hätte er Zahnweh, zum Halse zurückgeschoben. In diesem Augenblick fiel es ihr ein, ach, du himmlische Gnade, im Tuch ist ja bas Marktgeld drin! Sie wollte gerade zufassen, da gab es einen Sprung unb Husch und der Hase flog, pardauz, mit einem Riesensatz über den Karrenrand unb in das Feld hinein. Die Zipfel des tarierten Tuches wehten hinter ihm her, und darin war das Geld, das gute, in die' Lade einzubringende, nie mehr wiederzuerlangende Geld! Dort drüben sprang es mit Lampe, dem Hasen, auf und davon! Die Frau rannte schon. Wie der Hase vorhin lief sie, als gelte es nun ihr Leben.
Aber Gott, der die Menschen und Tiere nebeneinander leben läßt nach gnädigem Plan, sand für die Bauersfrau in [einer Welt keinen tröstlichen Schoß, bereit, wohl aber sand sich ein Tümpel, dünn mit Eis überzogen, in den sie fjineinfiel, die Röcke über den Kops geschlagen, so lang sie war unb so breit.
Der Hase lief und lief Vielleicht haben sich die Heiligen Drei Könige einer erbarmt unb mit dem ßöfegelb an feinem Hals seine Jäger für alle Ewigkeit ausgezahlt.


