Unterhaltungsbeilage zum Eichener Anzeiger
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Jahrgang 1958 Zreitag, den 2. September Hummer 68
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nun auch an zu grafen.
Die Elefanten waren auf dem Heimweg vom Fluß, den sie heute schon zum Trinken ausgesucht hatten. Jetzt tarnen sie durch eine Strecke, wo bas Gras so hoch wuchs, daß es dem größten Bullen fast bis zum Rücken 6 reichte. Nur auf der Fährte selbst, die durch das tägliche Hin- und Her- wandern der Herde hinreichend ausgetreten war, waren die Halme ganz S niedergetrampelt. Der Pallah wurde es auf dieser breiten Heerstraße r plötzlich bänglich zumut, als sie das hohe Gras links und rechts auf« I lagen sah und hörte, wie es gegen die Flanken der Elefanten raschelte, : Wt an der Außenseite der Herde schritten und daran oorbeiftreiften. Aber ! iiies dauerte nicht lange, denn sie fühlte sich wirklich ganz wohl unter ■ diesen sonderbaren Kumpanen. Bald hatte sie heraus, daß diese Tiere i selber'keine Angst kannten. Nicht einmal Wachen hatten sie wie Pallahs, Zebras und Antilopen. Der alte Bulle, der den andern immer um ein paar Schritte ooraustrottete, war mehr Führer als Kundschafter, und andre große Bullen bildeten den Nachtrab. Der gänzliche Mangel an irgendwelcher Furchtsamkeit offenbarte sich auch darin, daß einige von den Jungen einfach halt machten, um zu spielen: sie rollten die Rüssel umeinander und balgten sich, blieben iip Eifer des Gefechtes hinter den andern Lurück und rasten bann los, um sie wieder ein^utjolen. Niemand
ich erwachte, sah sie, daß auch die Elefanten Kuh, neben der sie geschlafen hatte strebte ng zu, und die Pallah sprang hastig auf, um n. Sie trippelte ein wenig weiter und senkte in Kalb kam mit erhobenem Rüssel auf sie zu, schien fragen zu wollen, wer sie sei und was voller Neugier, war es doch nicht allzu oer- eit, denn es hatte schon des öfteren Zebras, ■ ■ ■ neben [einer Herde weiden sehen.
zzeizr vracy oie nerve zu ihrer langen Tageswanderung auf. Wieder auf der gebahnten Fährte zog sie äsend dahin. Und so — durch ein Stück Urwald, über die Strecke mit dem hohen Elefantengras, quer durch die Steppe an dem Baum vorbei, unter dem die enttäuschten Hunde von gestern langst verschwunden waren, schoben sie sich langsam weiter und kamen schließlich durch das aus Akazien, Sträuchern und Unterholz gebildete Stuck Busch an den Fluß. Ruhig und bedächtig zogen sie über die Sandbank, schritten über den Rand hinaus in den dort seichten Fluß, spritzten sich voll Hochgenuß Wasser über den Rücken, legten sich schließlich, walzten sich und planschten, daß es eine Lust war.
Oh, wie ist die kleine Pallah durstig! Sie trippelt auf die andre Seite öer Sandbank und senkt den Kopf zürn Trinken: aber bann schaut sie o°ch noch einmal ängstlich aufs Wasser hinaus, ob sie auch nichts wahrnehmen kann von dem einzigen Geschöpf, bas sie hier zu fürchten hat und das so heimlich da unten sein Wesen treibt. Schwache Ringe huschen über den Wasserspiegel — sie ist schon drauf und dran, sich zur Flucht 3“ wenden, da merkt sie, daß die Ringe ja vom Ufer Herkommen, wo die Elefanten sich im Wasser ergehen. Drüben im andern Teil des Fluß- beckens steht sie Flußpferde auf- und untertauchen, aber die schrecken s'e nicht. Und dort auf einer der Ämeli, iieat io etwas mie ein u»■<■»*
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Baume seltsame Gestalt anzunehmen, ja, sich zu bewegen schienen. Mit angespannten ©innen stand sie da, unschlüssig, ob sie bleiben ober sort- laufen solle. Aber wie hätte sie sich allein in bie Finsternis wagen können, ins Ungewiße hinein, wer weiß welcher Gefahr in die Fänge! Denn konnte nicht aus den schwarzen Schatten dort ein böser Feind über sie herfallen, konnten nicht Gepard oder Leopard von jedem Baum auf sie herabsturzen? . ' 1
Da war s schon besser hierzubleiben, wo sie sich wenigstens einiger« nutften sicher fühlte, in der Gesellschaft dieser großen Wesen, die ihr Pf-OesÄ. i ihr doch noch vor kurzem als Retter in der Pictayjr [ren! Sie suchte sich also in der Mitte dieser id herschwankender Riesen ein geeignetes Plätz- )ie massigen Leiber der Elefanten ragten rings ’mpor, und ihre Beine umstanden sie wie ein n. Da zog stiller Friede in ihr Herz, und mit ju sein, schlief sie ein.
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Ein Tierleben in afrikanischer Wildnis.
Von Cberrv Kearton.
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‘■«iun gerieocn und gescheuert haben. Auch jetzt zielen bie Elesanten, 3utten wie Kühe, darauf los und bald hebt ein allgemeines eifriges rieschrubber an. Erst streifen sie mit der einen Seite daran auf und lieber, auf — ab, auf — ab... So, und nun kommt die andre Seite iran! Die Kälber, bie noch zarte Haut unb noch keine Stoßzähne haben, Nachen es ben Alten nach, wo sie nur ein freies Plätzchen am unteren ^-eil eines Stammes erobern können. e
Danach geht es roieber weiter, mitten in dichten Urwald hinein, aber immer noch auf der gestampften Fährte, bis an eine freie Stelle, die * ielbft einmal in vergangenen Tagen ausgerodet haben. Der Leitbulle hellt sich erst mit erhobenem Rüffel und quer abgefteUten Ohren ganz Wg hin: er lauscht unb wittert, ob nicht von irgendher ein Laut, ein , eruch bringt, ob nicht etwas nahe ist, das ihre Nachtruhe stören könnte, rann — sichtlich beruhigt — schickt er sich zum Schlafen- an: aufrecht Itegenb wiegt er sich im Rhythmus seines Atems von einer Seite zur «fibern. Die Elefantenmütter vergewissern sich zuerst, ob sie auch ihre # 2e' sich haben; dann bereiten auch sie sich zum Schlummer. Und °atd schläft die ganze Herde: stehend, in fünftem Hin- unb Herschwingen. „ pü der so plötzlich eingetretenen Todesstille wurde es der kleinen wieder unheimlich zumut. Unter dem mächtigen Körper des nächst- yenden Elefanten hindurch starrte sie ins Urwalddunkel, wo Busch unb
hat! Im nächsten Augenblick würde es über dem Wasserspiegel auftauchen zwei kleine Augen würden sich auf sie heften unb sie an die Stelle zu bannen suchen. Die Angst krallt sich ihr ums Herz — fort! fort!
In großen Sätzen hat sie über die Sandbank das schützende Gebüsch erreicht: da bleibt sie stehen. Hier kann das Krokodil ihr nichts mehr anhaben: weder kann es wie der Löwe plötzlich aus einem Versteck im Busch hervorbrechen, noch wie der Leopard vom Baum herabschießen, nur am Wasser ist es gefährlich. Mehrmals hatte sie es schon erlebt, wie Tiere auf der Sandbank überfallen wurden: hatte sie auch schnell Reißaus genommen — so hatte sich ihr doch noch in flüchtigen Bildern eingeprägt, wie jene irgendwie an Bein oder Hals gepackt unb unter Wasser gezogen wurden. Niemals aber war dies innerhalb des Gebüschs geschehen, unb so erscheint ihr im Augenblick — obwohl Löwe ober Gepard sich darin versteckt halten konnten — bas Gebüsch als der sicherste Schutz
Und Schutz — den braucht sie! Lief sie jetzt durch Busch und Bäume in bie Steppe hinaus, so war sie roieber auf Gnade und Ungnade den wilden Kunden ober gar noch schlkknmeren Raubtieren ausgeliefert. Nur in der Herde ist man geborgen, mögen es Zebras, Paviane ober Elefanten sein!
So macht sie wieder kehrt unb, möglichst nahe ans Gesträuch sich haltend, trippelt sie am Rand der Sandbank entlang, bis sie wieder unter ben Elefanten ist. Biel lieber wäre sie ja roieber bei ihrer Zebraherde,


