GietzenekZainilienbMer

Nummer 67

Die wilden

Hunde.

Schlag auszuholen. Und während

W,e sie da so auf ihren spindeldürren Beinen sich im Gleichgewicht ?u halten sucht, erscheint sie nicht gerade als ein ebenbürtiger Gegner für □en Loroen; doch für.den Augenblick ist sie mit ihrem Kleinen in Sicher­ten. Statt gerade oorzugehen, fängt der Löwe jetzt an, sie zu umkreisen: ^abei vermeidet er vorsichtig, sich ihr auf mehr als etwa fünfundzwanzig is dreißig Meter zu nähern. Sein Blick ist unablässig aus sie gerichtet. r'.r auf der .Hut fein: weiß er doch, wie gefährlich die einzige Waffe, le x ,®'r.affe besitzt, ihm werden kann. Kommt er ihr zu nähe, dann ivird plötzlich mit einer ungeheuren Wucht der eine Vordersuß vor- onjneUen; solch ein hieb kann ihn glatt erledigen. Aber auch wenn er sich Mas mehr zurückhält, kann er sich dadurch in Gefahr begeben, daß er ,e vielleicht für eine Sekundenlänge aus dem Auge läßt. Den kurzen Augenblick kann sie dazu benutzen, selber vorzugehen und mit gesam- ; p " Kraft ihren furchtbaren hieb so aus ihn niedersausen zu lassen, «ö ihm die Schulter zerschmettert wird.

«o kreist er denn um sie herum, in ständiger Erwartung des Augen- v %'to0 er überrumpeln kann, ohne selbst in Gefahr zu kommen. f mraffe aber wendet nicht einen Blick von ihm: das Gesicht ihm zu- fi 'h* fie sieh unablässig um sich selber, die Vorderbeine in steter ereitschaft, z,, dem vernichtenden Schlag auszuholen. Und während ele5 ganzen Manövers hält sie das Kleine in feinem Unterschlupf unter

> rem Bauch fest.

, " brehen sie sich wer weiß wie oft in der Runde. Das Kleine wird

-Vs i Ulltcr ben ewigen Bewegungen seiner Mutter ganz verwirrt ao tappt einen Augenblick aus seinem Unterstand heraus. Jetzt denkt r toroe, jst der rechte Augenblick für ihn da, sich des zarten Bratens und wagt sich näher. Da aber springt die Giraffe vor r, 0 ichleudert einen tödlichen hieb nach ihm hin, der ihn abet um aresbreite verfehlt: schnell sammelt sie sich wieder, und ehe der Löwe kmV5 '^rem sekundenlang verlorenen Gleichgewicht Nutzen ziehen ^A sie schon wieder rittlings über ihrem Kleinen und in Vertei- >i e*ne Schreckensstunde für di« kleine Giraffe! Unaufhörlich sieht oen Löwen um sie beide Herumkreisen und ihnen den Weg zur Flucht I

P " iiuh findet vertraute Spuren. Wieder auf d e r S u ch e. V o n d e r M e u t e g e j a g t. W e t t l a u s m i t dem Tod. Eine Elefan tenhe rde. D ie rettende

Oeffnung.

Wenn die kleine Pallah auch gern bei den Zebras war und sich wohl UP? zufrieden bei ihnen suhlte, so hatte sie dennoch ihre eigene Herde nicht vergeßen, noch aufgehört, sich nach ihr zu sehnen. Von Zeit zu Zeit kamen in die en Wochen wohl andre Pallahs in die Nähe. Dann lief sie ,m ersten Ansturm freudiger Hoffnung darauf zu. £>b es wohl die Ihren waren? Nein, immer waxen es Fremde, und obgleich sie mehr als ein­mal m Versuchung war, sich ihnen anzuschließen - einzig und allein aus dem Grund, um wieder einmal unter ihresgleichen zu sein so ft b'e Freundschaft für das junge Zebra und das Zugehörigkeits- gefuhl, das sie mit der Zeit für feine Herde gewonnen hatte, sie immer wieder davon ab. Und sie merkte auch bald, daß sie eines herzlichen Will- ,s°'ien dieser fremden Pallahs durchaus nicht gewiß sein durste Oftmals begegneten sie ihr mit mehr Mißtrauen und weit weniger freundlich, als die Zebras es damals getan hatten.

So blieb sie denn, wo sie war, und freundete sich allmählich mit ihrem Los an Nach und nach macht sie sich die Vorsichtsmaßregeln der Zebras zu eigen, lernte ihre Warnungszeichen verstehen, ja, empfand sich bald nicht mehr als Einzelwesen, sondern als Glied der gesamten Herd». Die Angst­zustande, die oft ganz grundlosen Schreckansälle, die sie gequält hatten als sie noch so ganz allein umhergeirrt war, wiederholten ich immer sel­tner und horten schließlich ganz auf. Erst als sich diese ungewöhnliche Scheu der Herde bemächtigte, teilte der Zustand sich auch ihr sofort mit Wenn sie alle plötzlich durchgingen oft wußte nicht eins von ihnen, was 105 mar machte auch sie die fürchterliche Angst der wild Davon­sprengenden mit durch.

, ®'nes Abends, als die Zebras sich langsam zum Fluß hinabgrasten, stieß die Pallah unversehens auf Spuren ,m Gras, die ganz offenbar von ihrer eigenen Herde herrührten. Ja, kein Zweifel: hier waren noch vor kurzem Pallahs vorbeigekommen! Es war nur eine Vermutung aber die Vermutung verstärkte sich immer mehr, daß sie hier endlich aus der Spur der Herde war, in der sie zur Welt gekommen und von der sie erst vor wenigen Wochen getrennt worden wär.

Einen kurzen Augenblick lang wurde sie von zwei Empfindungen hm- und hergeworfen: sollte sie bei den Zebras bleiben, bei denen sie doch fh flutet Sjut Mat? Dbct füllte fie nicht lieber fotttDanbern, immer den Spuren im Grase nach, wieder einsam und schutzlos ja aber nicht auf lange, da doch das Wiedersehen mit ihren Lieben ihr bevor­stand?

Indes sie so noch zögernd verweilte, strebten die Zebras äsend weiter auf die Stelle zu, wo der Pfad durch den Busch zum Fluß führte. Schon war die Pallah von ihnen getrennt, und als sie dies gewahrte, wurde der Wunsch, auf eigene Faust loszuwandern, mit einemmal übermächtig in ihr. So wandle sie sich denn vollends ab und verfolgte emsig die ent­deckte Fährte.

Die führte sie vom Fluß fort, quer über ein Stück freien Steppen- lands. Die kleine Pallah vergaß, zu trinken, vergaß alles außer der wachsenden Gewißheit, daß es wirklich die Ihren sein mußten, die dieses

Ein Tierleben in afrikanischer Wildnis.

Von Cherry Kearton.

Copyright by 3, Engelhorns Nachf., Stuttgart.

7. Fortsetzung.

(Birnfnf,ner^h9r-r^n^rnun9 st°ht unter einer Baumgruppe eine Herde ® k « ra9en «ns Laubwerk hinauf, die gefleckten Leiber

und halse sind fast nicht zu unterscheiden, solange sie sich nicht bewegen St W h°nronn?at f f ich°u 8-sehen, und da zur Zeit nichts andres in Sicht ist, beginnt er sie anzuschleichen.

Näher und näher schiebt er sich heran, ohne Verdacht zu erregen. Jetzt f,Vc.nn.t "fünf ausgewachsene Giraffen, und ein noch ganz, ganz Junges ist dabei. Er weiß: wenn die Giraffen sortgaloppieren, kann er sie nicht aber wenn sie das Kleine.im Stich lassen, kann er das m,t Leichtigkeit reißen. Und so kriecht er mit der Absicht vorwärts, das Junge möglichst von den Großen abzuschneiden. Noch steht seine Mutter vei ,ym: die Vorderbeine weit auseinandergespreizt, hält sie den Kopf r ®re 'R'a,e an eineln niedrigen Ameisenhügel zu reiben. Aber

Plötzlich wird sie stutzig, blickt unruhig auf und gerade in ein Paar Augen, öie hinter den spärlichen Halmen hervorglühen.

Obgleich die Giraffe keinen Laut von sich zu geben vermag, wissen Ole andern vier, die gerade durch die Baumgruppe von ihr getrennt sind, iofort, daß da Gefahr ist. Und mit durch die Luft wirbelnden Schwänzen luchen sie eiligst das Weite. Eine Sekunde lang ist es, als ivolle die miraffenmutter ihnen folgen: dann aber wendet sie sich ihrem Kleinen zu, und indem sie es vor sich herdrängt macht sie sich mit ihin so schnell, ms es seine kürzeren Beine erlauben, davon. Sie folgt der Richtung, in oer die andern geflohen sind, die weit drüben schon in der dunstigen yerne verfchwinden. Immer wieder wirft sie ängstliche Blicke nach hinten. JJer Lowe hält sich nicht länger mit Kriechen auf, sondern rückt rasck) offen naher, ganz ohne seine sonstige Vorsicht.

,, ,®*e Giraffenmutter begreift, daß Entrinnen unmöglich ist. Sie-macht ^hrt und stellt sich dem Löwen entgegen. Geschwind bugsiert sie das -tleine mit ihrer Schnauze an den einzigen Platz, wo es verhältnismäßig inyer ist nämlich unter ihren Bauch, zwischen Vorder- und hinter-

Unterhaltungsbeilage zum Gietzener Anzeiger

Jahrgang 1938 Montag, den 29. August " ~

nKt-e äe ' 1r fei." schreckliches Brummen und Knurren, und wird' obendrein noch gequält und verwirrt durch die fortwährende Drehbewe- 9n9 ,*Jrcr butter und die sanften Püffe, die sie ihr versetzt wenn fie ar? uni? »Ä Jjm Siopf stößt sie gerade an der Mutter Bauch nach demÄven. ^^derbemen hindurch starrt sie voller Entsetzen

So vergeht eine Stunde. Unermüdlich bleibt die Mutter in ihrer See« bi^'Öp5 6 örel>t[ lanr9|am- nicht zu langsam, nicht zu schnell, rnwJLs9 unablässig auf den Femd gerichtet, jede Absicht zu über« Qjcf)enbein Angriff, zu urplötzlichem Ansprung durchschauend. Aber als d,e Sonne nut immer stärkerer Glut herabbrennt, beginnt des Läuu>n mff«"s'nr9 Einmal bleibt er stehen und nimmt die Giraffe

all Dann T 7 " wohl einen plötzlichen Ueberfall wagen

L SR ber fon9t " wieder langsam an zu kreisen: doch sein Blick £ es aufi^Tn,9^,*" b6r "scht mehr so sicher. Und plötzlich gibt er sich a'uf An h2w7/ °""" nod> Surückzuwerfen, macht

u G.iraffenmutter wartet noch ab, bis er außer Sicht ist, dann aber ?u fh.Mpn'^unh Qhn9en f)Q,!S l)?.rab/ "'N 'hr Klemes in die nötige Richtung Gefährten nack? Ziehen sie beide in aller Ruhe ihres Wegs den