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Müd bin An dich.
Laß d ich Was dir
»an all den lieben Dingen fassen, geschenkt, ist in der Seele mein.
ich wähl und doch so wach im Denken mein Kind, du bist so fern wie nah.
Wenn meine Angen sich zu Boden senken. So knarrt dein Stühlchen hell, als seist du da, Wenn meine Hände sich dann zu dir lenken. Ist alles nur, als ob ein Traum geschah.
Behüt dich Gott, bis ich dich wieder heg«, Er kann es besser noch als Mütter tun. Geh, spring und tanze deine hellen Wege, Ich nähe still an deinen Winterschuhn, Und dieser Brief, daß er kein Heimweh rege, Bleibt hier und soll im alten Spinde rahn.
Sfr s!
Oie Mutier an ihr Fenenkinb.
Bon Ruth Schaumann.
Die Sonne scheint! Was wird sie dir bescheinen — Du aus dem Land, ich in der Stadt, mein Kind — Dein braunes Haar, die Füße, deine kleinen, Die ohne Schuh wie die der Lämmer sind?
Die Steine auf dem Dorfe, möcht' ich meinen, Sind nicht so hart im Spiel vom Sommerwind.
Es schlägt di« Uhr! Dir läuten jetzt die Glocken Bom weißen Turm und di« im grünen Gras, Und alle 'Wiesenpferdchen, die frohlocken. Und Bienen trinken aus der Rose Glas, Und Zicklein nahn sich deinem Schoß mit Bocken, Darin noch eben schwarz ein Kätzchen saß.
Die Puppe liegt bei deinem Ball verlassen. Was brauchst du sie, die ganze Welt ward dein! Zwei Nelken blühn und nicken zu den Gassen, Dir blüht der Tag, du blühst in seinem Schein.
Verantwortlich: Dr. HanS Thhriot. — Druck unbVerlag: Brühlsche Universität«druckereiR.Lange, Gießen.
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Elefanten beruhigen die Nerven.
Geschichten von klugen Dickhäutern.
Von Paul Eipper.
Es kommt bisweilen vor, daß auch mich der Umgang mit Tieren vnftrengt. Das stunden-, ja tagelang« Warten auf die rechte Gelegenheit, die Tücken der Umwelt und des Wetters, der Zwang jener inneren Vorstellung, die manchmal nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmen will — all das frißt beträchtlich an der Nervenkraft des Menschen, der doch Unverfälscht das natürliche Leben darftellen möchte.
Glücklicherweise gibt es nun ein vortreffliches Mittel, um solche Tiefstände rasch und gründlich zu vernichten: ich gehe zu den Elefanten! Dore ist Ruhe, Ausgeglichenheit und selbstbewußte Kraft des Starken, Klugen.
Wer einmal des Nachts auf Zehenspitzen in den Stall der grauen Riesen trat, der wird den Zauber dieser Stunde nie vergessen. Er ist ein- gehllllt in Dunkelheit und animalische Wärme; würziger Heuduft baut eine Brücke zum tiefen Atemlaut der Schlafenden, und es vergeht scheinbar eine lange Zeit, bis unser Auge den Umriß der Titanenkörper einwandfrei erkennen kann. Drei oder vier liegen seitwärts hingebettet im Stroh; di« anderen stehen, pendeln sacht mit Kopf und Rüssel, haben «bensalls die Augen fest geschlossen im Schlaf. Vielleicht lehnt sich der ein« Nachbar müde an den Kameraden. Aber die Leitkuh ist wach; ihr Greifer tastet bisweilen über die ruhende Herde und geht dann — wie «ine Schlange züngelnd — senkrecht hoch, fängt die Gerüche ein, dl« durch uns Menschen in den Raum gekommen sind.
Mein Begleiter ist der Herr des Hauses; er bringt den Tieren weder Aufregung noch Gefahr; kein Grund, die Schlafenden zu wecken. Das Elefantenjunge hat sich tief in die Strohschütte eingewühlt; es schnarcht, schnauft, hustet, bis die Mutter den schweren Schädel anhebt und blinzelnd Ordnung schafft. Mit einem Seufzer des Wohlbehagens legt sie alsdann sich aufs große Ohr zurück; wieder schlafen die Elefanten.
Ich liebe die Elefanten und mühe mich sehr, ihr Wesen zu verstehen. Dabei hilft vor allem die freundliche Aussprache mit den Pflegern, die ich seit vielen Jahren kenne. Schön ist es, wenn wir zu zweien beieinander- stehen und unhörbar ein grauer Koloß herankommt, feinen Rüssel um ??? oüfisers Nacken legt, ohne unsere Unterhaltung im übrigen zu stören. Wahrend des Sprechens führt dann wohl der Mann das Greifer- ende des Rüffels an den Mund und pustet ein wenig Atem in die Höhlung. Das große Tier beantwortet diese Zärtlichkeit mit leichtern Wippen der Ohren, vielleicht auch mit einem hell quietschenden Freudenlaut. , ' Nun geh wieder zu den andern!" sagt der Pfleger, und wir schauen becde stolz beglückt hinüber aus die Plattform, wo fast ein Dutzend Elefanten sich bewegt. Sie werfen sich Sand und Staub auf den Rücken, bürsten so die Haut; zwei boxen sich in spielerischem Uebermut, während ür die «uhle durchemanderwühlt. Aber von Zeit zu Zeit stellen sich alle dicht an den Grabenrand, strecken ihr« Rüssel über die Absperrung, beugen und recken die Körper nach vorn, um möglichst weit heran- reichen zu können an die Menge der staunenden Besucher
Ich fragte einmal den Pfleger, ob das nicht gefährlich sei; es könnt«
doch vielleicht ein Damenhut, eine Kamera, ein Menschenarm gemdll und jählings durch die Luft befördert werden.
Der Mann lacht«: „Dazu ist die Gesellschaft viel zu klug uns jdM| Auch der .böseste' Elefant bleibt dem Publikum gegenüber ltebenswürfW er wird sich doch nicht selbst die Futterkrippe zerstören. Unter uns, dD Menschen auf der anderen Seite des Grabens sind ohne jeden Persönlich. » keitswert für unsere Tiere; wichtig bleibt allein, daß jeder einen 'ßeler.S bissen bereithält. Sind genügend Leute beieinander, wird die ,W abgegrast, behutsam und gründlich, Mann für Mann. Ist alles leer.ll beschäftigen sich die Elefanten im eigenen Bezirk; nach einer Weil« tw j den schon neue Spender drüben aufmarschieren."
„Der Elefant unterscheidet also deutlich zwischen den Menschen vor uni 11 hinter dem Absperrgraben?" — „Natürlich; die Besucher bringen |u| immer nur Geschenke, während wir Wärter einiges von unsern Tücei l verlangen müssen: Respekt, Unterordnung und — im Interesse ihrer M sundheit — auch dann und wann folgsame Betätigung."
„Was macht ihr nun mit einem sogenannt .bösen' Elefanten?" -W „Wir lassen ihn erst gar Nicht böse werden. Wenn Sie zu meinen elf h noch fünfzig neue stellen, hat jeder ein anderes Temperament, eiien anderen Charakter. Nun kommt es auf den Dierverstand des Men|<-en | an; man muß von vornherein den rechten Umgangston treffen. Es ;i6l r sehr empfindsame Elefanten; aber dann kommen auch hier junge 11* I alte Damen vor, di« eine energische Führung brauchen, sonst tanzen sie dem Wärter auf der Nase herum, bildlich gesprochen, lieber FreaM Und wenn sie's erst mal 'raushaben, dann verschanzen sie sich hinter ihr dickes Fell und pfeifen auf den ganzen Rummel, den wir mit ihm onstellen wollen; sie sind ja an Kräften stärker und an Eigensinn. N außenstehende Beobachter spricht nun stirnrunzelnd von einem bwjeit gefährlich wilden Elefanten. Er ist aber nur verdorben, und wenn er M genug in die rechten Hände kommt, wird er — durchaus ohne Srutili; tat — anschmiegsam und gehorsamsfreudig. Die zärtlichsten FreundsAch ten entstehen auf diese Weise, denn mit Konsequenz hilft man dem PflP ling mehr als mit weicher Nachgiebigkeit, deren Ueberschwang das verwirrt und den Menschen launisch macht. Elefanten sind Herdri- geschöpfe; die Einordnung liegt ihnen im Blut und di« Folgsamkeit kit Leittier gegenüber. Schließlich sind wir Pfleger nichts anderes; wir biit< fen nur das Vertrauen nicht durch Ungerechtigkeiten stören. Ich üiti meine Eleftmten, sorge für sie und tue ihnen nichts zuleid; das wriji sie genau so gut, wie daß ich bedingungslosen Appell verlange.
Ein schmales, vielleicht fünfjähriges Mädchen kommt, hüpfend zu um heran. „Vatter, darf ich nun heute zu den Elefanten?" Der Mann nein mir lacht und streichelt feiner Tochter über die Haare. „Mußt noch eil Weilchen warten, Beern!" Zu mir gewendet, sagt er: „Die Kleine sä nur Elefanten im Kopf. Voriges Jahr, als wir beim Zirkus waren, hck sie immer zwischen den Vorderbeinen der Leitkuh gesessen und Hai i« Stroh gespielt. Die alte, sanfte Elefantin war rechtschaffen verliebt in to kleine Menschlein; so was von gutmütiger Bemutterung kann man it bei dem Achtzig-Zentner-Gewicht gar nicht vorstellen, geschaukelt Hai ß das Kind, wahrhaftig, in ihrem Rüssel!"
„Du magst wohl alle Tiere?" frage ich. „Alle miteinander, toi zuerst die Elefanten. Wir wohnen sogar bei ihnen; guck, da droben ß mein Fenster."
Ich kenn« die entzückende Dachwohnung im Elefantenhaus; dort W auch der nun 91jährige Großvater, der ein beispielhafter Tiermensch >|t weitgereist bis in die hinterste Mongolei, und der wohl mehr MandscV Tiger in freier Wildbahn sah als mancher, der in Fieser Hinsicht von iit reden machte. Nun genießt er in voller Rüstigkeit feinen Lebensart und malt ohne Brille die zierlichsten Aquarellbilder aus der (Erinnernd
„Unsere Kleine wird ganz der Großpapa", schmunzelte mein greuni „In aller Frühe schnell aus dem Bett ans Fenster und nachsehen, ob l'ti* Elefant über Nacht verlorenging. Abends kriegen wir sie nicht in * Federn, ehe sie nicht jedem einzelne Gute Nacht gewünscht hat. Und neul 4 als meine Frau, der Schwiegervater und ich noch spät ausgegangen mani fanden wir das Kind bei unserer Rückkehr im Nachthemd schlafend •«! der Bank vor den Elefanten. „Was ist denn los mit dir?" — „Ich U« aufgewacht, und niemand war in der Stube. Da hab' ich Angst gekciH und bin die Treppe ’runter zu den Elefanten. Die alte Lela ist noch gewesen, hat mir mit dem Rüssel gewinkt und gesagt, sie wird auf M- aufpassen."
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An der Wachsamkeit und Umsicht von Elefanten darf man nicht X fein, ebensowenig an ihrer überlegenden Klugheit. Der Münchener D» part Hellabrunn, aus dem alle diese Beobachtungen stammen, gab aril jüngst einen geradezu verblüffenden Beweis dafür: J
Die jüngste der dort geborenen Elefantentöchter war allmählich I1 gewachsen, daß sie nur mit den schwierigsten Verrenkungen an die Milbi quellen heranreichen konnte, die ja zwischen den Vorderbeinen der Mutt! sitzen. Cora schaute sich ein paar Tage die Kniebeugen und das Kehl' drehen ihrer Tochter an; plötzlich stieß sie ihr wiederum durstig g<””r' oenes Kind mit einem sanften Schubser weg und drängte es quer ü®1 bie weite Auslauffläche. Solange gab sich die Tiernmtter nicht ^ufrieM bis das „große Baby" unten in dem nicht benutzten, also wasserleen» Badebecken stand. Weder di« junge Elefantin noch wir Menschen begrrl1 fen die Absicht der Alten; doch sie trat — selbstverständlich und uns am an praktischer Klugheit voraus — so über das Eck der BadetiiE>' Umrandung, daß ihr Leib von unten her frei zugänglich war und iw- Kind von den Treppenstufen aus jene Entfernung wählen konnte, >hm die Milchzitzen mühelos zwischen beide Lippen führte
Seitdem steigt die Hellabrunner Elefantentochter, fobald sie durstig n von selbst hinunter in den zementierten Schacht und ruft mit sM" Trompetenschrei di« Mutter auf den Plan.
Noch drei Stufen kann der Sprößling tiefer gehen; für mindeste« ein halbes Jahr ist das Problem des Trinkens durch die „Jntellige«! der alten Elefantenkuh einwandfrei gelöst.


