Ausgabe 
28.11.1938
 
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Jahrgang <938

Hreitag, den 4. November

Nummer 86

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loll- Der hat ja schon die Passage für Amerika gebucht" Has merkl"man itod)."

Als sie sich verabschiedeten, sagte Milatti:Alsa, meine Frau und ich sind entschlossen, das Haus zu übernehmen. Ich glaube, bis Mitte Novem­ber könnte die Angelegenheit in Ordnung kommen."

Nein, Herr Baron, frische Fische sind gute Fische! Das Haus steht da. Sie haben es gesehen, Herr Graeser hat mir gesagt, das Geld wäre da schlechtes Geld, aber immerhin in Aktien! Was in ein paar Tagen ist, weiß ich nicht, ich will hier abschließen."

Hans, ich glaube, dann entscheiden wir uns", sagte Christine.

Also treffen wir uns morgen im Beisein von unserem Freunde Graeser bei Justizrat Klein."

Es geht in Ordnung", sagte Christine.

Christine und Milotti schritten durch den Bogen der alten Unterfüh­rung unö gingen den breiten Waldweg entlang, der zu dem kleinen Jagdschloß führte.

Die Kiefernstämme standen wie goldrote Säulen in weiten Abständen neben dem Weg. Von der Schonung zur Linken wehte ein kühler Wind.

Milotti nahm ihren Arm:Frierst du?"

Mir ist es ganz gut, Hans. Der Mann ist doof. Das Haus ist reizend. Wenn es irgend geht, müssen wir neu tavezieren lassen. Der Garten ist ganz verwahrlost. Ach, weißt du, in der Nachbaroilla da hatten sie einen alten Gärtner! Es gab da eine ganz kleine Allee oon Rosenstöcken, gelben und roten und hellroten. Sie hatten alle so schöne Namen nach Prinzen und Marschällen und Königen, und sie rochen alle anders. Sie halten ba auch Marschall-Niel-Rosen, weißt du, diese gelben Rosen mit den gleblich-

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inner oeger. Ayr letztes yortrat hoben Sie aber nicht bei mir ausgestellt Waren Sie nicht zufrieden?" B '

Ich war zufrieden, lieber Graeser, deshalb komme ich ja auch zu Ihnen, um Ihnen ein großes Geschäft anzubieten. Wir haben noch drei größere Bilder von meinem Großvater, das eine, die schlafende Frau, will ich verkaufen. Ich hatte schon ein Angebot von tausend Pfund

»Das hätten Sie annehmen sollen, das ist heute ein Riesenoermögen."

Ich weiß, es Zerschlug sich."

Ich könnte nicht ein Viertel davon bieten. Außerdem", der alte Mann sah sie wohlwollend an,müssen Sie verkaufen? Was machen Sie mit dem Gelds?" Ich kann Ihnen keine Valuta geben, so gern ich möchte."

»Ich will sofort ein Hans dafür kaufen. Es ist möglich, daß das Atelier ungeeignet für meine Familie wird."

Graeser fuhr scheu mit seiner auffallend kleinen Hand über ihren Arm: »Ach verstehe, ich verstehe! Was soll das für ein Haus fein, man hört fo allerlei."

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ift, glaube ich, verrückt geworden, ich weiß es aber nicht. Dann hat ein Schriflsteller das Ganze übernommen. Der war bei mir, er will das Haus nicht mehr halten. Er hat mir ein paar Sachen zum Verkauf gegeben, er hatte janj schöne Bilder, und er hat mich gefragt. Ich glaube, Frau von Rucktasch, das ließe sich machen! Für Ihr Bild finden wir natürlich sehr leicht einen Käufer! Wollen Sie mir beides an die Hand geben, das Bild und die Geschichte mit der Villa? Fahren Sie hin und sehen Sie sich das Haus an. Sagen Sie, Sie kämen von mir."

Er strich ihr wieder über den Aermel des dunkelblauen, schweren Paletots:Ich glaube, Sie würden sich dort wohlfühlen! Fahren Sie gleich morgen hin."

Man mußte sich nur zusammennehmen, dann ging schon alles! Chrl* siine ging mit Milotti den schönen Weg vom Bahnhof nach Kohlhasen­brück. Die Kastanien waren schon ganz entlaubt, nur ein paar gelbe Blätter standen noch gegen den ganz '

rechten Seite neben dem Bahngleis b

Baar durch die Räume. Da war ein sehr eie* it einem riesigen Schreibtisch, in dessen Mitte "gruppe stand. An den Wänden waren ein er Tapete.

SS* öilder gehangen. Ich habe sie schon zu Graeser i das nicht mehr. Cs war vor dem Abschluß sowieso hier alles auflösen. Haben Sie

- »'* - i»*« «-yiiiime,wir haben kein Interesse, Herr Doktor, wir haben selbst genug Möbel auf dem Speicher stehen."

Wohl noch von dem alten Herrn? Alle Hochachtung, meine gnädige grau! Der hat wenigstens etwas vom Leben verstanden!"

Vom Malen auch", sagte Christine.

Richtig, richtig, nur keinen Streit, vom Malen auch! Das wär« das Schlafzimmer."

Fast in der Mitte des Zimmers stand ein riesiges französisches Bett, an den Wanden hingen ein paar Kopien von Watteau und ein paar »tlber mobernerer Franzosen, die ziemlich gewagte Schlafzimmerszenen darstellten

Christine ging an eines der Bilder heran. Eine junge Frau mit langen blonden Haaren lag auf einem Ruhesofa, in ihrer rechten Hand hielt sie einen Romanband, der Arm war herabgesunken, und die junge Frau träumte.

Christine lächelte:Doktor, dies ist ein schlechtes Bild. Sehen Sie, draußen scheint Winter zu (ein, es kommt ein ganz kaltes Licht durch "...... muh Zur Lektüre eines Romans

da man es sieht. Das ift bei mir bestimmt so. Alles andere ... Hans du mußt nicht lachen: Alles andere kommt dann von selbst."

Der Besitzer des Hauses war sehr höflich und sehr elegant.

Ich habe nämlich" sagte er,gar nicht genug Zeit, mich um das Heine Anwesen hier draußen zu kümmern. Sie haben ja vielleicht meinen letzten Film gesehen.Die Trommeln des Cisco", Sie wissen es ist ein Welterfolin Cs schwankt ein bißchen bei uns, die wir für Jatts ^at Amerika den Film in echten Dollars pictaxx [eie mit dem Gedanken, hinüberzufahren. Mich ihli Ihnen ja doch jeder, also warum soll ich gnädige Frau, ich habe Unglück gehabt, meine men anderen ... Schweigen wir! Sie können ie Graeser hat schon mit mir telephoniert. Die n. Schwierigkeiten mit dem Wohnungsamt gibt vorläufig nicht. Das wäre die Sachlage, bitte

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Grey 4 Black

Roman von Rolf Brandt

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Blätter standen noch gegen den ganz Hellen Vormittagshimmel. Z rechten Seite neben dem Bahngleis begann hoher Kiefernwald. Ei blasse Sonne lag auf den schwingenden Kronen. Zur Linken lag e groß s zweistöckiges Wirtshaus, dann waren da ein paar Villen.

Ießt mußte das Haus gleich kommen. Es stand da auf einer kleinen Höhe, das breite Atelierfenster funkelte, man mußte von dort über die Sträucher und den Rasen hinweg bis zum Wasser des Kanals sehen können.

Wie ist es, Hans, wollen wir es nehmen?"

Aber Kind, wir müssen doch erst sehen, wie die Raume sind. Wir müssen doch erst über den Preis reden!"

Hans, ob man ein Haus nimmt, das weiß man in dem Augenblick,

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________Unterhaltungsbeilage zum Gießener Anzeiger

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