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daß Ich wüßte. Aber ich denke. Leskow, wir bringen deinen $e,2)"r kleine 'Leutnani^tat entsetzt: „Zum Feldscher? Nicht ii-ber meine Leiche! Wir Preußen sind doch keine Mörder... über verpslastern müßen wir ihn wohl lassen. Was meint der fiert Vetter?"
Rabenau nickte nur. Es war ihm plötzlich wieder IA»°rz vor den Augen. Der Blutverlust hatte ihn nun doch geschwächt. Die bewen Ossi- »iere hülfen ihm aus dem Sattel, nahmen ihn unterm Arm. führten ihn aeaen ei« langgestrecktes, abseits gelegenes Zelt. Rabenau ging schwer, er chwankte ein wenig. Leskow sah ihn an und lachte: „Das kommt davon, wenn man mir ein Schießeisen ober eine Plempe gibt. Schon mein alter Herr hat immer gesagt... Junge, hot er gesagt, dir kann man ne« Besenstiel in die Hand geben, und du richtest ein Unheil an...
Zwei Stunden war Rabenau beim Feldscher gelegen. Dann stand er auf Der Wein, den der kleine Leskow ihm gebracht, hatte ihm gut getan. Er fühlte sich wohler. Leutnant von Leskow führte ihn zur Eskadron. Der Chef mußte ja inzwischen zurück sein.
Der Rittmeister saß auf einer Kiste vor seinem Zelte, hatte den Kolpak neben sich liegen und sonnte sich. Als er den Leutnant mit einem kaiserlichen Offizier bemerkte, erhob er sich, ging den beiden entgegen. Dieser Leskow war doch ein Teufelskerl! Erst gestern hatte er ein Dutzend Panduren des Generals Laudon eingebracht.
Der kleine Leutnant meldete. Der Rittmeister wandte den Kops, stutzte und sah Rabenau aufmerksam an. Er schien sich zu besinnen: Irgendwo habe ich Sie doch schon gesehen ..."
Der Oesterreicher schmunzelte: „Kommt mir auch so vor.
Leskow wunderte sich. Sein Chef war doch sonst ein höflicher Mann. Der kleine Leutnant war erstaunt, daß er dem Gefangenen die Anrede
Sie durchsurteten die March, trabten über Felder und Neck« uvei- nupr..n die Wiener Heer,»raße. ritten an einen« gcogei« ^or>e vocoei, vor dem Fuhrwerk und Pulverkarren standen, und zogen über eine Hrtt-
,v mäüia {teilen Hang hinaus. Ferne im Norden sah man jetzt Olmütz Dumpfer Geschützdonner rollte. Manchmal flog über ben Mauern bU"w<°nU teMwÄ D-, »°uch
der ^Kochfeuer kräuselte sich. Unbekanntes Bataillonsgeschütz stand aus- Gerichte?<auf einer Wiese. Soldaten drängten sich mn zwei Marketender- waaen. Bor dem Lagereingang hielt eine abgesessene Schwadron. In einer mm Bäumen bestandenen Niederung links von der Hugelkuppe waren wickln hellem leuchtendem Grün die roten und grauen Dächer eines Ortes zu sehen Leutnant von Leskow hob den Arm. deutete auf ein weißes, ttnflöckiges Gebäude am Ende einer kurzen Pappelallee: „Das Quartier be33tob"'nau sah bin. Ob er ben König wohl sehen würbe?
Die Patrouille ritt in eine Zeltgasse ein. Em. paar Soldaten hielte« beim Putzen ober Würseln inne, als sie einen iemblichen ^Nsi« «kannten. Scherzworte flogen. Die Patrouille kam nur langsam vorwärts. In Den Zeltgassen war ein Gewimmel wie auf einem Jahrmarkt $e"
Buden. Ein hochgewachsener Husar trat auf Leskow zu. reichte ihm die fianb- ’n kaiserlicher Offizier? fe vous felicite!
’ , Noch dazu 'n Beiter!" krähte Leskow fröhlich. Großneffe vom Ollen in Droswitz, kalkulier ich. Och 'n Rabenau nämlich^
„Ra denn herzlich willkommen in Branbenburg! lacht« der andere Oliiiier und schüttelte Rabenau die Hand.
Leskow fragte: „Ist unser verehrter Chef schon vom Rapport bei
sind durch!" „ m
Der kleine fröhliche Leutnant kratzte sich am Ohr: „Verdammt! ... Uebrigens mit Permission: von Leskow. Regiment Puttkamerhusaren!
„Rabenau!" sagte der Oesterreicher.
Herr von Leskow bog sich zurück und musterte chn erstaunt: „Was Eie nicht sagen? Habt Ihr in Oesterreich also och Rabenaus? Hab nämlich nen ollen Onkel Ihres Namens in Pommern sitzen ..." Er hakte seine Feldflasche vom Sattel, korkte sie auf, hielt sie dem Kaiserlichen hin: „Einen Schluck Korn auf die Verwandtschaft! Js zwar wohl dreimal um die Ecke ’runi. Aber immerhin." Rabenau ttank. Es tat ihm wohl. Es war ihm noch schwarz vor den Augen. Auch der Preuße fetzte die Feldflasche an: „Na denn prost!... Und setzt, denk ich, setzen wir unseren Morgenspazierritt gemeinsam fort!"
LeutnaM von Rabenau lachte:
uvnniu Auaen blitzte der Zorn. Daß seine Tochter ihm das antun tonnte! Hatte er also doch recht gehabt, baß sie ein schlechtes Frauenzimmer war? Einfach zu einem jungen Offizier burchzugehen! Und mit ihrer nuten Laune hakte sie ihn auch noch zum Narren gehalten Er rich- !cte sich auf, sagte hart: „Ich werb ihr schon wieder Raison beibringen
Das Hoss ich. Den Rabenau muh sie sich nämlich, aus dem Kops ichlöaen. Mit bem hab ich schon was anderes vor. Wchs nicht die Hartenberg dann eben ein anderes Kointesfel. Die Kaiserin hob den Kops.
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ren, Ihro Majestät!"
„Tu Er das! Ich will gern Ordre geben, daß Er bei d-n Vorposten ual(ieren kann..." Sie schrieb einige Zeilen auf einen Notizblock „Also Kd Er zu daß Er sie wiederbringt! Mach Er inzwischen keine Dumm- hellen mit ihr! Das bitt ich mir aus. Seine Tochter ist nur ein narrisches grauenjimmer, aber nicht schlecht. Doch wenn sie wieder in Wien ist. dann bring Er sie gleich am nächsten Tage zu mir! Ich will 2hm dann nern helfen, sie zur Vernunft zu bringen." Daß die Clifabetb Brand ben Sohn vom Nußdorfer Weinhänbler heiraten sollte, fanb Maria Theresia durchaus in der Ordnung. Ein jeder hatte auf dem Platze ju bleiben, auf ben ihn ber Herrgott hinbeorderte. Und der väterlichen Gewalt des Brand woüte"fie durch iijre kaiferliche Willensmeinung schon den gehörigen Nachdruck geben Es müßte schon verhext sein, wenn das nicht half!
Die alte Rabenau fchien das zu bezweifeln. Als der Wac^zieher je- gangen war, schüttelte die Kaiserin ben Kopf und fragte halb ärgerlich, halb belustigt: „Na, Grand'mdre. was sagt Sie dazu?" ..
In ben hundert Fältlein um die Augen der Greisin zuckte es vergnügt. Sie zog sich an ihrem Krückstock hoch und lachte hüstelnd: „Ein Teufels- mädel, Majestät! Die ist imstand und bittet sich meinen Herrn Enkel noch vorn preußischen König aus!"
Rabenaus Verwundung hatte böser ausgefehen, als sie war. Der Husarensäbel war am Dreispitz abgeglitten, hatte ben umgebangten Pelz und die linke Schulter zerschlagen. Nur bas Schlüsselbein schien hm Aber der schwere Hieb, der seine Schläfe geftreift, hatte ihm doch die Besin- nung geraubt. Deshalb hatte sein Bursche gefehen. wie er oben auf dem Damm noch einmal zusammensank.
Doch kam er bald zu sich, fetzte sich lm Grose aus und griff nach der schmerzenden Schuller. Der preußische Leutnant, ein kleiner, schmächtiger Husar mit rosigem, rundlichem Jungengesicht, streckte ihm lachend die Hand entgegen: „Malheur gehabt, Herr Kamerad... fRa, dien merci wenigstens habe ich Sie nicht toigeschlagen..." Rabenau nahm die Hand und lachte selbst: „Malheur haben auch Sie gehabt, denn die andern
sollen. Ich kann gut auch allein reiten ..."
„Ne ne! Wo denken Sie hin? Wenn wir Leskow nen Gast haben, lassen wir ihn so bald nicht wieder los. Und nen Vetter schon gar nicht..Er winkte. Ein Husar führte Rabenaus Fuchsen heran, hielt bem Gefangenen ben Bügel. Ein zweiter half ihm in ben Sattel. Die Patrouille saß auf. Rechts von bem Oesterreicher ritt der Leutnant, links von ihm ein Wachtmeister mit schon silbrigem, fpitzgezwirbettem Bart Und grauen Schläfenlocken. Der preußische Leutnant zog feine Pistole und sagte: „Mit Permifsion! Der kleine Leskow is fönst ne Seele von einem Menschen. Aber es is bloß von wegen des Reglements." Auch der Wachtmeister stemmte die Pistole aufs Knie. Leskow fprach weiter: „Und Ihre Fuchsstute is mir och verdächtig. Magnifigues Vieh! Wohl 'n Ungar, was? Erscheint mir nämlich fraglich, ob ich und ber olle Baumann", er deutete mit bem Kopf über Rabenau hinweg nach dem vergnügt schmunzelnden Wachtmeister, „gegebenenfalls das Rennen gewännen ... Na, jeht's mit dem Reiten, Herr Detter? Augenblicklich ist Ihre Couleur nämlich etwas blaß."
„Merci! Nur Ihr verdammter Hieb schmerzt ein wenig."
„Mille pardons! War nicht bös gemeint."
Sie ritten langsam auf dem Dammweg flußabwärts die March entlang. Nach einer halben Melle kam eine zweite Furt. Die Husaren- patrvuille mit bem Gefangenen lenkte zum Wasser hinunter. Aus bem lehmigen Weg war eine frische Hufspur zu fehen. Leskow deutete auf den Boden: „Wohl Ihr Mitschwimmer, Herr Kamerad?"
Rabenau sah ber Spur des Reiters nach, die quer über ben Damm lief und noch lange als eine schmale Gaste in dem hohen Grafe einer Wiese zu sehen war. Der Filou war imstand und ritt schnurgerade nach Wien. Und wenn nicht, fo gescheit würde er schon fein, an die Lisi zu schreiben. Das heißt, selber schreiben konnte er nicht. Aber irgendeine Schreiberseele würde er schon finden. Rabenau nickte: „Mein Bursche, dieu merci!"
Der kleine Preuße lachte: „hab ja immer gesagt, daß an mir eine Rothaut oerlorengegangen ist. Hab ja auch unter die Indianer gehen wollen. Parole düionneur, Herr Detter! Sah vor drei Jahren schon in Homburg auf so nein Amerlkasahrer. Und wär auch losgefahren, wenn mich ’n "'ter Onkel — nicht der in Pommern, ber hat selber Schulben — im letzten Augenblick losgekauft hätte." Er lenkte seinen Gaul in den Fluß
.Herr Äamerab" vorenthielt.
Der Rittmeister sah Rabenau in die Augen. Sein Blick wurde hort. Plötzlich sagte er scharf: „Der Leutnant von Rabenau wollen Sie sein? Das ist wohl ein Irrtum, Herr! Sie sind der Tuchhändler Schütz aus Olmütz! Ober können Sie bas leugnen?"
Dem kleinen Herrn von Leskow blieb der Munb offen. Also fein Großneffe vom Ollen in Droswitz, fonbern ein Spion! Schade! War ein netter Kerl gewesen. Tat ihm geradezu leib, bah man ihn hängen muhte. Seutnont von Leskow zwang fein Gesicht in eisige dienstliche Fakten.
Der Regenschori Matthias Wimmer ließ die kurzen Beine vom Fensterbrett baumeln und foh auf den fahlen, schon gelichteten Scheitel des Aloisius Brand herab, der gebeugten Rückens, und mit kraftlos zwischen den Knien hängenden Armen vor dem Klaviercembalo sah. Wimmer kratzte sich besinnlich feinen rötlichen Haarkranz. Also zu ihrem Leutnant durchgegangen war die List! Aller was recht war! Wiewohl er doch wußte, bah das Mädel es manchmal faustdick hinter den Ohren hatte: für so unternehmend hätte er die Lisi doch nicht gehalten. Er konnte verstehen, daß der Kerzelmacher dafaß, wie das leibhaftige Leid der Wett und schon seit einer Viertelstunde den Fußboden anstarrte unter dem Cembalo.
Nachdenklich rollte Matthias Wimmer «ine Locke um Daumen und Zeigefinger. Eigentlich hätte er jetzt ein schlechtes Gewissen haben müssen. Durch feinen Besuch beim Rabenau war er doch schuld daran, daß die große Liebe zwischen der Elisabeth Brand und dem Leutnant von neuem erblüht war. und überdies war er, bas Vertrauen feines Freundes Alostius Brand schnöde mißbrauchend, sogar der Bernrittter des Briefwechsels zwischen ben beiden gewesen. Weil er von Natur aus ängstlichen Gemütes war, war ihm dieser Brieswechsel zwar manchmal wie ein Alpdruck auf der Seele gelegen. Weshalb er, als die ersten Briefe aus Olmütz kamen, der Lisi auch des öfteren gesagt hatte, er werde noch eine Messe 'lesen lasten, wenn der König von Preußen die Festung fo heftig berenne, daß die Postreiter nicht mehr zu reiten vermöchten. Auch hatte' er ihr ja pflichtgemäß mehr als einmal nachdrücklich vor Augen geführt, welch eine sträfliche Dummheit es sei, sich als ein einfaches, wenn auch noch fo schönes Bürgermädel in einen Leutnant von Rabenau zu verlieben. Aber das schlechte Gewissen, zu dem er setzt, nach diesem Streiche der Lisi, eigentlich verpflichtet gewesen wäre, wollte sich dennoch nicht rühren.
(Fortsetzung folgt.)


