EstjabeH Brand jdyüttdt hartnäckig Ihr« Locken. Doch fk lacht und “>itDer t®ener<it streicht sich schmunzelnd den Schnurioaei: „6og Die s nurl Bin solche Unschuld sgesichter von meinen Leutnants und Kornetts gewöhnt" wenn siew^sausgesressen Haden. Di- ^«n dann auch immer >,r4>;n ni(« nyüfttcTi iw von nidyts." Gr lud)t (rufnuirttcrni). MUns NHWl ÖtC ÄÄÄlÄtv-tW * «<L« m.» «
Lnn lick auch noch was draus ein bilden, der Radenaul .
Die Grandedame, die vorhin das Bürgermädel mit den Blicken ip>«bte, kedt mit einem Ruck di« Lorgnette, sieht den General giftig an, sagt tobLkri: 6Üe meinen wohl den Baron von Rabenau Exzellenz-
Ja den' mein' ich", brummt der Alte. „Ist mein bester Leutnant, der ÄSW».«-
"“'»"«mlÄSnel. AU< |«l,cl «H: „Une plfMi.n».-d«< Wt^r- licke!?" Wütend kehrt sie dem General den Rucken.
^Der verbeugt sich spöttisch. Der Schalk lacht chm aus den Augen. Er weih' sie kann chn nickst leiden, weil er es zu Ehren bracht« und doch mir ein kleiner deutsch-ungarischer Edelmann ist. Menten gellen ja ^ »,«3° gleichen nicht. Er sicht es ihrem Rucken an: sie kocht jetzt vor Wut. rwm er den Freiherrn von Rabenau aus Rotbuch und Hradek mit emer Düraerlichen verkuppeln will. Und wenn's nur im Spatz war
Er will noch etwas sagen. Da schlägt di« Äehubr aus der Konsole -lehn Die hohe, goldgeränderte weih« Flügeltiire, di« indas Zimmer der Kaiserin siihrt, öffnet sich langsam, fast feierlich. Akt dem zehnten silberhellen Schlage der Uhr steht der Kammerer vom Dienst rn der Ture.
| Musternd gleitet sein Blick über die Wartenden. ___
Erschrocken erkennt Elisabeth Brand den Kavalier von gestern.
Da sicht er sie auch schon an. Ein spöttischer, hochmütiger Ä^g spielt über sein kaltes Höflingsgesicht. Ohne di« Stimme zu erheben, sagt er. „Die Brand!" —Das „Demoiselle" schenkt er sich.
Mit raschem Blick in den Spiegel noch eine Locke ordnend, «ety Elisabeth Brand durch das sich vor ihr bildende Spalier. Leise falber General hinter ihr: „Wenn die Demoiselle einmal etwas braucht — Hav'l. Feldmarschalleutnant Habil ist -mein Name —"
Ehe sie noch ganz begreift, daß das also der berühmte ReitergenerÄ ae wes Ni ist, der tm vergangenen Herbst mit seinen Regimentern, wenn auch nur für einen Tag und eilte Nacht, so doch immerhin Rerlm okkupierte, hat sie die Türe erreicht, die der Gras Eolloredo weit vor ihr öffnet. Mit tiefgeneigtem Kops huscht sie an ihm vorbei. Der „Modeajf brennt ihr nun doch in der Seele. Eine recht« Strafe Gottes, ein solches Mundwerk zu haben!
Unhörbar schließt sich die hohe, weitze Tur hinter ihr.
Ohne aufzusehen, sinkt Elisabeth Brand in tiefem Hoskntcks zusammen. Wie sie es am Morgen vor dem Spiegel und den Tauben am Fenster
^^Der"ältere der beiden Generale, der immer noch mit dem jüngeren spricht, wendet bei diesen Worten den eisgrauen Soldatenschadel dem Schreiber zu und blitzt ihn mit gespieltem Zorn aus stahlharten Augen an Der Sekretär duckt unter diesem ftinkelnden Mick den Kopf über die Kielfeder kratzt auf die Liste: Elisabeth Brand, die Tochter vom Kerzel- macher bei Sankt Stephan — von Jhro Majestät aus zehn besohlen. Aufzublicken wagt er einstweilen nicht mehr.
Der General schmunzelt über die rasche Wirkung seines Blicks, nimmt das Bürgermädel sanft an der Hand, zieht es heran und jagt freundlich: „Komm Sie nur zu uns! Uns moleftiert Sie schon nicht. Wieder sucht sein Aua« den Schreiber. Dann lacht er: „Leist Sie uns Gesellschaft! — Was bringt Sie der Kaiserin Schönes?" Auch der alte General hebt vorsichtia das seidene Tuch vom Henkelkorb, betrachtet anerkennend di« Kerzen.'Er nickt und fragt: „Hat Sie schon einen Schatz? — In Ehren natürlich", fügt er hinzu, als er merkt, daß das Mädel errötet.
Die List schüttelt heftig den Kopf. , , ~ m ,
„Was?! —Keinen! Man sollt es nicht glauben! Der General schlagt seinem Kameraden leicht aus die Schulter: „Hörst du, Serbelloni! Em Mädel wie das und keinen Schatz! Was sind das für Zeiten! — Was meinst du, Serbelloni, sollen wir ihr nicht einen verschaffen? Er lacht ^Entrüstete Blicke wenden sich ihm zu. Unerhört, in der Antikamera ber Kaiserin so plebejisch zu lachen! Wie an einem Lagerfeuer! Ob man wohl in den Feldlagern fo afsreuse Manieren bekommt? Selbst der Schreiber am Fenster wagt beschwörend di« Hände zu heben.
Der General kümmert sich nicht um die wütenden Augen und den entsetzten Schreiber. Er spricht weiter. Ein wenig leiser wohl, aber doch so, datz die zunächst stehenden ihn noch deutlich zu hören vermögen: „Gras- teusel von Leutnants hätten wir ja genug, Serbelloni, m Böhmen, Mähren und Schlesien, die nach einem solchen Bissen schnappen mürben wie Hechte nach silbernen Fischlein — Meinst du nicht? — Weißt du, so einen wie den Rabenau denk ich mir—"
„Rabenau?" fragt der Generalwachtmeister Serbellom erstaunt.
„Rabenau? — Kenn ich nicht."
„Naturellement kennst du ihn. Das ist doch der Leutnant vom Regiment de Ligne, der mein Adjutant war bei unserem Ritt nach Berlin im vergangenen Jahr — Ein brillanter Offizier, der Rabenau.
„Hab ihn nie gesehen." t
.Doch! Vorhin sind wir ihm draußen aus dem Gang begegnet. Der Große Schlanke im weihen Mantel der deutschen Reiter. Er lies an uns vorbei' Kannst du dich erinnern? — Nicht? — Aber die Demoiselle hat ihn gewiß gesehen — Wie?" ...
sjßieber ücrneint bas HRiibe'L Äber diesmal glaubt ihr bet Älte nicht. Er versteht sich doch auf Gesichter, ,/voch, doch! Sie l)at ihn gesehen, und er bat Ihr sogar gefallen. Ich merk's 2hr doch an. Mach Sie nur doch nichts vor!"
9C1©ie blickt erst auf, als ihr eine warme Stimme eutgeaenschwingt: .Komm Sie doch näher, die Demoiselle!" Vor ihrem Arbeitstische sitzt 'in mattblauem, spitzenverziertem Kleid« Maria Theresia.
Noch einmal zelebriert die Demoiselle ehrfurchtsvoll ihre Verneigung, als die Kaiserin ihr die Hand zum Kusse entgegenhalt.
Maria Theresia^ lächelt gütig: „Sie bringt wohl die Kerzln? Will
CAusge"egt ^neftei t di« Brand an dem seidenen Tuche, das sich in dem Geflecht des Korbes verhängt. Die Kaiserin amüsiert sich. Sie sagt freundlich: „Sei Sie doch nicht so enerviert, mein« Liebe! Ich beiß doch md»ie Lisl sieht auf: „Manchmal schon, hat der Vater g'sagk"
Maria Theresia preßt die Lippen zusammen. Mit dem aus dem Mund gedrückten Spitzentuch bezwingt sie das Lachen. Aber ihre Augen verraten sie. „So? Hat er das gesagt, der Brand? — Muß ein gescheiter Mann sein, der Herr Vater-Aber geb Sie doch her! . .
Die Monarchin erhebt sich, löst das Tuch, nimmt den Henkelkorb, aus dessen rotsamtenen Grund dlaßgelb und seidig die Kerzen schimmern, stellt ihn aus ihren Arbeitstisch. Dann hebt sie zwei Lichter heraus, nickt befriedigt, geht zu einer Kommode, aus dessen eingelegter spiegelnder Platte zwei Leuchter blitzen, steckt die Kerzen hinein. Eine Weile bleibt sie noch stehen, tritt dann prüfend zurück, wendet sich um, sagt erstem. „Das hat der Herr Vater recht schön gemacht. Ich dank ihm auch dafür — aber werden die Kerzln auch fertig bis Dienstag?"
Die Lisl nickst „Sind schon fertig, Jhro Majestät
Di« Kaiserin tritt dicht an sie heran, sieht ihr sest in die Augen. Seit Dezember, seit Leuthen, hat ihr Gesicht manchmal einen harten Zug. toi« sagt ernst: „Ist nicht mir ein gescheiter, sondern auch ein braver Mann, ber Meister Brand — Darum soll sie ihm auch feine Sorgen machen:
Als das Mädel sie unsicher anblickt, fährt sie fort: „Tu Sie nicht so -- Sie verficht mich schon — Oder meint Sie am Ende, daß es in Ordnung war daß Sie den Grafen Eolloredo einen Modeasf genannt hat?
Di« Augen der Brand Men sich mit Tränen.
Tränen kann die Kaiserin nicht leiden. Tränen machen sie ■meut).
sagt unwillig: „Flenn Sie doch nicht gleich!" — Ihre Stimm« wirb wieder gütiger: „Den Kops reiß ich Ihr schon nicht ab. Will kern« Assar machen aus der Geschichte und hätt auch weiter nichts gesagt Obwoh der Eolloredo sich bitter beschwert hat über Ihren kecken Schnabel, zroer weil Sie selber kommt, muß ich Ihr schon den Kops waschen. Das M Sie doch ein. Ein Kämmerer ist immerhin eine Respektsperson für toi« Versteht &ie mich?" _ . cu.rfl
Wieder geht der Lisl das Mundwerk durch: „Halten zu Gnaden, Ar« Majestät, hätt gewiß nichts gesagt, wenn der Herr sich nicht so m|oie benommen hätt." , . . »„«„rin
Eine steile, zornige Falte erscheint aus der Stirne „der Kaiftnn Widerspruch liebt sie nicht. Sie sagt streng, befehlend: „Erzähl Sie! A di« Wahrheit will ich wifsenl"
(Fortsetzung folgt.)
e-xrfwf aeaen die Tür ,ru klopfen, zuckt ein verhaltenes Lächeln über das |
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ninte$ drückt fie nieder und ist im gleichen Augenblick wieder zu einer ^"VSHßffnet zögemddk Tür«. Ob dahinter wohl schon die
KmeÄ »Vieler Stimmen, das leise Klirren von Deaen und Sporen aus spiegelndem Parkett tönt ihr entgegen. Gut zwei ^mnd Menschen nwrten in der Antikamera der Kaiserin: Beamte und Militärs Minister und Staatsrät«, Gelehrt« und Künstler, Damen de hohen Adels, Bittsteller und Aventuriers, die ihr halbes Leben damit hm- bringen in den Vorzimmern der Mächtigen zu warten. Em«: gürt-: Motte aus Puderstaub und Wohlgeruch erfüllt den silbergrauen, goldschimmern beneritaunt« oder belustigte Blicke wenden sich dem Bürgermädel zu, das in wohl gutem und reinem, aber in dieser Pracht doch armlich wirkendem Kleide einen kleinen Korb am Arm, mit gesenktem Kops an der Tur steht.
An dem hohen, säst bis auf den Boden reichenden ^"Üer, hmter dem ietit wieder die Mocken fallen, fitzt vor einem zierlichen Tischchen ein Mangin schwarzen Seid nhabit. Wie ein Abbe sieht er aus. Sogar die Hakmnase stwiÄ Als er bi« Tür gehen hört, sieht er auf, verzieht ein wenig spöttisch den Mund und bedeutet der Demoiselle mit einer herrischen nrä’ ä* n„«b.F
Gold. Ein Lakai in den kaiserlichen Farben tritt auf sie zu führt si« ans Fenster. Wie Pfeil« spürt sie die vielen Blicke, die ihr hochmütig folgen. Nur die beiden Generale, die auf der Treppe vor ihr hergmgen mid nun in ein Gespräch vertieft in der Näh« des Fensters stehen, machen ihr
an ihnen vorbeikommt, wendet der ältere den Kops, sagt, vergnügt mit den Augen zwinkernd: „Tja, wenn man noch Leutnant war, Eine "aufgedonnerte Dame, bie hing gewesen sein mochte, als der General noch Leutnant war oder Kornett, hebt bofe die Loignette, als das Bürgermädel mit ihrem Henkelkorb ihren weit ausladenden Reiftock K^ebn Jahre lang war sie mit ihrem Gatten am Hof« von illes gewesen. Der bürgerliche Einschlag in der Wiener Bitt« g^Mt ijjr nicht. Sonderbarer Geschmack, Burgerkanaillen in der kaiserlichen Antikamera zu dulden! tw
Die schöne Wachsziehertochter steht vor dem Goldtischchen. Der fchwarzgekleidete Mann, den sie für einen Schreiber halt und der es auch ist, wenn er auch den Titel eines kaiserlich-königlichen Hvsstkretanus führt, mustert fie geringschätzig, fragt gallig: „Was will Siek ■ .
Nachdem sie Namen und Zweck ihres Kommens genannt, wirft er einen Blick auf die schwere, mit Schildpatt verzierte Uhr, di« lickend auf einer Konsole steht. Dann sagt er, um eine Spur fteundlicher: „Sie muß noch warten!" Als wäre das schon allzu gnädig gewesen, fugt er hinzu. Stell Sie sich dort abseits in die Ecke und molestter Sie die Herr-


